Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Nordkap-Reise

1.Woche

Freitag, 1.Juni 2018: 1.Tag / Pieterlen-Müllheim

Heute ist es endlich soweit ! Wir machen uns auf den Weg zum Nordkap. Das wäre unser Ziel, aber wenn es, aus welchen Gründen auch immer, nicht klappen sollte, ist das auch nicht so schlimm. Es ist 9h15 als wir losfahren, nach ziemlicher Hektik, ob wir auch wirklich alles dabei haben, was wir brauchen werden. Aber, Mischt, zum Glück noch Ausgangs Dorf merke ich, dass ich meine warme Jacke vergessen habe. Also, nochmals zurück nach hause, Jacke holen und nochmals starten. In Lengnau tanken wir bei 26‘055 km und in Grenchen holen wir €uros am Automaten. Zuerst fahren wir nach Lörrach. Dort essen wir mit Andrea und Marcus im Restaurant gegenüber dem „Tschibo“ zu Mittag. Danke lieber Sohn! Gegen 14h verabschieden sich die beiden und wir gehen zu Vodafon, wegen Internetguthaben. Mann, ist das mühsam in diesem laden, es dauert über 1 ½ Stunden, bis das endlich erledigt ist. Nachdem wir unser Auto in der Stadt wiedergefunden haben, fahren wir um 16h los nach Müllheim, wo wir um ca. 17h eintreffen. Hier beziehen wir den gleichen Stellplatz, wie über die Auffahrts-Tage. Er liegt direkt neben dem Fussballplatz und dem Schwimmbad, ist aber sehr ruhig. Wir sitzen draussen, geniessen die Sonne bei einem kühlen Bier und schauen dem Training der zukünftigen Fussballstars zu.

Gefahren 134,1km.

in Müllheim

nein, so leer sind die Autobahnen nicht immer...

Pieterlen - Müllhausen

Samstag, 2.Juni 2018: 2.Tag / Müllheim-Nürnberg

Um 9h30 fahren wir vom Lidl-Parkplatz los. Wir müssen hier vorher noch einen Kurzeinkauf erledigen. Nämlich für mich eine Zahnbürste kaufen. Ich wusste es doch, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe: die Ladestation für meine elektrische Zahnbürste! Bei einer „Meister-Auto-Werkstatt“ besorgen wir dann noch die grüne Umweltplakette für unseren BONSAICAMPER, für 6.99 €. Auf der Autobahn geht es weiter über Heilbronn bis nach Nürnberg. Hier scheint heute Abend ein grosser Anlass stattzufinden „Rock im Park“. Deshalb herrscht hier ein ziemliches Getümmel. An den unmöglichsten Stellen hat es parkierte Autos und in den Parks massenhaft Zeltlager mit (zum Teil) schon um 15h besoffenen Konzertbesuchern. Unsere Navifrau Anna lotst uns mit den eingegebenen Koordinaten diesmal perfekt zu unserem Nachtlagerplatz. Wir stellen das Auto auf dem überfüllten Parkplatz ab, trinken schnell ein Bier und laufen dann an den sehr nahen Wöhrsee. Dieser See ist ein wunderschönes Naherholungsgebiet für die Nürnberger. Wir machen einen langen Spaziergang und erfreuen uns über die vielen kleinen Entchen und Haubentaucherlis. Das Wetter ist herrlich. Schön!

Gefahren: 418,1km.

 

in Nürnberg, am Wöhrsee

Feierabend

Müllheim - Nürnberg

Sonntag, 3.Juni 2018: 3.Tag / Nürnberg-Dresden( Moritzburg)

Nachdem wir nochmals eine Runde dem See entlang gelaufen sind und die vielen Jogger wegen ihrer Fleissigkeit bewundert haben, machen wir uns um 9h45 auf in Richtung Autobahn und Dresden. Gestern Abend, wir hatten kaum fertig gegessen, kam neben uns ein Camper mit einem Ehepaar aus Italien (Forli/Bologna). Endlich konnte ich wieder einmal auf Italienisch palavern…! Heute morgen sind sie mit ihrem Roller in die Altstadt von Nürnberg gefahren, bevor wir aufgestanden waren. Wir finden einen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt:“ BUON VIAGGIO“. Wir freuen uns sehr über die nette Geste! Um 11h30 überfahren wir die ehemalige DDR-Grenze (bis zum 3.Oktober 1989). Es ist 14h10, als wir in Dresden / Moritzburg auf dem Stellplatz des Caravan Händlers Meinert stehen. Die Stadt Dresden besuchen wir nicht, weil wir zu DDR-Zeiten vor -zig Jahren schon dort waren. Wir sitzen an der Sonne neben dem Camper, machen einen Spaziergang durch das Industriequartier und sitzen wieder lange an der Sonne neben dem Camper. Wir sind nun 4 Camper hier. Ein Holländer, ein Berliner, der rote kleine Bruder von unserem BONSAICAMPER und wir. Der Stellplatz liegt direkt bei einem kleinen Weiher und die Vögel pfeifen uns ein wunderschönes Abendkonzert.

Gefahren: 314 km

 

Morgenspaziergang am Wöhrsee

nette Geste!

bei Dresden /Moritzburg

Nürnberg - Dresden

Montag, 4.Juni 2018: 4.Tag Dresden( Moritzburg) – Breslau(Wroclaw)

 

Mit dem Ruf eines Kuckucks werden wir geweckt. Im Lidl geben wir noch die Deutschen Getränke-Pfandflaschen ab und dann fahren wir um 9h40 los, nach Görlitz. Unterwegs dorthin sehen wir das erste enorm riesige Hopfenfeld. Ha, das gibt eine Menge Bier! Um 11h passieren wir bei Görlitz die Grenze und sind in Polen. Bei der ersten Autobahn-Raststätte tauschen wir €uros in polnische Zlotys um. (1 € = 3.8 Zlotys). Die Wechsel-Frau, die erste Polin der ich begegne ist nicht besonders freundlich. Kein Hallo, kein Danke, kein Tschüss, kein Lächeln, kein gar nix!!! Ab hier verlassen wir die Autobahn und fahren ab sofort über Land weiter. Die Landschaft ist enorm weit und ich bewundere die irrsinnig riesigen Felder. Wir tanken knappe 90 Liter Diesel. Dies ist der erste Tankstopp seit der Schweiz (Lengnau). 1 Liter Diesel kostet 5,09 Zloty (ca.1.33 SFr). An dieser Tankstelle in Brzénik hat es zwei sehr nette Männer. Ich frage die zwei netten, was „Danke“ auf Polnisch heisst. Leider habe ich das Wort ca. 120 Sekunden später schon wieder vergessen! Puhhh…, Polnisch ist eine sauschwere Sprache. Aber ich weiss jetzt, dass Diesel „ON“ heisst. Das kann ich mir wenigstens merken! Um 16h sind wir in Breslau. Diese Stadt war bis nach dem 2. Weltkrieg Deutsch und hiess Breslau, Danach ist sie Polnisch und heisst jetzt Wroclaw. Wir finden einen Parkplatz für die Nacht, Mitten in Breslau, direkt neben einem schönen Park. Vor dem Abendessen schlendern wir ein wenig herum und besuchen zufällig einen Fischerladen. Oh jesses, was es da alles für Köder zu kaufen gibt, das ist unglaublich! Unsere Nachbarn auf dem Parkplatz sind zwei Norweger mit einem sehr bunten Camper und ein Schweizer mit Solothurner Nummer. Das Ehepaar kommt aus Nunningen und wir unterhalten uns lange mit den beiden.

Gefahren: 273,4 km

weites Land

in Legnica

wer kann so etwas lesen?

unterwegs

in Breslau /Wroclaw

unser norwegischer Nachbar

in Breslau / Wroclaw

im Fischerei-Laden

Dresden - Breslau / Wroclaw

Dienstag, 5.Juni 2018: 5.Tag Breslau(Wroclaw)

 

Punkt Mitternacht gibt es einen kräftigen Platzregen. Wir machen schnellstens alle Fenster zu. Weil Paul‘s Mutter in Breslau geboren wurde, möchten wir diese Stadt unbedingt besuchen. Und das machen wir zwischen 9h30 und 17h ausgiebig. Wir laufen zum „Ring“, dem schönsten Platz von Breslau und trinken dort erst mal einen Kaffee. Es ist 10h und ein total besoffener Russe aus Estland will uns Schweizern in Polen unbedingt die Tschechische Revolution von 1968 in Prag erklären. Das sei wichtig! Nachdem wir ihn abgewimmelt haben, können wir uns dem Bewundern der Stadt widmen. Breslau, die ehemalige Hauptstadt Schlesiens gilt als eine der schönsten Städte Polens. Sie wurde nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg mustergültig wieder aufgebaut. Und wir können nur bestätigen, dass dies eine wunderschöne Stadt ist, wenigstens was die Altstadt betrifft. Heute ist Breslau mit rund 630‘000 Einwohnern die viertgrösste Stadt Polens. Sie liegt am Fluss Oder und hat sehr viele Brücken. Weil meine Sandalen mich fast umbringen, kaufen wir für mich ein paar neue. Die alten, aber noch sehr guten (Rieker), schenken wir einer Rumänischen Bettlerin, die sich sehr darüber freut. Wir laufen lange in der Stadt herum, bewundern die wunderschönen alten Häuser und freuen uns am schönen Wetter. Es hat hunderte von Schulklassen mit Tausenden von Schülern. Beim alten Rathaus, im Restaurant „Fredra“, essen wir zu Mittag: Paul 3 (!!!) Polnische Würste mit Zwiebeln und ich ein Steak mit Zwiebeln und Bratkartoffeln. Danach laufen wir weiter herum und besichtigen die Kirche die auch der Polnische Papst Johannes Paul der XXIII besucht hat. Wir sind schon fast zurück beim unserem Auto, als uns in den Sinn kommt, wir könnten doch noch an die Oder. Wir werden Zeugen eines Autounfalls und laufen nochmals den ganzen Weg zurück durch die Altstadt bis an die Oder. Wir sind enttäuscht, hatten wir uns doch erhofft hier an einem lauschigen Plätzchen einen Kaffee trinken zu können. Aber dem ist nicht so und wir trinken den Kaffee in der Nähe der alten Universität. Um 17h sind wir wieder bei unserem BONSAI CAMPER zurück, ich mit Blasen an den Füssen. Aber schön war‘s trotzdem. Jetzt haben wir einen Belgischen Nachbarn mit dem genau gleichen Camper wir wir ihn haben, sogar die Farbe ist identisch.

in Breslau/ Wrozlaw

das alte Rathaus

das alte Rathaus

die alte Universität

Mittwoch, 6.Juni 2018: 6.Tag, Breslau(Wroclaw) – Grudziądz

 Um 8h verlassen wir noch vor dem Frühstück den Parkplatz. Wir wollen rausfahren, bevor die Leute die zur Arbeit müssen, uns mit ihren Autos zuparken und wir nicht mehr wegkommen. Im Arbeitsverkehr fahren wir quer durch die Stadt Breslau in Richtung Lodz. „Theoooo! Wir fahr‘n nach Lodz!“. Nein, ganz bis Lodz fahren wir nicht, irgendwann drehen wir nach Norden ab. Bei einem schönen Parkplatz essen wir gemütlich Frühstück. Später, in einem winzigen Dorf sehen wir den ersten Storch, der in seinem Nest auf einem Hausdach steht. Durch wunderschöne Wälder und unendliche , weite Ebenen fahren wir nordwärts. Heute morgen in Breslau war es stark bewölkt, jetzt haben wir herrlichsten Sonnenschein. Unterwegs hat es überall neue, sehr schöne kleine Häuser. So wie es aussieht bräuchten die Felder hier unbedingt Regen. Der Mais und die Zuckerrüben sehen eher mickrig aus, alles ist staubtrocken. Über Ostrow, Kalisz, Konin, Bydgoszcz (sorry, das heisst einfach so!) und Toruń kommen wir um 15h40 in Grudziądz an. Hier hat es ein Thermalbad und deswegen sind wir zu diesem Platz hier gekommen. Leider wird das Bad gerade renoviert und wir sind ein wenig enttäuscht. Aber die Verantwortlichen Janus und Pijotre sind sehr nett und erklären uns, wo wir uns hinstellen dürfen und wo wir Wasser nehmen dürfen. Der Platz kostet 20 Zlotys und wir dürfen dafür auch im Fitnesscenter duschen.

 Gefahren: 361 km

 

Brücke über die Weichsel

unser heutiges Abendessen

Breslau - Grudziadz

Donnerstag, 7.Juni 2018: 7.Tag, Grudziądz / Graudenz

Heute ist wieder ein prächtiger Sommertag. Es ist kurz nach 9h30 als wir in die Altstadt von Grudziądz laufen. Grudziądz war früher, vor dem Zweiten Weltkrieg, Deutsch und hiess Graudenz. Die Gegend hier ist Pommern. 1945, nach 6 Wochen dauernden Kämpfen, kapitulierten die nationalsozialistischen Truppen am 6. März. 75% der Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Heute ist die Stadt polnisch, hat rund 100‘000 Einwohner und liegt am Fluss Weichsel. Wir laufen 1½ Stunden lang, der Hauptstrasse entlang. Zuerst kommen wir an einem riesigen Komplex mit lauter schönen neuen Wohnblocks vorbei. Und das ist praktisch hier: die schreiben die Adresse gleich an die Häuser! In der Altstadt sind wir begeistert von den alten Speichern. Wir schauen sie uns von der Rückseite, von der Weichsel her an. Wunderschön! Wir laufen lange der Weichsel entlang und biegen dann irgendwann wieder ab, zurück in die Altstadt. Mittagessen gibt es auf dem Marktplatz, der auch schön renoviert wurde. Wir bestellen zusammen eine Pizza Calzone, die wir aber nicht fertig essen mögen. Sie ist so dick gestopft mit Schinken, Pilzen, Peperoni, Oliven und Käse, dass wir einfach nicht mehr können. Den Rest nehmen wir mit. Am Nachmittag treten wir den „Heimweg“ an. Dieser dauert ein wenig länger als der Hinweg. Zuerst gibt es einen Einkauf in einer Metzgerei um Fleisch für den Grill heute Abend zu kaufen. Danach müssen wir an einer Glacestation einen Stopp einschalten. Später für mich einen Kaffeehalt in einem riesigen Einkaufscenter und noch später einen Kurzhalt bei einem Supermarkt um je einen kühlen Joghurtdrink zu kaufen, weil wir beide Durst haben. Und dann schleppen wir uns die 3,5 km zurück zum Camper. Und es ist heiss. Wir sind kaum zurück, kommt Janusz um uns zu fragen wie uns die Altstadt gefallen habe. Und wir erfahren von ihm sehr viel Interessantes über Polen und seine Bewohner.

 

 

 

was es alles so gibt !!!

die Adresse ist gleich am Haus

in Grudziadz / Graudenz