Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

Bonsaicamper

Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden !!!

IRLAND

„Müssiggang ist das einzige, was uns vom Paradies geblieben ist“.

Irland 1

zuerst geht es durch Frankreich

Montag, 16. Mai 2022: 1.Tag, Pieterlen – Vesoul, 198,2 km

ENDLICH !!! Nach sehr nervenaufreibenden letzten Vorbereitungen und allerletzten Verabschiedungen schaffen wir es doch noch, um 10h20, mit mindestens einer ganzen Stunde Verspätung, von zu Hause loszukommen. UFF !!! Ich glaube, so eine hektische Abreise hatten wir noch nie. Durch das Val de Travers geht es bei Pontarlier um 12h über die Grenze nach Frankreich. Das Wetter ist ziemlich durchzogen, es ist bewölkt und sonnig bei 19 bis 25°, hie und da gibt es auch ein paar Regentropfen. Es ist 14h40, als wir an unserem für heute geplanten Übernachtungsplatz bei Vesoul ankommen. Auf diesem Stellplatz waren wir schon ein paar Mal. Es ist einer unserer Lieblingsplätze, weil es so schön an einem Badesee liegt, der aber im Moment nicht zum baden einlädt, weil für uns noch ein wenig zu kalt. Als wir ankommen sind schon etwa 12 Camper da. Zwei mit D-Nummern, zwei mit NL-Nummern, alle anderen aus F und wir mit der CH-Nummer. Nach einem Kaffee oder Tee machen wir sofort einen kleinen Rundgang bis zum See und zurück zum BONSAI. Nach vollen zwei Monaten Camping-Pause müssen wir uns erst wieder im BONSAI zurechtfinden. Wo sind alle Sachen die wir verstaut haben und sind alle Verschlüsse zu, damit während der Fahrt keine Schubladen aufgehen usw…??? Abendessen gibt es draussen an der Sonne und frischen Luft, herrlich. Es hat kein einziges Wölklein mehr am Himmel. Es gibt Reste von zu Hause. Mein liebster Mann macht unsere ganze schöne Planung für die Anreise nach Irland kaputt!!! Und das schon am ersten Tag! Plan A war (von uns beiden), wir nehmen in Cherbourg (in der Normandie) die Fähre direkt zur Südküste von Irland. Dauer der Fährenüberfahrt, 17½ Stunden. Ich hatte die Abfahrzeiten, Dauer und Preise der Fähren x-mal im Internet recherchiert. Das will Paul nun nicht mehr, er will nicht 17½ Stunden auf der Fähre „herumtigern“! Das ist viel zu lange! Also muss ein neuer Plan her! Jetzt soll es von Roscoff (in der Bretagne) nach Plymouth in England gehen und später mit einer anderen Fähre von England nach Irland. Und Schuld daran ist nur Frau Rosamunde Pilcher! Wir haben am Sonntagabend einen Liebesfilm von ihr im Fernsehen gesehen und deswegen will mein Chauffeur Paul nun unbedingt nach Cornwall.

es geht ENDLICH los!

unterwegs in Frankreich

bei einem Kreisel

Ginster

der See bei Vesoul

hier übernachten wir

Dienstag, 17. Mai 2022: 2.Tag, Vesoul – Pont sur Yonne, 266,8km

Wir schlafen zu lange und fahren deshalb erst um 9h45 los. Die Sonne scheint mit sehr leichter Bewölkung, 22°. Wir fahren vorbei an Port sur Sâone (wo wir im September 2021 ein Kanalboot gemietet hatten), später vorbei an Langres und machen in Chaumont unseren Mittagshalt, hier haben wir 28° warm. Wir fahren „über Land“, keine Autobahnen. Die Landschaft ist wunderschön und wir sind beide begeistert. Um 16h kommen wir in Pont sur Yonne an, wo wir direkt am Fluss Yonne, bei einem Aquädukt einen wunderbaren Übernachtungsplatz finden. Wir sind ganz alleine hier und geniessen die herrliche Sonne, die inzwischen auf 30° aufgeheizt hat. Abendessen gibt es draussen. Paul brutzelt draussen auf dem Grill Fleisch, während ich drinnen einen Restensalat kreiere. Wir sitzen draussen bis die Sonne untergeht. Nur die Züge die hie und da vorbeidonnern stören die Idylle.

unterwegs in Frankreich

am Fluss Yonne

Mittwoch, 18. Mai 2022: 3.Tag, Pont sur Yonne - Erneé, 341,1km

In der Nacht gibt es einen kurzen Regenschauer. Ich muss ganz schnell die Dachluke schliessen, damit es mir nicht mehr auf die Beine regnet. Paul schläft seelenruhig weiter. Wir haben wunderbar geschlafen und haben keine Züge vorbeirattern gehört. Um 9h fahren wir los, bei schönstem Sonnenschein und 20°. Wieder geht es durch wunderschöne, sehr fruchtbare Landschaft. Wir fahren über Versailles (ziemlich viel Verkehr!) nach Verneuil. Hier tanken wir für 1.789 € / 1 Liter Diesel. Und hier machen wir auch gleich unsere Mittagspause. Später gelangen wir über Mayonne nach Ernée, wo wir einen sehr schönen Platz, an einem kleinen See, zum Übernachten, finden. Jetzt ist es 16h und 26° warm. Wir machen uns sofort auf, um den kleinen See zu umrunden. Die Runde ist aber sehr kurz, nur etwa 1 km. Danach müssen wir uns im Schatten beim Camper bei einem Apérol oder einem Glas Weissen erholen. Und später wird grilliert und den Abend genossen! Mann oh Mann, geht es uns doch gut…. Das unendliche Konzert mit den diversen Vogelstimmen ist auch wunderbar!

so, angekommen in Ernée

es ist wunderschön hier

so fischt man richtig mit zwei Ruten !

der doppelte BONSAI

Donnerstag, 19. Mai 2022: 4.Tag, Erneé – Roscoff, 261,6km

Morgens gegen 06h gibt es ein kurzes Gewitter, das sich danach in einen Landregen wandelt. Um 9h20 sind wir abfahrbereit, es ist sehr grau, 14° und es regnet. Aber der Regen dauert nicht lange. Gegen 10h hört es auf zu regnen und die Sonne kommt wieder hervor. Wir fahren vorbei an Rennes und in St. Brieuc machen wir einen längeren Mittagsstopp. Wir suchen einen Ersatz für unseren Klapptritt. Der „alte“ war bei der Abfahrt zu Hause ganz neu und ist unter der 100kg-Belastung zusammengebrochen…! Endlich finden wir so ein Teil beim riesigen Heimwerkerladen „LEROY MERLIN“. Sehr zufrieden picknicken wir danach im BONSAI.

Es ist 15h15 als wir in Roscoff (in der Bretagne) ankommen, beim Fährhafen nach Plymouth. Von zu Hause bis hier ist Paul 1070km gefahren. Wir wollen sofort ein Ticket für die nächste Fähre nach England buchen, aber leider ist im Gebäude bei den Ticketschaltern kein Mensch anwesend. Alles ist geschlossen, sogar das Restaurant nebenan. Wir sind schon ein wenig enttäuscht, hatten wir uns doch einen spektakuläreren Empfang gewünscht! Und ich wollte heute Abend unbedingt bretonische Galettes (eine Art Omelettes) essen gehen. Fähre nach England (Plymouth) gibt es heute keine mehr. Aber man darf hier auf dem Gelände übernachten und das werden wir auch tun. Wir spazieren eine grosse Runde herum und gelangen zum Segelhafen, wo gerade ziemlich Ebbe herrscht. Hier finden wir das Restaurant der Segler und trinken draussen an der Sonne ein Bretonisches Bier (Blanche Hermine), bääh, nicht besonders unser Geschmack! Wir kehren zurück zum BONSAI und kochen dort das Abendessen, die haben nämlich auch keine Galettes. Also gibt es bei uns Bohnen, Speck, Salzkartoffeln. Es ist bis um 22h noch richtig hell!

unterwegs in der Bretagne

Flagge der Bretagne

wir kommen nach Roscoff

beim Hafen in Roscoff

es ist gerade Ebbe

Freitag, 20. Mai 2022: 5.Tag, Roscoff – Plymouth, 3,5km

Es regnet und ist kalt, 13°! Um 8h hören wir die Fähre von Plymouth einlaufen und anlegen. Nach dem Frühstück kaufen wir beim Ticketschalter der „Brittany Ferries“ das Billett für unsere Überfahrt nach Plymouth in Cornwall. Das ist ja unser neuer Plan B, anstatt direkt, 17½ Stunden nach Irland zu schippern, geht es heute nur 6 Stunden nach Plymouth. Der Ärmelkanal ist an dieser Stelle ca. 190km breit. Die einfache Fahrt kostet für den BONSAI und uns beide 226.- €. Um 14h müssen wir auf dem grossen Platz vor der Fähre sein und um 15h ist Abfahrt über den Ärmelkanal. Da wir es nicht erwarten können, auf die Fähre zu kommen, sind wir viel zu früh auf dem Platz. Beim Einchecken auf die Fähre werden die Kontrollen sehr ernst genommen. Unser Camper wird nach „Blinden Passagieren“ durchsucht und bei der Personenkontrolle müssen wir die Sonnenbrillen und Paul den Hut abnehmen um sicher zu stellen, dass wir mit unseren Passfotos übereinstimmen. Die Überfahrt ist sehr schön, die Sonne scheint und die Wellen sind nicht besonders hoch. Sehr pünktlich, nach 6 Stunden, legen wir um 20h10 in Plymouth, Cornwall, England an. Unterwegs auf dem Ärmelkanal, zwischen Frankreich und England stellen wir unsere Uhren um eine Stunde zurück. Auch in Plymouth werden unsere Köpfe beim Zoll genau angeschaut (aber sehr freundlich!) und schon sind wir angekommen in Cornwall.

Die 4 Kreisel die wir auf den etwa 3,5km bis zu unserem Übernachtungsplatz fahren müssen, meistert mein Chauffeur mit links ohne Probleme! Zum Abendessen gibt es den schon in Frankreich zubereiteten Kartoffelsalat und heisse Wienerli. Danach fallen wir erschöpft in unsere Betten.

unsere Fähre morgens um 9h

und um 11h, es regnet nicht mehr

wir fahren in Frankreich auf das Schiff

und verlassen es in Grossbritannien wieder

Ankunft in Plymouth

in Plymouth

unser Übernachtungsplatz in Plymouth