Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

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Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Marokko 1

Montag, 18.Februar 2019: Algeciras (Spanien) – Asilah (Marokko)

Dieser Übernachtungsplatz war nicht sehr ruhig und erholsam. Am Morgen gibt es ganz kurz leichten Nieselregen. Nach dem Einkauf bei Lidl und Carrefour müssen wir um 13h im Fährhafen sein. Die Fähre soll um 14h auslaufen. Beim Einfahren in die Fähre müssen wir über eine steile, enge Rampe eine Etage höher hinauf. Bei einem Knick der Rampe schlägt unsere Trittstufe heftig auf und ist ab sofort leicht defekt. Unsere Transmediteranea 14h-Fähre fährt um 15h los. Die Einreiseformalitäten für Marokko können wir bereits problemlos auf dem Schiff erledigen. Das Ablegemanöver in Algeciras, die Überfahrt und das Anlegen in Tanger Med dauert 2½ Stunden (gesagt hatte man uns 1 Stunde). Aber die Fahrt über die Meerenge von Gibraltar war sehr ruhig und angenehm. Es ist 17h30 als wir endlich auf Afrikanischem Boden sind. Beim Zoll müssen wir etwa 15 Minuten warten. Es wird kurz hinten ins Auto geschaut, gefragt, ob wir eine Waffe oder eine Drohne dabei hätten? Und das war‘s auch schon. Es regnet leichten Nieselregen, 14°. Nicht gerade willkommenheissendes Wetter. Wir fahren auf der Autobahn Richtung Süden. Paul möchte so schnell wie möglich in wärmere Gegenden. Bei Asilah, an der Atlantikküste, machen wir um 19h für die Übernachtung bei einer Autobahn-Raststätte Halt. Jetzt kommt noch ganz kurz die Sonne hervor. Meine ersten Eindrücke von Marokko: Regen, kalt, grün und Fussgänger/Velofahrer auf der Autobahn.

Gefahren: 97,8 km

im Hafen von Algeciras

Einfahrt in die Fähre

wir sind in Marokko, Tanger MED

auf der Autobahn

und am Abend kommt noch die Sonne hervor

Marokko

Amtssprache: Arabisch und Mazirisch (Berberisch); Französisch mit halboffiziellem Status

Hauptstadt: Rabat

Staatsform: Erbmonarchie Regierungssystem: konstitutionelle Monarchie Staatsoberhaupt: KönigMohammed VI. Regierungschef: Premierminister Saadeddine Othmani

Fläche: 446.550 km², (mit Westsahara) 712.550 km²

Einwohnerzahl: 33.986.655 (ohne Westsahara) 34.589.908 (mit Westsahara) (Juli 2017)

Bevölkerungsdichte: 76,1 Einwohner pro km² (ohne Westsahara) 48,5 (mit Westsahara) Einwohner

Währung: Dirham (MAD)

Unabhängigkeit: 2. März 1956 (von Frankreich)

Zeitzone: UTC+1

Marokko ist ein Staat im Nordwesten Afrikas. Er ist durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt. Als westlichstes der fünf (mit Westsahara sechs) Maghrebländer grenzt es im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean und im Osten an Algerien. Marokkos Südgrenze ist wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines UN-Referendums über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten. Marokko ist seit 1956 unabhängig und gemäß Verfassung von 1992 eine konstitutionelle Monarchie. Die bedeutendsten Städte des nordafrikanischen Landes sind Casablanca, die Hauptstadt Rabat, Fès, Marrakesch, Agadir, Tanger und Meknès. 

Dienstag, 19.Februar 2019: Asilah (Marokko) – Mohammedia

Wir haben beide sehr gut geschlafen zwischen den Lastwagen auf der Autobahnraststätte. Der Morgen ist wieder wunderbar sonnig, uns freut es mächtig! Um 9h45 fahren wir los, weiter auf der Autobahn, durch sehr fruchtbare Gegenden. Auch hier sind unheimlich viele der Gemüseplantagen mit Plastik abgedeckt. Hier sehen wir die ersten Störche und überall hat es viele kleine Schafherden mit ihren Hirten. Bei Rabat (der Hauptstadt) steuern wir eine Geldmaschine an und sind ab sofort reich! Abheben kann man mit der Kreditkarte höchstens 2000 Dirham = 200 €! Vor einer Schule picknicken wir und sehen, dass auch hier jeder der Schüler/innen ein Handy in den Fingern hat. Um 14h kommen wir in Mohammedia, einige Kilometer vor Casablanca, auf dem kleinen Campingplatz SAID an, wo wir heute übernachten wollen. Nach dem Anmelden und Bezahlen (7.50 € /Tag) gibt es im Bus Kaffee und danach machen wir einen langen Spaziergang ans Meer, an den Atlantik, dessen Wellen wütend ans Ufer schlagen.

Gefahren: 270,6 km, Autobahngebüren gestern und heute, seit Tanger MED 222 Dirham= ca. 22.20 €

 

10 Marokkanischer Dirham = 1,04901 Schweizer Franken

10 Marokkanischer Dirham = 0,92381 €uro

Übernachtung auf der Autobahn

hier ist es sehr grün

Plastikfelder

eine Schule

auf der Autobahn

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bei Rabat

der Müll wird abgeholt

weil in der Tonne noch etwas drin ist, klettert der Bursche hinein

er holt alles Karton und PET-Flaschen heraus und springt wieder hinaus

beim Campingplatz SAID in Mohammedia

der Gemüsehändler ist da

der Atlantik

Mittwoch, 20.Februar 2019: Mohammedia

Überpünktlich um Punkt 10h kommt unser Taxi, das wir gestern bestellt haben. Wir fahren damit ca. 35 - 40 km in die Stadt Casablanca. Als erstes schauen wir uns die Hassan II Moschee an. Wir kaufen die Tickets für 120 Dirham (12 € / Person, wir finden das ganz schön teuer!) und haben dafür eine 45-Minuten-Führung mit einem Guide, der gut Deutsch spricht. Diese Moschee ist der helle Wahnsinn, enorm eindrücklich!

 

Die imposante Hassan-II.-Moschee in Casablanca ist das grösste religiöse Gebäude Afrikas mit dem höchsten Minarett der Welt. Im Zuge von Führungen gegen Eintrittsgeld, kann der überwältigende Prunk im Inneren der Moschee auch von Nichtgläubigen gegen Eintrittsgeld bestaunt werden.

Die Hassan-II.-Moschee ist die fünftgrösste Moschee der Welt. Übertroffen wird sie nur von der Al-Haram-Moschee in Mekka, der Prophetenmoschee in Medina, dem Imam-Reza-Schrein im iranischen Mashhad und der Istiqlal-Moschee in Jakarta, Indonesien. Unübertroffen ist die Hassan-II.-Moschee als höchstes religiöses Bauwerk der Welt. Mit ihrem eindrucksvollen viereckigen Minarett von imposanten 210 Metern Höhe gibt es keinen anderen Sakralbau der Welt, der dem Himmel näher kommt. Bei klarem Wetter ist das Minarett aus 50 Kilometern Entfernung zu sehen.

Die Hassan-II.-Moschee wurde zu Ehren des damaligen marokkanischen Königs Hassan II. zu seinem 60. Geburtstag und dem verstorbenen König Mohamed V. errichtet. Der Designer war der französische Architekt Michel Pinseau. Nach 6 Jahren Bauzeit, in denen 2.500 Arbeiter und 10.000 Handwerker und Künstler beschäftigt waren, wurde sie am 30. August 1993 eröffnet, zum Geburtstag des Propheten Mohammed. Kein Bauwerk dieser Grösse soll je in kürzerer Zeit errichtet worden sein.

Die Moschee liegt direkt am zehnspurigen Sidi Mohammed Ben Abdallah-Boulevard etwa 20min vom nächsten Bahnhof am Hafen Casablancas entfernt. Von ihrem Platz an der Küste Marokkos überblickt das 200m breite und 100m lange Gebäude den Atlantischen Ozean. Der Prachtbau bietet nämlich nicht nur von aussen eine überwältigende Erscheinung. Über den Hof, auf dem 41 Springbrunnen eine angenehme Atmosphäre schaffen, gelangt man zum haushohen Hauptportal. Die monumentale Gebetshalle umfasst eine Fläche von 20.000m² und bietet bis zu 25.000 Gläubigen Platz. Der gesamte vatikanische Petersdom würde in sie hineinpassen.

Am 9 Hektar fassenden Gelände der Moschee können sich weitere 80.000 Personen zum Gebet einfinden. Die komplette Anlage bietet Platz für 105‘ 000 Personen.

Und auch die moderne Technik kommt in der Hassan-II.-Moschee nicht zu kurz. Ein hypermodernes diskret verborgenes Sound-System bringt das Gebet zu allen Menschen in und um die Moschee, die Türen sind alle elektrisch betrieben und das 60-stöckige Minarett wirft von seiner Spitze einen Laserstrahl Richtung Mekka, der noch aus 30km Entfernung sichtbar ist. In der Gebetshalle hat es eine Fussbodenheizung. Über Satellit ist die Bibliothek der Hassan-II.-Moschee mit allen grossen Bibliotheken der Welt verbunden.

Durch den Glasboden der Halle kann die Unterwasserwelt an der Küste Marokkos begutachtet werden (die Moschee wurde teils über Wasser errichtet). Das 65 m hohe Dach der Moschee kann innerhalb von 5min geöffnet werden, um Gebete in strahlendem Sonnenschein bzw. unter dem Sternenhimmel zu ermöglichen. Die Gärten rund um die Moschee sind wunderbar gepflegt und erfreuen sich grosser Beliebtheit für Picknicks und Spaziergänge.

Am Gelände der Moschee befindet sich ausser der Hassan-II.-Moschee noch eine madrasa (eine islamische Schule), mehrere Hamams, ein Museum über marokkanische Geschichte, Konferenzräume, und eine riesige Bibliothek, die als eine der grössten der islamischen Welt angesehen wird.

 Offiziell war die Moschee ein Geschenk des Volkes an seinen König. Die aus Steuermitteln finanzierten Baukosten sowie die zahlreichen schweren Arbeitsunfälle beim Bau brachten dem Prestigebau aber auch scharfe Kritik ein. In den ersten Wochen nach der Eröffnung war deshalb von Oppositionellen die offizielle Beschriftung „Hassan-II.-Moschee“ des Nachts wiederholt durch den Schriftzug „Moschee des Volkes“ übermalt worden.

 

Der Guide erzählt uns viel Interessantes. Zum Beispiel wurden die 56 Kronleuchter in Murano, Venedig, hergestellt und einige der Marmorsäulen kommen aus Carrera in Italien. Alle Holzschnitzereien wurden aus Zedernholz von Hand gemacht. Die riesigen,10 m hohen Tore sind aus Titan. Unter der Moschee befinden sich die Waschräume, wo sich gleichzeitig 1400 Menschen waschen können. Nach dem Besuch der imposanten Moschee fahren wir zur Medina und schauen uns auf dem Basar um, ohne jedoch etwas zu kaufen. Um 13h sind wir im „Quartier Habous“, wo wir im Restaurant „ZAYNA“ zu Mittag essen. Unser Taxifahrer bekommt dafür eine Provision vom Restaurant und wartet auf dem Parkplatz auf uns. Wir sitzen draussen an der Sonne und bestellen beide eine „Tajine“, Paul mit Rindfleisch, ich mit Huhn und beide mit Gemüse. Für Paul bestellen wir ganz ausdrücklich „OHNE KORIANDER!“ Mais oui, "bien sûr", heisst es. Und was bekommt er geliefert, he??? Ja klar, eine „Tajine“ MIT Koriander. Er probiert einen Bissen und sagt: „Das kann ich nicht essen!“ Ich muss mit ihm und mitsamt der „Tajine“ ins Restaurant zur Chefin und die sagt sofort: „Ja, wir wechseln das aus!“ Nachdem ich meine gute Hühnertajine längst aufgegessen habe, kommt auch endlich Paul‘s Mittagessen. So, und jetzt besuchen wir noch das „Quartier Habous“ was sich als sehr schöner Basar herausstellt. Casablanca ist ein Riesen-Moloch und wir haben schon wieder genug von Grossstädten. Um 15h30 sind wir mit unserem Taxifahrer wieder zurück auf dem Campingplatz, wo wir uns sofort eine heisse Dusche gönnen. Was für ein schöner, Ausflug, trotz Koriander!

Weil ich Paul auf dem Laptop ein Foto zeigen will, das ich heute geschossen habe, schütte ich aus Versehen sein Weinglas aus!!! Au, das gibt vielleicht ein mächtiges Donnerwetter….

die Hassan II Moschee in Casablanca

die Gebetshalle ist 200 m lang, 100m breit und 65 m hoch

das Minarett ist 210 m hoch

das Dach kann elektrisch geöffnet werden

da sind die Lautsprecher integriert

die Decke im Waschraum

die Waschräume unter der Moschee

Decke im Waschraum

das Tor ist 10 m hoch

in der Medina von Casablanca

Tajine mit Huhn und KORIANDER

Tajine mit Rindfleisch und KORIANDER

Tajine ohne KORIANDER

im „Quartier Habous“

im „Quartier Habous“

im „Quartier Habous“

im „Quartier Habous“

Donnerstag, 21.Februar 2019: Mohammedia – Safi bei Essaouira

Um 9h45 geht unsere Fahrt weiter. D.h., wir tanken zuerst noch 84 Liter Diesel à 9.16 Dirham = ca. 0.92 €. Und dann geht es auf die Autobahn zuerst Richtung Marrakesch und danach nach Essaouira. Unterwegs sehen wir, wie schon gestern, dass überall gebaut wird. Es entstehen sehr viele schöne neue Wohnblocks, aber die meisten davon stehen leer. Und viele davon sehen schon als Neubau aus wie Bauruinen. Bis ca. 100 km vor Marrakesch fahren wir durch sehr grüne und fruchtbare Ebene. Von jetzt an ändert sich das Landschaftsbild. Es wird immer hügeliger und wüstenähnlicher. Die Autobahn ist sehr gut und sehr sauber und auch die dazugehörenden Raststätten. Marrakesch lassen wir links liegen, weil wir vor ca. 30 Jahren schon mal dort waren und ziemlich negative Erinnerungen daran haben. Die lästigen Händler, Guides, Bettler und Sonstige kannten damals das Wörtchen „NEIN“ nicht! Um 17h15 finden wir, nach einigem Suchen in Safi, in der Nähe von Essaouira einen schönen Campingplatz „Dar el Bernicha“ für die Nacht. 12 €/Tag. Der Platz ist erst seit dem 1.2.2019 geöffnet und wird von einem sehr netten Französischen Ehepaar geführt. Heute war ein wunderbarer Sonnentag mit 20°- 24°. Gefahren: 447,3 km Autobahngebüren heute, Casablanca bis Essaouira 211 Dirham= ca. 21.10 €.