Moce Fidschi 02.06. - 11.06.2012
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Moce (wie mothe gesprochen) bedeutet „Goodbye“

 

Samstag, 2.Juni 2012: Fidschi, Insel Vanua Levu, Savusavu

Wir spazieren mit Antje und Holger zum Markt und kaufen dort Kava ein. Das sind so getrocknete Wurzeln, die man als Gastgeschenk mit auf die Inseln bringen soll. 200gr von dem Zeug kosten 10FJ$ (5 SFr.)

 

Kava, auch (Kawa-Kawa) oder Rauschpfeffer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Pfeffer in der Familie der Pfeffergewächse. Aus Pflanzenbestandteilen (meist getrocknet und pulverisiert) wird ein traditionelles Getränk des westpazifischen Raumes hergestellt, das vor allem als Zeremonialgetränk bei religiösen und kulturellen Anlässen konsumiert wird.

Die Kava ist mit dem Schwarzen Pfeffer verwandt und ähnelt diesem sowohl im Habitus als auch im pfefferartigen Geschmack.

Die Kava erreicht als immergrüner Strauch Wuchshöhen bis etwa 3 Meter. Sie hat herzförmige, bis 20 cm grosse Blätter und wurmförmige Blütenstände.

 

Da die Pflanze seit langem in Kultur ist, ist die ursprüngliche Heimat der Kava nicht gesichert. Überwiegend wird vermutet, dass sie auf den Fidschi-Inseln und weiteren Inseln des südlichen Pazifik heimisch ist.

 

Zubereitung

Traditionell werden frische oder getrocknete Bestandteile der Pflanze mit Wasser aufgegossen. Meist wird zur Gewinnung der Wurzelstock des Rauschpfeffers zu einem feinen Pulver zerrieben oder in einem Mörser zerstossen; manchmal werden auch Pflanzenteile gekaut und in ein Gefäss gespuckt. Wird die ganze Pflanze bei der Herstellung verwendet und geknetet, enthält das Kava-Getränk später auch ein speichelflussförderndes Enzym. Die so entstehende trübe Emulsion kann mit einem groben Tuch noch abfiltriert werden; ebenso kann das Pulver in ein Tuch gewickelt und dann im Wasser geknetet werden.

 

Oft wird Kava aus halbierten Kokosnussschalen getrunken. Der Geschmack ist leicht scharf; das eigentliche Aroma hängt stark davon ab, ob zur Herstellung frische oder getrocknete Pflanzen verwendet wurden. Die Farbe ist grau bis grünlich.

 

Wirkung

Die Kavalactone (Kavain, Methysticin) aus Wurzeln und Rinde der Kava-Pflanze wirken anxiolytisch, mindern also Angst- und Spannungszustände. Auch hat Kava leichte analgetische (schmerzstillende) und antioxidante Wirkung. Der Genuss von Kava entspannt und mindert Unruhen; er führt zu leichter Euphorie und Gesprächigkeit. Kava löst Muskelverkrampfungen; Konsumenten fühlen sich in der Regel entspannt und wohl und klar denkend. Auf den Konsum schläft man in der Regel erholsam, und es gibt keine Nachwirkungen am Folgetag, solange die Zubereitung keinen Alkohol enthält.

 

Nebenwirkungen können leichte Taubheitsgefühle in Lippen und Zunge sein, vermindertes Sehvermögen, eingeschränkte Reaktionsfähigkeit, eine Gelbfärbung der Haut und allgemein allergische Hautreaktionen. Kava sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewandt werden.

Das Pipermethystin aus der Kava-Rinde wirkt leberschädigend.

 

In den traditionellen Gesellschaften Polynesiens, Mikronesiens und auch Melanesiens war und ist der Konsum von Kava in der Regel reine Männersache, auch wenn es in touristisch gut erschlossenen Gebieten auf Tahiti, Fidschi oder Guam auch bei rein folkloristischen Anlässen männlichen wie weiblichen Gästen angeboten wird.

 

Auf Hawaii wurden rund 30 verschiedene Kavasorten für medizinische, religiöse, politische, kulturelle und soziale Zwecke von allen sozialen Klassen genutzt, sowohl von Männern als auch von Frauen. Kava hatte dort eine ähnliche Rolle wie Bier als Feierabendgetränk zum Entspannen und Lockern von Muskeln. Auch unruhigen Kleinkindern wurde Kava verabreicht, um sie zu beruhigen und besser schlafen zu lassen.

 

Auf Vanuatu wird Kava nachts an einem Ort namens „nakamal“ („Ort des Friedens“) getrunken. Männer trinken Kava dort aus Muscheln oder leeren Kokosschalen; Frauen war der Genuss von Kava ursprünglich verboten. In der traditionellen Medizin wird eine andere Kavasorte gegen Fieber, Asthma und Schmerzen aller Art verabreicht. In Deutschland wurde Kava-Kava-Wurzelstockextrakt bis 2002 zur Behandlung von leichten allgemeinen Angstzuständen eingesetzt. Handelsnamen waren Antares, Neuronika, Kava-ratiopharm oder Kavasporal forte.

 

Rechtliche Lage in Deutschland

Am 14. Juni 2002 hob das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Zulassung für Kava-Kava- und Kavain-haltige Arzneimittel befristet auf. Es reagierte damit auf 40 dokumentierte Fälle von schwerwiegenden Leberschädigungen – drei davon mit tödlichem Verlauf –, bei denen die Einnahme von Kava-Präparaten vorlag.

Seit Mai 2005 können Vertreiber die Zulassung für Kava-Produkte neu beantragen, unter der Auflage, dass klinische Daten zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit mitgeliefert werden, die den heutigen Nachweisanforderungen entsprechen.

 

Am Nachmittag macht Paul Kartenarbeit für unsere Weiterreise, ich schreibe nur wieder mal und gegen 17h kommen Antje und Holger und Oliver und Daniel zu uns zum Sundowner.

Oliver und Daniel versuchen unseren Wetterfax in Gang zu bringen. Diesen FURUNO-Wetterfax haben wir seit 8 Jahren (damals neu gekauft an der Interboot in Friedrichshafen). Und: er hat noch nie funktioniert! Daniel und Oliver sind beide gelernte Berufsleute in Sachen Elektro und Elektronik. Paul hat grosse Hoffnung, dass die beiden das Teil in Schwung bringen. Sie pröbeln geduldig unendlich lange an dem Ding herum, leider ohne Erfolg. Antje und Holger haben sich inzwischen verabschiedet. Um 20h30 kochen wir spontan Teigwaren mit Bolognese-Sauce und essen zu viert ein sehr spätes Nachtessen. Es ist wieder mal ein sehr gemütlicher Abend der bis 23h30 dauert.

Sonntag, 3.Juni 2012: Fidschi, Insel Vanua Levu, Savusavu

Antje und ich laufen um 9h30 durchs Dorf und gehen in die Methodisten-Kirche, die uns empfohlen wurde. Der Gottesdienst beginnt aber erst um 10h30 und so spazieren wir ein wenig herum. Dabei sehen wir einen Mungo. Schon von weitem hören wir die „Kirchenglocken“. Dies ist ein ausgehöhlter Stamm, auf den ein kleiner Junge mit Holzstöcken trommelt. Pünktlich sind wir wieder in der Kirche und werden sofort sehr freundlich persönlich von verschiedenen Leuten begrüsst. Man will unsere Namen wissen und woher wir kommen und entschuldigt sich, dass hier alles auf Fidschianisch gesprochen wird. Die Kinder, die vor dem Gottesdienst Sonntagsschule hatten, singen extra für uns das „Kumbayah“. Ist das nicht schön? Die Knaben und Männer tragen alle den Sulu, einen blauen oder schwarzen Rock, dazu ein weisses Hemd und die Erwachsenen eine Krawatte. Die meisten sind barfuss. Die Mädchen und Frauen, die meisten einen langen unifarbenen Rock und darüber ein Kleid, das bis zu den Knien oder Waden geht. Keine Hüte oder Blumen in den Haaren. Wir werden während des Gottesdienstes auf Englisch nochmals begrüsst und willkommen geheissen. Antje sagt ein paar Worte des Dankes auf Englisch.

Der Pfarrer steigert sich so in seine sehr ausführliche (über 30 Minuten) Predigt hinein, dass ich einen Herzinfarkt für ihn befürchte. Die einzigen Worte die ich verstehe, sind lailai, was klein heisst und vinaka (danke).

Was mich aber wie immer am meisten beeindruckt, sind die Gesänge. Es ist einfach faszinierend den Liedern zuzuhören, die hier von dem Chor, ohne sichtbaren Dirigenten und ohne Instrumentalbegleitung gesungen werden. Für mich hühnerhautmässig (besonders die Piani's)! Nachdem der offizielle Gottesdienst vorbei ist, bilden sich verschiedene Gruppen und jede Gruppe trägt ein Lied vor. Danach spenden die Sänger Geld. Wir verstehen das nicht, die singen und „dürfen“ dafür noch zahlen? Nach 2 Stunden ist der Anlass vorbei. Draussen werden wir wieder herzlich gegrüsst und erfahren von den Frauen Salome und Bimpi, dass das mit den Liedergruppen und Geldspenden, jeden ersten Sonntag im Monat stattfindet.

Total erfüllt und happy laufen Antje und ich zurück zur Marina, wo wir von Paul per Dinghy abgeholt werden.

Am Nachmittag sind wir bei Ute und Winfried, dem Wetterfrosch, auf der „Anna-Maria“. Es gibt einen prima „Kaffee mit viel Schuss“, dazu Biscuits. Wir haben unsere Seekarten mitgebracht und die beiden geben uns unheimlich viele gute Ratschläge für unsere Weiterreise. Paul ist nach der sehr guten Beratung viel beruhigter. Das Seegebiet rund um Fidschi ist gespickt mit Riffen und unsere Riffbegegnung vom 2.Oktober 2011 in Samoa steckt uns immer noch in den Knochen....

Um 18h findet in unserer Marina ein Indisches Essen statt. Buffet, soviel man mag, für 10 FJ$ (5 SFr.). Es sind 30-40 Personen anwesend und ist nicht eigentlich gemütlich, viel zu laut um gemütlich zu plaudern, aber das Essen ist sehr gut. Während des Essens schüttet es kurz aber kräftig. Das stört uns aber nicht, wir sitzen unter dem Blechdach.

 

MUNGOS haben einen langgestreckten, schlanken Körper mit kurzen Gliedmaßen. Ihr Fell ist meist gräulich oder bräunlich gefärbt, die Beine und die Schwanzspitze können etwas dunkler sein. Ihre Kopfrumpflänge variiert zwischen 25 und 45 Zentimeter und ihr Gewicht zwischen 0,4 und 1,7 Kilogramm.

Mungos leben in Asien, wo sich ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet von der Arabischen Halbinsel bis Java erstreckt. Aus Gründen der Schädlingsbekämpfung wurden sie in zahlreichen Regionen eingeführt, darunter die Karibischen Inseln, mehrere Pazifik-Inseln, Mauritius, Réunion, die japanischen Ryukyu-Inseln sowie im mittleren Italien und auf einigen kroatischen Inseln.

Mungos sind tagaktive Tiere, die normalerweise als Einzelgänger leben, manchmal aber auch als lose Familienverbände zusammenbleiben. Am Tage verlassen sie ihre Höhlen und suchen nach Nahrung. Sie ernähren sich unter anderem von kleinen Wirbeltieren, Insekten, Skorpionen und anderen Wirbellosen, aber auch von Früchten.

Montag, 4.Juni 2012: Fidschi, Insel Vanua Levu, Savusavu

Für heute ist Regen gemeldet. Der Morgen ist wunderbar sonnig und warm, bei uns im Schiff 30°.

Wir bringen Wäsche zum Waschen und holen 10 Liter Benzin fürs Dinghy à 2.62 FJ$ (1.31 SFr.).

Am Nachmittag spazieren Paul und ich auf den Hügel oberhalb Savusavu's. Im Vorbeigehen zeige ich Paul noch die tolle „Kirchenglocke“. Hoch über dem Ort setzen wir uns ins Gras und geniessen die schöne Ausssicht.

Abends um 17h treffen wir uns mit den „Freyjas“ und den „yellow dogs“ in der Marina, oben auf dem Balkon, zu einem Bierchen. Wir stossen auf die bestandenen Taucherprüfungen von Oli und Dani an. Danach essen wir alle zusammen beim Chinesen zu Abend. Dani und Oli bestellen zu den Nudeln und dem Reis noch eine extra „hot sauce“, bis sie davon Tränen kriegen! Es ist ein schöner Abend! Übrigens war es den ganzen Tag wunderschön sonnig und heiss.

Dienstag, 5.Juni 2012: Fidschi, Insel Vanua Levu, Savusavu

Auch heute wieder ein toller Sonnentag. Um 10h30 fahren wir mit Ute und Winfried von der „Anna-Maria“ und mit Elli und Bernd von der „Elbe“ auf die Insel, direkt hinter unserem Bojenfeld. Wir laufen um die Insel herum.

Im Nu haben wir Winfried und Bernd „verloren“! Aber das macht nichts, irgendwann werden die ja wohl wieder auftauchen. Und tatsächlich, nachdem wir etwa 30 Minuten bei den Dinghys gewartet haben, kommen sie gemütlich daher. Und während unserer Warterei konnten wir beobachten, wie die Einheimischen mit ihren Bambusflössen herumstaksen. Darauf befindet sich die Frau, winzige Babys und irgendwelche Lasten. Der Mann stakt.

Nach der Inselumrundung sind Paul und ich noch bei Ute und Winfried auf einen verlängerten (mit Rum) Kaffee eingeladen. Wir erfahren wieder viel Wissenswertes. Die beiden sind seit 22 Jahren mit ihrer „Anna-Maria“ unterwegs. Wir tauschen bei ihnen 300 Fidschi-Dollars (150 SFr.) gegen Vanuatu Vatu's ein. Dafür bekommen wir 15'118,59 Vatu's. Puhhh, wie früher die italienische Lira!

Abends bleibt die MABUHAY-Küche wieder kalt. Uns gelüstet nach Pizza. Die bekommen wir in der Coprashed-Marina. Wir sind ganz alleine Paul und ich und nehmen eine Medium-Pizza und die ist noch viel zu viel für uns zwei. Wir lassen uns ein grosses Stück davon noch einpacken.

Mittwoch, 6.Juni 2012: Fidschi, Insel Vanua Levu, Savusavu

Wieder ein schöner, warmer Tag. Wir erledigen kleinere Arbeiten wie Wasser holen in der Marina, Tagebuch schreiben, Briefe schreiben (ist zwar gemäss MABUHAY-Skipper keine Arbeit).

Um 18h haben wir Ute und Winfried zum Abendessen zum Chinesen Restaurant Wok eingeladen. Wir möchten ihnen damit für ihre vielen guten Tips und die Wetterfroscharbeiten danken.

Plötzlich wird es ein grösseres Essen als wir dachten. Elli und Bernd (Elbe), Daniel und Oliver (yellow dog) und Antje und Holger Freyja) sind auch da. Es wird ein schöner und gemütlicher Abend. Schweren Herzens verabschieden wir uns von den Seglerkollegen. Freyja's bringen uns um 21h zur MABUHAY zurück, weil unser Dinghy schon reisefertig aufgeladen ist.

Donnerstag, 7.Juni 2012: Fidschi, Insel Vanua Levu, Savusavu – Coconut Point, 42,7 sm

Wir haben beide sehr schlecht geschlafen. Ist das die Aufregung wegen der Weiterreise?

In der Nacht hat es geregnet. Um 6h30 fahren wir los von Savusavu, von der Waitui Marina.

Um 7h fahren wir unter einem einmalig schönen, ganzen Regenbogen hindurch. So schön! Leider bringe ich den nicht ganz in den Fotoapparat hinein! Kurze Zeit später können wir im allerletzten Moment einem Fischernetz ausweichen, das Sperberauge Paul entdeckt hat. Es ist kein Wind da, wir motoren. Es ist bewölkt, mit blauen Himmelsabschnitten dazwischen. Gegen 11h passieren wir die von Paul so gefürchtete Nasonisoni-Passage. Die ist nur etwa 300m breit und führt ungefähr 2 sm (ca. 4km) lang zwischen zwei Riffen hindurch. Die Gegenströmung- und Wellen sind sehr stark und wir motoren kräftig dagegen an. Ehrlich gesagt, wir haben beide schon ein wenig beschleunigtes Herzklopfen, bis wir da durch sind. Jetzt ist es 100% bewölkt und nieselt. Aber alles geht gut und um 14h50 ankern wir vor dem Dorf Nabouwalu beim Cocoanut Point. Inzwischen ist es leicht bewölkt und wieder sonnig. Und: Sensation! Ich getraue mich seit Ewigkeiten (seit Tonga im Oktober) wieder einmal ins Meer zum Baden. Aber so schlecht ist das Fidschimeerwasser nämlich gar nicht. Im Gegenteil, es ist herrlich!!! Wir sind ganz alleine hier vor Anker. Nur hie und da braust ein kleines Fischerboot der Einheimischen vorbei.

Beim Abendessen (fidschianische Bratwurst, fidschianischer Mangold mit Kraut und Stielen, fidschianische Kartoffeln, alles sehr gut), mit Licht im Cockpit, belästigen uns massenweise fliegende Ameisen. Wir flüchten nach unten.

Freitag, 8.Juni 2012: Insel Vanua Levu, Cocoanut Point – Insel Viti Levu, Volivoli Point, 27.3sm

Wir haben beide sehr gut geschlafen. Um 6h45 geht es los. Kein Wind da, das heisst motoren. Nach einer Riffpassage kommen wir ins Bligh Water.

 

William Bligh (* wahrscheinlich am 9. September 1754 in Plymouth; † 7. Dezember 1817 in London) war britischer Seeoffizier und Gouverneur von New South Wales in Australien. Bekannt wurde er durch die Meuterei auf dem unter seinem Befehl stehenden Schiff Bounty und durch die nachfolgende ca. 3.600 Seemeilen lange Fahrt im offenen Boot vom Osten Polynesiens bis zur Insel Timor.

In den frühen Morgenstunden nach der Meuterei auf der „Bounty“, am 29. April 1789, setzten die Meuterer Bligh mit 18 Getreuen in einer kleinen (7m), offenen Barkasse aus.

Die Ausgebooteten setzten erst Kurs auf die nächstgelegene Insel, Tofua, mussten dort aber vor der feindlich gesinnten einheimischen Bevölkerung fliehen. Dabei wurde ein Mann, der Quartiermeister John Norton, getötet. Bligh, ein Meister der Navigation, schaffte es, das kleine, völlig überladene Boot durch die kaum erforschte Torresstrasse zwischen Australien und Neuguinea bis zu der ca. 5.800 km entfernten Insel Timor zu bringen. Nach mehr als sechswöchiger, entbehrungsreicher Fahrt erreichte die Barkasse der Bounty am 12. Juni die holländische Faktorei Kupang. Dieser östlichste, Bligh bekannte Aussenposten einer europäischen Kolonialmacht in Asien war der einzige Ort, von dem aus er und seine Männer hoffen konnten, wieder nach England zu gelangen. Von der 1788 erfolgten Gründung der britischen Sträflingskolonie bei Sydney erfuhr er erst nach seiner Ankunft in Kupang. 

Die Fahrt der Barkasse gehört zu den längsten Reisen, die je in einem so kleinen, offenen Boot unternommen wurden und stellt eine ausserordentliche seemännische Leistung dar. Auf dem Weg nach Timor entdeckte und vermass Bligh als erster Europäer mehrere Inseln der Fidschigruppe und der nördlichen Neuen Hebriden (Vanuatu). Das Meeresgebiet nördlich der Fidschi-Insel Viti Levu, das die Barkasse dabei durchquerte, erhielt den Namen „Bligh Water“.

 

Nach einer Stunde können wir mit 10 Knoten Wind gemütlich segeln. Weil das Wasser fast ganz flach ist, können wir ganz ruhig mit etwa 4 Knoten Geschwindigkeit dahinsegeln. So entspannt und ruhig sind wir noch nie gesegelt. Wie auf Schienen. Nach 1½ Stunden ist das leider wieder vorbei und wir müssen wieder motoren. Und dafür regnet es jetzt. Nachdem wir die Nordküste von Viti Levu (Levu heisst gross) innerhalb des Riffgürtels erreicht haben, hört es auf zu regnen. Das Meer ist spiegelglatt, wie im Teich, mit blauen Himmelsspiegelungen im Wasser. Wunderschön! An den Hängen von Viti Levu hat es viele Zuckerrohrfelder und dazwischen vereinzelte Villen.

Um 14h40 ankern wir beim Volivoli Point Resort. Aber wir gehen nicht an Land. Das Resort scheint nicht gerade sehr viele Gäste zu haben. Auch heute wieder herrliches Baden im total flachen Meer in dieser wunderbaren Bucht.

Beim Abendessen hat es Tausende von winzigen Mücken, die aber zum Glück nicht stechen. Trotzdem flüchten wir sehr früh ins Bett um dort zu lesen.

 

Samstag, 9.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, Volivoli Point – West Mining Wharf, 27.3 sm

In der Nacht gibt es langen und heftigen Regen. Paul muss aufstehen und alle Luken schliessen.

Die MABUHAY bewegt sich keinen Millimeter in diesem flachen Wasser.

Um 8h30 fahren wir los. Kein Wind, also motoren wir. Es ist halbbewölkt und verspricht ein schöner Tag zu werden. Die Fahrt der Nordküste von Viti Levu antlang ist echt schön. Grüne und gelbe Hügel wechseln sich ab. Dazwischen immer wieder Zuckerrohrfelder und auf sehr vielen Hügeln eine Antenne. Kein Wunder habe ich mit meinem Vodafone-Stick noch in der hintersten Ankerbucht Internetverbindung. Und es funktioniert erst noch ganz prima!

Wir sehen dicke, aber sehr schöne violette Quallen vorbeiziehen. Das Wetter ist schön, nur leicht bewölkt. Mit den Wegpunkten von Ute und Winfried auf der elektronischen Seekarte, hält sich auch die Angst vor den vielen unsichtbaren Riffen in Grenzen.

Wir holen die letzten vier „Knacker“-Würste vom deutschen Metzger in Neuseeland aus dem Tiefkühlfächli hervor und hängen sie zum Lufttrocknen auf. Wir haben festgestellt, dass sie so sehr viel besser schmecken.

Um 14h ankern wir bei der West Mining Wharf und nehmen sofort das obligate Bad im Meer.

Etwa 50 Minuten später ankern der Katamaran „Catwagon“ und die „Cobalt“ genau vor unserer Nase. Dabei wäre die Bucht riesengross! Die beiden Schiffe lagen vor uns in Savusavu an den Bojen.

Sonntag, 10.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, West Mining Wharf – Vitogo Bay 21 sm

Weil so ein schöner Sonntagmorgen ist, nimmt Paul, bevor wir um 9h10 losmotoren, noch ein Bad im ruhigen Meerwasser.

Wir können am Funk Wetterfrosch Winfried in Savusavu überhaupt nicht hören. Die „yellow dog“ ganz knapp. Wir erfahren von Dani, dass es in Savusavu heftig regnet. Ha! Und wir haben hier das schönste Sonnenwetter! Aber keinen Wind.

Um 13h10 ankern wir in der Vitogo Bay, ca. 1 Stunde vor unserem Ziel Lautoka. Kaum haben wir den Anker geschmissen kommen etwa 10 Knoten Wind aus N auf, die hätten wir in den letzten 4 Stunden sehr gut gebrauchen können.

Weil heute Sonntag ist, und morgen der Geburtstag von Queen Elisabeth II gefeiert wird, wollen wir keine OVERTIME- Gebühren bezahlen und bleiben deshalb bis am Dienstagmorgen hier, ganz alleine in dieser Riesenankerbucht.

Um 18h regnet es volle Pulle. In unserem Schiff ist es höllenheiss! Wir sind am Brot backen und müssen sämtliche Fenster und Luken schliessen, puhh!!!

Montag,11.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, Vitogo Bay

Zuerst sieht es nach einem grauen Tag aus. Aber schon sehr bald kommt die Sonne hervor und es ist heiss, kein Windhauch in Sicht.

Heute ist in Fidschi ein Feiertag. Der Geburtstag von Queen Elisabeth die II. wird gefeiert. Obwohl sie ja eigentlich am 21.April Geburtstag hat, wird in den meisten Ländern, die die Engländer „entdeckten“, ihr Geburtstag im Juni gefeiert.

 

Elisabeth II. (* 21.April 1926 in London, Mayfair, geboren als Elizabeth Alexandra Mary Windsor und älteste Tochter von König Georg VI. und Elizabeth Bowes-Lyon), ist aufgrund Personalunion Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und folgender weiterer Commonwealth Realms: Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Barbados, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Salomonen, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Tuvalu.

 

Trotz dieses wichtigen Feiertages machen wir Grossputz auf der MABUHAY. Nachdem eine Maschine Wäsche gewaschen ist, schrubbt Paul das Deck (sein Lieblings-Hobby) und ich putze innerorts. Danach schreibe ich dieses hier und Paul kühlt sich im wieder sehr flachen Meer ab. Es ist mächtig heiss, im Moment (10h) im Schiff 30°.

Paul's Fuss tut am Abend wieder sehr weh und Rückenschmerzen hat er auch. Zuviel Deck geschrubbt?

Heute hat es fast keine Flugviecher wie Ameisen, Mücken und Heuschrecken, so dass wir noch ein wenig draussen sitzen. Um 19h15, es ist stockdunkel, beobachten wir ganz fasziniert, wie der „Mond“ aufgeht. Wir sind beide ganz begeistert, den haben wir nämlich seit Savusavu nicht mehr gesehen. Aber, komischerweise kommt der „Mond“ immer näher auf uns zu. Und siehe da, der „Mond“ entpuppt sich als ein Kreuzfahrtenschiff mit voller Festbeleuchtung! Buhhh! Wir können nur noch über uns selber lachen...

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