Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

4. Woche

Freitag, 22.Juni 2018: 22.Tag /Helsinki – Ruokolahti

In der Nacht regnet es sehr heftig. Nach dem Frühstück laufe ich schnell zum „Haustierfriedhof“ Ich habe noch nie so etwas gesehen! Danach fahren wir, weil es regnet, mit dem Auto in die Stadt. Unser Helsinki-Besuch fällt leider sehr kurz aus. Etwa 45 Minuten!!! Davon benötigen wir etwa 30 Minuten um einen Parkplatz zu finden, wo wir mit „richtigem“ Geld zahlen können, nicht nur mit der Kreditkarte oder dem Handy. Das schaffen wir nicht, weil wir ja von dieser Sprache hier überhaupt nichts lesen können. Wir finden einen kleinen Parkplatz, wo wir das Auto einfach hinstellen. Wir laufen ganz schnell zum Senatsplatz und schauen uns den schneeweissen Dom kurz von aussen an. Die Russisch Orthodoxe Kathedrale sehen wir im vorbeifahren im Regen stehen. Und das war schon unser Helsinki-Besuch. Und weiter geht es für uns, schnurstracks nach Lahti. Dort regnet es nicht, aber auch hier hat es wieder viele Strassen-Baustellen. Wir schauen uns die drei Sprungschanzen (die heissen Salpausselkä) an, laufen bis zu den Eingangsliften hinauf und an der anderen Seite wieder hinunter. In unserem Reiseführer heisst es, dass der Sprungturm im Sommer als Aussichtsturm benutzt wird, aber es ist alles geschlossen, kein Mensch anwesend. Die Auslauffläche ist im Sommer ein Schwimmbad. Wir fahren weiter nordwärts. Unterwegs sehen wir z.B. Ortsschilder mit dem Namen „Tuuliruusu“! Und jetzt fängt es auch wieder an zu regnen. Und es weht ein scharfer, kalter Wind. Beim Dorf Ruokolahti finden wir ein sehr schönes Plätzchen, direkt am See und sogar mit einem offenen WC. Es regnet nicht, ist aber stark bewölkt und es weht ein kalter Wind. Trotzdem brutztelt Paul unser Abendessen, Schweinesteaks, draussen auf dem Grill. Dazu kocht er Reis. Mmm, alles sehr gut!

Gefahren: 316,4 km

beim Hundefriedhof

in Helsinki

Helsinki-Lahti-Ruokolahti

Samstag, 23.Juni 2018: 23.Tag, Ruokolahti

Weil es uns beiden hier so gut gefällt, und weil dies das Finnland ist, was wir erwartet hatten, bleiben wir heute noch hier. Der Tag ist sonnig, leicht bewölkt, aber eher kühl mit Wind. Ich muss heute unbedingt an dieser Homepage arbeiten, weil sie während den letzten14 Tagen überhaupt nicht mehr funktioniert hat und der Support keine echte Hilfe war. Jetzt tut sie wieder und ich bin sehr froh! Zwischen 10h und 12h machen wir einen Spaziergang zum „Dorf“. Das heisst, eigentlich finden wir kein Dorf, nur viele verstreute Häuser an den Seen. Aber eine wunderschöne Holzkirche hat es. Diese betrachten wir nur von aussen, weil gerade ein Gottesdienst im Gange ist. Vor der Kirche hat es viele Soldatengräber aus dem Zweiten Weltkrieg. Die meisten Gefallenen waren sehr junge Männer und fielen 1944. Beim hölzernen Glockenturm aus dem Jahre 1752 hat es auch wieder Soldatengräber mit den Gefallenen von 1940. Sehr eindrücklich! Im Wald finden wir ein kleines Freilichtmuseum, mit ein paar alten Häusern und Scheunen, leider ist alles sehr am Zerfallen. Auf dem Rückweg zum BONSAI kommen wir an einer „Teppich-Waschstelle“ vorbei. Scheinbar waschen die Finnen ihre gewobenen Flickenteppiche im See, winden sie hier aus und hängen sie zum Trocknen auf. Tja, was es nicht alles gibt! Nachmittags arbeite ich wieder zwei Stunden an der Homepage und bin danach ganz k.o. Wir machen nochmals einen langen Spaziergang. Diesmal dem See entlang. Die Sonne scheint jetzt richtig warm. Gestern hat Paul verkündet, er werde heute im See baden. Und nach dem Spaziergang macht er das tatsächlich. Aber „es ist a….kalt!!!“ meint er. Vor dem Abendessen sitzen wir beide eine ½ Stunde auf unseren 3-Beinhockern aus Südafrika, auf dem schwankenden Floss im See mit einem Bier und geniessen die Sonne und die wunderschöne Gegend. Zum Abendessen gibt es Gschwellti (Pellkartoffeln), Käse und Salat. Es ist einfach wunderschön hier!

in Ruokolahti

Teppiche waschen

Sonntag, 24.Juni 2018: 24.Tag, Ruokolahti – Ilomnatsi – Kallioniemi

Von gestern auf heute war Mitsommerfest. Als Mittsommerfest werden die Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende bezeichnet. In den skandinavischen Ländern sowie im Baltikum, wo die Nächte zu dieser Jahreszeit kaum dunkel werden („Weisse Nächte“), sind die Bräuche besonders lebendig. Die Sommersonnenwende fand in den ersten Jahrhunderten n. Chr. Am 24. Juni des Julianischen Kalenders statt. An diesem Datum wurde (und wird) das Hochfest Johannes’ des Täufers begangen, mit dem sich Teile des vorchristlichen Sonnenwendbrauchtums verbanden. Der Johannistag steht in enger Verbindung mit der Sommersonnenwende am 21. Juni. Daher wurde in der Johannisnacht in nahezu jedem europäischen Land ein sogenanntes „Johannisfeuer“ entfacht, welches Symbol der Sonnenwende ist. Die Feiernden wollen damit die Sonne ehren und ihr symbolisch mehr Kraft verleihen. Denn von diesem Datum an werden die Tage wieder kürzer und somit die Sonnenstunden weniger. Das Feuer soll böse Dämonen vertreiben und die Menschen vor Vieh- und Ernteschäden bewahren. Ausserdem dienen die Feuerstellen dem Glauben nach als Reinigungsstätte des Geistes und können sogar Krankheiten heilen. Auch das Anfertigen einer Johanniskrone ist ein beliebter Brauch zum Johannistag. Dazu werden Laub, verschiedene Zweige, Blumen und Bänder zusammengeflochten. Früher befestigten die Menschen diese Krone auf dem Dorfplatz und tanzten jeden Abend unter ihr – bis sie keine grünen Blätter mehr hatte. Wir merken von all dem nichts. Ich staune nur, als ich um 3h30 wach werde und die Sonne hell scheint, wie am Tag. Und heute hätte es regnen sollen, aber wir haben einen wunderbaren Sonnentag mit weissen Wolken am Himmel. Nach dem Wasser aufgefüllt ist, verlassen wir kurz nach 9h diesen sehr schönen Ort in Südkarelien und fahren in der Nähe der Russischen Grenze auf der „Via Karelia“ nordwärts nach Wir sehen immer wieder Elch-Warnschilder. Aber leider keine Elch. Paul und ich sind uns nicht einig. Ist der Elch ein Rindvieh-artiges Tier oder eher ein Pferd-artiges??? Ich kläre das natürlich ab und wir haben beide Unrecht: es ist ein Tier aus der Hirschfamilie. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Elch . Ich kann mich kaum sattsehen an den vielen Lupinen und anderen Blumen links und rechts der Strasse. Ein einziges prachtvolles Blumenmeer!!! Um 12h30 sind wir in Ilomantsi. Ilomantsi ist eine Gemeinde im Osten Finnlands mit 5237 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016). Sie liegt in der Landschaft Nordkarelien an der Grenze zu Russland. Ilomantsi ist die östlichste Gemeinde des Landes. Ilomantsi ist der einzige Ort im Gebiet des heutigen Finnland, an dem während des Zweiten Weltkriegs sowohl im Winterkrieg als auch im Fortsetzungskrieg gekämpft wurde. Im Fortsetzungskrieg konnte die finnische Armee zwischen dem 26. Juli und dem 13. August 1944 in der Schlacht von Ilomantsi einen Verteidigungssieg gegen die Rote Armee erringen. In der Schlacht fielen 3200 sowjetische und 400 finnische Soldaten. Nach dem Krieg musste ein Teil des Gemeindegebiets von Ilomantsi an die Sowjetunion abgetreten werden. Von allen finnischen Gemeinden hat Ilomantsi mit 17,4 % den grössten Bevölkerungsanteil der orthodoxen Minderheit. Die orthodoxe Kirche des Ortes ist dem Propheten Elias geweiht. Sie ist die grösste orthodoxe Holzkirche in Finnland. Sie hat sechs Zwiebeltürme.Die orthodoxe Gemeinde besteht seit über 500 Jahren und hat heute 1100 Mitglieder. Bis 1617 gehörte Ilomantsi zum Russischen Reich. Wir schauen uns die orthodoxe Elias Kirche an. Leider nur von aussen, weil sie geschlossen ist. Wir fahren weiter und sind um 14h an unserem heutigen Ziel: Kallioniemi, einem schönen Platz an einem wunderbaren See. Wir sind kaum da, hilft Paul einem alten Mann mit einem Netz den Fisch (ca. 30 cm) zu bergen, der wild an der Angel zappelt. Der Fischer freut sich und dankt freundlich. Gegen Abend fängt es langsam an zu bewölken.

Gefahren: 258,1 km

unterwegs in Finnland

die älteste Russisch Orthodoxe Kirche

Ruokolahti – Ilomnatsi – Kallioniemi

Montag, 25.Juni 2018: 25.Tag, Kallioniemi–Joensuu-Koli-Lingonjärvi

Am Morgen ist es leicht bewölkt. Paul hat heute Nacht schlafgewandelt. Mitten in der Nacht sagt er:“ Ich muss zur Town!“. Er steht auf, macht die Schiebetüre auf, starrt etwa 2½ Minuten hinaus, macht die Türe wieder zu und kommt stillschweigend wieder zurück ins Bett, wo er gemütlich weiterschläft. Das hat er noch nie gemacht, oder wenigstens habe ich es nie bemerkt.! Danach kämpfe ich verzweifelt mit den Mücken...! U m 8h45 fahren wir los, n73 km nach Joensuu. Im Supermarkt kaufen wir Mückenspray und Mückenspiralen. Nach langem Suchen finden wir endlich die Bäckerei „ Pulla Puoti“. Im Reiseführer steht, dass man hier die besten Pfannkuchen weit und breit bekommt. Das wollen wir testen. Aber, na ja, unser Geschmack ist es nicht gerade. Wir fahren weiter zum Koli-Nationalpark. Hier laufen wir gefühlte 1000 Treppenstufen auf den Berg (dabei hätte es einen tollen Lift!!!) hinauf. Zuoberst klettern wir auf den 347 m hohen Felsengipfel Ukkokoli und blicken fasziniert über den Pielinen-See bis nach Russland. Schön ist es hier oben. Wir laufen alle Treppen wieder hinunter und weiter geht die Fahrt. Auch heute hat es links und rechts der Strasse lauter Lupinen. Violette, Rosarote und Weisse, und das kilometerweit!! Einfach nur wunderschön!!! Ich kann nicht aufhören zu schauen… Je nördlicher wir kommen, desto bewölkter wird es . Um 15h, als wir unseren heutigen Übernachtungsplatz direkt an einem See erreichen, regnet es. Paul ist erkältet. Abendessen Teigwaren mit Hackfleisch/Tomatensauce.

Gefahren: 238,6 km

bester pancake von Finnland......

im Koli-Nationalpark

Kallioniemi–Joensuu-Koli-Lingonjärvi

Dienstag, 26.Juni 2018: 26.Tag, Lingonjärvi – Oulo

Die Nacht war nicht sehr ruhig, wegen Autolärm oder Erkältungsgeräuschen! Ich träume von einem Einzelzimmer in einem ruhigen, kleinen Hotel…! Irgendwann regnet es in der Nacht. Am Morgen scheint wieder die Sonne. Um 8h45 geht unsere Reise weiter . Heute wollen wir schräg durch ganz Finnland fahren, von Osten nach Westen. Fast von der Russischen Grenze nach Olou. Unterwegs hat es Wald, Wald, Wald, Fichten und Birken, und nicht mehr so viele schöne Lupinen wie gestern. Unsere Navifrau Anna will uns heute einen ganz anderen Weg führen, als wir wollen. Zum Glück merkt das die aufmerksame Beifahrerin. Um 13h30 sind wir in Oulo, am Bottnischen Meerbusen. Der Bottnische Meerbusen ist der nördliche Ausläufer der Ostsee zwischen Schweden und Finnland. Da der Bottnische Meerbusen mehrere Monate im Jahr zugefroren ist, hat er für die Schifffahrt eine untergeordnete Bedeutung. Dennoch gibt es einige Hafenstädte, so z. B. Luleå und Oulu. Insgesamt hat der Meerbusen eine Nord-Süd-Ausdehnung von 725 km, die grösste Breite beträgt 240 km. An der engsten Stelle im Kvarken sind das schwedische und das finnische Festland etwa 80 km voneinander entfernt. Die Fläche beträgt 117.000 km², was etwa der Fläche der beiden grössten deutschen Bundesländer Bayern und Niedersachsen zusammen entspricht. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 60 m, die grösste Tiefe wird mit 301 m in der Ålandsee erreicht. Unser schöner, grosser Nachtparkplatz befindet sich auf einer Insel bei der Stadt Oulo. Es hat schon andere Camper hier. Wir gehen sofort in die Nahe Stadt und schauen uns den Dom an. Während wir uns drinnen umsehen, spielt jemand auf der Orgel. Irgendwo trinken wir einen Kaffee (und ich esse ein feines Erdbeertörtli) draussen an der Sonne und beobachten (und kritisieren) die Leute. Wir schlendern durch die alte Markthalle und durch den Markt auf dem Platz davor. Wir stellen fest, dass man hier die Kartoffeln, Kirschen, Erdbeeren und Heidelbeeren in Litern verkauft. Puhhh, ein Liter neue Kartöffelchen kosten 6 €!!! Ein Liter Kirschen 5 € ! Die sind je direkt billig!!! Abendessen: Hühnerbeine und Flügeli und Reis, sehr gut aber very hot! Von 18h30 bis 20h30 findet im Fussballstadion nebenan ein Fussballspiel statt. Innerhalb von 10 Minuten ist der Parkplatz voll und am Ende des Spiels genau so schnell wieder leer.

Gefahren: 292,4 km

in Oulo

in Oulo

Lingonjärvi – Oulo

Mittwoch, 27.Juni 2018: 27.Tag, Oulo-Rovaniemi, Polarkreis

Um 8h45 fahren wir los. Oulo ist eine tolle Stadt. Viel Wasser, viel Grün, schöne Blumen, sauber und gemütlich. Aber auch hier hat es viele Strassenbaustellen. Noch in Oulo tanken wir für 30 €uros Diesel à 1.341 € / Liter. Um 13h sind wir in Rovaniemi, wo wir am Polarkreis bei der Shell Tankstelle nochmals 93 Liter Diesel à 1.401 € / Liter tanken. Hier dürfen wir nämlich auf dem Tankstellen Parkplatz übernachten. Wir kochen schnell einen Kaffee im Bus und spazieren dann rüber auf die andere Strassenseite, dorthin, wo der St.Nikolaus wohnt. Wir schauen uns das ganze Treiben hier an, und beäugen die vielen unnützen Souvenirs, die zu Hause doch nur noch verstauben. Wir stehen hier genau am Polarkreis. Der nördliche Polarkreis ist ein Breitenkreis, auf dessen nördlicher Seite die Sonne im Sommer mindestens einen Tag lang ununterbrochen über dem Horizont steht. Entsprechend geht dort die Sonne im Winter mindestens einen Tag lang überhaupt nicht auf. Bis jetzt war ein wunderschöner Sonnentag, aber gegen 15h fängt es immer mehr an zu bewölken. Abendessen: Linseneintopf. Gefahren: 233,7 km

Am Polarkreis in Rovaniemi

hier wohnt der Weihnachtsmann

am Polarkreis

Oulo-Rovaniemi, Polarkreis

Donnerstag, 28.Juni 2018: 28.Tag, Rovaniemi, Polarkreis – Ivalo

Als wir um 9 h losfahren ist es stark bewölkt. Wir fahren durch schöne Lappen-Landschaft. Die Fichten und die Birken werden immer kleiner und es hat mehr Sumpf- oder Moorgebiete. Aber schön ist es auf jeden Fall. Das Wetter ist ein bisschen komisch. Mal regnet es ein paar Tropfen, kurz darauf scheint wieder die Sonne. Unterwegs sehe ich dreimal Rentiere. Paul sieht sie nicht, weil er ja fahren muss. Gegen 14h30 kommen wir bei unserem für heute ausgesuchten Campingplatz an. Der heisst „UKONJÄRVEN LOMAKYLÄ“ und hat eine Waschmaschine und einen Trockner. Deshalb haben wir ihn auch ausgesucht. Allerdings ist der Preis auch dementsprechend hoch: 25 € für den Platz, 5 € für die Waschmaschine und 5 € für den Trockner. Und die heissen Duschen geniessen wir beide sehr. Der Campingplatz liegt direkt an einem schönen See. Leider scheint die Sonne aber nicht und es ist 11° kalt...! Abendessen: Schweinsgeschnetzeltes und Röschti.

Gefahren: 292,9 km

Rovaniemi-Ivalo