Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

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Ans Schwarze Meer 15

wir sind in Vukovar (Kroatien)

Donnerstag, 10.10.2019: Novi Sad (Serbien) – Vukovar (Kroatien), 46.Tag, 96,9 km

Vukovar (Kroatien)

Es ist stark bewölkt, kein Regen, 17°. Sofort nach der Grenze hat es viele Rebenfelder und riesige Obstplantagen, Äpfel und Birnen, alles tiptop sauber und ordentlich. Ca. 10 km vor Vukovar besuchen wir die Gedenkstätte Ovcara, wo 200 Menschen in einem Schuppen erschossen und in ein Massengrab geworfen wurden. 60 Personen sind bis heute noch vermisst. Danach sind wir auf dem Friedhof und Mahnmal für die vielen Opfer von der Schlacht um Vukovar, vom 19.11.1991. Es ist sehr bedrückend!

Vukovar ist eine Stadt im Osten Kroatiens und hatte 2011 bei der Volkszählung 27.683 Einwohner. Die Region um Vukovar an der Grenze zu Serbien war während des Kroatienkriegs 1991–1995 das am stärksten umkämpfte Gebiet. Bei der serbischen Belagerung und der Schlacht um Vukovar wurde Vukovar weitgehend zerstört.

Die erste Silbe Vuk- weist auf den Fluss Vuka hin, der durch Vukovar fließt. Die zweite Silbe var ist ungarisch für Burg oder Stadt. Übersetzt bedeutet der Stadtname „Burg an der Vuka“. Die Stadt liegt an der Mündung der Vuka in die Donau. Die Altstadt liegt auf der linken Seite der Vuka und erstreckt sich am Fusse eines kleinen Hügels entlang, teilweise auch auf dessen Flanken. Einige der umliegenden Dörfer waren fast ausschließlich von Serben besiedelt, die meisten jedoch von Kroaten. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren manche Orte zum Teil deutsch besiedelt – von den sogenannten Donauschwaben. In diesen deutschen Orten wurden vorwiegend Serben angesiedelt. Aufgrund der sich nur langsam bessernden Wirtschaftslage sind viele Flüchtlinge aus dem Kroatienkrieg bis in die späten 2010er Jahre noch nicht zurückgekehrt. Die Stadt ist ethnisch deutlich getrennt. Auch wenn keine geographische Abgrenzung zwischen serbischen oder kroatischen Stadtteilen vorhanden ist, kommen die Einwohner unterschiedlicher Nationalität im täglichen Leben doch nur wenig miteinander in Berührung. Von den Schulen angefangen bis hin zu Arbeitsstätten und Gaststätten sind die meisten Einrichtungen entweder explizit serbisch oder kroatisch. Der kroatischen Gesetzgebung zufolge haben Kinder aller nationaler Minderheiten Anspruch auf muttersprachlichen Schulunterricht. Daher findet die Schulbildung für kroatische Kinder in der lateinischen Schrift und in der kroatischen Sprache, der Unterricht der Serben in serbischer Sprache und in kyrillischer Schrift statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Deutschstämmigen vertrieben und vermehrt Serben, aber auch Kroaten aus ärmeren Regionen angesiedelt. Kroatienkrieg Ende der 1980er Jahre gab es zunehmende Spannungen zwischen Serben und Kroaten. Die Spannungen verstärkten sich, als die antikroatische Propaganda aus Belgrad und die antiserbische Propaganda aus Zagreb bei einem Teil der Serben und Kroaten Wirkung zeigte. Die Extremen unter ihnen bewaffneten sich, gingen in den umliegenden Dörfern in Stellung. 1991 kam es hier zum ersten grösseren Zusammenstoss zwischen kroatischer Polizei und Serben, nachdem sich die Bewohner des überwiegend von Serben bewohnten Dorfes Borovo Selo geweigert hatten, die kroatische Fahne vor ihrem Gemeindeamt aufzuhängen. Aus Ferngeschützen fielen die ersten Schüsse auf das umzingelte Vukovar. In den nächsten drei Monaten schlugen während der Schlacht um Vukovar bis zu 8000 Granaten täglich ein, insgesamt sechs Millionen Geschosse. Den kroatischen Truppen – 800 Soldaten und Polizisten, dazu gut 1000 Freiwillige – stand ein grösseres Regiment der Jugoslawischen Volksarmee und serbischen Freischärler gegenüber, die Vukovar mit Panzern, gepanzerten Fahrzeugen, Flugzeugen und schwerer Artillerie einnehmen wollten. Die Belagerung der Stadt durch die Jugoslawische Volksarmee dauerte 87 Tage und endete am 18. November 1991. Als die Soldaten an jenem Tag in die inzwischen fast völlig zerstörte Stadt einmarschierten, lebten dort noch 15.000 Menschen. Viele von ihnen hatten während des Bombardements Zuflucht im Krankenhaus von Vukovar gesucht. Nach Schilderung der Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien trieben am 20. November 1991 serbische Einheiten, unter Kontrolle oder Einfluss u. a. der Jugoslawischen Volksarmee 260 Kroaten und andere Nicht-Serben aus dem Krankenhaus zusammen, transportierten sie zunächst auf eine Farm nahe der Ortschaft Ovčara und folterten sie dort über Stunden. Sie wurden dann in 10er- und 20er-Gruppen geteilt und etwas entfernt zwischen der Farm Ovčara und Grabovo von Soldaten erschossen und in einem Massengrab vergraben. Eine grosse Zahl von Bewohnern Vukovars wurde laut Anklage in das serbische Internierungslager in Dalj gebracht. Nach der Belagerung Danach wurde die Stadt einige Zeit lang zum Zentrum der serbisch kontrollierten Gebiete Ostslawonien und Baranja, ein Grossteil der kroatischen Bevölkerung wurde vertrieben. Dagegen siedelten sich viele serbische Vertriebene aus dem restlichen Kroatien an. Anders als jene Gebiete wurde Ostslawonien mit Vukovar nicht militärisch zurückerobert: Das Gebiet kam 1995 nach dem Abkommen von Erdut vom 12. November 1995 zwischen der kroatischen Regierung und einer serbischen Delegation unter provisorische UN-Verwaltung (UNTAES – United Nations Temporary Administration of Eastern Slavonia), um die friedliche Wiedereingliederung nach Kroatien vorzubereiten. Ab 1997 wurden Rückkehrer zugelassen, wobei es erneut zu Spannungen kam. 1998 wurde das Gebiet in Kroatien reintegriert, behielt aber bestimmte Sonderrechte für die serbische Minderheit (z. B. keine Wehrpflicht in der Kroatischen Armee und ein fünfjähriges Moratorium im Schulfach Geschichte, insbesondere der Geschichtsschreibung im Zeitraum 1991–1995).

hier wurden im November 1991 200 Opfer erschossen

beim Friedhof und Mahnmahl für die Opfer vom 19.11.1991

im Ort Vukovar

die "neue" Stadtverwaltung

die Donau in Vukovar

Einschüsse....

Storchennest auf dem Dach

Um 13h30 sind wir in der Stadt Vukovar. Wir parken den BONSAI auf einem Parkplatz an der Donau und Paul „besticht“ den älteren Parkplatzwächter Stanko mit einem Bier, dass wir übernachten dürfen. Das heisst, Stanko wünscht sich ein Bier (ein Pivo). Er war einige Zeit in Stuttgart und spricht ein lustiges Deutsch. Nach diesem Deal schauen wir uns den Ort Vukovar an.Aber zuerst brauchen wir noch einen Bankomaten um Kroatische Kuna zu beziehen. 1 Kuna sind 0.15 SFr. oder 0,13 €. Es hat viele moderne Neubauten, aber auch noch einige Häuser mit Einschusslöchern, Zeugen von den 3 Monaten heftigem Krieg in diesem Gebiet. Sehr eindrücklich… Ab ca. 16h30, wir sind gerade wieder zurück im Camper fängt es an zu regnen. Wieder kein Internetempfang.

Freitag, 11.10.2019: Vukovar – Sisak, 47.Tag, 277,5 km

Heute fahren wir sehr früh los. Um 8h15 ist Abfahrt, bei herrlichstem Wetter und 10°. Wir werfen noch einen letzten Blick auf die Donau, der wir bis nach Hause nicht mehr begegnen werden. Wir fahren etwa zwei Stunden lang durch ziemlich dicken Nebel, dem Fluss Drava entlang, der hier die Grenze zwischen Kroatien und Ungarn bildet. Kaum führt uns der Weg ein wenig weg vom Fluss und der Ungarn-Grenze, haben wir herrlichsten Sonnenschein, keinen Nebel mehr. Unterwegs machen wir einen Kaffee- und Pipistopp. Ein Espresso kostet 6 Kuna (0,90 SFr. oder ca. 0,70 €), ein Liter Diesel 1.44 SFr. Unterwegs sehen wir viele Haselnuss-Plantagen. Nach dem Mittagessen nimmt die Bewölkung immer mehr zu und an unserem heutigen Ziel in Sisak, um 14h, ist es 14° kalt. Wir haben immer noch Mühe mit der Slowenischen Sprache, wir verstehen nämlich kein einziges Wort! Aber immerhin ist jetzt nichts mehr Kyrillisch angeschrieben. Also doch schon ein Fortschritt…! Wieder kein gut funktionierendes Internet…!

Nebel

unterwegs in Kroatien

Haselnüsse

Tabak

wo sind die Balkongeländer ??

Mais

Balkongeländer ?

Samstag, 12.10.2019: Sisak – Plitvicer Seen, 48.Tag, 244,2km

Wir haben sehr ruhig geschlafen in einem Park, in der Nähe des Busbahnhofes. Bei der Abfahrt um 9h hat es Nebel, der sich aber bis 10h auflöst und danach haben wir den ganzen Tag herrlichsten Sonnenschein. Wir fahren durch Dörfer, wo bestimmt 50% der Häuser unfertige Neubauten oder Altbauten sind, die NIE fertig wurden. Die Häuser sind zum Teil bewohnt und zum Teil sehen sie sehr verlassen aus. Um die Mittagszeit ist es 22° warm. Heute sehen wir zwei Tiere: einen schönen Specht und einen Fuchs, der vor uns über die Strasse läuft. Um 14h45 kommen wir bei den Plitvicer Seen an. Wir parken den BONSAI, informieren uns was hier geboten wird und laufen dann ein Stück zum See hinunter, den wir aber nicht sehen können. Hier ist alles ganz genau durchorganisiert. Morgen werden wir uns die Seen anschauen. Eine Stunde später sind wir im Bear Camp, 8 km von den Plitvicer Seen entfernt. Dies ist ein schöner, kleiner und sauberer Camping, wo wir zwei Nächte verbringen werden. Wir dürfen sogar gratis eine Maschine Wäsche waschen. Uns gegenüber steht ein VW-Bus mit einem Zürcher Paar. Zum Abendessen gibt es ein feines Fondue.

am 8. Oktober war Unabhängigkeitstag

wurde nie fertig und ist schon kaputt

da geht's zu den Plitvicer Seen