Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Italien 1

„Der Blog ist unser Tagebuch, damit wir übermorgen noch nachlesen können, wo wir gestern waren.“

COVID-19: Ja, wir haben uns sehr schwer damit getan, eine Entscheidung zu treffen. Ob überhaupt, wann und wohin sollen wir in diesem Winter mit unserem BONSAICAMPER fahren? Und die Würfel sind gefallen, für Italien. Nicht, dass es uns in Frankreich, Portugal oder Spanien nicht gefallen hätte, aber nun möchten wir einfach noch etwas Anderes „erfahren“. Seit wir den BONSAI haben (seit dem 1.November 2017) waren wir sechs (6) Mal in Spanien und auch in Frankreich.

Dienstag, 23. November 2021: 1.Tag, Pieterlen – Luino, 276,2km

Wir tanken noch in Pieterlen den BONSAI voll und dann kann es um 10h15 endlich losgehen. Es ist 5° kalt, neblig und grau. Bis vor dem Gotthard ist es grau, grau, grau. Und nach dem 17km langen Gotthardtunnel, ist es in der Sonnenstube Tessin immer noch trostlos grau in grau und es regnet sogar ein paar Tropfen. Aber wir kommen sehr gut voran, es hat sehr wenig Verkehr auf der Autobahn. Nach einer Mittags- und später einer Kaffee/Teepause sind wir am Lago Maggiore. Mit dem „dritten G“ (getestet) überqueren wir bei Dirinella/Zenna pünktlich um 14h30 die italienische Grenze. Die zwei Zöllner interessieren sich überhaupt nicht für uns oder unsere Zertifikate und die Einreisepapiere mit QR-Code für Italien, die wir (ich!) mühsam im Internet eingereicht haben. Aber subito, kaum in Italien, erspähen wir schon ein Stück blauen Himmel!

Um 15h parken wir den BONSAI in Luino auf einem Parkplatz an einer Mauer, direkt am Fluss Tresa. Wir machen uns sofort bereit um in die Stadt zu laufen. Aber vorher entsorgt Paul noch zwei grosse Pizzakartons, die auf der Flussmauer liegen, in einen Mülleimer. Wir marschieren los und ich frage in einer Kaffee-Bar, wo wir eine SIM-Karte für‘s Internet kaufen können. Der nette Mann am Tresen erklärt uns ganz genau den Weg und wir finden den Handy-Laden problemlos.

Bei „WIND3“ kaufen wir eine SIM-Karte für 9.99€, das Aktivieren kostet 5€ und für weitere 9.99€ bekommen wir ganze, unglaubliche 70 GB Internetguthaben. Wir sind platt, wir haben schon ganz andere Preise für ganz wenige GB bezahlt!!! Nun geht es runter zum See und weil wir so zufrieden sind, genehmigen wir uns im Café Centrale einen feinen Apérol Sprizz. Mensch, geht es uns schon wieder gut!

es geht endlich los!

alles grau in grau

vor dem Gotthardtunnel

nach dem Gottahrdtunnel, es tröpfelt

an der italienischen Grenze

am Lago Maggiore

in Luino

Mittwoch, 24. November 2021: 2.Tag, Luino – Genua, 242,4km

Luino ist eine italienische Gemeinde mit ca.14.600 Einwohnern in der Provinz Varese, Region Lombardei. Die grösste Stadt am Ostufer des Lago Maggiore ist berühmt für ihren allwöchentlich mittwochs stattfindenden Markt.

Um 10h sind wir auf dem weltberühmten Markt von Luino. Wir sind heute zum ersten Mal hier und vermutlich auch zum letzten Mal. Der Markt haut uns nämlich nicht wirklich aus den Socken. Vielleicht liegt es daran, dass wir nicht in Kaufstimmung sind. Der Markt ist echt riesig. Es hat gefühlte 1001 Kleiderstände, die alle ungefähr die gleichen Sachen anbieten. Nur bei den Salami- und Käseständen schlägt Paul‘s Herz hörbar schneller. Wir kaufen Zwiebeln, Knoblauch und ein superfeines Brot.

Kurz vor 12h verlassen wir mit unserem BONSAI Luino und fahren weiter, Richtung Genua. Das Wetter ist herrlich schön sonnig mit 13°. Kurz vor Novara geht es von der Lombardei ins Piemont. Wir fahren durch die Po-Ebene mit jeder Menge Reisfeldern. Die Bauern sind gerade am pflügen. Irgendwo verpassen wir in einem Kreisverkehr die Strasse und Paul fährt in einen grossen Fabrikhof um dort zu wenden. Und….zack, geht eine Barriere runter und wir stecken im Hof fest und könne nicht mehr raus. Mit einem sehr breiten Grinsen im Gesicht bitte ich einen netten Mann, uns doch wieder aus dem Hof rauszulassen. Was natürlich auch subito geschieht. Kurz vor Alexandria überqueren wir den Fluss Po. An diesem Fluss haben wir vor über 30 Jahren einmal mit unserem Sohn Marcus im Zelt übernachtet. Damals sind wir mit den Velos nach Genua, Livorno und Korsika pedalt. Heute ist es im Camper viel bequemer. Aber die Nebenstrassen die wir fahren sind zum Teil horrormässig schlecht. Es rumpelt, holpert und wir werden so richtig durchgerüttelt. Um 17h kommen wir in Genua an und parkieren am Meer. Leider wird es gerade dunkel, keine Sonne mehr und es bläst ein unangenehm kalter Wind. Aber wir sind trotzdem zufrieden, hatten wir doch einen wunderschönen sonnigen Tag.

in Luino, Blick Richtung Schweiz

Markt in Luino

am Lago Maggiore

unterwegs in der Po-Ebene

Reisfelder

in Genua

hier schlafen wir heute Nacht

Donnerstag, 25. November 2021: 3.Tag, Genua – Lucca, 201,9km

In der Nacht stürmt und rüttelt der Wind heftig an unserem BONSAI herum. Gegen Morgen regnet es in Schauern. Um 9h45 sind wir bereit loszufahren. Es regnet leicht, 5°. Wir queren ganz Genua, dem Meer entlang. Irgendwo liegt ein grosser Müllcontainer mitten auf der Hauptstrasse. Vom Winde verweht…! Die Stadt Genua und ihre Vororte ziehen sich unendlich der Küste entlang. Nach 65 Minuten und 30 km Fahrt sehen wir das Schild „ENDE GENOVA“. Puhhh…, geschafft. Aber eine weitere Stunde später ist die Küste immer noch mit Villen zugebaut. Es regnet, 7°. Wir fahren durch den Ort Lavagna und haben beide sehr komische Gefühle. Im Juli 2006 waren wir mit unserem Segelschiff MABUHAY hier und ein Blitzschlag ins Schiff hat die ganze Electronic lahmgelegt. Das war richtig unschön!!!

Unterwegs machen wir noch einen grösseren Einkauf, damit unser Kühlschrank wieder ein wenig voller wird. Wir fahren durch Carrara und staunen über die riesigen Marmorblöcke, die hier auf ihre Weiter-Verarbeitung warten. Um 17h sind wir in Lucca, in der Toscana. Es regnet fast nicht mehr, aber dafür ist es schon dunkel. Wir stellen den BONSAI auf einen Parkplatz direkt am Fluss „Serchio“. Wir sind ganz alleine hier. Paul ist ganz k.o. Heute musste er unendlich viele Kurven fahren und an ganz vielen Ampeln anhalten! Und das ununterbrochen im Regen.

in Genua

ups, da liegt ein Müll-Container auf der Hauptstrasse

es regnet

die Cinque Terre im Regen

Marmor in Carrara

die Sonne schaut hervor

hier übernachten wir heute

Freitag, 26. November 2021: 4.Tag, Lucca – Santa Severa, 336,3km

In der Nacht regnet es sehr stark aber sonst ist es wunderbar ruhig. Um 9h15 geht unsere Reise weiter. Es regnet nicht, 10°, total bewölkt. Eine ½ Stunde später, in Pisa, regnet es schon wieder. In Livorno zieht Chauffeur Paul die Sonnenbrille an. Die Sonne scheint sehr kurzfristig…. Und kurz darauf regnet es schon wieder, Aprilwetter! In Follónica geraten wir in einen regelrechten Hagelsturm. Die Hagelkörner sind etwa erbsengross, also nicht wirklich riesig, aber es will und will nicht mehr aufhören mit der Hagelei. In einer Strassenunterführung bleiben ein paar Autos einfach stehen, um dort vor dem Hagel geschützt zu sein…! Wir verlassen die Toscana und sind jetzt in der Region Lazio (Latium), da wo sich auch Rom befindet. Das Wetter ist enorm abwechslungsreich: es regnet, windet und hie und da kommt ein Sonnenstrahl durch. Paul sagt, wir fahren von einer Regenwolke zur nächsten. Um 16h sind wir in Santa Severa, 19 km südlich von Civitávecchia. Wir stellen den BONSAI auf einen Camperstellplatz, direkt bei einem alten Castello und ca. 50 m vom Meer entfernt. Und wen wundert es ? Es regnet in Strömen! In einer kurzen Regenpause begibt sich Paul ans Meer, ist aber sehr schnell wieder zurück. Es blase ein saukalter Wind, sagt er. Aber es ist 14°„warm“.

hier haben wir übernachtet, in der Nähe von Lucca

Stadtmauer von Pisa

im Regen

Hagelsturm in Follónica, das rote Auto steht in der Unterführung...

unterwegs

unser Schlafplatz beim Castello Santa Severa