Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Freitag, 8.Juni 2018: 8.Tag, Grudziądz / Graudenz – Gdansk/Danzig

Nachdem wir Wasser gebunkert haben und das Grauwasser entsorgt haben, verabschiedet sich der Bademanager Janusz höchst persönlich sehr nett von uns. Er spricht sehr gut Deutsch. Nach ein paar Einkäufen bei Lidl fahren wir um 9h45 los, Richtung Danzig. Das Wetter ist auch heute wieder strahlend schön und heiss. Um 13h15 treffen wir schon in Danzig (auf Polnisch Gdansk) ein. Bei der Universität gibt es einen Stellplatz, wo wir uns niederlassen (Kosten 12.50.€). Eine Viertelstunde später sind wir schon bei der Tramstation um in die Altstadt zu fahren. Leider sind wir nicht fähig ein Ticket aus dem Automaten zu lösen. Ein nettes Fräulein hilft uns und so klappt es dann endlich. Beim Hauptbahnhof steigen wir aus und laufen in die Altstadt. Und wir sind begeistert!!! Breslau hat uns doch schon sehr gut gefallen, aber dieses Danzig übertrifft alles. Einfach nur schön, diese Altstadt! Wir laufen lange herum und schauen uns vieles an. Es hat enorm viele Leute. Nach einem Stück Quarktorte und einem Kaffee machen wir uns zu Fuss auf den „Heimweg“. Das sind fast 4 km !!! Der Weg führt vorbei am Denkmal und Museum für „Solidarnosc“. Um 18 h sind wir zurück und nach einer Erfrischenden Dusche geniessen wir das gebrutzelte Fleisch vom Grill. Nach dem Essen kommen Gaby und Helmut vorbei , zwei Camperfahrer aus dem Deutschen Münsterland, und geben uns Tipps für unsere Weiterfahrt.

 Gefahren: 141,6 km

 

2.Woche

in Danzig

Grudziądz / Graudenz - Gdansk/Danzig

Samstag, 9.Juni 2018: 9.Tag, Gdansk/Danzig – Buczyniec/Buchwalde

Gestern Nacht, um 23h schleicht ein Fuchs um die Camper herum zu den Mülltonnen. Er schmeisst einen Müllsack um und erschrickt dermassen, dass er schleunigst das Weite sucht. Nur ganz langsam traut er sich wieder an den Müll heran.

 Um 9h40 machen wir uns auf den Weg nach Elblag (Elbing), weiter im Osten. Es ist wieder sehr schön und heiss. Durch sehr viele Baustellen und zum Schluss über fürchterlich holprige Strassen gelangen wir um 12h nach Buczyniec/Buchwalde. Wir stellen uns auf den Stellplatz (Kosten: 40 Zloty oder 10€). Dieser Platz liegt am 80 km langen Oberlandkanal, der die Städte Ostróda und Elblag miteinander verbindet und dabei durch zwei Seen führt. Er wurde im Jahre 1860 erbaut und hat fünf Schiffshebewerke die auf einer Länge von 9,6 km die Höhe von 100 m überwinden. Ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst! Wir haben Glück und schliessen uns einer Gruppe von Camper-Touristen an und können gleich mit ihnen auf das nächste Schiff. Mit einem Auto werden wir zur Einsteigstation gebracht und schon kommt unser Kanalschiff und wir dürfen einsteigen. Das Schiff kommt auf das Untergestell eines Eisenbahnwagens, schwimmt zuerst noch und wird dann mit Wasserkraft und Drahtseilen über einen Hügel gezogen. Dort kommt es im tiefer gelegenen Abschnitt des Kanals wieder ins Wasser. Genial und so einfach! Unterwegs sehen wir noch einen kleinen Film, der das Ganze erklärt. Das ist alles sehr interessant. Nach ca. einer Stunde sind wir wieder über den Hügel zurück gezogen und essen bei der Einsteigstation eine Kleinigkeit. Danach laufen wir zurück zu unserem BONSAI. Und von hier aus sieht es echt lustig aus, wenn plötzlich ein Schiff durch den Wald angefahren kommt…

 Das Truthahnfilet vom Grill ist exquisit!

 Gefahren: 122,7 km

 

am Oberland Kanal

Danzig - Buczyniec, Schiffshebewerk

Sonntag, 10.Juni 2018: 10.Tag, Buczyniec/Buchwalde – Harsz

Hier ist ein enorm schöner und ruhiger Schlafplatz! Heute ist wieder ein Wunder-Wetter-Tag! Um 8h30 geht es los. Unterwegs in den Osten sehen wir viele Storchennester mit jungen Störchen, manchmal sogar zwei oder drei, die neugierig Ausschau halten. Meistens sind sie von einem Elternteil streng überwacht, oder sie warten auf einen feinen Frosch, den ihnen die Mamma gefangen hat. Schön! Unsere Navifrau Anna lotst uns durch -zig kleine und grössere Strassen und Dörfer und viele Eichen-oder Lindenalleen, aber es ist wunderschön. Wir sind begeistert und geniessen die Fahrt. Eine Zeitlang fahren wir parallel zur Russischen Grenze, die vielleicht 30 km entfernt ist, ostwärts. Punkt 12h sind wir an unserem heutigen Ziel angekommen. Es ist der „Camp Park Sonata“ in der Gemeinde Harsz, und er liegt direkt an einem wunderschönen See. Ich dachte , jetzt wird es gemütlich. Aber nix da, kaum zu Mittag gegessen stresst Paul schon wieder: er will in den See baden gehen. Im See muss er allerdings ziemlich weit raus laufen, bis er beim Schwimmen nicht mehr die Knie aufschürft. Ich bade nur meine Füsse vom Steg aus. Den Rest vom Nachmittag verbringen wir dann doch noch gemütlich beim BONSAI im Schatten unter der Sonnenstore. Nach dem Abendessen sitzen wir mit unseren Nachbarn Ulrike und Wolfgang (aus Warendorf im Münsterland) bis um 23h30 draussen vor unserem BONSAI. Es ist für uns interessant, von erfahrenen Campern Infos zu erhalten. Die beiden kommen gerade zurück aus dem Balticum und können uns einige Tipps dazu geben. Morgen wollen wir ja weiter nach Litauen.

 Gefahren 184,5 km

 

 

 

in Harsz am See

Montag, 11.Juni 2018: 11.Tag, Harsz (PL)- Trakai (LT)

Die Nacht war sehr kurz, zu kurz! Nachdem wir beim Campbesitzer die zwei bestellten Brötchen abgeholt haben, machen wir uns um 8h45 auf den Weg. Um 9h30 sind wir schon bei der WOLFSSCHANZE, dem Führerhauptquartier von Adolf Hitler (auf Polnisch Adolfa Hitlera!). Der Eintritt kostet 15 Zloty/Person und für den Parkplatz 10 Zloty. Wir wussten nicht, dass man für den Preis des Parkplatzes hier hätte übernachten können. Wir kaufen einen kleinen Plan des ganzen Areals und machen uns auf den Rundgang. Jetzt beginnt es leicht zu regnen. Wir sehen den Ort, wo der Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 misslang und seinen massiven Betonbunker, mit meterdicken Betonwänden. Es ist ein komisches Gefühl, hier zu sein, wo Geschichte geschrieben wurde….Wer sich dafür interessiert hier der Link, wo man mehr erfährt.

 https://de.wikipedia.org/wiki/Führerhauptquartier_Wolfsschanze

 Nach diesem beeindruckenden, aber auch bedrückenden Besuch der 1½ gedauert hat, geht es für uns weiter nach Osten. Wir „vertanken“ unsere letzten Zloty und bekommen dafür 44,5 l Diesel. Unterwegs hat es unheimlich viele Seen und wieder viele Störche. Hier sind wir in der Masurischen Seenplatte. Um 14 h überfahren wir die Grenze zu Litauen. Wir verlassen nur sehr ungern Polen, weil es uns dort sehr gut gefallen hat. Aber wir müssen weiter! Ab sofort gilt wieder der €uro. Wir merken sofort den Unterschied zu Polen. Die meisten Felder sind hier kleiner und viele der Häuser eher ärmlich. Um 16h30 sind wir in Trakai. Hier hat es ein sehr schönes sehenswertes Wasserschloss, das wir uns morgen ansehen wollen. Wir haben kaum parkiert, fängt es heftig an zu blasen und zu regnen. Eigentlich wollten wir ja noch ein wenig spazieren gehen. Wir verziehen uns schnellstens in den gemütlichen Bus und essen Risotto mit Pilzen und Parmesan..

 Gefahren: 356 km

 

 

 

hier fand am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler statt

Hitlers Bunker

Harsz PL - Trakai LT

Dienstag, 12.Juni 2018: 12.Tag, Trakai – Vilnius -Kinai

Heute morgen ist es bewölkt. Wir laufen zu dem wunderschönen Wasserschloss das auf einer Insel liegt und umrunden es. Vor dem schloss stehen schon etwa tausend Touristen und warten, dass das Tor um 10h geöffnet wird. Im Dorf Trakai hat es viele niedliche Holzhäuser. Wir fahren um 9h15 los nach Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Unterwegs nach Vilnius merken wir Schlaumeier, dass wir schon gestern die Uhren um einen Stunde hätten VORstellen müssen! Mensch Maier, was sind wir für Weltenbummler! Um 11h sind wir auf dem City Camping von Vilnius. Wir fragen, ob wir das Auto etwa zwei Stunden hierlassen dürften. Jawohl, dürfen wir. Wir fahren mit dem Bus Nr. 16 in die Stadt, zum Bahnhof. Von dort erlaufen wir im Schnellzugstempo die schöne, barocke Altstadt. Weil wir heute ja sowieso wegen der Zeitumstellung schon eine Stunde verloren haben und knapp dran sind, nehmen wir zurück zum Camp ein Taxi. Für die 2½ Stunden parkieren beim Camping müssen wir nichts bezahlen. Die beiden Herren an der Reception sind sehr nett und grosszügig. Um 13h30 fahren wir in Vilnius los, an die Nordküste. In der Nähe von Vilnius befindet sich seit 1989 scheinbar der „Mittelpunkt Europas“. Geographen des Institut Géographique National, des nationalen Geographieinstituts Frankreichs, errechneten 1989 den geographischen Mittelpunkt Europas als Flächenschwerpunkt und ermittelten eine Stelle im Dorf Purnuškės etwas nördlich von Vilnius in Litauen mit den Koordinaten ♁54° 54′ 0″ N, 25° 19′ 0″ O. Paul hat jetzt schon genug vom „Altstädteanschauen“, dass wir in einem Stück durch bis nach Klaipeda und nach Kinai Vente. Unterwegs auf der Autobahn A1 hat es Bushaltestellen mit Wartehäuschen. Echt wahr! Aber sonst ist die Autobahn fast leer und herrlich zu fahren. Um 18h kommen wir auf dem Stellplatz bei einem Restaurant an einem Kanal an. Kosten 14€. Wir essen im Restaurant zu Abend und erkundigen uns nach Schiffen, die uns Morgen zur Kurischen Nehrung, nach Nida rüber bringen werden.

 Gefahren: 375 km

 

 

Schloss Trakai

in Vilnius

in Vilnius

in Vilnius

in Vilnius

in Vilnius

in Vilnius

unterwegs nach Norden

in Kaina

Trakai - Vente

Mittwoch, 13.Juni 2018: 13.Tag, Kinai – Venté

Um 8h verlassen wir den Platz und fahren mit Brigitte und Peter aus Pforzheim, die wir gestern beim Abendessen kennen gelernt haben. Wir fahren ca. 14 km bis nach Venté. Dort stellen wir unsere Camper auf den Campingplatz (puhhh, ganz schön teuer! 25 €, aber alles inbegriffen). Um Punkt 9h fährt das Fährboot mit uns nach Nida, auf der Kurischen Nehrung. Die Fahrt dauert 1 Stunde 20 Minuten. Kosten für Hin-und Zurück 17 € / Person.

 https://de.wikipedia.org/wiki/Kurische_Nehrung

 Zuerst laufen wir zur Information und holen uns einen Plan der Gegend. Danach laufen wir zu viert ganz gemütlich bis zum Haus, wo Thomas Mann, der Deutsche Schriftsteller, von 1930 bis 1932 gelebt hat. Hier in diesem Nida hat es wunderschöne Holzhäuser. In einem Restaurant essen wir mit Blick auf das Haff Mittag. Das Essen ist sehr günstig (8-9 € ein Menü), aber die Getränkepreise hauen uns vom Hocker! Bier und Kaffee: Schweizerpreise!

 Nach dem Essen wollen wir uns die Sanddünen anschauen. Die sind sehr eindrücklich und schön. Nida befindet sich etwa 3 km von der Russischen Grenze entfernt und wir können von den Dünen aus rüberschauen. Und jetzt müssen wir natürlich auch noch auf die andere Seite der Nehrung, an die Ostsee. Um 18h30 fährt unsere Fähre wieder zurück nach Venté, zum Camping. Um 20 h sind wir bei unseren Campern und freuen uns auf ein heisses Chili con Carne aus der Dose. Auf dem Schiff war es nämlich empfindlich kalt. Aber trotz dem: was für ein schöner Tag! Am Abend gibt es einen wunderschönen Sonnenuntergang. Übrigens ist dieser Campingplatz voll in Deutscher Hand. Von den etwa 15 Campern ist einer aus Wien und einer aus der Schweiz, nämlich wir.

 Gefahren: 14 km

 

Schiff nach Nida, Kurische Nehrung

Kurische Nehrung

Kurische Nehrung

hier wohnte Thomas Mann zwei Jahre lang

an der Ostsee

Abendstimmung beim Camping Vente

Donnerstag, 14.Juni 2018: 14.Tag, Venté (Ventainé) – Ventspile

Nach einer heissen Dusche und Abschied von Brigitte und Peter fahren wir um 8h50 los. Zwei Minuten später gibt es schon den ersten Fotostopp. Ein Storch hat das Dach seines Gastgebers ziemlich vollgekackt und das muss ich natürlich für die Ewigkeit fotografisch festhalten! Kurz danach der nächste Stopp. Wir tanken 100 Liter Diesel à 1.17€.

 Später machen wir noch einen Halt im ehemaligen berühmtesten Ostseebad der Russen, in Palanga. Ich bin ziemlich enttäuscht. Ich etwas weitaus mondäneres erwartet. Im Maxima Supermarkt kaufen wir nach „Bildchen“ ein. Da wir ja keine Ahnung haben, was auf den Sachen steht, müssen wir halt die Bildchen anschauen. Die Litauische Sprache kommt uns noch viel schwieriger vor als die Polnische. Wir verstehen überhaupt nichts und das einzige Wort das ich lesen konnte war „Biblioteka“. Um 12h10 passieren wir die Grenze nach Lettland. Phhh… hier wird Lettisch gesprochen, also verstehen wir wieder kein Wort! Über teils wunderbar schöne, teils fürchterliche Rüttelstrassen fahren wir dem Meer entlang nordwärts. Das heisst, dem Meer entlang ist übertrieben. Auf der Landkarte sieht es so aus, dass die Strasse am Meer entlang führen würde. In Wirklichkeit fahren wir lange, lange Zeit durch schöne Wälder, von der Ostsee keine Spur. Überall hat es lange Baustellen, mit Ampeln und Einbahnverkehr, weil die Strassen dringendst saniert werden. Irgendwo fahren wir links weg und finden doch noch das Meer. Wir spazieren ein wenig dem Ostseestrand entlang und kochen dann im BONSAI Kaffee. Um 16h30 sind wir an unserem Ziel, in Ventspile ausf dem Parkplatz, mitten im Zentrum. Wir machen sofort einen Spaziergang zur Russisch-Othodoxen-Kirche nebenan und staunen über die goldenen Zwiebeltürme. Wunderschön! Danach laufen wir etwa zwei Stunden in der gemütlichen Altstadt ehrum und kehren zu unserem Camper zurück. Paul brutzelt auf dem Grill Hühnerbeine und ich mache Salat dazu. Mmm…, alles prima und das Wetter spielt mit. Heute war es den ganzen Tag sehr sonnig.

 Gefahren: 276 km

 

 

 

Campingplatz in Vente

die Ostsee

Russisch Orthodoxe Kirche in Ventspile

Blumenstadt Ventspile

und Kühe hat es auch

Ventspile

beim Markt in Ventspile

Schööön!!!

Vente - Ventspile