Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Ans Schwarze Meer 13

Donnerstag, 3.10.2019: Sofia (BG) – Malča (Serbien), 39.Tag, 150,3 km

Trotz den Flugzeugen, die beim Start sehr tief und laut über Sofia brausen, haben wir gut geschlafen. Um 8h45 sind wir schon auf dem Markt nebenan und kaufen schönes Gemüse und blaue und weisse Trauben. Kurz nach 10h verabschieden wir uns von Vlatko, der sehr nett und hilfreich war und verlassen diese Riesenstadt. Es ist leicht bewölkt, 20°. Vor der Grenze zu Serbien trinken wir noch einen Kaffee, um die letzten Leva zu verbrauchen. Da Serbien nicht in der EU ist, dauert der Grenzübergang bei Dimitrovgrad etwas länger, etwa 30 Minuten. Bei der Ausreise wollen die Bulgaren ins Auto schauen und bei der Einreise die Serben. Es ist 12h und wir sind in Serbien.

neben dieser Kirche, Sankt Kyrill, habne wir in Sofia geschlafen

auf dem Markt

Hagebutten und???????

Riesenlauch !

unterwegs zur Grenze

an der Serbischen Grenze

Jetzt dürfen wir unsere Uhren wieder um eine Stunde zurückstellen, haben also ab sofort „Heimatzeit“. Direkt nach der Grenze wechseln wir Geld in Serbische Dinar (RSD) um. 100 Dinar sind 0,93 SFr. Wir geraten sofort ungewollt auf die Autobahn und die kostet Maut. Wir bezahlen 310 Dinar (2.90 SFr.) wissen aber nicht, bis wohin. Auch hier wird in kyrillischer Schrift geschrieben und wir können schon wieder nix lesen! So ein Mist!!! Um 13h10 sind wir in der Nähe von Malča auf einem grossen, bewachten, sehr sauberen LKW-Parkplatz, mit Duschen, WC, WiFi, Restaurant und allem drum und dran. Es hat sehr viele türkische LKW‘s. Nach dem Duschen sind wir im Restaurant und trinken Kaffee und ich mampfe eine Crêpe mit Zucker. Inzwischen hat die Bewölkung immer mehr zugenommen und jetzt regnet es und es bläst ein starker Wind. Zum Abendessen sind wir im Restaurant des Parkplatzes, dem „Top Trans Grill“. Es gibt für uns beide zusammen einen Salat mit Gurken, Tomaten, Zwiebeln und sauscharfen Chilischoten. Dann für Paul ein Rinds-Gulasch mit Kartoffelpüree und für mich so etwas wie Frikadellen (6 Stück) mit Pomfrit (so steht es auf der Karte). Dazu 2 riesige Fladenbrote (die wir nicht mehr essen können, viel zu viel! Und wir nehmen sie mit in den BONSAI). Als Krönung trinken wir eine ganze Flasche Rotwein (1 Liter !!!). Das alles kostet zusammen 14 €. Da lohnt es sich wirklich nicht, im Camper zu kochen, oder?

fast alleine auf der Autobahn

Freitag, 4.10.2019: Malča (Serbien) – Jagodina, 40.Tag, 194,8 km

In der Nacht regnet es weiter, ist aber auch sehr nötig. Eigentlich schlafen wir sehr gut. Wenn nur die LKW‘s nicht so früh (Paul sagt es war 05h00) mit einem Megalärm wegfahren würden. Aber ist ja klar, die müssen halt ihren Job machen und bis in die Türkei ist es noch weit! Um 10h fahren wir los, es ist grau in grau und 10 ° kalt, brrr…! Wir fahren über Land, durch viele kleine Dörfer mit ärmlichen Häusern. Zum Teil erleben wir grässliche Rüttelstrassen. Aber es hat auch immer wieder Abschnitte mit sehr guten Strassen. Dann aber wieder solche, wo man seekrank werden könnte vor lauter Gerumpel! Es hellt ein wenig auf und bei der Mittagspause haben wir 22° warm. Aber eine Stunde später sind es schon wieder nur 12°. Unterwegs tanken wir 83,9 Liter Diesel à 163,9 Dinar (1.52 SFr. oder 1.39 €). Puhhh, das kostet ein Vermögen: 13‘751.21 Dinar !!! In Paraćin suchen und finden wir einen Bankomaten, weil das Tanken unser Portemonnaie gründlich geleert hat. Um 15h sind wir in Jagodina auf dem Campingplatz „Ruza Vetrova“ und lassen uns hier nieder, auch wenn dieser Platz sehr teuer ist, 20 SFr. oder 18 € (2200 Dinar),das finden wir teuer für hier. Wenn man bedenkt, dass unser letztes Abendessen 14 € gekostet hat. Aber es sieht sauber aus.

unterwegs

???

das Hotel Petrus

Samstag, 5.10.2019: Jagodine- Kraljevo, 41.Tag, 169,3 km

Das war ein sehr ruhiger Campingplatz. Wir waren 4 Camper, 1 Holländer, 2 Deutsche und wir, die Schweizer und natürlich wieder die Kleinsten. Nach einem Fenster- und Sonstigen-Putz machen wir uns um 9h40 auf den Weg. Es ist 11° kalt und total bewölkt. In Kragujevac kaufen wir ein Abschleppseil (wir hatten im Camper noch keines), und einen neuen Teppich für das BONSAI-Badezimmer. Die Crew bekommt neue, warme BONSAI-Finken. Jetzt, um 14h ist es grau in grau und macht bei 19° am Regnen herum. In einem Dorf treffen wir einen netten jungen Serben aus Aarau. Er gibt uns Tipps, was wir uns in Serbien ansehen sollen. In Kraljevo verschenken wir nun endlich die letzten 3 Plastiksäcke mit Kleidern. Ich drücke sie einer Zigeunerin in die Hände, die mit 3 kleinen Kindern auf ihrem Pferdewagen sitzt. Sie strahlt mich an und sagt „merci“! Es ist fast 16h30 als wir in Kraljevo beim Busbahnhof unseren Schlafplatz finden. Kosten 300 Dinar = 2.80 SFr. Und, oh grosse Überraschung, hier auf diesem Busbahnhof fahren doch tatsächlich Schweizer-Postauto-Busse ein und aus. Scheinbar entsprechen die nicht mehr unserem hohen Standard….! Wir haben hier kein Internet.

schönes Taxi, oder?

Schweizer Postautos

in Serbien

Sonntag, 6.10.2019: Kraljevo – Mokra Gora, 42.Tag, 141,6 km

Wir fragen am Busbahnhof, wie wir zum grossen Sonntagsmarkt kommen, den uns der Aargauer Serbe sehr empfohlen hat. Keiner weiss wo das sein soll. Also fahren wir um 9h10 los, immer mit der Hoffnung, den Sonntagsmarkt von Čačak finden werden. Es ist unglaublich! Wir sind mit dem Segelschiff um die ganze Welt gereist und jetzt finden wir nicht einmal einen grossen Markt...! Und das wegen unüberwindlichen Sprachschwierigkeiten. In Čačak fragen wir überall herum, niemand weiss richtig Bescheid. Sogar eine Taxifahrerin muss erst dem Chef telefonieren und schickt uns dann in die falsche Richtung. Wir trinken bei einer Tankstelle extra Kaffee um uns nach dem Markt zu erkundigen. Der junge Verkäufer scheint zu wissen wo der Markt stattfindet. Er zeigt es Paul auf dem Tablet und trotzdem finden wir den verfl….en Markt nicht, den jemand in seiner Homepage so begeistert beschrieben hat. Vielleicht findet der Markt ja nur im Sommer statt ? Aber wir finden eine Autowaschanlage und Paul wäscht dem BONSAI den Dreck von 6 Wochen vom Buckel. Es ist bewölkt, 13°, es weht ein kalter Wind und es sieht nach Regen aus. In Požega essen wir im Restaurant „Magnet“ zu Mittag. Paul eine grosse Schüssel Gulaschsuppe, ich Kebab, 10 Stück, mit ein paar Pomfrit und einem Blatt Salat. Dazu Brot und zwei Cola. Kosten, alles zusammen, 1545 Dinar (14.35 SFr.). Es ist gut aber für mich viel zu viel! Ich esse vier von den Kebab-Würstchen und die anderen sechs und das Brot nehmen wir mit. Das wird unser heutiges Abendessen. Am Nachmittag hellt es auf und sie Sonne kommt hervor, aber der kalte Wind weht immer noch, 14°. Wir fahren an Užice vorbei nach Mokra Gora zum Campingplatz „Viljamovka“. Wir sind um 13h45 da und werden sofort vom Besitzer (71½) Carević mit einem preisgekrönten (Goldmedaille) Birnenschnaps verwöhnt, den er selber herstellt. Wir müssen einen Schnaps trinken und noch einen und noch einen! Aber er ist gut der Williams! Carević sagt, der gehe ins Blut und verleihe Karakter! Er war früher Musiker, aber seit seiner Herzoperation brennt er nur noch Birnenschnaps. Sein Campingplatz ist mit viel Liebe für‘s Detail gemacht und sehr sauber. Wir installieren uns für die Nacht mitten in der Birnenplantage, mit schöner Aussicht auf die Umgebung. Inzwischen scheint wirklich die Sonne wieder.

in Užice

Užice

Montag, 7.10.2019: Mokra Gora - Belgrad, 43.Tag , 214,3 km

Wir sind hier auf 800 m Höhe über Meer. In der Nacht war es 0° kalt und deshalb haben wir gestern Abend in weiser Voraussicht die Heizung im BONSAI angeschmissen. Und so hatten wir es in der Nacht schön kuschelig warm. Heute Morgen bei der Abfahrt um 9h20 sind 6° angesagt, die Sonne scheint bei leichter Bewölkung. Aber bevor wir abfahren, schauen wir zu, wie Carević seinen goldgekrönten Birnenschnaps in seinem Birnenschnapsbrennerhäuschen, aus den „Kaiser-Williams-Christ-Birnen“ herstellt. Das heisst, ein junger Nachbar macht im Brennofen ein riesig qualmendes Feuer und Carević sitzt daneben und überwacht die Angelegenheit. Carević ist zwar erst 71½ Jahre alt, sieht aber sehr, sehr viel älter aus. Er bietet mir schon wieder Birnenschnaps an. Es ist 9h morgens und ich lehne dankend ab! Um 15h sind wir in Belgrad, das Wetter ist nicht schlecht, sonnig, leicht bewölkt, 17°. Wir stellen unseren BONSAI auf einen Parkplatz direkt an der Dunav (Donau), neben dem Militärgelände. Wir machen uns sofort auf die Socken zu einer riesigen Shopping Mall. Eigentlich mögen wir diese riesigen Konsumtempel mit den tausend Shops und dem Gestresse der vielen Leute nicht. Aber wir haben Hoffnung, dort einen Stadtplan für Belgrad zu finden. Aber wir finden keinen! Ein Serbe, der die Schweiz gut kennt, klopft an‘s Busfenster und heisst uns in Serbien herzlich willkommen. Er sagt, der Türkische Präsident Erdogan sei heute hier zu Gast und er tuckere jetzt gleich in einem weissen Schiff auf der Donau an uns vorbei. Und tatsächlich sehen wir das Schiff kommen, begleitet von Militärschlauchbooten. Kurze Zeit später wird der wichtige Mann mit vielen Polizeiautos mit Blaulicht an uns vorbei chauffiert.Und am Himmel knattern die Helikopter herum. Unser Abendessen geniessen wir heute im Restaurant Asterix. Zuerst einen serbischen Salat für uns beide zusammen. Danach für Paul eine Pizza Quattro Stagioni. Für mich Pouletbrust mit Gorgonzola, gebratene Kartoffeln und gegrilltes Gemüse. Mmm, wir sind beide begeistert. Dazu eine Flasche Cabernet Sauvignon. Alles zusammen 37,70 SFr., am Donauufer in der Hauptstadt Belgrad. Au, heute haben wir aber zugeschlagen!

Blick aus unserem Camperfenster

da drin wird der goldgekrönte Birnenschnaps gebrannt

der Camping „Viljamovka“

unterwegs

warum haben viele Serbische Häuser keine Balkongeländer ???

In Belgrad

die Ada Brücke

Blick vom BONSAI auf die Donau