Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Marokko 6

Tee zur Begrüssung

unterwegs von Mhamid nach Khalimia

Merzouga und Erg Chebbi

unser Camping in Khamlia

Blick aus dem BONSAI

in Khamlia

die Gnoua-Musiker

eine ander Gnoua - Gruppe

im Camping "Chez les Artistes"

Montag, 4. März 2019: Khamlia – Merzouga

Es ist fast 10h als wir uns auf den Weg machen für die Wahnsinns-Strecke von 6,5 km bis nach Merzouga. Wir wollen näher zu den Dünen von Erg Chebbi und haben uns für den Camping „Les Pyramides“ entschlossen. Der Chef spricht gut Deutsch und spendiert uns sofort einen Willkommens-Tee. Aber sonst ist er nicht gerade sehr gesprächig. Wir müssen ihm jedes einzelne Wort aus der Nase ziehen. Gegen 11h laufen wir ca. ½ Stunde ins Dorf Merzouga und schauen uns dort die Geschäfte an.

Merzouga liegt zu Füssen der Sanddünen des Erg Chebbi in einer Höhe von ungefähr 700 Metern ü. d. M.Der weitläufige Ort ist komplett in Lehmbauweise (Stampflehm) errichtet, wobei die meisten Bauten (Hotels, Restaurants, Geschäfte etc.) jüngeren Datums sind und erst in den Jahren nach 1980 erbaut wurden. Die Einwohner von Merzouga und anderer nahegelegener Dörfer lebten jahrhundertelang vom Anbau von Getreide (Gerste) und Gemüse (Ackerbohnen etc.) auf ihren Oasenfeldern (Oasenwirtschaft). Die Felder wurden durch traditionelle unterirdische Bewässerungskanäle mit dem notwendigen Wasser versorgt, welches sich über Jahrhunderte in grossen Depots unterhalb der Dünen gesammelt hat. Auch Viehwirtschaft war in geringem Umfang möglich, wobei die Tiere auch mit den Pflanzenabfällen gefüttert wurden. Traditionelles Dorfleben sucht man in Merzouga vergeblich; dagegen ist die touristische Infrastruktur gut ausgebaut: Einige grössere Hotels haben sogar einen Pool. Die Hotels vermitteln – in Zusammenarbeit mit örtlichen Agenturen – ein- oder mehrtägige Wüstentrips mit Kamelen oder Jeeps. Westlich von Merzouga bildet sich nach starken Regenfällen im Winter ein See, binnen weniger Tage finden sich dann auch Flamingos ein. Nach einem heftigen nächtlichen Unwetter in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai 2006 richteten Überschwemmungen schwere Schäden an Gebäuden, Autos sowie am traditionellen Bewässerungssystem an. Die Flut machte viele Menschen obdachlos, drei fanden den Tod. Auch Tiere starben in ihren eingestürzten Stallungen.

Wir kehren in ein Restaurant ein und bestellen für beide Tee und für mich einen Thonsalat. Paul will nichts essen. Es dauert über 35 Minuten bis wir beides haben. Mein Thonsalat entpuppt sich als Reissalat mit Tomaten und Spuren von Thon. Aber er ist sehr gut! Auf dem Rückweg kaufen wir noch12 Eier, ein Ei kostet 1 Dirham (10 Cent), 4 Gurken und Karkade-Tee. Wir sehen plötzlich Wasser mitten in der Dürre und als wir uns nähern ist es tatsächlich keine Fata Morgana, sondern wirkliches Wasser. Paul nähert sich ein bisschen zu sehr und sinkt bis zur Wade im Schlick ein. Dabei verliert er einen Crocs und muss den Schuh mühsam wieder aus dem Schlamm ziehen….Und: ehrlich, ich habe fast nicht gelacht, oder nur ganz leise! Von nun an läuft er barfuss durch den Sand und muss sich im Camping gründlich waschen.

Erg Chebbi ist einer der beiden Ergs in Marokko – grosse, durch Wind geformte Dünenlandschaften. Die Dünen erreichen eine Höhe von 150 Meter. An einigen Stellen wachsen nach Regenfällen Dünengräser. Das gesamte Erg hat eine Ausdehnung von 22 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und bis zu fünf Kilometer in Ost-West-Richtung.

Nach der späten Siesta kraxeln wir auf die Dünen hinauf. Zwei Schritte vor und einen zurück. Die Dünen sind wunderschön! Aber trotzdem haben wir nicht den Ehrgeiz bis ganz zuoberst zu klettern (etwa 200m hoch). Dazu sind wir einfach zu faul und ausserdem machen das unsere Knie nicht mit.

Gefahren: 6,5 km

Camping "Les Pyramides" in Merzouga

es ist schön hier !

Blick vom Campingplatz aus

in Merzouga

hier kann man Ski mieten

Aenis

Männer...!!!

eine Fata Morgana ?

nein, doch nicht...

da läuft einer barfuss zum Campingplatz

Dreckfüsse waschen

vom BONSAI aus

vom BONSAI aus

jetzt kraxeln wir da hinauf

Spuren im Sand

Spuren im Sand

Dienstag, 5. März 2019: Merzouga

Weil es hier so schön ist und es uns so gut gefällt, beschliessen wir, noch einen Tag länger hier zu bleiben. Wir sind in der Wüste. Der Boden des Campingplatzes besteht aus Sand. Rundherum nur Sand, Sand, Sand. Und da gibt es doch tatsächlich auf diesem Platz Wohnmobilisten mit einem F auf der Autonummer (ich sag jetzt aber nicht aus welchem Land!), die ihr tolles Womo fein säuberlich und gründlichst aussen abstauben…! Echt jetzt, das ist kein Witz! Und wir zwei sind heute ganz besonders faul, wir machen fast gar nichts ausser ein wenig haushalten. Paul kocht in letzter Zeit immer das Abendessen, damit ich mich dieser Homepage widmen kann. Heute Abend wird gegrillt. Ein Schweinefilet aus Spanien und das hier in Marokko… Dazu gibt es nur Gurkensalat.

jetzt gibt es was zu Saufen

Mittwoch, 6. März 2019: Merzouga – Errachidia - Tinejdad

Gestern Abend haben wir doch noch einen kleinen Dünen-Spaziergang gemacht, um unsere alten Knochen zu bewegen. Dies ist einfach eine fantastische Wüstenlandschaft. Schade nur, dass auch hier überall Müll herum liegt. Paul und ich haben uns vorgenommen jeden Tag (oder fast) eine gute Tat zu machen und ein wenig Müll einzusammeln. Und das machen wir auch. Wir heben PET-Flaschen und Bierdosen vom Sand auf und entsorgen sie bei den Abfalleimern des Campings. Um 9h30 reissen wir uns los von den schönen Dünen, ich würde hier gerne noch ein wenig länger bleiben. Es ist leicht bewölkt, 20°. In Rissani hat unsere Navifrau Anna einen totalen Knoten. Sie führt uns in der Stadt immer im Kreis herum. Auch heute sind die Strassen abwechselnd supergut oder grottenschlecht mit sehr vielen Schlaglöchern. Überall werden Fossilien (Versteinerungen) verkauft. In fast jedem Ort, sei er auch noch so klein, müssen wir abbremsen auf 40, dann 20km/h. Polizeikontrolle. Aber wir wurden bis jetzt noch nie kontrolliert, immer nur durchgewinkt und dabei von den Polizisten sehr freundlich gegrüsst. Und die Polizei hat immer ein sehr schönes, neues „Royales Gendarmerie“- Gebäude im Ort. Überhaupt sind die offiziellen Gebäude immer die prächtigsten Gebäude in den Ortschaften. Danach kommen gleich die imposanten Hotels. Über Erfoud erreichen wir Errachidia. Von ca. 13h bis 16h30 sind wir in dieser Stadt. Wir haben von Deutschen Wohnmobilisten eine Adresse erhalten, wo man in diesem Ort Bier kaufen kann und wir möchten gerne unsere Biervorräte aufstocken. Offiziell gibt es ja in Marokko keinen Alkohol…! Immerhin sind wir etwa noch 2 Wochen in Marokko. Es ist wahnsinnig mühsam! Wo immer wir fragen, einer schickt uns nach Westen, einer nach Osten. Sogar die Polizei fragen wir (d.h.ich) und die Taxifahrer. Phhh…!!!! Mitten in der Stadt ist gerade eine grosse Demonstration im Gange. Keine Ahnung, wofür oder wogegen die hier protestieren. Um 14h essen wir in einer Marokkanischen Fressbude zu Mittag. Paul so ganz rote, gegrillte Würstchen und ich „Kefta“: Hackfleischbällchen. Dazu einen Tomatensalat mit viel Zwiebeln und OHNE Koriander, auf unseren ausdrücklichen Wunsch. Und das hat diesmal wirklich geklappt!!! Dazu gibt es Fladenbrot. Wir haben beide zu viel und als ein Bettler vorbei kommt geben wir ihm unsere Würstchen und Fleischreste, dazu frisches Brot. Der freut sich sehr, setzt sich an den Nachbartisch und mampft genüsslich unsere Reste. Inzwischen ist es warm geworden, 26°. Danach laufen wir in die Markthalle, kaufen einen Berg Gemüse und Mandarinen für 2.60 € . Wir deponieren alles im Auto und laufen herum, nochmals auf der Suche nach dem Schnapsladen. Endlich finden wir einen, der Bescheid weiss, wo dieser sich befindet, Er will nämlich auch dahin. Es ist Abdullah (53) aus Merzouga. Er begleitet uns zum Laden, der öffnet aber erst um 16h. Also belabert uns Abdullah ziemlich voll von wegen „inshallah“ und so und wo er überall in Frankreich schon war. Und jetzt, wo wir endlich wissen, wo der Bierladen sich befindet, will Abdullah Geld haben für eine „bottle“. Paul will gerade unfreundlich werden, gibt ihm dann aber auf meine Bitte hin doch noch 1 €. Wir kaufen Bier ein und fahren dann aus dem Ort hinaus. Hier gibt es ein Hotel, wo man über Nacht auf dem Parkplatz stehen darf , für 2€ , steht in unserem Campingführer. Wir fragen freundlich nach dem Preis und ein Mann sagt uns, das koste 10€. Wir lehnen dankend ab und nun will er nur noch 5€ haben. Aber jetzt wollen wir nicht mehr und fahren weiter. In Tinejdad finden wir bei einem Künstler, der sehr gut Deutsch spricht, weil er in Heidelberg studiert hat, einen schönen Platz zum Übernachten. Es ist schon 18h15 als wir hier ankommen und wir sind beide müde. Trotzdem schauen wir uns noch das wunderschöne Museum an, das Zaïd hier um 4 Quellen herum angelegt hat. Der Eintritt kostet 50 Dirham/Person (5€), aber dafür dürfen wir morgen nochmals hinein und uns alles nochmals ganz genau anschauen und fotografieren. Und ausserdem dürfen wir auf dem Platz vor dem Museum kostenlos übernachten. Und das machen wir, wir sind bis um 19h im Museum und finden das wirklich toll gemacht und alles picobello sauber. Zum Abendessen gibt es heute nur Tomatensalat und Käse. Wir sind einfach zu müde zum Kochen. Was für ein Tag!

Gefahren: 277,3km

Merzouga