Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Elche 7

Sonntag, 19.1.2020: Daimús – Oliva, 49.Tag, ca. 5 km

Seit 7h heute Morgen regnet es in Strömen. Und weil wir hier in Daimús auf einem unbefestigten Stellplatz stehen, verlassen wir den Platz und fahren 5 km zurück, nach Oliva. Hier auf dem Stellplatz „Camper Park KM ZERO“ ist der Platz asphaltiert und es gibt nicht so eine Sauerei in unserem kleinen Bus, wenn wir ein- oder aussteigen. Die Platzwartin heisst Isabelle ist Französin und sehr nett. Den Tag verbringen wir drinnen, es regnet einfach zu stark um spazieren zu gehen.

so sieht es hier 2½ Tage lang aus

Dienstag, 21.1.2020: Oliva – Moraira, 51.Tag, 50,3 km

Den ganzen Sonntag und den ganzen Montag hat es wahnsinnig geregnet und gestürmt. Ununterbrochen, Tag und Nacht! Enorm heftige Windböen brausen über uns hinweg. Und immer und immer wieder prasselt der Regen wie verrückt auf unseren BONSAI. Und es blitzt und donnert fürchterlich. Wir verlassen den Bus nur für die allernötigsten grossen Geschäfte (WC), sonst bleiben wir fein säuberlich im trockenen und warmen Camper. Wir haben genug Vorräte um ein paar Tage hier drinnen auszuhalten. Heute Nacht, um 5h10 gibt es plötzlich ein Riesengetöse. Die Welt geht unter !!! Zuerst Blitze und Donner, danach ein unheimlicher Hagelsturm, der etwa 10 Minuten dauert. Paul steht auf und schaut aus dem vorderen Seitenfenster. Ich schaue direkt aus dem Bett aus dem hinteren Fenster. Der Hagel prasselt fürchterlich auf‘s Dach. Der Platz draussen ist weiss mit lauter Hagelkörnern. Ich bekomme Angst und verkrieche mich noch mehr unter meinen warmen Decken bis es endlich vorbei ist. Jetzt folgen viele Blitze und danach kommt wieder heftiger Wind. Wir möchten jetzt um kein Geld der Welt auf einem Segelschiff sein…! Wie wohl unsere neuen Solarpanele nach dem Hagel aussehen? Endlich, gegen Mittag wird der Regen langsam weniger. Wir machen den Bus startklar, bezahlen die Rechnung im Camp und verlassen Oliva mit der Hoffnung, dass es in Moraira, ca. 50 km südlicher nicht so schüttet. Und tatsächlich ist es so, gegen 14h gibt es nochmals einen Hagelschauer der wieder mächtig auf das Camper-Dach trommelt und dann beruhigt sich die Situation zum Glück.

Foto ausgeliehen...

Foto ausgeliehen...

Zufällig habe ich heute diesen Artikel im Internet gelesen:

Starke Schnee- und Regenfälle suchen seit dem Wochenende Ostspanien und die Balearen heim. Spaniens fünftgrösster Flughafen in Alicante musste vorübergehend schliessen. Die Wetterlage soll noch bis Mittwoch anhalten. © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung

Bei schweren Unwettern in Spanien sind mindestens drei Personen ums Leben gekommen. Viele Schulen bleiben geschlossen. Der Flughafen Alicante konnte am Montag nicht angeflogen werden. Auch auf Strassen und bei der Bahn kommt es zu Behinderungen.

Das Sturmtief «Gloria» zog seit dem Wochenende mit eisigem Wind, starkem Schneefall und Regen über grosse Teile Ostspaniens sowie über die Balearen hinweg. Der Sturm soll laut den Wettervorhersagen bis Mittwoch anhalten. Es wurden drei Todesopfer bekanntgegeben.  Nach Berichten der Lokalmedien handelt es sich um einen 71-Jährigen Mann, der an Unterkühlung starb. Zuvor war in einem Park in Gandia an der östlichen Mittelmeerküste eine 54-jährige obdachlose Rumänin tot aufgefunden worden. Offensichtlich war auch sie erfroren. Bereits am Sonntag war ein 63-jähriger Mann im Dorf Pedro Bernardo in Zentralspanien tot auf seinem Grundstück entdeckt worden. Der Mann sei von herunterfallenden Ziegeln am Kopf getroffen worden. 

Wegen des Sturms blieben zu Beginn der Woche östlich von Valencia viele Schulen geschlossen. Für knapp 200 000 Schüler fiel der Unterricht aus. Auch der Verkehr war durch das Unwetter stark beeinträchtigt: Der Flughafen von Alicante, der fünftgrösste des Landes, wurde am Sonntagnachmittag und Montag geschlossen. Auch mehrere Strassen- und Schienenverbindungen waren wegen des Sturms unterbrochen.

Foto ausgeliehen...

unterwegs von Oliva nach Moraira

Land unter !

eine Orangen-Plantage

in Gata de Gorgos

der Fluss Gorgos bei Gata de Gorgos

Mittwoch, 22.1.2020: Moraira, 52.Tag

Ich glaube, ich habe ein „Sturm-Gloria-Trauma“! Die halbe Nacht lausche ich ob es irgendwo windet, donnert, regnet oder hagelt. Aber Gott sei Dank, es scheint endgültig vorbei zu sein mit dem Stürmen. Und hier im Hof bei Ruth und Heinz kann uns nichts passieren. Hier fühlen wir uns sicher und geborgen. Am Nachmittag befreien Paul und ich die Solarpanele vom roten Wüstenstaub, den der Sturm „Gloria“ aus Afrika mitgebracht hat. Später erwecken Heinz und Paul die Gartenhacke wieder zum Leben, nachdem inzwischen das Ersatzteilchen angekommen ist. Und danach sind wir bei Ruth und Heinz zu Kaffee und Mmm-Quarktorte eingeladen! Bei den beiden hat „Gloria“ die Bananenstauden im Garten zünftig malträtiert.

P.S. Inzwischen hat sich die Zahl der Todesopfer wegen „Gloria“ auf neun erhöht.

Es ist kalt, 13°!

der Wüstensand muss weg von den Solarpanelen!

"Gloria" hat gewütet...

Donnerstag, 23.1.2020: Moraira, 53.Tag

Heinz nimmt uns im Auto mit nach Teulada. Während er beim Arzt ist, laufen wir durch die schönen alten Gassen von Teulada. Das Wetter ist abwechselnd sonnig und bewölkt, bei etwa14°. Um 15h laufen wir mit Heinz wieder eine Bewegungs-Runde!

in den Gassen von Teulada

vor dem Gemeindehaus in Teulada

Freitag, 24.1.2020: Moraira – Xaló, 54. Tag

Wir machen uns wieder einmal auf den Weg um ein wenig „herum zu zigeunern“. Schliesslich sind wir „Reisemobil-Bedouinen“. Wir fahren nach Xaló und stellen uns auf den grossen Camper-Stellplatz, wo schon sehr viele Camper stehen. Morgen ist hier im Dorf der grosse Trödelmarkt (oder muss man sagen Antiquitäten?) und das merkt man schon heute. Das Wetter ist durchzogen, manchmal schaut die Sonne hervor und dann ist es wieder bewölkt bei ca. 15°. Gegen Abend kommt der Stellplatz-Besitzer, kassiert von jedem Camper 5 € und die meisten von den 25 Campern müssen umparkieren, um für die Autos der vielen Besucher des morgigen Marktes Platz zu schaffen. Nur ganz wenige, so zum Beispiel wir, dürfen stehen bleiben, weil mein Chauffeur sehr vorausschauend, vorbildlich ganz korrekt und platzsparend parkiert hat.

in Xaló

in Xaló, dicke Würste

von Privat, 5 kg Orangen kosten 3 €

Samstag, 25.1.2020: Xaló, 55. Tag

Es ist ziemlich grau, aber kein Regen. Von ca.11h bis 13h30 sind wir am Markt, nur über die Strasse vom Stellplatz. Oh je, was es da alles zu sehen gibt! Von sehr schönen, neuen Sachen, bis zu altem Gerümpel. Beim Stand von Schweizern essen wir: Paul eine grillierte Cervelat mit Brot, ich Wienerli mit Kartoffelsalat. Dazu gibt es Glühwein. Kaum ist der Markt vorbei, so gegen 14h, verschwindet ein PW nach dem anderen vom Parkplatz und der Platz ist wieder fest in Campers Händen.

am Ufer dieses Flusses findet jeden Samstag der Trödelmarkt statt

Montag, 27.1.2020: Xaló, 57.Tag

Was für ein herrlicher Sonnentag. Auf unserer „To do Liste“ steht heute an oberster Stelle: Grossputz ! Nach dem Frühstück nehmen wir das Bett auseinander. Wir packen die dicke Matratzenauflage in eine grosse Plastiktüte und marschieren damit ins Dorf. Ich vergesse das Waschpulver und muss nochmals zurück zum BONSAI! In der Self-Wäscherei sind alle drei Waschmaschinen frei. Wir nehmen die grösste, 21 kg, stopfen unseren Matratzen-Topper hinein und schmeissen 8 € Münzen ein. In einer normalen Haushalts-Waschmaschine hat das Teil nicht genügend Platz und so nutzen wir die Gelegenheit hier. Nun laufen wir zum Kirchplatz, wo wir uns draussen an der Sonne einen Kaffee gönnen. Wir kehren zur Wäscherei zurück, unsere Wäsche ist nach ca. 45 Minuten fertig gewaschen. Jetzt kommt sie noch 15 Minuten für 2 € in den Trockner und wir kehren zurück zum BONSAI. Aber jetzt geht es erst so richtig los mit der Grossputzerei im Camper! Zuerst wird das Bett frisch bezogen und dann wird gesaugt, geschrubbt, gewaschen! Und weil es so warm, das heisst schon fast richtig heiss ist, ziehe heute sogar ICH kurze Hosen an!!! Nach dem alles blitzsauber ist, gibt es einen kleinen Mittags-Imbiss und wir haben „frei“ bis 15h. Diese „Freizeit“ geniessen wir an der Sonne vor dem Bus mit lesen. Ab 15h geht es auf einen langen, ausgedehnten Spaziergang rund um das Dorf Xaló. Was für ein wunderschöner Tag!

in der Self-Wäscherei von Xaló

es fängt an zu blühen

bei unserem Spaziergang laufen uns diese Raupen über den Weg

in Xaló, eine Woche nach dem Sturmtief "Gloria"

das wird "Gloria-Wein"

auch die Olivenbäume stehen im Wasser

Xaló