Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Portugal 9

Sonntag, 4.Juli 2021: 23.Tag, Penacova

Den Morgen nutzen wir, um wieder etwa 6km zu laufen. Diesmal flussaufwärts. Dabei sehen wir ein paar Fischer am Ufer das Mondego. Wir können kaum glauben, was die für eine Fischerausrüstung dabei haben. Wahnsinn!!! Marcus, unser Sohn, da musst Du aber noch mächtig nachrüsten….! Und dabei ziehen die Fischer nur winzige Fischlein heraus, so um die 3- 5cm lange. Einer der Fischer sagt uns: “Friture!“ Oh je, das braucht aber ganz schön viele von den Winzlingen für eine Mahlzeit.

Und apropos Mahlzeit: jetzt gehen wir zur Feier des Tages fein essen. Wir haben unseren 51. Hochzeitstag (!!!) und deshalb essen wir im „Bar do Reconquinho“, hier direkt beim Badeplatz zu Mittag, draussen auf der Terrasse. Ich bestelle wieder mal was und habe keine Ahnung, was da kommt. Ich weiss nur, dass bacalhau ein Fisch ist. Also bestelle ich mal so eine Bacalhau-Speise.

Bacalhau ist die traditionell in Portugal und Brasilien verbreitete Zubereitung eingesalzenen Kabeljaus, Stockfisch. In Spanien sind sehr ähnliche Zubereitungen unter dem Namen Bacalao verbreitet. 

Paul will keinen Fisch, ist doch klar. Also bestelle ich für ihn Pá no Forno was immer das auch ist! Und wir haben Glück, das Essen ist etwas wie Schweinebraten aus dem Ofen und Paul findet es sehr gut. Ah, Glück gehabt! Später kühlen wir uns wieder im Mondego Fluss ab.

Blick beim Frühstück aus dem Camper

Fischtreppe am Mondego

Fischerausrüstung !

Bacalhau c/broa Die Aromen Portugals werden in dieser schönen Kombination aus Salzdorsch, zerschlagenen Bratkartoffeln, knusprigen Maisbrotkrümeln, Paprika und Oliven zusammengefasst.

Paul's Pá no Forno

Montag, 5.Juli 2021: 24.Tag, Penacova

Gestern Sonntag hatte es hier sehr viele Leute. Familien haben am Strand ein grosses Familienpicknick veranstaltet und viele Kinder im Fluss gebadet. Gegen 21h, als alle Autos verschwunden waren, kam plötzlich ein einsamer Radfahrer. Er kam zu uns, um zu fragen, ob er neben oder hinter uns sein Zelt aufstellen dürfe. Na, klar doch, warum auch nicht? Der junge Mann heisst Diamantino, ist Portugiese, aber in Luxemburg aufgewachsen und wohnt jetzt in Porto. Er konnte mit uns Deutsch sprechen. Er will die N2 mit dem Velo befahren, von Chavez bis nach Faro, die ganzen 738,5km. Respekt!

Heute Morgen regnet es leicht. Wir backen ein Brot im Omnia-Backofen und machen sonst nicht viel. Am Nachmittag kommt die Sonne wieder hervor und es ist sonnig bis bewölkt, etwa 28° warm. Paul macht einen kleinen Spaziergang, aber ohne mich. Ich habe mir heute einen Ruhetag verordnet. In der Nacht auf letzten Mittwoch (30.Juni) hat mich irgendein Vieh in den Fuss gestochen. Ich habe keine Ahnung was, wo und warum. Und seit dem habe ich einen geschwollenen Fuss mit einer hässlichen, roten Färbung auf dem Rist. Heute gönne ich dem Fuss ein wenig Ruhe.

wir backen Brot

heute am Strand

wer hat mich gestochen?

Paul bereitet das Abendessen vor

Tomatensugo

Dienstag, 6.Juli 2021: 25.Tag, Penacova – Sertã, 97,3km

10h00 ist Abfahrt, es ist bewölkt, regnerisch und kühl, 18°. Und deshalb fällt es uns ein wenig leichter, diesen wunderschönen Platz zu verlassen. Wir waren ganze 4 Tage und 5 Nächte hier und es hat uns sehr gut fallen. Paul möchte am liebsten gar nicht mehr weg von hier! Unterwegs nach Sertã treffen wir wieder auf Diamantino, den jungen Mann der die N2 mit dem Velo bezwingt. Er keucht gerade den Berg hinauf als wir ihn überholen. Wir halten an um kurz mit ihm zu plaudern. Um 12h45 sind wir in Sertã. Nach einem kurzen Mittags-Picknick schauen wir uns das schöne Städtchen an.

Bei einer Tankstelle spricht der Tankwart mit und Zürideutsch. Er hat 10 Jahre lang beim Flughafen Zürich gearbeitet. Wir kehren zum BONSAI zurück und parken ihn um, auf den offiziellen Stellplatz der Gemeinde Sertã. Im Supermarkt „Pingo doce“ nebenan, machen wir einen kleinen Einkauf und danach gibt es im Camper Gschwellti zum Abendessen. Inzwischen scheint die Sonne wieder und es ist sehr warm.

unterwegs

300km N2 seit Chavez

ups!

Diamantino keucht den Berg hinauf

Sertã [sɯɾˈtɐ̃] ist eine Kleinstadt und ein Kreis in Portugal mit 6196 Einwohnern. Sertã liegt ziemlich genau in der Mitte Portugals.

Die Gründungslegende des Ortes Der Ort soll im Jahr 74 v. Chr. durch Quintus Sertorius gegründet worden sein, der Anführer der Lusitanier war, und hier eine Burg errichten liess. Bei einem Angriff der Römer soll dann der damalige Befehlshaber der Burg getötet worden sein. Seine aufgebracht aus der Küche stürmende Gattin Celinda soll daraufhin auf die Burgmauern gestiegen sein, und ihre quadratische Pfanne (die Sertage) mit heissem Öl über die anstürmenden Römer gegossen und sie dergestalt überrascht und aufgehalten haben, bis die zur Hilfe eilenden Kräfte der Nachbarorte eintrafen, um die Angreifer zu vertreiben. Der Ort soll daraufhin „Ort der Sertage“ genannt worden sein, Sertã.

das Rathaus von Sertã

Römische Brücke aus dem 17th Jahrhundert

Kloster Santo António

in Sertã, 345km N2 seit Chavez

überall hat es Hortensien

diese kleine Brücke ist auch von den Römern

Mittwoch, 7.Juli 2021: 26.Tag, Sertã - Tomar, 50,2km

Um 9h30 sind wir abfahrbereit. Es ist abwechselnd sonnig und bewölkt, 18°. Wir fahren durch riesige Eukalyptuswälder, es fehlen nur noch die Koalas. In einem kleinen Dorf tanken wir 7,5 Liter Gas (à 0.89 €/L). Das reicht nun wieder bis nach Hause. In den Dörfern hat es entweder lauter uralte Häuser die zerfallen, oder wunderschöne neue Häuser. Kurz nach 11h sind wir in Tomar, unserem heutigen Ziel, wo wir uns auf dem alten Campingplatz der Stadt häuslich niederlassen.

Tomar [tuˈmaɾ] ist eine portugiesische Stadt und ein Kreis, etwa 100 km nordöstlich von Lissabon gelegen. Sie hat 40.677 Einwohner.

Nach dem kalten Mittagessen machen wir uns zu Fuss auf den Weg zur Templerburg und zum Convento de Cristo (Christuskloster) oben auf dem Berg.

 

unterwegs hat es viele Eukalyptuswälder

in Tomar (ganz rechts oben die Templerburg)

Die Stadt ist bekannt durch den zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Convento de Cristo (Christuskloster), der auch das Stadtbild beherrscht. Es handelt sich hierbei um eine Kombination von Burg und Kloster der Tempelritter auf einem Hügel westlich über der Stadt, der nach der Auflösung des Templerordens im Jahr 1312 an den Christusorden überging und dessen Zentrum war.

die Templerburg

in der Kirche

die Küche

das Refektorium (Esssaal)

Details in der Küche

die Zisterne

Der Templerorden war ein geistlicher Ritterorden, der von 1118 bis 1312 bestand. Seine Mitglieder werden als Templer, Tempelritter oder Tempelherren bezeichnet. Sein voller Name lautete Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem. Der Ritterorden wurde 1118 im Königreich Jerusalem gegründet. Er war der erste Orden, der die Ideale des adligen Rittertums mit denen des Mönchtums vereinte, zweier Stände, die bis dahin streng getrennt waren. In diesem Sinne war er der erste Ritterorden und während der Kreuzzüge eine militärische Eliteeinheit. Er unterstand direkt dem Papst.

Auf Druck des französischen Königs Philipp IV. wurde der Orden nach einem langwierigen, aufsehenerregenden Prozess (Templerprozess) von Papst Clemens V. am 22. März 1312 auf dem Konzil von Vienne offiziell aufgelöst. In der Folge gab es mehrere Organisationen, die sich auf das Erbe des Templerordens bezogen und teilweise noch aktiv sind.

das Tatzenkreuz des Templerordens

beim verlassen der Burg geraten wir in die Proben für die Mittelalterspiele, die am Wochenende stattfinden