Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Normandie 5

wir verlassen den Lac Pont-l‘Evêque

Samstag, 15. August 2020: 19.Tag, Pont-l‘Evêque – St. Pierre-sur-Dives , 88,1km

In der Nacht gibt es mehrmals kleine Regenschauer. Um 10h verlassen wir diesen **** Camping du Lac, es ist total bewölkt , 20°, grau in grau mit leichtem Nieseln. 4 km später sind wir schon in Lisieux. Hier besuchen wir zuerst die Cathedral St.Pierre. Es ist gerade ein Gottesdienst im Gange und deshalb sehen wir nicht sehr viel von der Cathedrale. Danach schlendern wir über den ziemlich grossen Markt und kaufen 520 Gramm (wir wollten 500 Gramm) feinen französischen Emmentaler. In ganz Lisieux müssen Masken getragen werden, auch draussen, Mist!!!

Kirche St. Pierre in Lisieux

Markt in Lisieux

 

Dann geht es zur Basilica Sainte Thérèse. Weil dies meine Namens-Heilige ist, muss ich doch unbedingt diese Basilica sehen, wenn wir schon mal hier sind. Weil heute ein Feiertag ist (Maria Himmelfahrt), ist gerade eine Messe im Gange und wir dürfen nicht in die Kirche rein gehen. Überall stehen Soldaten mit MP‘s herum und ein Film-Team ist anwesend. Das heisst es müssen wichtige VIP‘s in der Basilica sein. Endlich, kurz nach 12h, nachdem wir ca. eine halbe Stunde gewartet haben, läuten die Glocken und die Kirche ist aus. Und tatsächlich kommt der Bischof und sein Gefolge heraus. Jetzt dürfen wir rein und uns die gewaltige Basilica anschauen.

Thérèse von Lisieux (* 2. Januar 1873 in Alençon, Frankreich; † 30. September 1897 in Lisieux, Frankreich). Thérèse wurde als jüngstes von neun Kindern von Zélie und Louis Martin als Marie-Françoise-Thérèse Martin geboren. Schon als Fünfzehnjährige wollte sie, von ihrer Familie unterstützt, ins Kloster eintreten, ihre Aufnahmegesuche wurden jedoch mehrfach abgelehnt, zum einen wegen ihres jugendlichen Alters, zum anderen, weil bereits mehrere leibliche Schwestern Thérèses im Konvent von Lisieux lebten. Erst nachdem Bischof Hugonin von Bayeux eine Dispens gewährt hatte, folgte sie, im Alter von 15 Jahren, ihren Schwestern Pauline und Marie ins Kloster von Lisieux. Im Jahr 1897 starb Thérèse, nur 24 Jahre alt, nach einer Tuberkuloseerkrankung im Kloster.

Die Basilika Sainte-Thérèse ist eine Basilica minor in Lisieux in Frankreich. Die 1954 fertiggestellte Basilika ist der heiligen Therese von Lisieux (1873–1897) geweiht. Das Kirchengebäude fasst bis zu 4000 Personen und wird jährlich von über zwei Millionen Menschen besucht. Es ist eine der größten Kirchen, die im 20. Jahrhundert gebaut wurden. Nach Lourdes ist die Basilika der hl. Thérèse die zweitgrösste Wallfahrtsstätte Frankreichs. Die Bauarbeiten begannen 1929 und endeten 1954. Die Kirche erhebt sich auf einem Hügel am Rande von Lisieux. Der Bau der 95 Meter hohen Basilika wurde von drei Architekten geplant und ausgeführt. Das Aussehen des Sakralbaus mit dem kreuzförmigen Grundriss orientiert sich an der Pariser Basilika Sacré-Cœur de Montmartre; die Kirche selbst ist im neobyzantinischen Stil errichtet. Eine grosse Kuppel erhebt sich über der Vierung des 105 Meter langen Hauptschiffs und des 65 Meter breiten Querschiffs. Die Wände des Kirchenschiffs sind grossteils mit Mosaiken bedeckt.

Basilica Sainte Thérèse

sehr bewacht

die Kuppel

Corona-Einteilung

Und weiter geht es wieder ein paar Kilometer bis nach Vimoutiers, wo wir das Museum du Camembert besuchen. (Eintritt 3 € /Pers). Es ist ziemlich klein, aber sehr informativ, mit einem kleinen Film (7 Minuten). Marie Havel ist die Frau, die den Camembert in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Und jetzt fahren wir weiter zum Dorf Camembert. Hier kaufen wir in der Maison du Camembert zwei Camembert-Käse. Inzwischen ist die Sonne wieder anwesend und wir schwitzen bei 27°. Wir fahren schnell weiter, durch grüne Landschaft mit vielen Apfelbäumen (für den Cidre und den Calvados) und vielen Kühen auf den Weiden (für den Käse). In St. Pierre-sur-Dives stellen wir uns um 16h auf den grossen Marktplatz, wo wir die Nacht verbringen wollen. Wir machen sofort einen langen Spaziergang durch den Ort. Zuerst Besichtigung der mächtigen Benediktinerabtei aus dem 11. - 16. Jh. und danach dringende Suche nach einem Restaurant, wo es Kaffee und/oder Bier gibt. Keine Chance; alle Restaurants sind geschlossen! Wegen dem Feiertag vielleicht???

Marie Havel machte den Camembert in der ganzen Welt bekannt

Vimoutiers

Rathaus von Vimoutiers

Käseformen im Camembert Museum

im Käse Museum

in Camembert

in St. Pierre-sur-Dives, Markthalle, 11.Jh., 85 m lang, 21m breit

das Rathaus

Benediktinerabtei, 12. bis 16. Jh

Sonntag, 16. August 2020: 20.Tag, St. Pierre-sur-Dives – Caen, 70,1 km

In der Nacht leichter Regen. Der Morgen ist grau und trüb, es regnet immer wieder. Eigentlich wollten wir hier bleiben um am Montag den Markt hier zu besuchen. Aber, weil es so trostlos trübe ist, schmeissen wir Plan A weg und machen mit Plan B weiter. Wir fahren zum Château de Vendeuvre, um es zu besichtigen. Es ist jetzt 10h20 und das Schloss öffnet erst um 12h30 seine Pforten für Besucher. Also geht die Fahrt ohne Schloss- und Parkbesichtigung weiter. Im wunderschönen Beuvron-en-Auge, einem der 100 schönsten Orte Frankreichs, trinken wir Espresso. Es regnet. Nach dem Picknick im Auto geht es weiter Richtung Caen. Um 13h10 sind wir auf dem Stellplatz beim Memorial Museum. Es hat keinen Platz für uns, also warten wir, nach Absprache mit einem französischen Camper geduldig, bis sein Platz frei wird. Gegen Abend gibt es ein Megagewitter.

wir verlassen St. Pierre-sur-Dives

Château de Vendeuvre

ist noch geschlossen

in Beuvron-en-Auge

es regnet

Montag, 17. August 2020: 21.Tag, Caen

Nicht weit vom unserem Übernachtungsplatz stehen wir um 9h vor der Tür des „Memorial de Caen“, einem Kriegsmuseum. Es hat schon eine ganze Kolonne von Leuten da, die auf die Öffnung warten. Der Eintritt kostet pro Person 14.90€. Das Museum ist enorm interessant, aber auch sehr, sehr ermüdend. Vor allem für die Augen, weil man ununterbrochen, zum Teil sehr kleine Schrift, lesen muss. Meistens sind die Beschriftungen Französisch, Englisch und Deutsch angeschrieben, aber Deutsch nicht immer. Die Filme sind auf Französisch oder Englisch, nichts auf Deutsch. Aber die Zeit vergeht sehr schnell, nach zwei Stunden schaue ich zum ersten Mal auf die Uhr. Im ganzen sind wir drei Stunden im Museum.

 Caen, ist eine Stadt in der französischen Region Normandie und mit 105.354 Einwohnern die grösste Stadt im Département Calvados. Caen liegt am Fluss Orne, 15 Kilometer oberhalb von dessen Mündung in den Ärmelkanal, sowie 50 Kilometer südwestlich von Le Havre.

Vom Memorial gehen wir direkt zur Busstation und fahren mit der Buslinie 2 (für 1.50€ /Pers.) in die Stadt Caen. In der Stadt essen wir in einem kleinen Restaurant zu Mittag und bummeln danach in der Stadt herum. Weil es plötzlich einen Regenschauer gibt, flüchten wir in ein Shopping-Center und kaufen für Paul neue Turnschuhe (die Alten fallen auseinander) und einen neuen Rucksack ( auch der sieht schon sehr zerfleddert aus). Mit dem Bus fahren wir wieder zurück zum BONSAI und sind ziemlich k.o.

das "Memorial de Caen"

im Museum, 1923, 500 Millionen Mark

im Museum

in Caen

Kirche St. Pierre in Caen

Dienstag, 18. August 2020: 22.Tag, Caen – Luc-sur-Mer, 16,4 km

Um 9h45 fahren wir beim Memorial de Caen los. Sonnig, leicht bewölkt, 18°. 16 km später sind wir in Luc-sur-Mer, in einem Badeort am Ärmelkanal. Vom Parkplatz aus machen wir uns sofort auf die Socken und laufen dem Meer entlang bis zum Tourismus-Büro, wo wir einen Plan der Stadt erhalten. Mit diesem Stadtplan ist es sehr leicht, das Rathaus zu finden und das kolossale Skelett eines Blauwales, das dort im Park ausgestellt ist. Der Blauwal lag am 14.Januar 1885 hier in Luc-sur-Mer tot am Strand. Das Skelett des Kolosses ist 19 m lang und 40 Tonnen schwer. Wir kehren wieder zurück zur Meerespromenade und essen in einer Crêperie zu Mittag. Es gibt für beide eine Galette aus Buchweizenmehl mit Schinken, Käse und einem Ei, mmm! Prima! Und danach als Dessert eine Crêpe (aus Weizenmehl) mit Zucker, auch gut! Nach diesem feinen Mittagessen geht es dem Meer entlang zurück zum Bus, wo wir uns in die Badesachen werfen. Trotz der Bewölkung baden wir im Ärmelkanal. Für mich ist das Wasser anfangs eisig (!!!) aber dann ist es herrlich! Das Prozedere wird zweimal wiederholt und dazwischen schauen wir fasziniert zu, wie das Wasser sehr schnell zurück geht und Ebbe herrscht.

in Luc-sur-Mer

das Rathaus

der Blauwal, das Skelett des Kolosses ist 19 m lang und 40 Tonnen schwer.

Galette aus Buchweizenmehl mit Schinken, Käse und einem Ei, mmm!

Luc-sur-Mer

Mittwoch, 19. August 2020: 23.Tag,Luc-sur-Mer – Courseulles-sur-Mer, 16 km

Gestern Abend, gegen 21h haben wir noch einen Strandspaziergang gemacht, bei strahlend blauem Himmel. Heute Morgen regnet es aus allen Kannen und es soll den ganzen Tag so weiter regnen! Wir tun uns ziemlich schwer mit unserem heutigen Tagesprogramm. Unser Plan war, einen ganz besonders schönen Schlossgarten und das dazugehörende Schloss zu besichtigen. Aber es regnet dermassen, dass wir darauf verzichten und passend zum Wetter einen Soldatenfriedhof besuchen. Oberhalb des Küstenabschnitt Juno Beach, an dem die 3. Kanadische Division am 6. Juni 1944 landete, ist der Cimetière Canadien in Bény-sur-Mer angelegt worden, auf dem über 2000 Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auf den Grasteinen befinden sich Name, Alter, Rang und Name der Einheit sowie das Todesdatum und ein Emblem des Regimentes. Das ist sehr beeindruckend, vor allem weil die meisten der Gefallen noch sehr jung waren, 19 oder 20 Jahre alt! In Courseulles-sur-Mer stellen wir uns auf den Stellplatz und verbringen den Nachmittag im BONSAI, schreibend, lesend und wartend, dass es aufhört zu regnen.

Cimetière Canadien in Bény-sur-Mer