Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

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Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

CORONA-WINTER IN SPANIEN 1

Nach sehr langem Überlegen, Diskutieren, Informieren, Fragen und Zweifeln, haben wir uns gestern doch noch entschlossen, trotz CORONA, nach Spanien zu fahren. Allerdings müssen wir unsere Reiseplanung ein wenig abändern. Wir wollten ja eigentlich zuerst in den Norden Spaniens und später in den Süden an die Costa Dorada. Aber wer weiss, vielleicht können wir das ja dann doch noch irgendwann auf dem Rückweg nach Hause nachholen.

Sonntag, 15.11.2020: 1.Tag, Pieterlen - Donzère, 538,7km

Es ist 7h45, kalt bei 3° und es hat dicken Nebel, als wir von zu Hause losfahren. Was haben wir alles vergessen? Hoffentlich nichts Wichtiges. Fast bis Lausanne fahren wir durch dichte Nebelsuppe.Von da an scheint die Sonne und es wird bis 15° warm, schön! Um Punkt 10h sind wir bei Genf an der Schweiz/Frankreich-Grenze. Hier werden wir von vier Grenzbeamten, alle mit schwarzen Masken, bereits erwartet. Einer der vier Herren befragt uns sehr, sehr nett: woher, wohin, Zweck der Reise, ob wir etwas zu verzollen haben und ob wir 10'000€ an Bord haben? Nein, haben wir leider nicht! Er wünscht uns eine gute Reise und wir sind in Frankreich. Bei Paul hört man ganz deutlich einen grossen Felsbrocken vom Herzen plumpsen!!! Bei mir ist es nur ein ganz kleiner Stein, ich habe mir keine sooo grosse CORONA-Grenz-Sorgen gemacht wie mein Chauffeur. Kurz vor Lyon gibt es den Mittagshalt. Es wird immer bewölkter und es bläst ein ziemlicher Wind. Südlich von Valence fängt es an zu regnen. Die Dörfer und Strassen sind fast menschenleer, wie leergefegt: CORONA! Um 16h50 kommen wir auf dem Stellplatz in Donzère an. Es ist sehr trüb und schon fast dunkel. Und: heute ist Fonduewetter...!

Nebel in der Schweiz

Montag, 16.11.2020: 2.Tag, Donzère - Béziers, 240km

In der Nacht hat es zeitweise ziemlich stark geregnet, aber wir haben beide trotzdem sehr gut geschlafen. Um 9h30 geht es weiter Richtung Süden. Die Sonne scheint bei 12°. Wir fahren auf der Nationalstrasse N7. Es hat wenig Verkehr aber schon ein bisschen mehr als gestern Sonntag, es sind vor allem LKW‘s. Frankreich hat sehr strenge CORONA-Regeln. Maskenpflicht überall, auch draussen, Ausgangssperre, raus darf nur wer einen triftigen Grund hat wie z.B. zur Arbeit gehen, Arztbesuch, Lebensmittel einkaufen und mit dem Hund Gassi gehen. Müssen wir jetzt extra noch einen Hund anschaffen, damit wir ein wenig spazieren gehen dürfen??? Alle Restaurants und Bars sind geschlossen. Unterwegs tanken wir irgendwo und füllen unsere 10 Liter Gasflasche auf. Den Mittagshalt machen wir bei Montpellier mit Sonne und 18°. Dabei verdrücken wir zum Dessert die letzten drei (3) von Enkelin Jessica gemachten Spitzbuben, die eigentlich für Weihnachten gedacht waren... Gegen 14h30 sind wir in Cers, bei Béziers, am Canal du Midi. Hier wollen wir über Nacht bleiben. Wir machen sofort einen etwa 1½-stündigen Spaziergang (auch ohne Hund!!!) dem Kanal entlang. Freude herrscht: es ist wunderbar sonnig und herrlich schön! Wir haben heute 5 (!!!) Camper gesehen. In „normalen Zeiten“ (ohne Covid-19) sind es Hunderte…! P.S. Unser BONSAI Camper hat heute, hier am Kanal 77‘007 km auf dem Zähler.

unterwegs in Frankreich, Lavendel

in Cers, bei Béziers, am "Canal du Midi"

ein B&B-Schiff

Dienstag, 17.11.2020: 3.Tag, Béziers – La Jonquera, 160,3km

Um 9h20 geht es los. Es ist herrlich schönes Wetter, 12°. Wir haben Sehnsucht nach dem Meer und deshalb fahren wir zuerst 8km dem „Canal du Midi“ entlang, bis nach Portiragnes Plage, um einen Blick auf‘s Meer zu werfen. Der Ort ist wie tot… Nach diesem kurzen Abstecher geht es über Béziers, Narbonne und Perpignan nach Spanien. Um kurz vor 14h sind wir in Le Perthus, an der französisch/spanischen Grenze. Wir überqueren die Grenze nach Spanien ohne eine einzige Kontrolle, ohne gar nix! Wir stellen unseren BONSAI auf den Parkplatz vom Supermarkt Escudero in La Jonquera. Normalerweise stehen auf diesem Stellplatz über 100 Camper. Heute sind wir zuerst ganz alleine und später ganze 3 Camper, 2 Franzosen und wir. Wir machen einen kleinen Rundgang zu den Geschäften. Escudero hat geöffnet, so dass wir dort wenigstens Brot kaufen können. Alle anderen Läden und die Bars und Restaurants sind geschlossen. Wir haben diesen Ort noch NIE so trostlos gesehen! Aber das Wetter ist wunderbar, 21° warm. Am Abend wird gewürfelt. Ich verliere 6 von 7 Spielen! Grosse Schande über mich…,das Glück hat mich verlassen!

Narbonne

Indian Summer in Südfrankreich

die Autobahn kurz vor der Grenze zu Spanien

die Spanische Grenze

alleine auf dem riesigen Parkplatz in La Jonquera

Mittwoch, 18.11.2020: 4.Tag, La Jonquera - Sitges, 227,9km

Nach einem Kurzeinkauf im ESCUDERO-Supermarkt (weil wir hier gratis übernachten dürfen), geht es um 10h weiter südwärts. Sonne, 15°. Bei Girona entsorgen wir Abwasser und WC und begutachten den Stellplatz. 21 km später, in Sils, wird nochmals ein Stellplatz inspiziert und dort essen wir auch unser kaltes Mittagessen, 19° und Sonne. In Granollers schauen wir schon wieder einen Stellplatz an. Vorbei an Barcelona fahren wir bis Sitges. Kurz vor unserem Ziel in Sitges braust ein Auto in voller Fahrt an uns vorbei, hupt wie verrückt, blinkt auf unsere Seite, fuchtelt mit den Händen und macht uns irgendwelche Zeichen. Paul fährt unbeirrt weiter, wir müssen sowieso die nächste Ausfahrt nehmen und so werden wir den Rowdy los. Um 15h25 sind wir in Sitges. Auf dem Stellplatz werden wir sofort von einem Deutschen und einem Engländer in Empfang genommen. Später kommen noch ein Franzose und ein Spanier dazu. Die wohnen alle hier in ihren 8 oder 9 Oldie-Campern und scheinen Aussteiger zu sein. Aber die stören uns eigentlich nicht. Wir trinken sofort draussen an der Sonne Kaffee und essen Kuchen. Sobald die Sonne weg ist ziehen wir uns in unser fahrendes Häuschen zurück.

unterwegs nach Sitges

Übernachtung in Sitges

Donnerstag,19.11.2020: 5.Tag, Sitges – Ebro-Delta, 159,3km

Die Nacht war nicht besonders ruhig. So alle 15 Minuten donnert ein Zug am Stellplatz vorbei. Nur von 02h – 06h ist Ruhe, da kommen keine Züge. Aber sonst ist dieser Platz gar nicht soooo schlecht. Um 9h15 geht es bei strahlendem Sonnenschein und 15° weiter. Unterwegs, in der Nähe von Tarragona, tanken wir Diesel für 0,949 €. Um 11h45 sind wir schon im Ebro-Delta, auf dem Platz, wo wir schon mehrmals übernachtet haben. 4 Camper sind da, normalerweise sind es 70-80 Stück! Nach dem Mittagspicknick machen wir einen Spaziergang durch die wunderschöne Gegend mit den Känalen und den abgeernteten Reisfeldern. Danach sitzen wir neben dem BONSAI, trinken Kaffee und lesen. Schade ist das Restaurant „Casa Fusta“ wegen Covid-19 geschlossen. Sonst würden wir heute Abend dort eine feine Paella essen gehen. Paul möchte unbedingt grillieren, aber es weht, trotz Sonnenschein, ein kühler Wind, der Chefkoch will trotzdem die Schweinsplätzli draussen auf dem Grill braten. Gegessen wird aber drinnen.

im Ebro-Delta

unterwegs

im Ebro-Delta

alles vorbereitet

Freitag, 20.11.2020: 6.Tag, Ebro-Delta - La Vall d'Uixó,144km

Wir verbringen hier eine sehr ruhige Nacht. Man hört keinen einzigen Ton. Nur gestern Abend sind noch 2 Camper angekommen, die gefühlte 100 Türen zugeknallt haben. Und heute Morgen liegt ein grosser, frischer Hundescheisshaufen auf dem Platz…! Um 9h00 (Sonne,13°) verlassen wir dieses für uns immer wieder wunderschöne Ebro-Delta, Richtung Valencia. Wir fahren auf der Nationalstrasse N-340 und sind ab sofort im Orangenland. Links und rechts der Strasse hat es viele Zitrusplantagen. Um 11h sind wir schon an unserem heutigen Zielort, in La Vall d‘Uixó, bei den „Coves de Sant Josep“. Nach dem Mittagessen laufen wir zu den Höhlen und können um Punkt 13h eintreten. Eintritt: für Rentner 7€, sonst 10€. Die nehmen das hier mit dem Covid-19 ganz genau. Zuerst wird geschaut, ob man die Maske richtig trägt (Nase muss bedeckt sein), dann wird Fieber gemessen (an der Stirn, bei Paul auch am Hals), dann muss man die Schuhsohlen auf einem Teppich reinigen und zuletzt müssen die Hände desinfiziert werden. Jetzt dürfen wir, immer zwei Personen in ein Boot einsteigen und wir werden 1km auf dem unterirdischen Fluss in den Berg hinein gerudert. Es ist wunderschön, 20° warm, (und ich habe extra eine warme Jacke mitgenommen). Irgendwo steigen wir im Berginneren aus und laufen mit einem Führer 250m weit, bis wir an einer anderen Stelle wieder ins Boot einsteigen dürfen. Die Durchfahrt ist manchmal sehr tief und Paul haut sich prompt den Kopf an einem Felsen an und hat jetzt Kratzer auf der Sonnenbrille. Auf dem Rückweg durch die Unterwelt halten wir bei der „Fledermausgrotte“ an, die Lichter werden gelöscht, wir sitzen total im Dunkeln und dann ertönt Musik mit bunter Discobeleuchtung. Sehr schön, die Musik könnte aber ein wenig dezenter (leiser) sein. Unterwegs singt unser Bootführer für uns „Oh sole mio!“ und erklärt uns die Höhle und den Fluss. Die Höhle besteht schon seit 17‘000 Jahren (???) wurde aber erst 1902 entdeckt. Nach ca. 45 Minuten sind wir wieder draussen an der Sonne und sind sehr zufrieden mit unserem kleinen Ausflug in die Unterwelt. Danach laufen wir ins Dorf um Brot zu kaufen.

wir verlassen das Ebro-Delta

im Orangenland

angekommen in La Vall d'Uixó

in der Höhle "Coves de Sant Josep"

Samstag, 21.11.2020: 7.Tag, La Vall d'Uixó – Benissa, 174,2km

Um 9h30 geht es weiter, es ist sonnig aber kühl, 10°. Auf der sehr guten Strasse N-332 fahren wir bis nach Benissa. Hier kennen wir uns aus, stellen uns auf den Stellplatz der Gemeinde und machen sofort einen grösseren Einkauf im Lidl um die Ecke. Danach machen wir einen Spaziergang und stellen fest, was sich seit Februar, seit wir zum letzten Mal hier waren, verändert hat. Und nach dem Spaziergang wird der Camper ein wenig ausgemistet, aufgeräumt und geputzt.

alles Orangenbäume

neue Plantage