Dienstag,12.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, Vitogo Bay - Lautoka, 4,5sm
Nach ca. einer Stunde motoren, ankern wir um 9h30 beim Handelshafen von Lautoka.
Lautoka ist die zweitgrösste Stadt Fidschis und das Zentrum der Zucker- und Holzproduktion. Sie liegt im Nordwesten der Insel Viti Levu etwa 25 km nördlich des Nadi International Airport.
Die Lautoka Zuckerraffinerie (1903) ist eine der grössten ihrer Art auf der Südhalbkugel. Neben Zucker werden in Lautoka auch Dünger und verschiedene Alkoholika (South Pacific Destillaries) hergestellt.
Sehenswürdigkeiten in Lautoka sind der Markt, die Jame Moschee, der Sikh Tempel, der Sri Krishna Kaliya Tempel und ein Botanischer Garten. Es bestehen Busverbindungen nach Suva und Nadi. Schiffe fahren auf die Yasawas, sowie zur Inselgruppe Mamanuca.
Um 10h sind wir schon unterwegs zum Einklarieren. Weil gestern ein Feiertag war, hat es heute sehr viele die einklarieren wollen. Wir müssen hier „nur“ national einklarieren. Das heisst, wir müssen melden, dass wir hier sind. Den anderen Seglern (Catwagon und Cobalt) dauert das viel zu lange und sie gehen erst mal shoppen. Jetzt sind wir schon an der Reihe und 2 Minuten später sind wir draussen. Nun laufen wir an der Zuckerfabrik vorbei in die Stadt Lautoka. Wir schauen uns ein wenig um, kaufen im Markt Gemüse und eine Ananas, essen beim Chinesen eine Kleinigkeit, Paul einen Riesentopf Hühnersuppe mit viel Gemüse und wenig Huhn und ich Chili Chicken mit Reis, dazu Cola und FijiWater für zusammen 14.95 FJ$ (7.50 SFr.). Per Taxi zurück zum Hafen und um 13h sind wir wieder auf der MABUHAY. Und natürlich werden wir wieder einmal zünftig eingesalzen, inzwischen hat es nämlich 15 Knoten Wind und wir müssen mit dem Dinghy gegenan.
Zum Abendessen verdrücken wir die 2 allerletzten Cervelas von Deli Swiss Neuseeland. Und aus der Senftube wird noch der hinterste Rest Thomy-Senf gequetscht...
Mittwoch,13.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, Lautoka
Heute giesst es hier aus allen Kannen, den ganzen Tag, seit heute morgen 03h30. Die Sintflut ist ausgebrochen! Und irgendwann heute morgen gab es einen Blitz und einen fürchterlichen Donnerschlag, so dass wir beide grausam erschrocken und zusammengefahren sind. Nur einer, aber der hat uns gereicht!
Eigentlich wollten wir ja heute in Lautoka 50 Liter Diesel in 2 Kanistern holen und die Gasflasche zum Füllen bringen. Ausserdem wollten wir noch ausklarieren. Aber so, bei diesem Wetter setzen wir keinen einzigen Fuss aus dem Schiff! Wetterfrosch Winfried bezeichnet Fidschi als „Paradies“. Das mag ja schon sein, aber nicht heute. Wir sehen kaum bis zum nächsten Schiff. Um 14h werden an der Pier, dort wo die Containerschiffe beladen werden, grosse Scheinwerfer angezündet, so dunkel ist es.
Donnerstag,14.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, Lautoka
Seit über 30 Stunden hat es am Stück geregnet. Und nach ca. einer Stunde Regenpause, schüttet es schon wieder. Diese Pause benutzen wir, um umzuankern, weil wir einem anderen Schiff doch bedenklich nahe sind. Puhhh, wie lange soll das noch so weitergehen? Wetterfrosch Winfried schickt uns brav eine e-mail (weil wir ihn am Funk nicht mehr hören können) mit den Wetterprognosen. Regen und Westwind. So wie es aussieht, können wir erst am Samstag an eine Weiterreise denken.
Erst nach dem Mittagessen können wir es wagen, mit dem Dinghy an Land zu fahren. Ein Taxi steht schon bereit und wir holen bei FijiGas 9kg Gas, das uns sofort in die Flasche eingefüllt wird. Der Kassier weiss nicht, (sagt er selber) wie man Switzerland schreibt und deshalb schreibt er auf die Quittung: Paul Jung, Lautoka. Mit dem gleichen Taxi geht es zu Fiji Meat, einer ganz tollen Metzgerei, wo ich diverses Fleisch einkaufe. Jetzt holen wir noch bei der Tankstelle 48 Liter Diesel (à 2.31FJ$ = etwa 1.16 SFr.), in zwei Kanistern. Jetzt führt uns der Taxichauffeur noch zu einer Bäckerei, wo ich Brot und an einem Stand Früchte kaufen kann. Nach ziemlich genau einer Stunde sind wir wieder beim Dinghy und das Taxi kostet 11.10 FJ$, wir geben dem Fahrer 12$ (6 SFr.). Zurück auf der MABUHAY regnet es um 16h schon wieder volle Pulle.
Freitag,15.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, Lautoka
Ahhh schön, heute scheint wieder mal die Sonne. Um 11h sind wir im Zollbüro und wollen international ausklarieren. Der brummlige Beamte sagt uns, wenn wir ausklariert seien, müssten wir Fidschi innerhalb einer Stunde verlassen haben. Aha, nein das wollen wir nicht, wir wollen zuerst noch in die Stadt, Mittagessen und noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Der Zöllner sagt uns, dann müssten wir heute noch vor 16h ausklarieren oder morgen. Aber weil morgen Samstag sei, koste es uns dann 86 FJ$ (etwa 43 SFr.) Overtime. Gut, dann kommen wir heute um 14h wieder her.
Wir laufen in die Stadt und essen irgendwo Chicken und Chips. Au, heute ist es aber teuer: ca. 10 SFr. für zwei Personen, inkl. Getränke! Jetzt kann ich Paul mit vielen Worten endlich überreden, zum Coiffeur zu gehen. Kosten: 2 FJ$ (1 SFr.) Wir kaufen am Markt noch ein wenig Gemüse ein und sind um Punkt 14h wieder beim Zollamt im Hafen. Jetzt ist der Brummelmann nicht mehr da. Eine nette Inderin, eingemummelt in einen Schal (sie friert, wegen der Klimaanlage, draussen sind fast 30°) bedient uns. Es dauert ewig. Ich muss wieder ein Papier ausfüllen, im Doppel mit Pauspapier dazwischen. Sie fragt uns alles, was sie schon auf den Papieren vor sich hat. Farbe der Segel? Wieviele? Farbe des Mastes? Wieviel Masten? Farbe unter Wasser? Farbe über Wasser? Material des Schiffes ? Hersteller? usw.usw. Das haben wir alles schon beim Ein- und Ausklarieren aufgeschrieben und sie hat genau diese Papiere vor sich. Das gibt sie jetzt alles in den Compi ein. Aber sie ist wenigstens nett und meint, sie habe gehört, dass die Schweiz sehr schön sein soll! Nach 38 Minuten sind wir entlassen und sollten um 15h die Ankerbucht verlassen haben. Es bleiben uns also genau noch volle 22 Minuten. Per Dinghy geht es zurück zur MABUHAY, wo wir sofort das Dinghy reisefertig aufladen. Und dann? Trinken wir erst mal gemütlich Kaffee....und anschliessend macht Paul ein Mittagsschläfchen. Er hat immer noch den eingeklemmten Nerv im Rücken und weigert sich hartnäckig Schmerztabletten zu schlucken.
Samstag,16.Juni 2012: Fidschi, Insel Viti Levu, Lautoka – Malolo Lailai, 21,2sm
Wir haben beide sehr gut geschlafen, trotz verbotenem Aufenthalt hier in Fidschi.
Um 7h heben wir bei wunderbarstem Sonnenschein den Ankern und motoren und segeln abwechselnd zur Inselgruppe Mamanuca.
Mamanuca (gesprochen Mama-Nutha mit englischem „th“) ist ein zu Fidschi gehörender Archipel. Er erstreckt sich westlich der Hauptinsel Viti Levu, im Anschluss an die Yasawa-Inseln. Durch die Lage an der Leeseite von Viti Levu ist das Klima sehr trocken, mit einer hohen Zahl von Sonnenstunden. Die Durchschnittstemperatur beträgt über das Jahr relativ gleichbleibend 25 °C.
Die Inselgruppe umfasst etwa ein Dutzend kleine Inseln vulkanischen Ursprungs, die bergig und teilweise arid sind sowie zahlreiche flache Koralleninseln, dicht mit Palmen und anderer tropischer Vegetation bewachsen und von weissen Stränden umgeben. Die grösste Insel ist Malolo, die mit der Nachbarinsel Malolo Lailai durch den selben Korallensockel verbunden ist und sich bis zu 750 Meter über den Meeresspiegel erhebt. Auf den beiden grösseren Inseln Mana und Malolo befinden sich kleine Dörfer.
Unser Ziel ist die kleine Insel Malolo Lailai. Nachdem wir uns durch die verschiedenen Riffe „gezittert“ haben, ankern wir um 11h35 vor der Insel Malolo Lailai. Musket Cove ist ein beliebter Treffpunkt für Segler. Es hat schon etwa 25 Segelschiffe hier. Nach dem Mittagessen und Mittagsschläfchen vom Skipper (hat immer noch Rückenschmerzen), gehen wir an Land. Wir machen einen sehr langen Strandspaziergang. Die Insel ist zwar sehr schön, aber für unseren Geschmack, viel zu touristisch. Ein Hotel-Resort reiht sich ans andere. Beim Hotel Plantation treffen wir zufällig auf die Hochzeit eines australischen Paares. Ein kleiner Chor und „der Minister“ sind anwesend, dazu viele Gäste des Brautpaares. Während der Bräutigam und die Gäste in einem „Zelt“ am Strand warten, wird die Braut von 8 Fidschianern in „Tracht“ (Bastrock) in einem „Thron“ über den Strand zu ihrem Auserwählten getragen. Voran gehen die kleinen Brautjungfern. Das Ganze dauert 17 Minuten und danach sind die zwei verheiratet und bekommen ein Glas Champagner.
Direkt neben der Hochzeitsgesellschaft liegt das Floss aus dem Film Castaway mit Tom Hanks.
Der Film wurde im 2000 auf einer kleinen Nachbarinsel (Monuriki) gedreht.
Castaway (Verschollen)gedreht.
Chuck Noland (Tom Hanks) ist ein Arbeitstier, für seine Arbeit verschiebt er sogar die gemeinsame Weihnachtsfeier mit seiner Freundin (Helen Hunt) und einen wichtigen Zahnarzttermin. Für seinen Arbeitgeber, das Logistikunternehmen FedEx, ist er als Inspektor in den entlegensten Winkeln der Welt unterwegs. Pünktlichkeit und Effizienz sind seine Lebensprinzipien. Als er auf dem Weg zu einem neuen Auftrag als einziger einen Flugzeugabsturz überlebt und sich auf einer einsamen, unbewohnten Insel wiederfindet, beginnt er den wahren Wert von Zeit zu erfahren.
Für Chuck beginnt ein neuer Alltag, der von ihm verlangt, neue Prioritäten zu setzen und sich auf das Wesentliche und Überlebensnotwendige zu konzentrieren. In den ruhigen Stunden sinniert er, was wohl in dem Paket sei, welches er aus dem Meer retten konnte und welches er unbedingt ausliefern will, wenn er gerettet wird. Nach einigen Fehlversuchen kann er Feuer entfachen.
Einziger Beistand Chucks ist ein Volleyball der Marke Wilson, der aus einem aus dem Flugzeugwrack an Land gespülten FedEx-Pakete stammt. Er malt ein Gesicht auf den Ball, nennt ihn „Wilson“ und baut eine sehr intensive Beziehung zu ihm auf.
Nach vier Jahren (und einigen Selbstmord- und Fluchtversuchen) versucht er die Flucht von der Insel. Es gelingt Chuck, aus Baumstämmen, in Streifen gerissener Baumrinde und Videobändern ein Floß zu bauen. Damit wagt er sich aufs Meer hinaus. Nach einigen Tagen verliert er „Wilson“,seinen Freund in Form eines Balles und will ihn schwimmend zurückholen, merkt aber, dass er damit sein Leben riskieren würde, weil er sich zu weit von seinem lebensrettenden Floß entfernen würde und bricht den Versuch ab. Schließlich begegnet er einem großen Schiff. Wieder in der Zivilisation, muss er feststellen, dass er dem Leben in der „normalen“ Welt entwöhnt ist und dass auch seine Verlobte mittlerweile – im Glauben an seinen Tod – ein neues Leben an der Seite seines ehemaligen Zahnarztes begonnen hat.
Nachdem wir unser allerletztes Fidschigeld im kleinen Inselladen in Lebensmittel umgewechselt haben, sind wir um 17h wieder an Bord der MABUHAY.
Jetzt bekommen wir unser wohlverdientes Meeresbad. Im Wasser ist es sehr angenehm. Aber der zügige Wind (etwa 15 Knoten) ist eher kalt.
Morgen Sonntag werden wir von Fidschi wegsegeln, wo wir ja im Moment illegal sind! Sollten wir doch schon seit Freitag 15h von hier verschwunden sein...
Aus Wetter - und Zeitgründen sind wir nun halt nicht mehr dazu gekommen, die berühmte Kawa-Zeremonie zu erleben und das Kawagetränk zu trinken. Aber das macht uns nicht sehr viel aus. Das soll nämlich so aussehen wie Abwaschwasser (gebrauchtes) und auch dementsprechend schmecken!
Der nächste Bericht wird aus Vanuatu kommen.




































