Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Corona-Winter in Spanien 3

die Marina von Moraira

Montag 21.12.2020: 37.Tag, Moraira

Am Nachmittag machen Heinz, Paul und ich wieder einen langen Spaziergang, bis zur Marina von Moraira und zurück. Es ist sonnig, aber es weht ein kaltes Lüftchen.

Abends pröbeln Paul und ich im BONSAI wieder mal mit unserem OMNIA-Backofen herum. Heute wird es ein Zucchini-Kuchen mit Schinken, Käse und Eierguss. Er gelingt prima.

unterwegs gesehen, Blumentopf mit Muscheln

Zucchini-Kuchen unten

und oben

Mittwoch, 23.12.2020: 39.Tag, Moraira – Jávea, 26,7km

Wir verabschieden uns von Ruth und Heinz und danken ihnen für die herzliche Gastfreundschaft, hier in unserem „Basiscamp“. Wir haben Sehnsucht nach Meer und fahren nach Jávea. Unterwegs machen wir noch einen ziemlich grossen Einkauf, um über die Feiertage möglichst nicht einkaufen gehen zu müssen. Genau richtig zum Mittagspicknick sind wir am Paul‘s Lieblingsstrand in Jávea. Am Nachmittag laufen wir ein wenig im Ort herum und setzen uns später an den steinigen Strand und geniessen einfach mal das Nichtstun! Es ist herrlich an der warmen Sonne.

in Moraira

unterwegs nach Jávea

am Steinstrand in Jávea

in Jávea

Donnerstag 24.12.2020: 40.Tag, Jávea

Es ist wunderschönes Wetter, aber es weht ein kühles Lüftchen. Eigentlich wollte Paul heute im Meer schwimmen gehen. Aber es lässt es dann doch lieber bleiben und wir laufen dem Meer entlang bis zum „neuen Teil„ von Jávea. Wir schauen uns an, was aus den Zerstörungen vom Sturm „Gloria“ von Ende Januar 2020 geworden ist. Die meisten Schäden wurden behoben und der Strand wieder tiptop hergestellt. Allerdings gibt es immer noch einige Restaurants und Geschäfte deren Türen mit Holzbrettern zugenagelt sind die vielleicht nie mehr wieder eröffnet werden. Bei der Österreichischen Bäckerei/Konditorei trinken wir an der Sonne Kaffee und lassen es uns gut gehen. Genau zwei Stunden später sind wir wieder beim BONSAI. Den Abend verbringen wir ganz gemütlich und zufrieden im Bus. Wir stehen ganz alleine auf dem langen Steinstrand.

Freitag, 25.12.2020: 41.Tag, Jávea- Xaló, 32,2km

In der Nacht hören wir das immer lauter werdende Heranrollen der Wellen. Weil ziemlich starker Wind angekündigt wird, beschliessen wir spontan, diesen wunderschönen Platz zu verlassen, um den BONSAI nicht von der hoch aufspritzenden Gischt einsalzen zu lassen. Wir fahren nach Xaló, auf den Stellplatz, den wir schon kennen. Hier stehen schon 10 Wohnmobile. Es ist ca. 14° kalt und der Wind rüttelt wie verrückt am BONSAI herum!

Maskenpflicht

Samstag, 26.12.2020: 42.Tag, Xaló

Es ist sehr sonnig, aber wegen einem kühlen Wind ist es nur ca. 14° kalt. Der 26.Dezember (Stephanstag), ist in Spanien KEIN Feiertag. Die Geschäfte und Restaurants sind geöffnet. Gegenüber unseres Stellplatzes findet heute, wie jeden Samstag, ein grosser Antiquitätenmarkt statt. Aber heute ist der Markt nur etwa halb so gross wie sonst üblich, wegen Covid-19. Wir laufen den ganzen Markt ab und wieder zurück. Selbstverständlich mit Maske!!! Wir kaufen „nur“ 3 Bücher (Romane), damit ich wieder eine Weile mit Lesen beschäftigt bin…. Bevor wir zum BONSAI zurückkehren, setzen wir uns bei einem Restauräntchen, vor dem Wind geschützt, in die Sonne und geniessen einen Cortado (Kaffee). Hier ist es herrlich warm. Ahhh, so gefällt es uns doch!

in Xaló

am Antiquitätenmarkt

in Xaló

Sonntag, 27.12.2020: 43.Tag, Xaló

Der Morgen ist eiskalt, 0°. Aber wenn man bedenkt, dass heute in der Schweiz, im Toggenburg, bis minus 31° gemessen wurden, ist es hier direkt warm…! Nach dem Frühstücken und dem Haushalten machen wir uns auf unseren Morgenspaziergang. Die Sonne scheint herrlich und wir setzen uns beim Restauräntchen „Don Pinxo“ draussen hin, um ein Glas Weisswein zu trinken. Gegen 14h gibt es beim BONSAI Mittagessen. Der Chef hat 3 Koteletts gebrutzelt und ich habe Salat gemacht. Dazu gibt es Brot. Wir haben viiiiel zu viiiel Brot eingekauft und das muss nun gegessen werden! Zum Kaffee gibt es für jeden 3 Kokos-Makronen. Es ist richtig warm, ja sogar historisch heiss: sogar ICH kann nur in einem Kurzarm-T-Shirt und Leggins draussen zu Mittag essen!!! Gegen 16h fängt es an kühl zu werden und wir verziehen uns wieder in den BONSAI.

in Xaló

Montag 28.12.2020: 44.Tag. Xaló – Xátiva, 102,9km

Morgens um 05h50 gibt es ein paar heftige Windböen, dass es uns im Bett herumrüttelt! Danach kurze Regenschauer. Nach dem Mittagessen lösen sich die Wolken auf und blauer Himmel lässt sich blicken. Kurz nach 12h30 machen wir uns auf den Weg. Wir fahren in die Berge, ins Hinterland. Wir wollen Neues entdecken. Wir kurven über wilde Berge und durch wunderbare Täler voller terrassierter Oliven -und Mandelplantagen. In einem weiten Tal geht es ein Stück auf der A-7 (Autostrasse) und nach 92.9km erreichen wir bei schönstem Sonnenschein (aber Wind) unser heutiges Ziel Xátiva. Wir schauen uns direkt neben dem Rathaus die enorm schön gemachte, riesige Krippenanlage an. Wir sind begeistert, die Krippe ist einfach toll! Leider darf man sie wegen Covid-19 nicht betreten. Nun fahren wir zu unserem Nachtquartier, ein Parkplatz der sich beim Sportzentrum von Xátiva befindet. Zuerst schlurmen wir ein wenig im Sportgeschäft Decathlon herum. Paul schaut sich Velos an, ich lieber Kleider… Heute hat sich mein Chauffeur bei der Ankunft in Xátiva schrecklich genervt. Das GPS auf seinem Tablett reagiert einfach vieeel zu langsam. Es hat immer noch die Position von Jávea, aber dort sind wir schon seit dem 25.12. nicht mehr!

unterwegs

bei der Krippe in Xátiva

hier schlafen wir

Xàtiva (valencianisch, [ˈʃativa]; spanisch Játiva [ˈxatiβa]) ist eine Mittelstadt in der Provinz Valencia in Spanien. Die Stadt hat 29.231 Einwohner und zählt zu den kulturell und historisch bedeutendsten Städten der Region.

Xàtiva wurde einst von den Iberern gegründet. Nach den Römern und den Mauren eroberte 1244 Jaime I. von Aragon die Stadt und schuf dort ein bedeutendes Archiv. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts erlebte die Stadt ihre grosse Blütezeit. Berühmt ist Xàtiva deshalb, weil hier um 1150 das erste Papier auf europäischem Boden durch die Mauren hergestellt wurde.

Da sich die Stadt im Spanischen Erbfolgekrieg auf die Seite der Habsburger gestellt hatte, wurde sie 1707 nach einmonatiger Belagerung gebrandschatzt. Frauen und Kinder erlitten in der Stadtkirche den Feuertod.  Der Rest der Bevölkerung wurde in die Mancha umgesiedelt. Xàtiva verlor durch die Bourbonen die bisherigen Privilegien, sogar der Name der Stadt wurde zu Ehren des Königs Felipe V. in Nueva Colonia de San Felipe geändert. Erst im Jahre 1811 konnte der alte Name durch das Parlament von Cádiz wiederhergestellt werden. Das Gemälde Philipps V. hängt im Stadtmuseum von Xàtiva noch bis zum heutigen Tage aus Protest mit dem Kopf nach unten.

ja wie schreibt man denn nun dieses Xativa richtig ???

Xátiva oder Xàtiva, Die verwinkelte, arabisch anmutende Altstadt am Fusse des Vernissa mit zahlreichen historischen Gebäude und Palästen sowie Kirchen und Brunnen steht komplett unter Denkmalschutz.

Dienstag, 29.12.2020: 45.Tag, Xátiva-Bellús, 23,3km

Der Tag startet sehr sonnig, 10°. So gegen 10h fahren wir mit dem Camper zum untersten Parkplatz am Fusse des Berges, von wo es dann zu Fuss zur Burg von Xátiva hinaufgeht. Als wir endlich oben angekommen sind, ist das Castillo wegen Corona und wegen Bauarbeiten geschlossen. Wir dürfen nicht hinein, auch nicht in den Schlosshof. Schade! Also latschen wir den ganzen Weg wieder hinunter. In der Stadt tanken wir für 0.957 €/Liter Diesel. Und weil es gerade so gut passt, wäscht Paul unserem BONSAI den ganzen Dreck vom Jahr 2020 vom Buckel. Wir fahren weiter bis zu einem kleinen Stausee in Bellús und stellen uns auf den schönen Stellplatz der Gemeinde, ganz in der Nähe des Stausees. Nach dem späten Mittagessen laufen wir über die Staumauer und schauen uns den kleinen See an. Inzwischen ist es bewölkt und eisiger Wind lässt uns frösteln, 12 °! Wir kehren schnell wieder zu unserem BONSAI zurück und machen uns sofort einen heissen Kaffee um uns wieder aufzutauen.

Der Bau der dreischiffigen, die Stadt dominierenden Kirche Colegiata (La Seo) begann 1596 auf den Grundmauern einer Moschee.

unterwegs zum Castillo

bei der Löwen-Höhle

uff, geschafft, aber leider geschlossen !

Die Burg (El Castillo) erstreckt sich über den gesamten Rücken des südlich der Altstadt gelegenen Berges Vernissa. Hier finden sich Überreste aus fast allen Epochen spanischer Geschichte, von den Iberern über die Römer und Mauren bis hin zur Gotik.

in Bellús am Stausee

und hier übernachten wir

Mittwoch, 30.12.2020: 46.Tag, Bellús-Alfafara, 40km

Bei 9° und blaustem Himmel fahren wir um 10h15 weg von diesem Stellplatz beim Stausee. Heute geht es nach Alfafara zu einem kleinen Campingplatz. Gegen 11h30 kommen wir dort an. Am Privathaus ist angeschrieben, „cerrado“ (geschlossen). Wir wollen schon wieder ins Auto einsteigen, da kommt der Besitzer und fragt, wie lange wir bleiben wollen. Wir wissen es nicht, vielleicht 3 Tage. OK, dann dürfen wir hier bleiben. Kaum haben wir uns installiert kommt der Besitzer, er heisst Richard, mit einer kleinen Flasche Kräuterlikör (mmm!) und diversen Karten von der Gegend. So werden wir sehr selten willkommen geheissen. Ausserdem schenkt er uns 8 Orangen. Ausser uns ist noch ein Belgisches Paar da. Die bleiben 3 Monate hier. Richard stellt sie uns vor. Es sind Live(60) und Edouard (62).

So gegen 15h30 ruft Richard uns und die Belgier zu sich in die Wohnung, wo es Kaffee und Biscuits gibt. Gegen 17h zersägen Richard, die Belgier und Paul alte Paletten und sonstige Abfallhölzer für zukünftige Grillfeuer.

Am Abend, wir haben in unserem BONSAi zu Abend gegessen und sind gerade am würfeln (ich habe 3 von 4 Spielen verloren), klopft Richard an unser Fenster und ruft: „Fiesta, Fiesta!“ Es ist 20h30, Live und Edouard haben ein grosses Feuer gemacht und wir setzen uns zu ihnen. Richard hat einen grossen Schinken und schneidet uns davon Scheiben ab. Edouard hat Muscheln gekocht und verteilt sie an uns alle. Nur Paul will keine, er zieht den Schinken vor. Es wird ein langer, lustiger Abend bis um 23h30. Aber es ist schweinekalt, 5° und im Bett haben wir alle Mühe, die kalten Knochen wieder aufzuwärmen.

hier stehen wir jetzt

trabajo, trabajo...!

1 Schweizer und 2 Belgier

Richard

Edouard

Paul