Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Portugal 12

unterwegs

Montag, 19.Juli 2021: 38.Tag, Montargil -Odivelas, 131,7km

Gestern Abend hatten wir Besuch von einem Storchenpaar.

Heute Morgen ist es total bewölkt und etwa 16°. Die Gemeinde Montargil scheint eine vorbildliche Gemeinde zu sein. Um 9h kommen zwei Männer mit Greifern und grossen schwarzen Plastiksäcken und sammeln den Müll ein, den die Badegäste liegen gelassen haben. Für unsere Begriffe ist das nicht besonders viel. Mein Chauffeur möchte am liebsten wieder nicht weg von hier. So schön ist es. Aber trotzdem fahren wir um 9h20 los, wieder auf die N2, beim km 460.

Wir fahren vorbei an Tausenden von Korkeichen und Olivenbäumen. Die Gegend ist sehr, sehr trocken. Gegen 11h30 kommt die Sonne wieder hervor und es wird sofort wieder warm, bis 31°. Unser Ziel heisst heute Orivelas und befindet sich wieder an einem Stausee. Um 12h45 sind wir da, finden ein schönes Plätzchen und nach dem Mittagessen wird gebadet. Danach befreit Paul den Platz rund um den BONSAI von Abfall, unter anderem von einem roten, knappen Bikini-Oberteil. Wir sind ganz alleine hier.

auf der N2

alles Korkeichen

ungeschälte Korkeiche

teilweise geschälte Korkeiche

Die Korkeiche (Quercus suber L.) ist ein immergrüner Laubbaum des westlichen Mittelmeerraums aus der Gattung der Eichen (Quercus). Sie erträgt Dürre und stellt geringe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. In Mitteleuropa ist sie nicht winterhart. Namensgebend sind die dicken Korkschichten des Stammes, die zur Korkgewinnung genutzt werden. Ein einzelner Baum kann während seines Lebens 100 bis 200 Kilogramm Kork liefern.

Der sich bildende Kork ist artspezifisch und bei den meisten Pflanzen nur wenige Zellschichten dick, wie dies beispielsweise bei den weißen Korkfahnen an Birkenstämmen der Fall ist. Bei wenigen Arten, speziell der Korkeiche, bilden sich dagegen durch eine lange Aktivität des Phellogens zentimeterdicke Korkschichten. Diese sind dann in Jahresringe unterteilt.

Kork ist wirtschaftlich für zahlreiche Anwendungen interessant: in der Fischerei als Schwimmer an Angeln und Netzen, als Dichtungsmaterial in Maschinen und Geräten, als Flaschenverschluss, als Pinnwand, als Fussbodenbelag, im Blasinstrumentenbau, als orthopädisches Schuheinlagenmaterial, für Yoga-Blöcke, im Textilbereich für Kleidung, Taschen und Portemonnaies sowie als Bau- und Wärmedämmstoff.

Die Rinde der Korkeiche wird seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. im Mittelmeerraum, vor allem in Mittelitalien und in Spanien und heute vorwiegend im Süden von Portugal, mit Schneideäxten von Stämmen und Hauptästen geschält und verarbeitet. Eine Korkeiche wird erstmals im Alter von 25 Jahren geschält. Die Korkrinde wächst dann nach und wird alle 9 Jahre, insgesamt bis zu 17 Mal, geschält. Die Korkeiche erreicht in der Regel ein Alter von mehr als 200 Jahren.

Korkeichen, Im Alltagsgebrauch wird mit dem Begriff Kork das Material aus der Rinde der Korkeiche (Quercus suber) bezeichnet, aus dem vor allem Korken gewonnen werden. Weltweit grösster Korkproduzent ist Portugal.

Über die Hälfte des Welthandels von Kork wird mittlerweile in Portugal abgewickelt, wo auch über 30 % der Korkeichen weltweit wachsen.

hier übernachten wir am Odivelas-Stausee

Dienstag, 20.Juli 2021: 39.Tag, Odivelas

Wieder gibt es einen heissen Sommertag mit 31°. Am Morgen backen wir ein Brot, das nicht wirklich gut gelingt, aber trotzdem gut ist. Danach machen wir einen längeren Erkundungsgang am See, kühlen uns darin ab und anschliessend gibt es das Mittags-Picknick. Den Nachmittag verbringen wir mit lesen, schreiben, (diese Zeilen), baden und es uns gut gehen lassen. Wir sind immer noch ganz alleine hier.

das Brot ist nicht wirklich gut gelungen

Mittwoch, 21.Juli 2021: 40.Tag, Odivelas – Faro, 161,8km

Zuerst ist es bewölkt, so eine Art Hochnebel. Aber als wir nach einem kurzen Putzeinsatz um 9h40 losfahren, ist die Sonne schon wieder da. Heute geht es über eine riesige Ebene mit abgeernteten Getreide-und Sonnenblumenfeldern, Obstplantagen (Kirschen und Birnen), und Oliven, Oliven, Oliven….Später hat es wieder Korkeichen.

Punkt 12h sind wir in Almodôvar. Hier wollten wir eigentlich den Nachmittag verbringen und auch übernachten. Aber weil es noch so früh ist und uns der Stellplatz hier nicht so richtig gefallen will, fahren wir weiter. Kurz vor Faro überwinden wir nochmals ein „Gebirge“ mit ca. 500m Höhe und x Kurven. Um 14h30 sind wir in Faro und haben das Ende der N2 erreicht. Das heisst wir sind die ganze N2 gefahren, 738km von Nord nach Süd. 

Die Nationalstrasse EN 2 verbindet seit 1945 Chaves mit Faro, die Hauptstadt der Algarve. Die 738,5 km lange Strasse führt durch vier Gebirge, 29 Bezirke und über elf Flüsse längs durch Portugal. Von der spanischen Grenze im Norden Portugals bis nach Faro an der Atlantikküste ganz im Süden – das ist Europas längste historische Strasse das ist die Rota da Estrada Nacional 2, Portugals Route 66.

Wir stellen uns auf den grossen Parkplatz beim Yachthafen und laufen in die nahe Altstadt um erst mal ein kaltes Bier zu trinken. Hier ist es kühler als im Landesinneren, „nur„ 28°! Wir schlendern durch die Altstadtgassen und freuen uns einfach hier sein zu dürfen. In einer Boutique bekommt Paul eine neue Badehose, weil seine ziemlich zerschlissen ist…! Und weil wir heute den 40.Tag unserer Reise haben, gehen wir am Abend aus zum Essen. Im „Restaurant 2 Irmãos„ (2 Brüder) gibt es draussen für Paul ein Lammgulasch und für mich Thunfischsteak. Es ist alles sehr gut, der Abend schön, die Bedienung Miguel und Isabelle sehr nett, nur die Million Fliegen fehlen…!!!

geschafft, am Ende der N2

in Faro, was bedeutet das? wir verstehen es nicht

Faro ist eine Hafenstadt mit ca. 50.000 Einwohnern (ca. 70.000 Einwohner im Kreis) an der Südspitze Portugals in der Region Algarve. Die Stadt verfügt über einen internationalen Verkehrsflughafen und zwei Universitäten. Faro ist das administrative Zentrum der Algarve und ein wichtiger Hafen, der von einer Lagune geschützt wird, die heute ein Naturschutzgebiet darstellt.

ein Scherenschleifer

BONSAI-Olivenbäume

4 Storchennester auf dem Dach (am Tag)

und by night

Kathedrale Sé aus dem 13./18. Jahrhundert am Largo da Sé

in der Fussgängerzone

Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen besteht aus Häusern des 17. und 18. Jahrhunderts, deren schlechte Bausubstanz jedoch in vielen Fällen zu einem Auszug der Bewohner geführt hat. Nur das Erdgeschoss vieler Häuser wird noch zu Geschäftszwecken genutzt.

Lamm-Gulasch

Thunfisch-Steak

Donnerstag, 22.Juli 2021: 41.Tag, Faro – Mina de São Domingos, 144,5km

Für Faro werden heute 28° gemeldet und natürlich jede Menge Sonne. Wir verlassen den schönen Ort Faro um 9h45 um 7km weiter bei einer Tankstelle zu entsorgen und dem BONSAI die wohlverdiente Wäsche zu gönnen. Von hier geht es weiter, dem Meer entlang bis nach Tavira. Wir finden endlich einen Parkplatz und bezahlen ihn für 3 Stunden. Von 12h bis 15h. Nun spazieren wir durch die Strassen und schauen uns in der schönen Altstadt um. Irgendwo gibt es eine Kleinigkeit zu Essen (Paul ein Gemüse-Süppchen mit Brot, ich eine Bruschetta). Gestärkt geht unsere Stadttour weiter bis hinauf zur Burg und zurück zum BONSAI. Gegen 14h15 fahren wir weiter. Ich würde sehr gerne noch ein wenig länger in den alten Gassen herum schlendern, aber mein Chauffeur will unbedingt raus aus der Stadt. Im Auto haben wir jetzt 38°, schön warm! Wir fahren weitere 95km und Paul ist ziemlich am Ende, wegen der enormen Hitze. Als wir an unseren heutigen Ziel, in Mina de São Domingos, mit 40°, ankommen, ist er mächtig froh. Wir parkieren das Auto und sind ganz schnell im kleinen Stausee zum abkühlen. Ahhh, ist das herrlich!

in Tavira

In Tavira. Die siebenbogige sogenannte Römerbrücke von 1655, nach dem Erdbeben zerstört, wurde 1870 wieder aufgebaut.

in Tavira, am Rio Gilão

Kirche Santa Maria do Castelo

Kirche Santa Maria do Castelo

Kirche Santa Maria do Castelo

Tavira von der Burg aus

Kirche Santa Maria do Castelo von der Burg aus

Freitag, 23.Juli 2021: 42.Tag, Mina de São Domingos

Heute ist es richtig „kühl“, nur 33°! Den Morgen nutzen wir, um uns den Ort und die Ruinen der Kupfermine, die von 1853 bis 1966 in Funktion war, anzuschauen. Das ist alles so unwirklich und man kann sich schwer vorstellen, wie hier in den Minen und im Tagebau geschuftet wurde. Wir laufen auch zum „vergifteten See“, der mit einem Zaun gesichert ist. Am Nachmittag ist wieder baden im Stausee (nicht im „giftigen“) angesagt.

hier stehen wir, Paul hat rund herum den Müll aufgeräumt

die riesige Kirche von Mina de São Domingos

Mina de São Domingos ist ein historischer Bergbauort, im Alentejo/Portugal. Das Bergwerk befindet sich im Zentrum einer geologischen Schwefelkiesschicht, die den gesamten Süden der Iberischen Halbinsel durchzieht (Pyritgürtel der südiberischen Halbinsel).

Im Jahre 1858 begann die industrielle Ausbeutung der Lagerstätte durch die Firma Manson and Barry, die die Sabina Mining Company gründete, die das Bergwerk bis zur Schliessung im Jahre 1966 betrieb. Damit endete die Kupfergewinnung in diesem Gebiet. Es handelte sich hierbei um Tagebau mit bis zu 120 m Tiefe und Tiefbau, der eine Tiefe von bis zu 400 m erreichte. Mit der Schliessung des Bergwerks setzte der Niedergang des ehemals wohlhabende Bergbauorts São Domingos ein, grosse Teile der Bevölkerung wurden arbeitslos und verloren durch die Schliessung ihre Existenz, so wie auch in anderen oben genannten südportugiesischen Bergbauorten, deren Bergwerke in dieser Zeit geschlossen wurden.

Minenarbeiter-Häuschen, Der kleine Ort Mina de São Domingos zählte damals 6000 Einwohner, alles Minenarbeiter und deren Familien. Heute leben hier gerade mal 600 Menschen.

Die Reihenhäuschen stehen weitgehend leer oder werden von Lissabonner Familien als Feriendomizil genutzt.

Ruinen der ehemaligen Mine

Die Sortier- und Verladestation. Zum Transport des Erzes wurde eine Eisenbahnstrecke gebaut, die ausschlieslich im Güterverkehr durch die Bergbaugesellschaft betrieben wurde. Die Strecke hatte eine Gesamtlänge von ca. 17 km. Im Flusshafen von Pomarão, der Endstation der Bahnstrecke am Fluss Guadiana, entstand eine Verladestation. Die Strecke wurde ebenfalls im Jahre 1966 eingestellt.

der kontaminierte See

Die Sabina Mining Company hatte das Bergwerk im Jahre 1966 verlassen, ohne für entsprechende Sanierung der bereits aufgetretenen Umweltschäden zu sorgen. Die Situation hat im Hinblick auf die Grundwasserverschmutzung seither beunruhigende Formen angenommen. Die aufgehäuften Halden des Bergwerkes werden auf mehrere 100.000 Tonnen geschätzt. Sie enthalten neben einem hohen Sulfidanteil auch Mauerreste und sonstige Bergbauabfälle. Ausblühungen von sekundären Sulfaten wie Melanterit und Jarosit sind heute an vielen Stellen offen sichtbar und belasten das Grundwasser. Die Tagebaurestlöcher sind mit Wasser gefüllt, das ebenfalls hohe Metallanteile – insbesondere Eisen und Kupfer – enthält, wobei der pH-Wert des Wassers mit 2,4 im stark sauren Bereich liegt. Bei stärkeren Regenfällen dringen die gelösten Sulfate in den naheliegenden Fluss Chança und von dort in den Guadiana. Dies hat auch einen entsprechenden Einfluss auf die Landschaft und Vegetation sowie auf die Wasserversorgung dieser Gegend.

eigentlich ein schöner See

Samstag, 24.Juli 2021: 43.Tag, Mina de São Domingos

Paul bei der Therapie

unser Badesee

und am Abend essen im 60m entfernten "Restaurant São Domingos", Paul's Schweinebäckchen mit Pomems und Reis

meine Fischfilets mit Pommes

und dazu Salat