Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

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Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Marokko 2

Freitag, 22.Februar 2019: Safi bei Essaouira

Um 10h kommt unser Taxi und zusammen mit einem sehr netten Französischen Ehepaar aus Lyon fahren wir nach Essaouira. Paul und ich besuchen sofort den Fischereihafen und staunen, was da alles abgeht. Die Sardinenfischboote kommen gerade herein. Ein Marokkaner, Hassan, selber Fischer, der sehr gut Deutsch spricht, erklärt uns ungefragt einiges über die Fischerei. Klar, dass er dafür Geld will. Paul gibt ihm 2 € und er sagt:“Was, so wenig?“

Danach laufen wir in der Medina (Altstadt) herum und schauen und staunen. Unser Internet von Vodafon Deutschland und das von Masmovil Spanien funktionieren hier nicht. Obwohl man uns in Spanien versichert hat, dass Masmovil hier funktioniere. Also kaufen wir eine SIM-Karte der MarocTelecom und Guthaben dazu. Die SIM-Karte kostet 80 Dirham. Wir sagen dem Burschen, das sei aber teuer. Also wie viel wollt Ihr bezahlen, fragt er. Wir sagen 50. Nein! Aber 60 ist o.k. Paul gibt ihm ein 100-Dirham-Note und die behält der schlaue Bursche einfach. Auf unsere Nachfrage meint er: das ist für‘s Einrichten der SIM-Karte!

Wir essen in einem winzigen engen Gässlein zu Mittag. Berber-Omelettes. Wir sagen der Frau in der 2½ m² grossen Küche, dass sie KEINEN KORIANDER an das Omelett machen soll. No, no, pas de problem meint sie. Die Berber-Omelettes kommen und was ist da drauf. Genau: KORIANDER! Paul würgt es herunter….

Am Nachmittag kaufen wir irgendwo an einem Stand Knoblauch. 100 Gramm Knoblauch kosten 4 Dirham. Wir nehmen 300 Gramm. Der junge Mann ist nicht fähig, 3 x 4 zu rechnen. Paul hat Erbarmen mit ihm und gibt ihm die 12 Dirham (1.20€) Um 16h treffen wir uns wieder mit den Franzosen und gemeinsam warten wir auf den Taxifahrer, der mit einer marokkanischen Verspätung von ca. ½ Stunde kommt und uns zum Campingplatz zurück bringt. Auf dem Camping ist heute ein Ehepaar aus Gelterkinden (BL) eingetroffen, Ursi und Peter, und wir unterhalten uns sehr lange mit den beiden. Heute war es angenehm warm, ich habe seit ewig wieder mal ein Kurzarm-T-Shirt an.

P.S. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, merke ich, dass das Internet sehr Mühe hat!

Campingplatz in Safi

Antennen-Palmen

in Essaouira

im Hafen von Essaouira

Köder werden vorbereitet

in der Medina von Essaouira

Tajines

unser Mittagessen wird hier zubereitet

Berber Omeletten mit Koriander

Samstag, 23.Februar 2019: Safi bei Essaouira – Tiznit

Wir verlassen den Camping „Dar el Bernicha“ und machen einen Einkauf bei Carrefour. Hier in diesem tollen Supermarkt sehen wir die erste Marokkanische Kakerlake, eine dicke, fette. Hier in diesem Carrefour gibt es alles, was das Herz begehrt zu kaufen. Man kann sogar Teigwaren, Reis, Zucker, Mehl usw. selber in eine braune Papier-Tüte abfüllen, soviel wie man will. Ein junger Mann wägt die Sachen dann und klebt den Preiszettel drauf. In Marokko herrscht seit 2016 ein Plastiktüten-Verbot und es gibt an Stelle der Plastiksäcke einen Beutel aus leichtem stoffartigem Gewebe. Es gibt sie in rot, orange, blau, grün usw. Nun liegen diese Taschen draussen in der Natur herum und wir fragen uns, ob das wirklich besser ist als Plastik???

Kurz vor 11h fahren wir los, nach Agadir, es ist sonnig, 23 ° warm. Zwischen Essaouira und Agadir ist die Strasse sehr kurvig und die Gegend sehr hügelig. Überall hat es Arganbäume und Arganöl wird an der Strasse angeboten.

 

Das Arganöl ist ein Speiseöl, das aus den Samenplättchen der reifen Beerenfrucht des Arganbaums durch Pressung gewonnen wird. Die ausschliesslich im Südwesten Marokkos gelegenen Gebiete der Arganeraie wurde im Jahr 1998 durch die UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Vorangegangen waren Projekte zur Erhaltung der traditionellen Bewirtschaftung, der handwerklichen Ölgewinnung und der Erhaltung der Kultur der Berber im Zusammenhang mit dem Arganbaum, beauftragt vom marokkanischen Königshaus und durchgeführt von der deutschen Entwicklungshilfegesellschaft GTZ. Die jahrhundertealten Kenntnisse und Praktiken zur Nutzung des Baumes und seiner Früchte wurden im November 2014 als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

 

Beim Mittagspicknick in den Bergen bietet uns ein komischer Mann komische Samen an. Wir lehnen dankend ab. Über Agadir, hier sind jetzt 30° !!! fahren wir zu unserem Ziel Tiznit.

 

Am Abend des 29. Februar 1960 wurde die Stadt durch ein Erdbeben verwüstet, wobei rund 10.000 bis 15.000 Menschen starben. Ausser der Kasbah (240 Meter über dem Meeresspiegel) hat Agadir daher heute nur noch wenige historische Bauten. Viele Nationen halfen Agadir beim Wiederaufbau.

 

Wir erreichen Tiznit um 16h30. Hier übernachten wir bei einer Tankstelle, die extra Platz für Camper anbietet. Es sind schon etwa 50 Franzosen hier. Ausserdem ein Deutschen Paar und wir. Kosten: 3 €/Nacht. Gefahren: 273 km

im Camping Dar el Bernich, Safi

beim Carrefour

überall wird Arganöl angeboten

am Atlantik

Sonntag, 24.Februar 2019: Tiznit - Tafraoute

Zuerst tanken wir unseren BONSAi direkt bei der Tankstelle auf, (à 0,926 €) wo wir übernachtet haben. Danach holen wir noch einige Dirhams am Automaten in Tiznit und dann geht es zur Bäckerei, wo wir frisches Brot holen. Und weiter geht es um 10h15, Sonne 18°. Hier in Tiznit sind wir uns nicht so richtig einig, mein Sidi und ich. Sīdī ist eine in den arabischen Dialekten verbreitete männliche Anrede; sie lautet „Herr“.

Ich würde sehr gerne dem Meer entlang noch weiter südlich fahren. Paul will lieber gegen Osten, ins Landesinnere, in die Berge. Und weil er ja schliesslich die ganze Strecke fahren muss, gewinnt er, der Chauffeur. Auf einer Passhöhe, nach 1001 Kurve, trinken wir in einem Restaurant Kaffee. Die Aussicht von da oben ist grandios. Die Toiletten sind eher sehr basal, aber immerhin hat es sogar Papier ! Weiter geht es durch spektakuläre, wunderschöne Berglandschaften bis wir um 13h15 in Tafraoute ankommen. Hier stellen wir das Auto auf einen riesigen Stellplatz, wo es mindestens schon 250 Camper hat. Paul meint zwar, es seien bis 500 Stück. Ich schätze dass 90% davon Franzosen sind. Bei einem Camper sehen wir eine Bayrische Fahne flattern…

 

Tafraoute liegt inmitten einer imposanten Granitlandschaft im westlichen Antiatlas, in einer Höhe von ca. 1000 m. Der spärliche Regen (ca. 235 mm/Jahr) fällt nahezu ausschliesslich in den Wintermonaten. Markantestes Merkmal von Tafraoute und seiner näheren Umgebung sind die vielen grossen, von Naturkräften (Regen und Wind) rund geschliffenen Felsformationen aus Granit.

 

Nach dem Mittagessen laufen wir in den Ort Tafraoute, es sind inzwischen etwa 30°. Mit einem Taxi fahren wir um 14h45 zu den „Blauen Steinen“. Das Taxi ist ein uralter Mercedes, der schon seeeehr viel bessere Tage gesehen hat. Der Fahrer knallt jedes mal die Türen dermassen kräftig zu, dass man fast eine Gehirnerschütterung bekommt! Und er stinkt, der Fahrer !

 

Diese „Blauen Steine“ sind ein „Kunstwerk“ des belgischen Künstlers Jean Vérame, der im Jahr 1984 riesige, von der Erosion rundgeschliffene Granitblöcke mit leuchtend bunten Farben angemalt hat. Für diese „Kunst“ stellte der Künstler 20‘000 kg Farbe nach altägyptischem Rezept her. Unterdessen wurden die meisten der Steine bei Tafraoute neu bemalt.

 

Von hier fahren wir weiter ins Tal der Ammeln, dessen Name von einem Berberstamm herrührt, der sein Zentrum in Tafraoute hat. Auch hier ist die Landschaft einfach nur grandios. Kurz nach 17h sind wir wieder zurück auf dem Stellplatz, wo wir uns erst mal bei einem kühlen Bier von den intensiven Eindrücken erholen müssen. Zum Abendessen gibt es heute in dieser spektakulären Umgebung ein feines Fondue! Am Abend läuft eine grosse Herde Ziegen über den Stellplatz. Hinterher kommen einige Berberfrauen und ein paar Kinder. Wir sind uns nicht sicher, ob das nicht nur zur Show der Touris gemacht wird. Einige schiessen nämlich Fotos davon und bezahlen dafür.

Gefahren: 108,5km

in Tiznit

da oben trinken wir Kaffee

in Tafraoute