Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Portugal 11

Mittwoch, 14.Juli 2021: 33.Tag, Tomar - Fátima, 44,8km

 Es ist an der Zeit endlich wieder weiter zu ziehen. Um 9h35 geht es nach einer ganzen Woche Tomar los. Es ist ein herrlich sonniger Tag, 22°, aber gemeldet sind für heute 30°. Unterwegs machen wir einen 1-stündigen Stopp in Ourém. Wir laufen zum historischen Städtchen hinauf um uns dem Ort anzuschauen. Leider ist die Burg wegen Renovation geschlossen. Aber das Ministädtchen hat auch so seinen ganz speziellen Charme. Kurz vor 12h sind wir in Fátima. Ganz in der Nähe der alten Rosenkranz-Basilika stellen wir den BONSAI auf einer der extra für Camper bereitgestellten Parkplätze. Alles ist tiptop, es hat Wasser, Entsorgung und Toiletten. Die Duschen sind, vermutlich wegen Covid-19, gesperrt.

Fátima ['fatimɐ] ist eine Stadt in Portugal. Sie ist der bedeutendste Wallfahrtsort in Portugal und einer der bekanntesten der römisch-katholischen Kirche. Der Ort Fátima liegt etwa 130 Kilometer nördlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon an der Autobahn A1, der Hauptverkehrsader zwischen Lissabon und Porto. Der Ort hat 11.596 Einwohner und liegt auf ca. 350m Höhe.

Am Nachmittag erkunden wir die alte und die neue Wallfahrtskirche. Es ist alles sehr eindrücklich und imposant!

in Ourém

der Schandpfahl in Ourém

Fátima ist ein bedeutender Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der auch von Kranken aufgesucht wird, die auf eine wundersame Heilung ihrer Krankheit hoffen. Berichtet wird, dass am 13. Mai 1917 drei Hirtenkindern, Lúcia dos Santos und den Geschwistern Jacinta und Francisco Marto, auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen sei. Diese habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zurückzukommen. Die Kinder vereinbarten untereinander Stillschweigen über diese Erscheinung, Jacinta brach jedoch dieses Versprechen, und so fanden sich am 13. Juni einige Neugierige ein, die sich mit eigenen Augen überzeugen wollten, ob die Geschichten der Kinder stimmten. Als jedoch im Juli, August und September die Zahl der Schaulustigen immer größer wurde, kündigte die Erscheinung für den 13. Oktober ein Wunder an. Am fraglichen Tag hätten Zehntausende von Anwesenden ein Sonnenwunder gesehen – sie konnten problemlos die Sonne, die einer Silberscheibe ähnelte, anschauen, während sich diese wie ein Feuerrad gedreht habe.

die 3 Hirtenkinder Lúcia und die Geschwister Jacinta und Francisco

die alte Rosenkranz-Basilika von 1928 bis 1953 erbaut

die alte Rosenkranz-Basilika

innen

und aussen

aussen

die alte Rosenkranz- Basilika

die neue Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit, Gegenüber der alten Rosenkranz-Basilika wurde 2007 die neue Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit eingeweiht. Sie ist mit annähernd 9000 Sitzplätzen die viertgrösste katholische Kirche der Welt und der bislang grösste Kirchenneubau des 21. Jahrhunderts. Zwischen den beiden Kirchen befindet sich zudem der grösste Kirchenvorplatz der Welt.

Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit Der Bau entstand nach den Plänen des griechischen Architekten Alexandros Tombazis. Der oberirdische Hauptteil der Kirche ist kreisrund und hat einen Durchmesser von 125 m. Das Dach der Haupthalle kommt dabei ohne stützende Säulen aus, sodass von jedem der 8633 Sitzplätze aus ein freier Blick auf den Altar möglich ist. Dabei lässt sich für kleinere Veranstaltungen der vordere Sitzplatzbereich mit 3175 Plätzen vom hinteren Bereich abtrennen.Das umbaute Volumen beträgt 130.000 m³. Die Angaben zu den Baukosten variieren je nach Quelle zwischen 60 und 80 Millionen Euro.

Blick von der neuen zur alten Basilika

in der neuen Kirche

Im Jahre 2019 kamen rund 6,3 Millionen Pilger nach Fátima, mehr als zu allen anderen Wallfahrtsorten in Europa. Viele von ihnen kamen in einer der 4.384 Pilgergruppen, die sich beim Wallfahrtsbüro registrieren liessen, davon 2.854 aus dem Ausland (aus mehr als 80 Ländern) und 1.530 aus Portugal.

Am Abend machen wir nochmals einen Spaziergang über den Platz zwischen den beiden Basiliken. Es ist schön still und friedlich, obwohl es immer noch ziemlich viele Leute unterwegs hat. Wir sehen sogar eine Frau und einen Mann, die auf den Knien zur Rosenkranz-Basilika rutschen...!!! Die Basilika ist für die Nacht wunderschön beleuchtet. Mir gefällt an dieser Wallfahrts-Anlage, dass es auf dem riesengrossen Platz überhaupt keinen Kommerz gibt. Nur an einem Stand kann man Kerzen in Selbstbedienung kaufen. Aber draussen an den Strassen ausserhalb der Kirchen kann man jedes noch so kitschige Souvenir Made in Taiwan kaufen!

Donnerstag, 15.Juli 2021: 34.Tag, Fátima-Mira de Aire- Porto de Mós, 40,3km

Auch heute ist es wieder heiss mit unendlich blauem Himmel. 36°. Wir verlassen Fátima und sind ca. 19km später in Mira de Aire, wo wir uns die wunderschönen Grotten anschauen. Der Eintritt kostet 7€ pro Person, aber die lohnen sich auf jeden Fall.

Die Grutas Mira de Aire sind ein Höhlenkomplex in der Gemeinde Mira de Aire, im mittelportugiesischen Kreis Porto de Mós. Die Höhle gilt als grösste bekannte Höhle Portugals. In der Höhle herrscht das ganze Jahr über eine Temperatur von ca. 17°. Sie hat eine Gesamtlänge von 11'500 Metern, wobei 600m begehbar sind. Die Tiefe beträgt etwa 230m. Während der Besichtigung geht es 110m tief, über 683 Stufen. Der Besuchsbereich wird von etwa 3'000 Lampen beleuchtet. Die Höhle wurde 1947 entdeckt und kann seit 1974 besichtigt werden.

bei den Grutas Mira de Aire

Schon die ersten paar Schritte durch die Tür zur Grotte nach unten beeindrucken uns unglaublich. Man gelangt in den Hauptsaal und bekommt den Eindruck, man würde in einen riesigen Schlund gehen. Um uns herum wunderschöne Steingebilde, die mit leuchtenden Farben fast schon mystisch wirkten. Immer weiter geht es Stufe für Stufe in die Tiefe. Ein atemberaubendes Szenario. Über uns und unter uns und neben uns faszinierend Felsformationen, wie aus einer anderen Welt. Fast 1 Stunde lang geht es über die steinigen Treppen in die Tiefe, bis wir bei 110 m unter der Erdoberfläche angelangt sind. Von dort aus geht es mit einem Aufzug wieder an die Oberfläche. Was für ein wunderschönes Erlebnis ! Einfach nur schön!

Eigentlich wollten wir ja hier auf dem Stellplatz oberhalb der Grotten übernachten, aber der Platz ist uns einfach zu schief. Also machen wir eine Lagebesprechung und fahren nach dem Picknick 16 km weiter nach Porto de Mós und stellen uns dort auf den öffentlichen Stellplatz. Es ist nur noch ein anderer Camper hier. Vom BONSAI aus können wir die Burg auf einem Hügel oberhalb der Stadt gut sehen.

Erst gegen 17h laufen wir zur Burg hinauf, vorher ist es uns einfach noch viiiiiel zu heiss. Wir schleppen uns schwitzend auf den Burghügel hinauf. Die Festung liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt und bietet einen tollen Blick auf Porto de Mós. Wir bezahlen die 0.79€ Eintritt/Rentner und schauen uns im Inneren der Burg um. Der Blick von hier oben ist einfach gigantisch und wir können in der Ferne sogar unseren BONSAI sehen.

das castelo von Porto de Mós aus dem 11th Jahrhundert

Freitag, 16.Juli 2021: 35.Tag, Porto de Mós - Montargil, 123,2km

Paul hat an einem Gerät im Park 40 x "gerudert", um seinen linken Arm zu stärken. Nachdem alles entsorgt und geputzt ist, können wir um 9h15 Porto de Mós verlassen. Heute soll wieder einen sehr heisser Tag werden, 36°. Unterwegs machen wir beim Supermarkt " Pingo doce" einen Einkauf, besonders Trinkwasser brauchen wir. Und getankt muss auch wieder mal werden.

Ab der Stadt Abrantes sind wir wieder auf der Strasse N2. Wir fahren durch grosse Korkeichenwälder. Um 12h30 erreichen wir den Stausee bei Montargil. Hier lassen wir uns im Schatten einer grossen Pinie nieder. Noch vor dem Mittags-Picknick werfen wir uns ins kühle (nein, ist gar nicht so kühl!) Nass. Den Nachmittag verbringen wir mit lesen, faulenzen und immer wieder in den See springen. Es ist inzwischen noch heisser geworden, 38°!

in Abrantes, der Rio Tejo, fliesst nach Lissabon

Sonntag, 18.Juli 2021: 37.Tag, Montargil

Seit 2½ Tagen sind wir nun schon hier an diesem sehr schönen Stausee. Der Platz ist ideal, wenn nur die elenden Fliegen nicht wären. Wir haben schon ungefähr eine Million davon erschlagen, aber es werden überhaupt nicht weniger. Wir müssen damit leben, die waren schliesslich vor uns da!

Übrigens habe ich hier endlich wieder einmal einen Storch gesehen. Majestätisch fliegt er seine Runden über den See. Wunderschön!

Und gestern Samstag gab es hier ein wenig Action. Viele Einheimische kommen an diesen See um zu baden und zu picknicken. Gestern hatte sich eine Portugiesische Familie etwa 10m neben uns im Schatten häuslich niedergelassen. So gegen 10h45 machte der Familienvater auf seinem kleinen Holzkohlegrill am Fusse der Fichte wo wir stehen, direkt am Baum, zwischen den Wurzeln, ein Feuer um eine Wurst zu braten. Auf einem Plakat steht, dass Feuer machen absolut verboten ist (Busse 200€). Es dauert nicht lange, kommen zwei Polizisten in ihrem Auto angebraust und verhandeln lange mit der Familie. So wie es aussieht werden die Leute nur verwarnt und es gibt keine Busse. Kurz vor 13h, wir trauen unseren Augen kaum, wird von den gleichen Leuten wieder ein offenes Feuer entfacht. Diesmal werden Fleischstücke gebraten, die danach in Sandwiches verspiesen werden. Jetzt kommt keine Polizei mehr vorbei....

Heute Sonntag ist ein bisschen Rambazamba angesagt. Die Leute stellen ihre Schattenzelte auf und aus verschiedenen Radios plärrt verschiedene "Musik" über den Strand. Auch heute ist es wieder heiss, 36°.

Fliegen......

Paul beim Abendbad