Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

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Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Italien 2

Samstag, 27. November 2021: 5.Tag, Santa Severa - Terracina, 176,8km

Was für eine stürmische Nacht! Der Wind zerrt und rüttelt am Auto und das Meer tost wie verrückt. Am Morgen hat es viele Wolken, Sonnenschein und immer noch viel Wind. Nach dem Frühstück laufen wir zum Castello aus dem 9. Jahrhundert. Die Wellen schlagen wild ans Ufer. Weit draussen vergnügt sich ein Kyter und erfreut sich am starken Wind. Es ist 10h, als wir 5€ für den Platz bezahlen und weiter fahren. Es ist jetzt 15° warm. Man merkt, dass wir südlicher kommen, es wird langsam wärmer. Und: es regnet nicht mehr!!!

In Bracciano machen wir einen kurzen Einkauf. Wir haben fast kein Brot mehr. Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt wäscht Paul die Frontscheibe unseres Autos. Die ist trotz (oder wegen) dem vielen Regen total verschmiert und ich kann während der Fahrt nicht mehr fotografieren. Die meisten Hauptstrassen hier sind in einem grottenschlechten Zustand. Paul weiss nicht mehr, welchen tiefen Löchern er zuerst ausweichen soll. Bitte, bitte liebe EU in Brüssel, schickt mehr Geld nach Bella Italia!

Zu meinem grossen Bedauern lassen wir Rom links liegen. Wir umfahren es auf der Ringstrasse. Ich kann fast einen Blick auf den Petersdom, das Colosseum und Co. erhaschen. Aber mein Chef-Chauffeur will so schnell als möglich weiter in den Süden, wo es (hoffentlich) wärmer ist. Er hat Bedenken, weil eine Kaltfront gemeldet wird. Es ist gerade 14h, als wir in Terracina eintrudeln. Wir stellen uns auf einen grossen Parkplatz beim Hafen, wo schon ein paar Camper (alles Italiener) stehen. Hier werden wir übernachten. Wir machen uns sofort auf, die Gegend um den Hafen zu erkunden. Zeitweise scheint die Sonne. Überhaupt hat es heute den ganzen Tag nicht geregnet. Nach einem 2-stündigen Spaziergang trinken wir im Restaurante „ Il mare in tavola“ ¼ Weisswein und Kaffee. Schön war‘s heute ohne Regen!

Terracina ist eine Hafenstadt mit 45.418 Einwohnern in der italienischen Region Latium am Tyrrhenischen Meer. Terracina liegt 101 km südöstlich von Rom, 121 km nordwestlich von Neapel. Eine der Partnerstädte ist Chur.

vor diesem Castello haben wir übernachtet

der Brunnen davor aus dem 17.Jh

das Castello

beim Castello

Inschrift am Brunnen

angekommen in Terracina. Netze flicken

im Hafen von Terracina

oben auf dem Berg befindet sich der Tempel des Jupiter Anxur

ein Fischerboot

die Fähre kommt von der Insel Ponza

Sonntag, 28. November 2021: 6.Tag, Terracina - Montecorice, 259,2 km

In der Nacht blitzt und donnert es mehrmals und die Regenschauer prasseln volle Kanne auf uns nieder. Wir stehen hier mit 15 anderen Wohnmobilen. Alles ausser uns Italiener.

Heute gibt es nur ein kaltes Frühstück. Kalte Milch, Brot und Butter. Seit gestern ist unsere 12kg Gasflasche irgendwie ausgelaufen. Gestern war sie noch ¾ voll. Wir sind froh und dankbar, dass wir heute morgen überhaupt wieder aufgewacht sind…! Vermutlich hat sich bei diesen Holperstrassen eine Verbindung beim Gasanschluss gelöst.

Um 9h15 fahren wir los, es regnet und ist 12° kalt. An der 1. Gastankstelle, die wir anfahren, heisst es, der Gasmann habe heute einen freien Tag, also kein Gas zu haben. Bei der 2. Tankstelle sagt uns der Angestellte: Nein, kein Gas! Es sei in Italien verboten Gasflaschen aufzufüllen. An der 3. Tanke will der junge Mann zuerst auch nicht so recht. Aber als ich ihm dann sage, dass wir kein Essen mehr kochen können, klappt es dann doch noch und wir bekommen 11,32 Liter Gas in die Flasche gefüllt. Dafür gibt es extra ein Trinkgeld.

Es regnet mehr oder weniger den ganzen Tag. In Napoli herrscht Weltuntergangsstimmung. Es schüttet in Strömen und einige Strassen sind überschwemmt. Kurz vor 16h sind wir endlich an unserem heutigen Ziel in Montecorice. Es regnet gerade nicht und so machen wir einen kurzen Spaziergang zum Hafen und staunen nicht schlecht über die riesigen Wellen die an die Ufermauer schlagen. Aber der Ort sieht komplett ausgestorben aus.

Montecorice ist eine italienische Gemeinde mit 2631 Einwohnern in der Provinz Salerno in der Region Kampanien.

unterwegs

schlechte Strassen...

überschwemmte Strasse in Napoli

der Vesuv im Regen

ups, haben wir uns jetzt verfahren ?

in Montecorice

Montag, 29. November 2021: 7.Tag, Montecorice - Gioia Tauro, 422,7km

Gestern Abend war übrigens Fondue-Wetter. Wieder viel nächtlichen Regen und das Getose des Meeres. Aber sonst sehr ruhig. Nach dem haushalten geht unsere Reise um 9h10 weiter, 10° kalt und Regen. Wo kommt bloss der viele Regen her? Unterwegs sehen wir an den Strassenrändern Schneereste. Und das etwa nicht in den Bergen, sondern auf 75 m Höhe ü.M. Wir fahren auf der Autobahn südwärts und es schüttet so richtig heftig, dass wir das Gefühl haben, die Welt gehe unter! Gut hat es auf dieser Strecke sehr viele Tunnels, die wir im Trockenen durchfahren können. Bei einer Raststätte machen wir einen Tank-, Kaffee- und Pipihalt. Es schüttet weiter. In den Apenninen-Bergen geraten wir in Schneeregen und später Hagel. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf. Irgendwann muss es ja aufhören zu regnen. Auf 920 m Höhe sind wir im Schnee. Die vielen Lastwagen die hinauffahren, kommen nur noch im Schritttempo voran. Gott sei Dank haben wir neue Winterpneus auf dem BONSAI. Wir verlassen die Region Basilicata und sind ab sofort in Calabrien. Beim Mittagshalt blitzt, donnert und hagelt es. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Regen-, Hagel-oder Schneefotos gemacht wie auf dieser Reise seit Genua. Und der Wind ist heute so stark, dass es uns fast von den Autobahnbrücken fegt. Wir sind enorm froh, als wir wieder in Meereshöhe kommen, wo es zwar immer noch regnet, aber keinen Schnee mehr hat. Endlich, um 16h30 sind wir in Gioia Tauro, am Meer, wo wir uns auf einen grossen Parkplatz stellen. Es regnet und windet sehr stark bei 10°.

Gioia Tauro ist eine italienische Gemeinde in Calabrien, mit ca. 20.000 Einwohnern. Sie ist vor allem bekannt für ihren Containerhafen. Der Seehafen Medcenter Container Terminal ist der grösste Containerhafen Italiens. Er wurde Anfang der 1970er Jahre eröffnet. Negativ bekannt wurde er 2006, als die italienische Polizei in einem Bericht die Vermutung äusserte, dass 80 % des aus Kolumbien kommenden Kokains nach Europa über Gioia Tauro laufen. Ebenso soll er ein Umschlagsplatz für illegalen Waffenhandel sein. Bekannt ist ausserdem, dass die ’Ndrangheta, eine grosse Mafia-Organisation, den Hafen seit Jahrzehnten infiltriert hat. Unter anderem nutzt die 'Ndrangheta den Hafen zum Umschlag von Giftmüll, bei dessen illegaler Entsorgung sie europaweit tätig ist. In Gioia Tauro sind Öl- und Lebensmittelhersteller ansässig.

gestern Abend war Fondue-Wetter

unterwegs

es hat viele Plastik-Gewächshäuser (fast wie in Spanien)

zum Glück hat es viele Tunnels

nasse Felder

Dienstag, 30. November 2021: 8.Tag, Gioia Tauro- Giardini Naxos (Sizilien),120,9km

Nachts wieder Blitz, Donner, Regenschauer, viel Wind und das laute Schlagen der Wellen auf den Strand. Aber, juhuuu, am Morgen kein Regen mehr, nur noch starker Wind und zum Teil Sonne und blauer Himmel. Na also, geht doch! Um 9h40 geht es los, 12°. Wir haben noch etwa 37km bis Villa Giovanni, an der Stiefelspitze. Dort können wir um 10h35 schon auf die Fähre der Firma Blueferries fahren. Die Fähre kostet für den Camper und uns beide 91€, hin und zurück. Die Überfahrt von Villa San Giovanni zum Hafen von Tremestieri (Messina) dauert etwa 40 Minuten.

Beim Ticketkauf will kein Mensch irgendwie ein Covid19-Certificat sehen. Alles geht ruckzuck und unkompliziert. Im Schiffsrumpf sind wir total eingebunkert zwischen lauter Riesen-LKW‘s. Wir sind in Sizilien! 16°, sonnig bis bewölkt. Weil es in der Nordküste Siziliens so sehr windet, wollen wir nach links, nach Taormina und die Insel im Uhrzeigersinn umrunden. Also fahren wir an der Uferstrasse Richtung Taormina. Im Dorf Scaletta stecken wir schon fest. Auf der engen Dorfstrasse kommen uns zwei riesige polnische LKW‘s entgegen. Paul leistet Millimeterarbeit und fährt sogar auf‘s Trottoir, damit die LKW‘s durchkommen. Ein Einheimischer sagt uns, dass die Strasse nach Taormina kaputt sei und wir umkehren und auf die Autobahn fahren müssten. Also suchen wir einen Platz wo wir umkehren können und fahren die ganze Strecke von etwa 20km oder mehr, zurück nach Messina. Hier können wir auf die Autobahn Richtung Taormina. Aber es soll einfach nicht sein. In Taormina angekommen können wir nicht in das alte Taormina mit dem Amphitheater und den anderen Ausgrabungen, weil die Strasse gesperrt ist. Wir versuchen es mehrmals, vergeblich. Also fahren wir ca. 7km weiter bis Giardini Naxos und stellen uns auf den Camperstellplatz Aurora, wo wir die Nacht verbringen werden. Es ist 14h30 und nach einer kurzen Pause sind wir schon auf Erkundung in Giardini Naxos. Zuerst geht es an den Strand. Aber es ist irgendwie trostlos. Alle Appartmenthäuser sind verwaist, kein Mensch anwesend. Danach geht es zum kleinen Hafen, auch tot! Wir kehren um und gönnen uns auf dem Rückweg ein Glas sizilianischen Weisswein.

heute Morgen, Blick aus dem BONSAI

ah, wir sind nicht ganz alleine

da drüben ist Sizilien

Die Strasse von Messina ist eine Meerenge zwischen Kalabrien auf dem italienischen Festland und der Insel Sizilien. Sie verbindet das Tyrrhenische Meer im Norden mit dem Ionischen Meer im Süden. Die Meeresstrasse ist 32 Kilometer lang, zwischen drei und acht Kilometer breit und maximal 250 m tief. Wichtigster Hafen ist Messina im Nordosten Siziliens.

au, das ist knapp

da stehen wir, total eingebunkert