Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

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Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

12. Woche

Freitag, 17.August 2018: 78.Tag, Bergen – Sokna

Nachts, anstatt zu schlafen, lausche ich dem Regen, der immer wieder kurz oder länger auf das Dach prasselt. Bergen ist die regenreichste Stadt von ganz Norwegen. Nachdem ich nach langem Lauschen endgültig eingedöst bin, werden wir beide sehr unsanft geweckt. Ein gewaltiger Donnerschlag reisst uns brutal aus dem Schlaf und ein mächtiges Gewitter entlädt sich genau über uns. Um 9h sind wir abfahrbereit. Es regnet nicht mehr. Heute geht es zurück, Richtung Oslo. Unterwegs kommen wir an Fjorden, Seen und reissenden Flüssen vorbei. Überall schiessen, nach den starken Regenfällen, viele kleinere und einige grössere Wasserfälle über die steilen Felswände herab. Um die Mittagszeit passieren wir den längsten Strassen-Tunnel der Welt.

Der Lærdalstunnel in Norwegen ist mit 24,51 km der längste Strassentunnel der Welt. Mit seinem Bau wurde am 15. März 1995 begonnen, am 3. September 1999 erfolgte der Durchstich und am 27. November 2000 die Verkehrsübergabe am Lærdal-Portal. Die Baukosten beliefen sich auf 930 Millionen NOK, (96‘671900 €) das entspricht rund 38.000 NOK (3950 €) pro Tunnelmeter. Im Jahresdurchschnitt wird der Lærdalstunnel von 1000 Fahrzeugen pro Tag befahren.

Der Tunnel ermöglicht – im Gegensatz zum Weg über das Gebirge – auch im Winter eine Verbindung zwischen zwei Gemeinden. Die Alternative war früher eine Fähre auf dem Sognefjord. Für die Durchfahrt wird keine Maut erhoben. Das entspricht der norwegischen Regionalpolitik, die abgelegene Regionen besonders fördert. Dabei ist der Lærdalstunnel auch ein zentral bedeutsamer Bestandteil der ganzjährig befahrbaren Strassenverbindung Oslo–Bergen im Zuge der E 16.

Besonderheiten an diesem Tunnel sind die innovative Art der Beleuchtung sowie die absichtlich leicht kurvige Streckenführung, die die Fahrer vor Ermüdung schützen und die Konzentration fördern sollen, wodurch auch die Verkehrssicherheit erhöht wird. Ausserdem gibt es im Tunnel mehrere Halteplätze.

Am Nachmittag ist es, nach dem wir die hohen Berge hinter uns gelassen haben, sonnig und leicht bewölkt Wir investieren unser letztes Norwegisches Geld in Diesel. Jetzt haben wir keine einzige Norwegische Krone mehr. Um 17h15 finden wir einen schönen , sonnigen Platz am Wald, wo wir die Nacht verbringen wollen. Abendessen: Spaghetti mit Bolognesesauce.

Gefahren: 425,6 km

 

 

der Tvindefossen

Stabkirche (1180) von Borgund

Bergen - Borgund - Sokna

Samstag, 18. August 2018: 79.Tag, Sokna (NO) – Lyskil (SCHWEDEN)

Der Tag beginnt ohne Regen, aber grau in grau. Um 9h40 fahren wir los. Wir umfahren Oslo südlich und müssen durch einen 7,3 km langen Tunnel, der unter dem Oslofjord hindurchführt. Als wir um 11h30 auf der anderen Fjordseite wieder auftauchen, regnet es, richtig grauslich. Um 14h sagt Paul: “So, nun könnte doch zum Abschied von Norwegen noch ein Elch kommen!“ Wir fahren um die nächste Kurve und was kommt da auf uns zugelaufen? Ja, genau! Ein Elch! Ein entgegenkommendes Auto hat ihn erschreckt. Es ist ein junger Elch, eher noch ein Teenager-Elch. Bis ich vor lauter Überraschung den Fotoapparat gezückt habe, verschwindet der arme Elch panisch in den Wald. Knapp einen Kilometer später sind wir an der Schwedischen Grenze. Um 16h erreichen wir unseren heutigen Lagerplatz in Lyskil. Wir stehen an der Schwedischen Westküste direkt am Wasser. Und wenn heute schönes Wetter wäre, hätten wir einen wunderschönen Blick auf die vorgelagerten Schäreninseln. Aber leider regnet und stürmt es schon den ganzen Nachmittag. Abendessen: Gschwellti, Käse, Salat.

Gefahren: 346,3 km

 

 

gestern Abend aus dem Camperfenster

die pinkigen Blumen sind verblüht

dieser Tunnel führt unter dem Oslofjord durch

die Festung beiFredrikstad

wieder in Schweden

Sokna (NO) - Lysekil (SCHWEDEN)

Sonntag, 19. August 2018: 80.Tag, Lysekil – Ålabodarna

In der Nacht bläst weiterhin ein starker Wind und rüttelt am BONSAI herum. Um 8h40 geht unsere Reise weiter südwärts. Es ist sonnig/bewölkt. Dieser Platz, wo wir geschlafen haben, liegt bei einem Naturreservat, umringt von Granitfelsen, gegenüber vom Strandbad. Unterwegs sehen wir heute wieder einmal Rehe, sechs Stück, direkt neben der Autobahn E6. Ab etwa 11h30 regnet es wieder. Phhh…, und wir dachten, je südlicher wir kommen, desto schöneres Wetter. Um 14h10 sind wir schon bei unserem heutigen Nachtlagerplatz in Ålabodarna. Jetzt regnet es nicht mehr. Wir machen sofort einen Erkundungsgang. Im Dörfchen trinken wir Öl (Bier) oder Kaffee. Danach, um 16h30 baden

wir in der Ostsee, im Kattegat. Sogar ich getraue mich! Aber: Brrr… ganz schön frisch dieses Wasser.

Das Kattegat (niederländisch für „Katzenloch“) ist das 22.000 km² grosse und durchschnittlich rund 80 Meter tiefe, äusserst schwierig zu befahrende Meeresgebiet zwischen Jütland (Dänemark) und der schwedischen Westküste. Bei Skagen grenzt es an das Skagerrak. Das Kattegat wird entweder als ein Arm der Ostsee, ein Arm der Nordsee oder, nach traditioneller skandinavischer Auffassung, als keines der beiden gesehen.

Die Verbindung zur offenen Nordsee erfolgt über das Skagerrak und seit der Februarflut 1825 über den Limfjord. Allerdings ist die letztgenannte Verbindung nur mit kleinen Schiffen befahrbar. Hochseeschiffe erreichen das Kattegat durch Umschiffung der Nordspitze Jütlands, Skagen. Die Ostsee ist durch den Öresund, den Grossen Belt und den Kleinen Belt mit dem Kattegat verbunden.

Gefahren: 362,1 km

 

 

Kattegat

heute Morgen in Lysekil

die Wälder haben gelitten

aber jetzt regnet es

Lysekil - Ålabodarna

Montag, 20. August 2018: 81.Tag, Ålabodarna – Trelleborg - Rostock

Nachts gibt es immer wieder kleine Regenschauerlein. Um 8h45 fahren wir bei 20° los. Es ist grau in grau. Bei Malmö regnet es. Um 10h sind wir in Trelleborg. Hier regnet es nicht mehr, ist aber grauslich grau und windig. Wir fahren sofort zum Fährhafen und buchen für heute Nachmittag unsere Fährüberfahrt nach Rostock. Kosten: Trelleborg-Rostock, für 6m Camper und 2 Personen: 1073 SEK (ca. 110 € oder 116.50 SFr.)

Trelleborg ist eine Stadt in der schwedischen Provinz Schonen. Die südlichste Stadt Schwedens liegt rund 30 km südlich von Malmö in der Öresundregion.

Auf der Ostseite des Gemeindefriedhofes liegt ein deutsches Gräberfeld mit 103 Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges und 10 Gefallenen des Ersten Weltkrieges, die hier, im neutralen Schweden, ihre letzte Ruhestätte fanden.

Um die südliche Lage der Stadt zu verdeutlichen, werden jeden Sommer von der Stadtverwaltung an der Strasse, die parallel zum Hafen verläuft, Kübel mit Palmen aufgestellt.

Trelleborgs Hafen ist einer der grössten Fähr- und Güter- Häfen Skandinaviens. Im Jahr 2014 wurden 10,3 Millionen Tonnen Güter sowie 1,7 Millionen Passagiere abgefertigt. Trelleborg ist die schwimmende Brücke zum Kontinent – der direkte Weg von und nach Europa mit über 34 täglichen Verbindungen.

Danach geht es zum ICA-MAXI-Supermarkt, wo wir unsere allerletzten Schwedischen Kronen loswerden. Auf dem Supermarkt Parkplatz verdrücken wir unser Mittags-Picknick. Inzwischen kommt auch immer mehr die Sonne raus, es windet nur noch. Um 14h30 müssen wir wieder am Hafen bei der Stena-Line sein. Unser Schiff fährt mit ca. 20 Minuten Verspätung um 15h50 von Schweden weg. Tschüss Skandinavien! Nun werden wir 6 Stunden lang Richtung Deutschland schippern. Die Überfahrt ist ruhig und sehr entspannt. Wir lesen beide die meiste Zeit. Um 22h10 fahren wir in Rostock (Deutschland) von der Fähre. Paul fragt einen Polizisten, ob man hier irgendwo übernachten darf. Der Polizist meint freundlich: „Ja, gleich hier um die Ecke!“ Und so stellen wir uns mit anderen Campern auf den Parkplatz zwischen riesige Lastwagen. Wir trinken im Bus noch ein Schlummerbier und dann herrscht sofort Ruhe. Ich bin in sekundenschnelle weg.

Gefahren: Auto 90 km, Schiff 161 km

 

 

grau in grau

im Hafen von Trelleborg

warten auf die Fähre

unsere Fähre

mmm..., ich liebe Schweden !

Ålabodarna – Trelleborg - Rostock

Dienstag, 21. August 2018: 82.Tag, Rostock- Scharnebeck- Gyhum Sick

Wir haben beide herrlich geschlafen. Um 8h10 fahren wir los. Es ist wunderbares Wetter, aber nur 17°. Irgendwo tanken wir und dann tuckern wir ohne Autobahn und Stress über Land, Richtung Bremen. Wir sind wieder in Deutschland und: juhuu!!! Wir können wieder alles lesen, was angeschrieben steht. Wir staunen nicht schlecht, als wir durch ein Dörfchen kommen, das „TESSIN“ heisst. In Scharnebeck besuchen wir das Schiffshebewerk des Elbe-Seitenkanals. Eintritt ins Informationszentrum 3€ pro Person. Wir laufen zur Zuschauerplattform (gefühlte 200 Treppenstufen) hinauf. Leider ist da oben eine Riesenbaustelle, weil das Hebewerk ziemlich rundum renoviert wird. Aber interessant ist es auf jeden Fall, wie die Schiffe in einem wassergefüllten Trog 38 m Höhe überwinden.

Das Schiffshebewerk Lüneburg gehört zur nördlichen der beiden Kanalstufen der Bundeswasserstrasse Elbe-Seitenkanal. Der Elbe-Seitenkanal verbindet die Elbe bei Artlenburg mit dem Mittellandkanal bei Edesbüttel westlich von Wolfsburg. Das Hebewerk wurde 1974 als damals weltgrösstes in Scharnebeck, nordöstlich von Lüneburg und neun Kilometer südlich der Elbe, gebaut. Das erste Schiff passierte das Schiffshebewerk mit der Teilfreigabe des Kanals zwischen der Elbe und dem Hafen Lüneburg am 5. Dezember 1975.

Es ist durch mehrere Promenaden gut zu besichtigen und in Verbindung mit dem nahen Museum ein beliebtes Ausflugsziel. Pro Jahr besichtigen etwa 500.000 Besucher das Hebewerk.

 

Bauart: Doppelsenkrechthebewerk mit Gegengewichten und 2 unabhängig voneinander arbeitenden Trögen in je 4 Führungstürmen

Baukosten: 190 Millionen DM

Fallhöhe: maximal 38 m (abhängig vom Wasserstand der Elbe)

Trogabmessungen: Nutzlänge/Nutzbreite/Tiefe 100 m / 11,8 m / 3,38 m (tatsächliche Länge zwischen den Toren = 105,6 m)

Trogtore und Haltungstore im Oberhaupt und Unterhaupt sind Hubtore

Torschutzeinrichtungen: Die an den Trogtoren angebauten Fangseile zum Schutz vor Schiffsstössen verkürzen die nutzbare Länge für die Schifffahrt auf 100 m

Gesamtgewicht des mit Wasser gefüllten Troges: 5.800 t

Gesamtgewicht der bewegten Teile eines Troges (einschl. Wasser): circa 11.800 t

Gewicht einer Gegengewichtsscheibe aus Schwerbeton (224 Stück pro Trog): circa 26,5 t (Gesamtes Gegengewicht 5.936 t pro Trog)

Masse einer Gegengewichtsscheibe: 6,8 m × 3,4 m × 0,32 m

Dicke der 240 Stahlseile je Trog: 54 mm

Antrieb eines Troges: Vier Elektromotore mit jeweils 160 kW

Dauer eines Hebe-/Senkvorgangs: 3 Minuten

Dauer einer Durchfahrt (inklusive Ein- und Ausfahrt): 15–20 Minuten

Leistung des Pumpwerks zur Wasserversorgung des Kanals aus der Elbe: 6,75 m³/s

Scharnebeck liegt kurz vor Lüneburg, das wir anschliessend durchqueren. Der Stellplatz, den wir anpeilen, ist besetzt und so fahren wir weiter bis nach Gysum-Sick, wo wir beim Hotel Niedersachsenhof „hinter der Scheune“ einen schönen Stellplatz für 5 € finden. Wenn man im Hotel isst, ist er sogar gratis. Aber bei uns gibt es heute Leber mit gaaaanz vielen Zwiebeln, Reis und Erbsen. Wir essen draussen bei 26° und Sonnenschein.

Gefahren: 314,1 km

 

 

in Rostock

Kopfsteinpflaster-Strasse

die Elbe

an der Elbe

das Schiffshebewerk Lüneburg

ein Container-Schiff ist im Trog

es wird 38m in die Höhe gehoben

und kommt oben wieder raus

es wird renoviert

Rostock- Scharnebeck- Gyhum Sick

Mittwoch, 22. August 2018: 83.Tag, Gyhum Sick – Bremen

Der Stellplatz, wo wir übernachtet haben, ist auf einer Wiese „hinter der Scheune“. Die Wiese ist umgeben von schönen alten Eichenbäumen. In der Nacht sind ein paar Mal Eicheln lärmend auf unser Dach gefallen…! Und am Morgen springt ein Eichhörnchen herum, um die Eicheln aufzusammeln. Heute fahren wir weiter nach Bremen, wo wir unsere Segelfreunde, die wir vor Jahren in Panama kennengelernt haben, zu besuchen. Wir freuen uns sehr, dass das klappt. Heute fahren wir erst sehr spät, um 11h30 los, weil ich vorher noch am Blog arbeite. Das erste Dorf das wir durchfahren heisst „Bockel“. Auch heute fahren wir wieder ohne Autobahn weiter. Unterwegs fahren wir durch wunderschöne Dörfer und Landschaften. Beim Mittags-Picknick ist es 28° warm und supersonnig. In Bremen haben wir einige Mühe, unser Ziel zu erreichen. Überall hat es Baustellen und Umleitungen. Aber irgendwann finden wir den Weg doch noch und sind um kurz nach 14h30 bei unseren Segelfreunden Antje und Holger. Ahhh, ist das schön diese

wiederzusehen, nach dem wir sie in Thailand zuletzt getroffen hatten. Wir haben unendlich viiiiiel zu bequatschen und die letzten Neuigkeiten auszutauschen. Wir machen einen schönen, ausgedehnten Bummel durch die Fussgängerzone und danach gibt es an der Weser ein kühles Becks-Bier. Am Abend geniessen wir draussen im kleinen, aber wunderbaren Garten das feine Essen vom Grill, mit allerlei Tapas und Salaten und zur Krönung des Ganzen supergute Glacé. Mmmm! Spontan sind noch Brigitte und Peter dabei, Freunde von Antje und Holger. Vermutlich war dieser Abend der letzte, so schöne warme Abend dieses Sommers. Es wird Donnerstag, bis wir uns im Camper vor dem Haus ins Bett begeben.

Gefahren: 61,4 km

 

 

an der Weser

Gyhum - Bremen

Donnerstag, 23. August 2018: 84.Tag, Bremen

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Antje und Holger, macht Holger mit uns einen Ausflug zum U-Boot-Bunker Valentin. Antje kommt nicht mit. Sie hat heute „Bürotag“ und sollte „etwas tun“!

 

Der U-Boot-Bunker Valentin, ist ein im heutigen Bremer Ortsteil Rekum – damals Farge-Rekum – an der Weser gelegenes Bauwerk, das während des Zweiten Weltkrieges von 1943 bis März 1945 unter Einsatz von Zwangsarbeitern errichtet wurde, wobei Tausende ums Leben kamen. In dem U-Boot-Bunker sollten U-Boote des Typs XXI in Sektionsbauweise gebaut werden. Es handelte sich um das grösste Rüstungsprojekt der Kriegsmarine. Der Bunker wurde zu etwa 95 Prozent fertiggestellt; auf Grund des Kriegsverlaufes konnte der geplante Bau der Typ-XXI-Boote nicht mehr aufgenommen werden.

Der Bunker ist gemessen an der Grundfläche (35.375 m²) der grösste freistehende Bunker in Deutschland und nach der U-Boot-Reparaturwerft Brest in Frankreich der zweitgrösste in Europa. Verbaut wurden eine Million Tonnen Kies und Sand, 132.000 Tonnen Zement und 20.000 Tonnen Stahl.

 

Ein Teil des Bunkers wurde von 1960 bis Ende 2010 von der Bundeswehr als Marinematerialdepot genutzt. Zwischen Mai 2011 und November 2015 wurde dieser Teil zu einer Gedenkstätte mit Besucherzentrum umgebaut. Dazu investierten der Bund und das Land Bremen jeweils 1,9 Millionen Euro. Am 8. November 2015 wurde die Gedenkstätte als Denkort Bunker Valentin eröffnet. Begehbar ist der Teil des Bunkers, der von der Bundesmarine als Depot genutzt wurde. Der zerstörte Teil des Bunkers ist seit Ende der Umbauarbeiten in einem Tunnel einsehbar. Der Rest der Ruine ist aus Sicherheitsgründen gesperrt.

 

Als die Bombenangriffe auf deutsche Werften zunahmen und die Produktion von U-Booten dadurch stark eingeschränkt wurde, wurden bombensichere Werften in Bunkern geplant. Eine meterdicke Zerschellschicht (im Bunker Valentin in Form einer Sieben-Meter-Spannbeton-Decke) sollte dafür sorgen, dass die Produktion nicht von alliierten Luftangriffen gestört werden konnte.

 

Im Bunker sollte nach der Fertigstellung alle 56 Stunden ein U-Boot vom Stapel laufen, was zu einer monatlichen Produktion von 14 Booten geführt hätte. Planungen von Ende 1944 sahen vor, dass nach dem Produktionsanlauf im April 1945 zunächst monatlich drei Boote fertiggestellt werden sollten und ab August 1945 die (vorläufige) maximale Kapazität von 14 Booten erreicht sein würde.

Die Teile der Boote sollten in anderen Fabriken vorgefertigt und im Bunker „Valentin“ auf einer Montagelinie zusammengebaut und komplett ausgerüstet werden. Vorgesehen waren 13 Montagestationen, wobei die Station 13 ein etwa 8 m tiefes Wasserbecken mit anschliessender Ausfahrt zur Weser war. Die Stationen 12 und 13 waren vom übrigen Bereich durch Mauern und Schleusentore abgetrennt und konnten bis zu einer Höhe von 14 m geflutet werden.

 

Als Arbeitskräfte wurden 10.000 bis 12.000 Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten und dem KZ Neuengamme herbeigeschafft. Sie mussten in Zehnstundenschichten den Bunker errichten. Vermutlich sind bei den Bauarbeiten 2.000 bis 6.000 Menschen ums Leben gekommen, genauere Zahlen sind jedoch schwer zu erfassen. 1.700 Tote sind registriert. Die Namen der polnischen und russischen Toten wurden nicht berücksichtigt. Viele Zwangsarbeiter starben an Unterernährung oder physischer Erschöpfung.

 

Anfang 1943 begann die Flächenbombardierung Bremens. Der Bunker wurde nicht bombardiert, obwohl der Baufortschritt den Alliierten durch Luftaufklärung bekannt war. Vermutlich war es ihnen wichtiger, dass die Baustelle Material und Arbeitskräfte band, beides somit der Herstellung von Rüstungsgütern entzogen wurde. Erst kurz vor Inbetriebnahme, als der Bunker zu etwa 90 % fertiggestellt war, wurden 1945 drei Luftangriffe auf ihn geflogen.

 

Gebäudedaten:

Mit einer Länge von 419 Metern ist es das längste Gebäude von Bremen.

Länge: 419 m (teils werden auch 426 m angegeben)

Breite (Osten): 67 m

Breite (Westen): 97 m

Aussenhöhe: 20–22 m

Aussenhöhe bei Deckenerhöhung: 30–33 m

Innenhöhe: 18 m

Grundfläche: 35.375 m²

gesicherter umbauter Raum: 520.000 m³

verbauter Beton: knapp 500.000 m³

Betondicke (Decke, erste Ausbaustufe): 4,5 m

Betondicke (Decke, zweite Ausbaustufe): 7 m

Betondicke (Aussenwände): 4,5 m

 

Wer mehr wissen möche, bitte hier schauen:   https://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Bunker_Valentin

Nachdem wir wieder zurück sind, gibt es draussen im wunderschönen Garten ein kaltes Mittagessen und danach machen wir einen längeren Spaziergang bis zur Weeser und erkunden die Gegend. Am Abend essen Holger, Paul und ich im Restaurant „Amico“ ein feines Tagesgericht. Antje stösst später zu uns, sie hat heute Elternabend in ihrer Schule. Anschliessend sitzen wir bei der Wohnung wieder lange draussen und haben wieder sehr viel zu „beschnacken“.

 

 

 

 

 

 

 

der Bunker Valentin von oben

innen