Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Marokko 4

wir machen unsere eigene Tajine

unsere Grillstation

Mittwoch, 27.Februar 2019: Tata

Nun sind wir schon 10 Tage hier in diesem schönen Marokko. Heute ist der erste Tag an dem wir beide den ersten Ruf der Muezzine um 6h15 hören. Eigentlich wäre es ganz schön anzuhören, wenn nicht von zwei verschiedenen Minaretten gleichzeitg verschiedene Gebete gerufen würden. Heute wollten wir weiterfahren, aber weil wir noch eine Maschine Wäsche waschen wollen, sind wir immer noch hier. Die Wäsche wird draussen aufgehängt und ist im Nu trocken. Am Nachmittag machen wir einen kleineren Spaziergang. Danach wird geduscht. Eine heisse Dusche kostet 10 Dirham (1€) extra. Diesen €uro hätte ich mir sparen können und gleich kalt duschen können. Das Wasser kommt entweder brühendheiss, oder eiskalt. Paul ist mit dem Zürcher (vom UNIMOG) und seiner Freundin unten am Fluss: fischen. Ich lese unterdessen an der Sonne und schreibe diese Zeilen. Das Wetter ist herrlich. Morgen wollen wir weiter ostwärts.

beim Velohändler

mit Erlaubnis fotografiert

Donnerstag, 28.Februar 2019: Tata – Foum Zguid

Gestern Abend sitzen wir noch seeeehr lange mit Reto dem Zürcher UNIMOG-Fahrer im BONSAI-Stübchen beim Bier zusammen. Heute morgen bezahlen wir für die drei Tage die wir in Tata verbracht haben 8.50 € pro Tag, 2 x 1 € fürs Duschen und 4 € für eine Waschmaschine. Um 10h15 fahren wir weiter Richtung Osten. Die Landschaft ist nicht mehr so spektakulär wie die vorherigen Tage. Wir fahren durch ein sehr breites Tal, mit wüstenartigem Grund.

Um 12h45 sind wir an unserem heutigen Ziel, Foum Zguid. Keine Ahnung, wie man das ausspricht! Es ist gerade Markttag. Aber wir suchen zuerst unseren gewählten Campingplatz: La Palmeraie. Rachid begrüsst uns überfreundlich (für unsere Begriffe) und preist uns seine vorzügliche (die beste der Welt) Tajine an. Also bestellen wir für heute Abend 19 h so eine Tajine. Aber wir betonen, dass Paul keinen Koriander essen kann. Nein, sagt er, er tue nur Rosmarin dran. Er zeigt uns in seinem Gärtchen unter Palmen stolz seinen Rosmarin. Nach dem Mittagessen laufen wir etwa 2 km (ein Weg) ins Dorf, weil wir Orangen kaufen wollen. Und wir kaufen wirklich Orangen: 5 Kilo für 1 € !!! Wir laufen lange in dem Dorf herum, schauen uns die Geschäfte und Marktstände an und trinken danach Tee und Kaffee in einem Restaurant an der Strasse mit gutem Beobachtungs-Ausblick. Um 15h30 sind wir zurück im BONSAI. Zum Abendessen gibt es diese weltbeste Tajine mit Huhn Zitrone und Gemüse aus Rachids Garten.

Foum Zguid (arabisch: فم زكيد, tamazight ⵉⵎⵉ ⵥⴰⴳⴳⵉⴷ) ist eine Oasenstadt auf ca. 650m Höhe mit etwa 9.000 Einwohnern in der Provinz Tata im Süden Marokkos. In früheren Jahrhunderten stand die Selbstversorgung im Zentrum des Wirtschaftens. Erst nach Fertigstellung einer Piste von Guelmim über Akka nach Tata und weiter nach Ouarzazate während der französischen Kolonialzeit konnten die in der Dattelpalmenoase erzeugten Lebensmittel auch auf regionalen oder überregionalen Märkten abgesetzt werden. Gleichzeitig kamen neue Gemüsepflanzen (Kartoffeln, Tomaten etc.) in die Gegend und bereicherten den Speiseplan. Auch heute noch beherrscht die Oasenwirtschaft das Leben der meisten Bewohner; produziert werden in erster Linie Datteln, Oliven, Granatäpfel und Feigen, aber auch Getreide- (Gerste, Weizen, Mais) und Gemüseanbau (Ackerbohnen, Möhren, Tomaten etc.) ist möglich. Über den Bereich der Landwirtschaft hinaus haben sich etliche Kleinunternehmen im Handwerks-, Geschäfts- und Dienstleistungssektor entwickelt.

Kurz vor 19h bringt uns Rachid die bestellte Tajine, dazu zwei Fladenbrote. Und es ist wirklich wahr, die Tajine ist exzellent, wunderbar, supergut! Und was da alles drin ist! Ein halbes Huhn und jede Menge diverses Gemüse, aber vor allem KEIN Koriander. Wir sind beide begeistert und können nicht mehr aufhören zu rühmen. Die Tajine kostet für zwei Personen 120 Dirham oder 12 €. Und nachdem wir fertig gegessen haben, kommt Rachid mit einem Topf voll Suppe und gibt uns für morgen unser Abendessen mit. Dafür möchte er ein Bier oder Wein.Wir geben ihm zwei Dosen Bier mit. Wir fragen ihn, ob er uns frisches Gemüse aus seinem Garten verkauft. Kurz darauf kommt er mit einem ganzen Kessel voll Gemüse daher. Er will kein Geld dafür haben. Paul gibt ihm eine Flasche Rotwein und er strahlt.

Gefahren: 138,8 km

unterwegs nach Foum Zguid

eine Schule

in Foum Zguid

unser Abendessen

Mmmm...Mampf!

Freitag, 1. März 2019: Foum Zguid – Mahmid

Heute Morgen nervt uns Rachid ein wenig. Er kommt viermal und klopft an unseren Bus. Wir sind noch im Bett. Als wir endlich aufstehen, will er uns Brot geben, das wir gar nicht bestellt haben. Wir lehnen dankend ab. Wir bezahlen 80 Dirham (8 €) für den Campingplatz und gegen 10h fahren wir los. Wir fahren durch ein breites Tal mit vielen Gemüseplantagen.Und was wir hier absolut nicht erwartet hätten: Plastik ist auch hier in die Oasen-Plantagen eingezogen. Paul meint, unter dem Plastik sei bestimmt Koriander…! Wir halten an und ich spreche mit einem Gemüsebauern. Es ist Kürbis, was hier in grossen Mengen angepflanzt wird. Er sagt mir, in zwei Monaten seien die Kürbisse 20 kg schwer. Ich kann das kaum glauben, jetzt sind erst gelbe Blüten da und hie und da ein winziges Kürbislein. Übrigens sind alle Marokkaner, mit denen wir es bis jetzt zu tun hatten sehr nett und freundlich. Später hat es wieder nur Sand und Steine, Mondlandschaft. Es hat fast keinen Verkehr und nur ganz selten ein Dorf. In Zagora biegen wir nach rechts ab und fahren noch 90 km weiter bis nach Mhamid. In Tagounite tanken wir den BONSAI wieder voll (à 9.64 Dirham = 0.964 €). Wir kommen an verschiedenen Oasen vorbei. Es ist schon beeindruckend, wie grün die Wüste sein kann, wenn Wasser vorhanden ist!

M’hamid El Ghizlane (Zentralatlas-mazirisch ⵜⴰⵔⴰⴳⴰⵍⵜ Taragalt, arabisch= Ebene der Gazellen‘), meist nur M’hamid genannt, ist eine kleine Oasenstadt im Süden Marokkos mit etwa 7.500 Einwohnern. M’hamid liegt am – hier und in seinem weiteren Verlauf nur noch äusserst selten wasserführenden − Wadi Draa in einer Höhe von etwa 500m ü. d. M. und etwa 24 Kilometer von der Grenze zu Algerien entfernt, am Rand der Sahara. Kurz nach 14 h sind wir in Mhamid, im Camping „La Boussole“, dem letzten Camp vor der Wüste. Es sind nur noch zwei Franzosen da, einer auch wie wir mit einem kleinen Kastenwagen. Kalifa, einer der beiden Brüder, die den Camping führen, zeigt uns alles Wichtige und wir trinken bei ihm noch Tee und Kaffee. Danach laufen wir ins Dorf Mhamid und schauen uns dort um. Auch dort trinken wir nochmals Tee und Kaffee und kehren dann wieder zurück zu unserem BONSAI. Es ist sehr heiss, im Camper haben wir 30°! Zum Abendessen gibt es die Suppe von Rachid. Die Suppe ist zwar längst nicht so gut wie die Tajine von gestern, aber wir essen sie trotzdem.

Gefahren: 216,9 km

Foum Zguid

Kürbis

Koriander ...???

Mittagspause

die Schule ist aus

Oasengrün...

in Mhamid

angekommen

Camping in Mhamid

Samstag, 2. März 2019: Mahmid

Mein „Sidi“ fährt sehr gerne mit unserem BONSAI, trotzdem machen wir heute einen Ausflug mit Chauffeur. So kann auch er einmal nur sitzen und die Fahrt geniessen. Um 10h werden wir von Mohammed (27), dem Cousin von Kalifa und Abdou, mit dem Toyota 4x4 abgeholt. Wir rumpeln und holpern mit ihm 60 km über steinige „Strassen“ und später über Sandpisten. Bei einer schönen Oase machen wir einen kleinen Halt, um die Beine zu vertreten und Mohammed zum telefonieren. Im Oasen-Brunnen hat es ganz viele Frösche.

L’Oasis sacrée d’oum Lâalag liegt 50 km südwestlich von M'hamid an der alten Piste nach Timbuktu, wenige Kilometer vor der algerischen Grenze. Die Oase ist etwa 15 Hektar gross und gilt als heilig, weil sie den kostbarsten Reichtum der Wüste hat: Wasser. Die Quelle wird nach einem alten Volksglauben von einer schützenden Seele bewohnt. Es gibt in der Umgebung Dorkasgazellen, Afrikanische Strausse, Mähnenspringer, Oryxantilopen, Hyänen und Kragentrappen.

Nach ziemlich genau 2 ½ Stunden sind wir im Camp, beim Erg Chegaga wo es zuerst einen Tee und Erdnüssli gibt. Danach laufen Paul und ich zu den Dünen und machen ein paar Fotos.

Die Sandwüste des Erg Chegaga ist – noch vor der des Erg Chebbi bei Merzouga – die grösste in Marokko. Das etwa 150 km² grosse Gebiet der maximal etwa 80 bis 100 m hohen Sanddünen (uns hat man gesagt die seien 300m hoch!!!) des Erg Chegaga befindet sich etwa 60 km westlich von M’hamid, unweit der nicht exakt definierten, aber mit Grenzzaun befestigten Grenze zu Algerien. Die menschenleere Region ist am schnellsten mit einem Geländefahrzeug, mit einem Kamel und in Begleitung eines ortskundigen Führers zu erreichen. Die Sandwüste des Erg Chegaga ist weitaus ursprünglicher als die des Erg Chebbi. Da sie bis ungefähr 1990 in einer militärischen Sperrzone lag, wurde sie seltener von Touristen besucht.

So gegen 13h30 gibt es für uns Mittagessen. Es sind 35° hier. Wir sind die einzigen Gäste im ganzen Camp. Das Essen besteht aus einer grossen Platte mit sehr reichhaltigem Salat. Dazu gibt es Poulet in kleinen Stückchen, Fladenbrot und zum Dessert Orangenscheiben. Alles prima, nur leider, leider haben wir vergessen, dem Koch mitzuteilen, dass Paul keinen Koriander essen kann. Alles ist sehr gut mit frischem, grünem Koriander bestreut. Paul dreht es fast den Magen um! Ich teile dem Mann, der uns bedient mit, dass Paul nichts essen kann. Er schlägt vor, für Paul einen neuen Salat, ganz ohne Koriander zu machen. Und nun ist auch Paul zufrieden und geniesst sein Mittagessen. Das Essen ist gut, aber viel zu viel und wir geben mehr als die Hälfte unberührt wieder zurück. Kurz nach 14h15 fahren wir die 60 km wieder zurück, diesmal auf einer anderen Piste. Die Fahrt ist sehr schön aber auch ziemlich ermüdend. Um 16h15 sind wir zurück auf dem Campingplatz. Versprochen hatten die Schlitzohren uns, der Ausflug dauere bis 18 h !!! Aber trotzdem war es sehr schön und wir haben die Wüstenfahrt genossen.

Blick aus dem BONSAI in die Wüste Sahara

im Ort Mhamid