Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Wieder in Spanien 1

Mittwoch, 21. November 218: Pieterlen(CH)-Portes des Valences(F)

Um 8h45 haben wir unsere Siebensachen beieinander und können losfahren. Es ist grau in grau, etwa 4°, hohe Bewölkung, und das bleibt auch so bis nach Lausanne. Hier versucht die Sonne sich mühsam durch den Hochnebel zu zwängen, aber das klappt nicht so richtig. In Gland, am Genfersee, tanken wir (1.86 SFr./ Liter Diesel). In Genf regnet es. Über Annecy, Aix-les-Bains, Chambéry und Voiron geht es südwärts. Bis Voiron regnet es. In Moirans machen wir auf einem Parkplatz, der auch als Übernachtungsplatz gut wäre, einen Kaffeehalt. Es wird endlich heller und regnet nicht mehr, die Sonne kommt sogar hervor und bescheint die vielen blattlosen Nussbäume. In Roman sur Isère, ca. 20 km vor Valence, geraten wir in einen Megastau. Die Strasse, das heisst, die Einfahrt in den Kreisel ist blockiert. Die «Gelbwesten»-Bewegung protestiert gegen steigende Benzinpreise und Lebenshaltungskosten. Benzin und Diesel werden in Frankreich teurer und teurer. Präsident Macron plant ab nächstem Jahr zudem eine Erhöhung der Steuern. Als Reaktion gehen tausende Demonstranten auf die Strasse. Wir stehen ganze 70 Minuten im Stau, aber langweilig ist es überhaupt nicht. Die Streikenden haben Strassenblockaden errichtet mit Einkaufswägelchen, Paletten, Pneus und sonstigen Hindernissen. Eigentlich sind es ja keine Streikenden, sondern „nur“ Protestierende. Die „Besetzungen“ laufen hier sehr geordnet und ruhig ab. Die Protestierenden tragen alle gelbe Warnwesten, stehen herum oder quatschen mit den Autofahrern und sind sehr freundlich. Mitten im Kreisel oder auf den Trottoirs brennen Feuer. Ich habe meinen Chauffeur in einem Verkehrsstau noch NIE so ruhig und entspannt gesehen. Um 17h40 , es ist schon dunkel, parkieren wir kurz nach Valence einfach in Portes des Valences auf einem Parkplatz an einer Strasse. Paul ist müde. Nach dem Abendessen würfeln wir im Camper wie die Weltmeister. 

Gefahren: 388,8 km

es regnet

Stau am Kreisel

70 Minuten im Stau

Donnerstag, 22. November 218: Portes des Valences – Vabres l‘Abbaye

Wir haben gut und ruhig geschlafen. Um 9h20 geht es weiter. Es hat eine hohe Wolkendecke und ist 7° warm. Nach 20 Minuten Fahrt stecken wir schon wieder im „Besetzer-Stau“! Jetzt stellen wir fest, dass sehr viele Autos ihre gelben Warnwesten vorne hinter der Windschutzscheibe platziert haben. Wir haben zwei orange Warnwesten und stellen nun eine davon gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe, als Zeichen der Solidarität. Die Besetzer winken uns freudig zu, wir halten die Daumen hoch und dieser Zwangs-Stopp dauert nur etwas mehr als 5 Minuten. Später, bei Montélimar, stehen wir wieder etwa 20 Minuten in der langen Kolonne. Dabei sind wir doch extra NICHT auf die Autobahn gefahren, um die Staus zu vermeiden. In Donzère machen wir einen kurzen Pipihalt und weiter geht es. Und danach stehen wir bei Alès schon wieder in einem 20-Minuten Streik-Stau. Beim nächsten Posten dürfen wir schnell passieren, weil wir sagen, wir können KEIN Französisch…! Jetzt fahren wir durch die Cevennen. Es ist bewölkt, bei 13°. Wir fahren durch eine tiefe Schlucht. Das heisst, die Strasse verläuft hoch oben am Berg entlang, Tief unten in der Schlucht sieht man den Fluss. Zum Glück sitzt mein Fahrer auf der Hangseite (Höhenangst) und ich darf den Blick ins tiefe Tal geniessen. Wunderschön! Auch wenn das Wetter nicht so super ist. Wenigstens regnet es nicht. An Millau vorbei geht es nach Vabres l‘Abbaye, wo wir um 16h45 eintreffen und uns auf den sehr schönen Stellplatz stellen. Hier bleiben wir heute.und verbringen die Nacht. Hier waren wir dieses Jahr schon einmal, am 21.4.2018, es gefällt uns gut und jetzt scheint sogar die Sonne. Vor dem Abendessen machen wir einen langen Spaziergang durch das Dorf, vorbei an der Abtei und dem alten Bischofspalast. Nach dem Abendessen ist unsere Würfel-WM in vollem Gange. Es ist schön und ruhig hier, vier Camper sind nun da und wir mit unserem BONSAI sind natürlich wieder die Kleinsten.

Gefahren: 300,8km Unser BONSAICAMPER hat jetzt genau 44‘999 km auf dem Buckel

wieder im Stau

es geht weiter

in Vabres l'Abbaye

Freitag, 23. November 218: Vabres l‘Abbaye(F) –La Jonquera (E)

Als wir um 9h10 Richtung Albi losfahren, sind es 13°. Um 10h30 sitzen wir wieder in einem Strassenbesetzer-Stau. Die Streikposten befinden sich bis jetzt immer bei der Ein- und Ausfahrt zu den Kreiseln. Diesmal dürfen wir sehr schnell passieren. Wir unterschreiben beide auf einer Unterschriftensammlung. Es macht nichts, dass wir Schweizer sind, sagt man uns. Alle sind sehr nett und fröhlich. Zwischen Mazanet und Carcassonne machen wir einen kurzen Stopp an einem sehr schönen kleinen See, dem Lac des Montagnès. Wenn jetzt Abend wäre, würden wir hier übernachten, aber es ist erst 14h. In Perpignan fahren wir auf die Autobahn. Wir haben plötzlich das Gefühl, dass wir am Samstag nicht mehr auf Frankreich‘s Strassen sein wollen. Wir denken, dass am Wochenende mehr Leute frei haben und bei den „Gelbwesten“ mithelfen wollen. Beim Kreisel vor der Autobahnauffahrt müssen wir wieder eine unfreiwillige, 15-minütige Besetzer-Pause machen. Die Besetzer freuen sich enorm, wenn man sich hupend für die Weiterfahrt bedankt. Bei der Mautstelle zur Autobahn, wieder eine Menge Strassenblockierer. Da, wo man das Ticket nehmen muss, gibt uns ein Gelbwestler ein Ticket in die Hand und sagt dazu: „Aujourd‘hui c‘est Macron qui paye!“ (Heute bezahlt Macron!). Wir bedanken uns und verabschieden uns hupend, wie die Massen von LKW‘s es machen. Wir sind mit den französischen Strassenbesetzern solidarisch. Auch gegen das Verbrennen von Paletten mitten im Kreisel haben wir nichts. Aber wenn Pneus angezündet werden und eine Sauerei veranstaltet wird, stört uns das gewaltig! Wir hatten Glück und sind nur friedlichen Besetzern begegnet! Kurz nach 17h sind wir in Spanien, in La Jonquera, wo wir uns auf dem Parkplatz des Supermercados „Escudero“ zwischen viele andere Camper stellen. Es hat hier vor kurzem noch geregnet, ist aber 17° warm. Wir machen im „Escudero“ einen kleinen Einkauf, wenn wir hier schon gratis auf ihrem Parkplatz übernachten dürfen. In dem Supermercado sehen wir ein Angebot für eine 360 gr, grosse Toblerone-Schokolade. Die kostet hier 3.80 €…, sehr günstig! Aber wir kaufen keine.

Gefahren: 347.7 km

wer Elend sät, erntet Wut !

Samstag, 24. November 218: La Jonquera (Spanien) – Ebro-Delta (bei Amposta)

Wir haben trotz vielem LKW-Verkehr gut geschlafen. Bei wunderbarem Sonnenschein und 10° geht unsere Reise weiter. Aber vorher tanken wir noch hier in La Jonquera 80 Liter Diesel à 1.289 €. Wir sind also mit 80 Litern Diesel 1040 km weit gefahren (seit Gland am Genfersee). Weiter geht es über Gerona, Vic, Manresa, (Brot kaufen und picknicken), Lleida und Tarragona zum EbroDelta. Etwa 50 km vor unserem heutigen Ziel im Ebro-Delta, gibt es auf der Strasse eine Demonstration für „Gratis Autobahnen“. Und jetzt hat Chauffeur Paul nicht mehr so viel Geduld wie in Frankreich. Er fährt weg von der Hauptstrasse und macht mit mir eine abenteuerliche Ralley mit Megaumweg durch die Olivenplantagen…!!! Im Ebro-Delta sehen wir Millionen von Zugvögeln, die sich auf den Drähten der Hochspannungsleitungen versammeln. Es ist 17h45 und 13° als wir im Ebro-Delta, in der Nähe von Amposta, ankommen. Auf dem sehr schönen Stellplatz sind schon etwa 10 Campingbusse anwesend. Das nervt Paul ziemlich, er wäre gerne ganz alleine in dem riesigen, wunderschönen Delta gestanden…. Nach einem kleinen Spaziergang gibt es zur Feier des Tages ein Fondue mit traumhaftem Sonnenuntergang. So ein Fondue, mitten zwischen den gefluteten Reisfeldern im Ebro-Delta ist schon etwas Feines! Gefahren: 480 km

La Jonquera (E), hier haben wir geschlafen

unterwegs in Spanien

abends im Ebro-Delta

hier übernachten wir

Sonntag, 25. November 2018: Ebro-Delta (bei Amposta) – El Saler (bei Valencia)

 In der Nacht hat es scheinbar geregnet. Ich habe davon nichts gemerkt, jetzt scheint die Sonne. Bei 12° fahren wir um 9h15 weiter. Das Ebro-Delta ist wunderschön! Um 13h, Sonnenschein und 18° kommen wir südlich von Valencia auf den Stellplatz bei El Saler. Wir parken hier direkt am wunderschönen, blauen Mittelmeer. Es sind schon 12 andere Camper da. Nach dem Mittags-Picknick im Bus machen wir einen sehr langen Strandspaziergang. Um 17h fangen die zwei Hippie-Franzosen vor ihrem uralten, gelben Campingbus an, auf einer Gitarre zu klimpern und stümperhaft dazu zu „singen“. Paul findet das gar nicht lustig, er befürchtet, dass das jetzt den ganzen Abend so geht. Er startet den Motor und wir fahren etwa 300 m weiter auf einen anderen Stellplatz, wo nur ein einziger Camper steht. So, hier herrscht KEIN Gitarrengeklimper! Nach dem Abendessen ist unserer Würfel-WM wieder in vollem Gange. Es steht unentschieden...

Gefahren: 215 km

morgens im Ebro-Delta

Montag, 26. November 2018: El Saler (bei Valencia) – Moraira

In der Nacht gibt es zwei Mal eine ganz zünftige Regenschütte und am Morgen rüttelt der Wind kräftig am BONSAI herum. Die Sonne scheint, 14°. Aber es bläst ein scharfer, kalter, heftiger Wind. Durch sehr schöne Reisfelder-Gegend fahren wir südwärts. Alles dem Meer entlang, bis nach Moraira. Es ist kurz nach 15h30, als wir bei Ruth und Heinz eintreffen. Und es ist wieder wie „Nachhausekommen“. Wir werden sofort zum Kaffee gebeten und dürfen danach die kleine Ferienwohnung unten im Haus beziehen. Schön!

Gefahren: 105,4 km

Gefahren: seit zu Hause 1‘840 km

am Strand in El Saler

am Strand in El Saler

in Moraira

Freitag, 30. November 2018: Moraira

Weil Paul gestern Heinz beim Heckenschneiden geholfen hat, werden wir heute von Ruth und Heinz zum Mittagessen eingeladen. ICH auch! Obwohl ich überhaupt NICHT geholfen habe! Um 13h30 sind wir im Restaurant „El Molinet“. Es gibt ein sehr reichhaltiges und gutes Tagesmenü. Gegen 14h kommen immer mehr Spanische Handwerker ins Restaurant, um hier ihr Mittagessen einzunehmen. Und je mehr Gäste herein kommen, desto lauter werden die Gespräche geführt. Bald ist der „Lärmpegel“ so hoch, dass man kaum noch sein eigenes Wort hören kann. Aber so ist das halt hier! Schliesslich sind wir in Spanien! Danke Ruth und Heinz für das gute Essen, den Wein und die interessante Spanien-Erfahrung! Nach dem Essen machen wir alle vier zusammen einen Spaziergang bis zum Hafen. Das Wetter ist herrlich! Irgendwann nach 16h kehren Ruth und Heinz nach Hause zurück. Paul und ich schauen uns im Yachthafen die vielen Segel-und Motorboote an. Paul mit leiser Wehmut… Es ist Punkt 17h, als ich vom Computerladen angerufen werde. Mein Laptop war für eine kleine Reparatur einen Tag lang beim Compi-Doktor und kann jetzt abgeholt werden.

Sonntag, 2. Dezember 2018: Moraira

Und er funktioniert wieder tadellos, mein Laptop! Um 12h fahren Heinz und Ruth uns auf den „Cumbre del Sol“. Das bedeutet „Sonnengipfel“. Und tatsächlich, die Sonne scheint heute den ganzen Tag herrlich. Der Cumbre del Sol liegt an der Costa Blanca, an der östlichsten Spitze der Provinz Alicante in Spanien. Der „Cumbre del Sol“ ist aber auch eine riesige Ferienanlage mit vielen (zu vielen?) traumhaft schönen Villen und Ferienwohnungen. Von da oben, auf der höchsten Erhebung der Gemeinde Benitachell bietet Cumbre del Sol einen Panoramablick auf das Mittelmeer und die Naturschutzgebiete, die Javea und Moraira umgeben. Wir machen eine kleine Wanderung bis zum Aussichtspunkt, wo wir den Blick hinunter auf die Mittelmeerküste und sogar bis nach Ibiza geniessen können. Kurz vor 15h sind wir glücklich und zufrieden wieder zurück im Haus in Moraira. Aber da wir ein kleines „Hüngerlein“ verspüren, veranstalten wir neben dem glitzernden, blauen Pool ein kleines Sonntag-Nachmittags Picknick mit Zutaten aus dem Kühlschrank von Ruth und Heinz und aus unserem Kühlschrank. Es ist wunderbar an der Sonne zu sitzen, zu plaudern, zu essen, zu trinken, kurz: „essichgutgehenzulassen“!

Blick vom "Cumbre del Sol"

Sonntag-Nachmittags-Picknick neben dem Pool

Donnerstag, 6. Dezember 2018: Moraira

Heute ist schon der 6. Dezember und alle erwarten den Nikolaus. Doch dieser bleibt in Spanien aus. Nichtsdestotrotz wird auch ohne den Nikolaus der 6. Dezember in Spanien gefeiert. Wenn auch nicht gerade aus weihnachtlichen Gründen, so wird dennoch der Día de la Constitución /Tag der Verfassung, die demokratische Verfassung gefeiert, welche seit 1978 Spanien als sozialen und demokratischen Rechtsstaat erklärt. Nach dem Tod Francos 1975 arbeiten die Cortes, das 1942 von Franco geschaffene Ständeparlament, ein Gesetz über politische Reformen aus. Die Cortes wurde danach aufgelöst. Am 6. Dezember 1978 wurde die Constitución Española per Referendum von der Mehrheit der Bevölkerung angenommen. Viele Anhänger des alten Systems hatten zum Boykott aufgerufen, so dass die Wahlbeteiligung bei nur 67,1 Prozent lag. Drei Wochen später, am 27. Dezember 1978, unterschrieb König Juan Carlos die Verfassung. Der Übergang von der Franco-Diktatur zur Demokratie war damit geschafft, Militär, Kirche und Verwaltung, die das Franco-Regime unterstützt hatten, wurden auf einen Schlag dadurch entmachtet. Spanien ist seitdem eine parlamentarische Erbmonarchie und bekennt sich zu den Grundsätzen eines demokratischen und sozialen Rechtsstaates. Staatsoberhaupt ist der König, der als "Schiedsrichter und Lenker" über den Ablauf der Regierungsgeschäfte wachen soll. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Repräsentation Spaniens und er ist der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er verkörpert die Einheit und Kontinuität des Staates. Seit 2014 ist dies König Felipe als Nachfolger seines Vaters, Juan Carlos.

Samstag, 8. Dezember 2018: Moraira

Gestern waren Paul und ich in Moraira beim Markt. Dieser Markt findet jeden Freitagmorgen statt und man findet Früchte, Gemüse, Fleisch, Eier, Blumen, Kleider, Schuhe usw. Wir kaufen „nur„ 3 kg Mandarinen und 5 kg Orangen, alles herrlich frisch und schleppen die Beute nach Hause. Heute ist schon wieder ein Feiertag: „Maria unbefleckte Empfängnis“. Gegen 9h30 fahren Ruth und Heinz mit uns nach Beniarbeig. Wir spazieren ein wenig in dem schönen alten Dorf herum und gönnen uns in einem kleinen Lokal einen Café Cortado und dazu einen „Tostado“ (getoastetes Baguette mit Olivenöl und fein gehackten Tomaten). Hmmm! Danach sehen wir wie eine Frau auf einer Bahre aus der Kirche in die bereitstehende Ambulanz getragen wird. Wir schauen kurz den Boules-Spielern auf dem grossen Platz zu und fahren dann ins Vall la Laguera. Die Fahrt geht über ziemlich schmale Strassen, mitten durch vollbehangene Mandarinen-und Orangenbaumplantagen. Wunderschön!!!! Später geht es hinauf in die Berge. Im Tal hat es drei Dörfer: Campell, Fleix und Benimaurell. Das rustikale Restaurant, das sich Ruth und Heinz für unser Mittagessen ausgedacht haben, ist leider total ausgebucht. Auch das Hotel Alahuar im Dorf Benimaurell ist „completo“, alles reserviert, obwohl wir keinen einzigen Gast in dem grossen Speisesaal sehen. Aber die kommen wohl alle erst später! Also fahren wir die enge Strasse wieder hinunter ins Tal und essen in Teulada, bei der „Casa Edy“ ein spätes Mittagessen, wie es die Spanier machen. Das Essen ist wieder prima!!! Um kurz nach 17h sind wir zurück in Moraira, zufrieden und mit vollen Bäuchen. Nochmals Dank an Ruth und Heinz für die wunderschöne Ausfahrt!

in Beniarbeig

im Vall de Laguar

im Vall de Laguar

Blick vom Vall de Laguar zum Meer

Dienstag, 11. Dezember 2018: Moraira

Jeden Tag, oder fast, wenn wir Lust dazu haben, oder das Wetter schön ist, laufen wir mit Heinz eine Runde. Irgendwo gibt es dann meistens zur Belohnung draussen vor einem Restaurant an der Sonne, etwas zu Trinken. Es ist immer sehr gemütlich und wir geniessen diese Momente immer sehr.

Freitag, 14. Dezember 2018: Moraira

Nun sind wir schon seit dem 26.November hier in Moraira und wir haben bis gestern keinen einzigen Regentropfen gesehen. Aber gestern ist er gekommen, der Regen. Und zwar ziemlich zünftig! Mit einem Unterbruch am Nachmittag regnete es volle Pulle bis spät in die Nacht. Wir haben keinen einzigen Schritt nach draussen gemacht. Paul liest im iPad Leserbriefe und ich vertiefe mich in die Berichte vom Jahr 2007, von unserer Segelreise mit unserer MABUHAY. Damals sind wir mit unserem Schiff hier in Moraira vorbeigekommen und haben Ruth und Heinz kennengelernt. Heute ist Freitag und damit wieder Markttag. Gegen 11h laufen wir zum grossen Platz, wo der Markt stattfindet. Es ist leicht bewölkt, aber saukalt, etwa 13° !!! Es weht ein eisiger Ostwind! Wir kaufen diverse Gemüse und wieder 5 kg Orangen (für 3€ / 5kg)) und ein paar Mandarinen. Das Mittagessen gibt es heute im „EL Martillo“, dem kleinen Restaurant unterhalb des Supermercados „Pepe la Sal“. Paul nimmt Brot mit Aioli (Brot mit Knoblauch-Mayonnaise), ich eine Tostada mit Serano Schinken und Tomaten und dazu jeder eine Portion Pommes Frites. Alles gut.!

das Wetter ist heute nicht so toll

Sonntag, 16. Dezember 2018: Moraira

Herrliches Wetter an diesem 3. Adventssonntag. Um 11h30 fahren wir mit Ruth und Heinz nach Teulada an den Weihnachtsmarkt. Dies ist nicht ein „weihnächtlicher“ Weihnachtsmarkt wie in Deutschland oder der Schweiz mit Glühwein, Lebkuchen, Kerzen, Weihnachtskugeln und sonstigem Glitzerzeug. Es hat eher Stände wie an einem „normalen“ Markt, mit Kleidern, Schuhen, aber auch mit Esswaren, wie z.B. hausgemachte Kuchen. Dazu hat es Spiele für die Kinder, z.B. eine oder mehrere Hüpfburgen. An einem Stand mit Würsten gelüstet es Paul gewaltig nach Würsten, ihm „tropft der Zahn!“. Aber er ist sehr tapfer und bändigt seine Gelüste. Dafür kaufen wir an einem Stand einige „Churros“. Ausgesprochen: Tschurros.

Churros  sind ein iberisches Fettgebäck. Die länglichen Krapfen mit sternförmigem Querschnitt werden aus Brandmasse zubereitet, in heissem Öl frittiert und mit Zucker bestreut. Sie sind auch in Lateinamerika und im Südwesten der USA verbreitet. Der Ursprung der Churros soll auf ein chinesisches Frühstücksgericht zurückgehen. Portugiesische Händler sollen es nach Europa eingeführt, um Zucker ergänzt und in seine im Querschnitt sternförmige Gestalt gebracht haben. Normalerweise werden Churros am Churro-Stand oder in einer Churrería verkauft, die sich oft auf Hauptstrassen, Plätzen und Märkten befinden. In Spanien isst man Churros zu jeder Tageszeit, doch besonders begehrt sind sie als Chocolate con Churros nachts oder früh morgens auf dem Heimweg. Ausserdem kann man sie mit Vanillezucker oder Zimt bestreut essen. Traditionell werden Churros besonders gern am Neujahrsmorgen nach der Silvesterparty gegessen. Die „Churros“ sind zwar sehr gut, aber leider auch ganz zünftig fettig! Heinz spendiert uns ein Glas Weisswein zum Apéro und danach „müssen“ wir diverse Sorten „Turron“ probieren. Mir haben es die Sorten mit Schokolade am meisten angetan.

Turrón ist eine Variante des Weissen Nougats, eine Süssware, hergestellt aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar. Er wird meist zu rechteckigen länglichen Tafeln verarbeitet. Andere mögliche Zutaten sind je nach Turrónvariation Schokolade, kandierte Früchte oder Erdnüsse. In der Schweiz und in Italien heisst es torrone und wird nach einer ähnlichen Rezeptur hergestellt. Der Turrón stammt aus dem arabischen Raum und kam mit den Mauren nach Spanien, wo er nachweislich seit mindestens dem 16. Jahrhundert hergestellt wird. Turrón wird in Spanien traditionell zu Weihnachten verzehrt. Turrón Duro ist ein „harter Turrón“: In einer harten Honig-Zucker-Eiklar-Masse enthaltene geschälte ganze Mandeln, manchmal mit Oblaten („Esspapier“) bedeckt. Turrón Blando ist ein „weicher Turrón“: Weiches, leicht fettiges Gemisch aus gemahlenen Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar. In Italien wird der harte torrone Classico abweichend mit Haselnüssen hergestellt, ausserdem weist er immer eine äussere Oblatenschicht auf. Neben diesen klassischen Arten gibt es noch unzählige weitere. Die bekanntesten sind: Turrón de Yema, das mit Eigelb zubereitet wird und sowohl geschmacklich als auch von der Textur sehr dem Marzipan ähnelt Turrón de Chocolate mit Schokolade Turrón de Fruta mit kandierten Früchten. Turrón de Cacahuete, wird mit Erdnüssen anstelle von Mandeln hergestellt. Und danach geht es in Teulada ins „Restaurant Mediterráneo“ zum Mittagessen. Inzwischen ist es 14h geworden. Mit einer Vorspeise, Hauptspeise und Dessert essen wir wieder viel zu viiiiiel! Phhhh!!!!! Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang (bis zum Auto) sind wir gegen 15h30 wieder zu Hause in Moraira und schön war‘s!

am Weihnachtsmarkt in Teulada

Vier gewinnt !

Paul "tropft der Zahn" !