Vanuatu, 17.6. - 21.6. 2012, Malolo Lailai – unterwegs nach Vanuatu, Teil 1
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Sonntag, 17. Juni 2012: Malolo Lailai – unterwegs nach Vanuatu

Nachdem ich noch den neusten Bericht und die Fotos dazu abgeschickt habe, fahren wir um 10h40 los von Malolo Lailai und verlassen nach ca. 3½ Wochen Fidschi endgültig. Es ist schönes Wetter, etwa 14 Knoten SE Wind. Zwischen zwei Trauminseln, Mamotu und Tavarua, durchqueren wir die letzte fidschianische Riffpassage. Nun sind wir wieder im offenen Südpazifik und können segeln. Kaum sind wir vor dem Riff geht es los mit Megawellen 3-4 m hoch und heftigen Winden, bis 25 Knoten. Und das Schlimmste, wir haben grosse Probleme mit unserem Rollgrosssegel. Es lässt sich nicht ganz rausziehen, bleibt dann stecken und kann nicht mehr eingerollt werden. Nur mit ganz viel Gemurkse und heftigen Flüchen des Skippers, können wir es reffen. Wir schlingern und schleudern ziemlich ungemütlich und rodeomässig übers Meer. Das pazifische Rodeoreiten kennen wir ja inzwischen gut. Wir fühlen uns wie in der Betonmischmaschine! Wo bleibt da eigentlich der vielgerühmte Spass am Segeln??? Und der Wind und die Wellen nehmen noch laufend zu. Die Spitzen in den Böen betragen bis zu 36 Knoten und die Wellen sind zeitweise bestimmt 5 m hoch. Heute gibt es zum Abendessen nur ein Quicksüppli und Brot, vom Captain höchstpersönlich zubereitet. Übrigens habe ich ihm heute Schmerztabletten gegen seine Rückenschmerzen verordnet und überwache, dass er sie auch wirklich nimmt.

Montag, 18. Juni 2012: unterwegs nach Vanuatu, 138,8 sm

In der Nacht haben wir 5 Fischerschiffe gesehen, die uns aber nicht in die Quere gekommen sind. Die Situation hat sich inzwischen beruhigt. Der Wind ist etwa noch 15 Knoten und die Wellen vielleicht 2-3 m. Und heute macht das Segeln auch wieder viel mehr Freude. Zwar schaukeln wir immer noch herum, aber doch so, dass wir damit gut leben können. Und ich kann sogar ein richtiges Mittagessen kochen. Strumpfbandbohnen (ganz lange grüne Bohnen) und Kartoffeln aus Fidschi, dazu gekochten Schinken aus Neuseeland. Mmmm..., so guet! Wie zu Hause!

Am Nachmittag schwächelt der Wind, nur noch ca.10 Knoten. Wir baumen das Vorsegel aus. Den ganzen Nachmittag segeln wir nur mit ca. 4 Knoten langsam dahin. Es hat einfach zu wenig Wind.

Übrigens konnte Paul das widerspenstige Grosssegel mit viel Gewalt fast ganz einrollen. Nun getrauen wir uns nicht mehr, es auszurollen. Toll, dabei haben wir es extra in Neuseeland für 500 NZ$ abändern lassen, damit es besser funktioniert !!!

Dienstag, 19. Juni 2012: unterwegs nach Vanuatu, 108 sm

Kein einziges anderes Schiff gesehen in der Nacht. Kein Mond weit und breit. Der Wind ist sehr knapp mit 9 Knoten und dreht dann noch auf NE. Gemeldet war für die ganze Fahrt ESE und SE. Das ausgebaumte Segel schlägt die ganze Zeit. Aber wir weigern uns fast die ganze Nacht standhaft, zu motoren. Aber um 04h30 reicht es uns endgültig mit dem Geschaukle und dem Lärm und wir werfen den Yanmar an. Schade, man hatte uns auf dieser Strecke eine schöne Segelfahrt prophezeiht. Überhaupt wird diese Fahrt bei uns auch nicht viel mehr zur Beliebtheit des Pazifiks beitragen. Dieser Pazifik den wir bis jetzt erlebt haben, ist einfach total unberechenbar! Entweder bläst und stürmt es wie am letzten Sonntag, oder es hat gar keinen Wind. Vielleicht haben ja andere Segler ganz andere Erfahrungen als wir. Das einzig Tröstliche: es regnet nicht, ist leicht bis mittelbewölkt und warm, auch nachts.

Ich habe mich zu früh gefreut, um 15h regnet es nämlich leicht. Wir können endlich den Motor abstellen und wieder ein wenig segeln. Der Nachmittag ist wieder mühsam, wenig Wind und wir wechseln ab zwischen segeln und motoren. Erst gegen 21h ist der Wind einigermassen stabil und wir können die ganze Nacht segeln.

Mittwoch, 20.Juni 2012: unterwegs nach Vanuatu, 109,6 sm
Die Nacht war zappenduster und es hat sehr viel geregnet. Aber wir kommen gar nicht so schlecht voran. Kein einziges anderes Schiff in Sicht. Am Morgen regnet es immer noch oder schon wieder und es ist grau in grau, düster und trüb.
Den ganzen Tag Regen, Regen, Regen! Ich habe auch ein Tief, träume von Schwarzwäldertorte und möchte nach Hause!!! Paul tröstet mich und meint: "Wir sind ja auf dem Heimweg!"
Die "Freyja" hat uns heute ein Mail aus Fidschi geschrieben: “Südsee? Immer Südostwinde? Leichte Brisen? Wo ist das alles?????“

Vanuatu ist ein souveräner Inselstaat im Südpazifik. Der aus 83 Inseln bzw. Inselgruppen bestehende Archipel wurde bis 1980 Neue Hebriden genannt.

Die Wirtschaft besteht meist aus Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Es existieren keine nennenswerten Bodenschätze. Eine Studie der britischen New Economics Foundation (NEF) bewertet das Glück der Einwohner Vanuatus im weltweiten Vergleich am höchsten. Untersucht wurden Zufriedenheit, Lebenserwartung und der Umgang mit der Umwelt.

Vanuatu hat 208.869 Einwohner, etwa 98,5 % der Bevölkerung sind Melanesier.

32,6 % der Bevölkerung sind bis 14 Jahre alt, von 15 bis 64 Jahre sind es 63,7 %, über 64 Jahre sind lediglich 3,7 % der Einwohner. 26 % der über 15-jährigen sind Analphabeten.

72 % der Bevölkerung geben als Muttersprache eine der über einhundert lokalen Sprachen an. Mit dieser Menge an Sprachen hat Vanuatu die höchste Sprachen-Dichte (Sprachen pro Einwohner) der Welt. Bislama wird von knapp einem Viertel als erste Muttersprache angegeben, tatsächlich stellt es aber die tägliche Sprache der Einwohner des Inselstaates dar. Neben Bislama gelten auch Englisch und Französisch als Amtssprachen, werden aber kaum noch aktiv gesprochen.

Der Archipel Vanuatu erstreckt sich über 1.300 km des Südpazifiks, und zählt zu Melanesien. Es setzt sich aus 83 Inseln, meist vulkanischen Ursprungs, zusammen. Nur wenige dieser Inseln haben eine Größe, die sie bedeutend macht. Die größten sind Espiritu Santo und Malakula. Bemerkenswert ist der aktive Vulkan Mount Yasur auf der Insel Tanna, sowie der Manaro (oder Ambae) auf der Insel Aoba, der im November 2005 Aktivität zeigte. Immer wieder erschüttern Erdbeben die Inseln, so auch 1999 und 2002. Letzteres richtete in der Hauptstadt Port Vila erheblichen Schaden an. Beiden Erdbeben folgte ein Tsunami.

Der portugiesische Seefahrer Pedro Fernández de Quirós erreichte am 3. Mai 1606 Espiritu Santo. Im Glauben, den "verlorenen" südlichen Kontinent gefunden zu haben, nannte er die Insel nach dem heiligen Geist Terra Australis del Espiritu Santo und nahm sie und alles bis zum Südpol liegende Land im Namen des spanischen Königs und der katholischen Kirche in Besitz.

1768 segelte Louis Antoine de Bougainville auf der Fregatte La Boudeuse zwischen Espiritu Santo und Malakula und widerlegte somit Quirós Theorie, es handele sich um den Teil eines südlichen Kontinents.

Nach der zweiten Reise des britischen Entdeckers James Cook ließen sich ab 1839 europäische Siedler auf den Inseln nieder. Seit 1887 standen die Inseln offiziell unter britisch-französischer Kontrolle

Franzosen und Engländer einigten sich 1906 auf die Gründung eines gemeinsamen Kondominiums auf den Neuen Hebriden, wie die Inseln damals genannt wurden. Auf Grund verschiedenster Infektionskrankheiten, die vor allem durch die europäischen Siedler ins Land gebracht wurden, fiel die Bevölkerung bis 1935 auf 45.000 Einwohner.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Inseln Éfaté und Espiritu Santo von den Alliierten als Militärbasen genutzt. In den 1960ern drängte die Bevölkerung zu mehr Selbstbestimmung und später nach Unabhängigkeit. Volle Souveränität erlangte der Inselstaat am 30. Juli 1980 durch die Zustimmung der beiden europäischen Schutzmächte.

Als Währung fungiert auf Vanuatu der Vatu (1 Vatu = 100 Centimes). Die Wirtschaft von Vanuatu ist trotz eines expandierenden Dienstleistungssektors noch stark landwirtschaftlich geprägt und somit anfällig für Naturkatastrophen und Wetterschwankungen. Durch diverse Wirtschaftsreformen wie die Einführung einer Mehrwertsteuer von 12,5 % gelang es, den Dienstleistungssektor zu stärken, so dass sich expandierender Tourismus und zunehmend einflussreiche Offshore-Banken entwickeln konnten.

Im Internet wurde Vanuatu durch seine (ehemals kostenlose) Top-Level-Domain .vu bekannt. Allerdings bieten eine Vielzahl anderer Registrare eine .vu-Subdomain wie zum Beispiel .de.vu kostenlos an.

Über 42 Mio. Euro hat Vanuatu mit dem Verkauf der .vu-Domains verdient.

Vanuatu ist eine parlamentarische Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Der Präsident, der hauptsächliche repräsentative Funktionen ausübt, wird alle fünf Jahre von einem gemeinsamen Gremium aus Mitgliedern des Parlaments und den Präsidenten der Regionalparlamente gewählt. Seit dem 16. August 2004 wird diese Funktion von Kalkot Mataskelekele wahrgenommen.

Das Rechtssystem basiert auf dem britischen Recht.

Das knapp eintausend Kilometer lange Verkehrsnetz Vanuatus besteht zu 75 % aus nicht geteerten Straßen und Wegen. Für die Überwindung von Mittel- und Langstrecken stehen auf Vanuatu insgesamt 31 Flugplätze bereit, davon drei mit asphaltierten Start- und Landebahnen. Die Handelsmarine verfügt über etwa 50 Schiffe, von denen keines einen inländischen Besitzer hat.

Vanuatu verfügt über keine regulären Streitkräfte. Für die Sicherheit ist neben der Polizei auch die paramilitärische Vanuatu Mobile Force zuständig, die auch über einen maritimen Arm, den Police Maritim Wing, verfügt. Vanuatische Sicherheitskräfte haben bereits an Einsätzen der Vereinten Nationen teilgenommen.

 

Donnerstag, 21. Juni 2012: Vanuatu, Insel Tanna, Port Resolution, 108,5 sm

So ein Mistwetter! Die ganze Nacht hat es weitergeregnet! Stundenlang! Und wir können ja noch froh sein, haben wir unsere Kuchenbude. Aber, nach diesen vielen prasselnden Regenstunden, tropft es bei den Reissverschlüssen und den Nähten überall herein und jetzt ist es auch im Cockpit ziemlich nass geworden. Weil diese Nacht wegen Regen, Wind (25 Kn aus S) und der Strömung die uns nach Norden versetzt, navigatorisch ziemlich speziell ist, wacht Paul fast die ganze Nacht hindurch. Aber ich leiste ihm die meiste Zeit Gesellschaft und übernehme um 3h30 für 2 Stunden. Endlich, endlich gegen 6h30 hört es auf zu regnen, die Wellen beruhigen sich und es sieht so aus, als wäre dieses elende Sauwetter gar nie gewesen. Gegen 7h wird es hell, sehr spät, wie wir finden, aber wir kommen ja schliesslich immer mehr nach Westen. Jetzt haben wir die Vanuatu Insel Tanna, mit dem gemütlich vor sich hinqualmenden  vor uns.

Um 11h45 ankern wir in der Bucht Port Resolution. Sechs Segelschiffe liegen schon hier vor Anker. Und unter anderen war auch Captain Cook schon einmal hier.

 

Nach Jahrtausenden der Abgeschiedenheit erreichten europäische Entdecker Tanna wohl erstmals im Jahre 1774: James Cook beschrieb den glühend-roten Lichtschein am Nachthimmel über Tanna als "The lighthouse of the South Seas" - als "Leuchtturm der Südsee" also. 

Cook entdeckte damit auch den die Geschichte und Landschaft Tannas prägenden Vulkan, den 361 m hohen Mount Yasur, welcher mind. seit 800 Jahren eine permanente Tätigkeit aufweist. Der Mt. Yasur gilt als der aktivste Vulkan der Erde. Cook landete in einer Bucht östlich des Yasur, welche er Port Resolution nannte, nach seinem Schiff, HMS Resolution. Den Vulkan durfte er jedoch wegen eines Tabus nicht besteigen. 1825 erreichte der Ire Peter Dillon nach Aufenthalten in Fidschi und auf den Gesellschafts-Inseln Tanna, wo er das Sandelholz und die damit verbundenen Vermarktungsmöglichkeiten entdeckte.

 

Insel Tanna (Vanuatu)

Tanna ist mit 561 km² die zweitgrösste Insel der Provinz Tafea des souveränen Inselstaates Vanuatu im Südpazifik. Die Insel zählt rund 20.000 Einwohner, Hauptort ist Isangel an der Westküste und die höchste Erhebung ist mit 1084 m der Mount Tukosmera. Tanna ist das administrative, wirtschaftliche und auch touristische Zentrum der Provinz Tafea, die sich durch ein angenehmes Klima auszeichnet.

1864 begann eines der traurigsten Kapitel der Geschichte Tannas und des gesamten Melanesien: Australische "blackbirder" (Sklavenhändler) landen auf Tanna und verschleppen 65 Männer zur unmenschlichen Sklavenarbeit auf die Plantagen von Queensland und des heutigen Northern Territory. Durch erzwungene "freiwillige" Arbeitsverträge wird hier die juristische Richtigkeit sichergestellt. 1907 wird Tanna Teil des britisch-französischen Kondominiums der Neuen Hebriden.

Im Zweiten Weltkrieg war auch Tanna Schauplatz der Kämpfe zwischen Japanern und Alliierten. Die Hauptstadt von Tanna, Isangel, ist gleichzeitig Hauptstadt der Provinz Tafea.

Tanna ist das wirtschaftliche Zentrum der Provinz Tafea, hergestellt und exportiert werden unter anderem Kopra, Kakao und Sandelholz, sowie in geringem Maße Tabak, Kawa-Wurzeln und Flechtprodukte. Neben einigen Bauunternehmen sind vor allem touristische Einrichtungen als wichtige Devisenquellen zu nennen. Fischfang und Seefahrt spielen keine Rolle.

Kaum haben wir geankert kommt schon der erste Besucher zu uns. Es ist Joseph, ein Einheimischer, in seinem winzigen Auslegerboot. Er will gar nicht mehr aufhören mit mir zu plaudern (auf Englisch). Er sagt uns, wir sollen Stanley fragen, im „Yacht Club“, wenn wir auf den Vulkan wollten. Wir schenken ihm einen ganzen Sack voll Kleider.

Wir essen kurz zu Mittag. Danach fahren wir per Dinghy an Land, zum „Yacht Club“. Dieser besteht aus einer ziemlich einfachen Hütte, geschmückt mit vielen Flaggen von Seglern aus allen Ländern, in einem schönen Palmenwald und hat rundherum ein paar bescheidene Bungalows, die man mieten kann. Wir finden Stanley und er sagt uns, dass heute Nachmittag um 15h eine Gruppe Segler zum Vulkan fahre und wir hätten auch noch Platz. Jetzt ist es ungefähr 13h45 und wir haben schon alles dabei, was wir für den Vulkan brauchen (warme Jacken und Taschenlampen). Also bleiben wir an Land und warten bis es 15h wird. Wir machen einen Spaziergang ins Dorf und sind total platt, wie bescheiden diese Leute hier noch leben. Das Dorf besteht aus lauter kleinen Strohütten, ist aber sehr sauber. Eine Frau, die Grossmutter vom kleinen Max, erklärt uns, (in perfektem Französisch), dass jede Familie ein Küchenhaus, wo darin Feuer gemacht wird, und ein Schlafhaus hat. Weiter weg, im Garten, befindet sich das Toiletten-und Badehäuschen. Die Frau schenkt uns spontan eine „courgette“, eine riesenlange „Gurke“ und erklärt mir, wie ich die kochen soll. Sie will nichts dafür und weil wir nichts anderes haben, schenken wir Max einen Müsliriegel.

Zurück im „Yacht Club“, trinken wir ein Bier und warten immer noch, bis es endlich 15h wird. Wir fragen Werry, den „Yacht Club“-Manager, wie spät es eigentlich sei. 14h !!! Wir müssen unsere Uhren um 1 Stunde zurückstellen! Und dabei hatte ich mich vorher extra informiert und die Auskunft bekommen: gleiche Zeit wie in Fidschi! Jetzt machen wir es uns im „Yacht Club“, in den zerschlissenen Polstern, bequem und Paul hält ein Nickerchen, bis es wirklich endlich 15h wird. Um 15h30 kommen alle anderen Segler und um 16h fahren wir mit dem ISUZU-Pickup los. Kosten pro Person hin und zurück: 1500 Vatu's etwa 15 SFr. In der Kabine sind der Fahrer und 4 Gäste (darunter 2 Russen Männer, die sich als erste ganz selbstverständlich nach vorne setzen), hinten auf der Ladefläche 6 Personen, auch Paul und ich. Paul hat sofort schaurige Rückenschmerzen! Nachdem er aufsteht und sich am Dach der Kabine festhält, geht es besser. Die „Strasse“ ist schrecklich! Riesige Löcher, gefüllt mit Wasser von den langen Regenfällen der letzten 2 Tage. Zum Teil ist die Strasse auch abgerutscht und nur noch ganz schmal.

Nach ca. 40 Minuten erreichen wir den Eingang zum Vulkan-Gebiet. Und jetzt werden die reichen Touris zur Kasse gebeten, und zwar zünftig. Der Eintritt kostet 3350 Vatu's pro Person, das sind ca. 33.50 SFr.

Wir werden weiter zu einem Parkplatz chauffiert und von da an laufen wir die letzten ca. 200m steil bergauf (au, nichts für müde Seglerwaden!!!), und zwar ohne einheimischen Guide!. Aber das Schauspiel das uns jetzt geboten wird ist gewaltig, aber auch sehr beängstigend. Ohne irgendeine Abperrung oder Geländer steht man am Kraterrand und staunt über die glühenden Felsbrocken, die herum geschleudert werden. Einfach nur gewaltig! Ich sehe einen riesigen Dampfkochtopf, Paul den Eingang zur Hölle. Wir sind beide total fasziniert..., unglaublich, diese Kräfte und Energie.

Um 19h sitzen wir wieder im Auto, diesmal Paul und ich vorne, wegen Paul's Rücken. Natürlich sind die 2 Russen auch wieder vorne. Gegen 19h45 sind wir zurück im „Yacht Club“ und müssen jetzt mit dem Dinghy im dunkeln, zwischen vielen Steinen hindurch zur MABUHAY.

Zum Abendessen gibt es die „courgette“, Rindssteaks aus Fidschi und getoastetes Gummibrot, auch aus Fidschi. Hmmm... ein Festmahl. Aber kaum gegessen, fallen wir auf unsere Matratzen. Schliesslich haben wir letzte Nacht fast nichts geschlafen, was für ein Tag...

 

Yasur

Der Mount Yasur ist ein Stratovulkan auf der Insel Tanna im Archipel von Vanuatu.

Er ist seit mindestens 800 Jahren ständig aktiv. Im August 1774 landete James Cook, nachdem man bei Nacht ein rotes Glühen in den Wolken bemerkt hatte, in einer Bucht östlich des Vulkans. Eine beabsichtigte Besteigung des Vulkans wurde von Einwohnern wegen eines Tabus verhindert. Die Einwohner der umliegenden Dörfer glauben, dass der Vulkan der Ort ist, wo die Seelen der Menschen nach dem Tod verbleiben.

Die normale Aktivität des Yasur besteht aus strombolianischen und mäßigen vulkanianischen Eruptionen. Der Hauptkrater hat eine Durchmesser von ca. 300 m und eine Tiefe von ca. 100 m, in ihm befinden sich 3 Schlote. Zur Zeit ist der südliche Schlot, welcher unmittelbar an den Besucherbereich grenzt, am aktivsten. Durchschnittlich ereignen sich alle 3 Minuten Explosionen.

 

Mit nur 361 Meter Höhe ist der Mount Yasur der wohl am leichtesten zugängliche aktive Vulkan der Erde. Der Fußmarsch vom am nächsten gelegenen Resort bis zum Gipfel dauert meist weniger als eine Stunde. Mit einem Geländewagen kann man über eine steile Piste bis ca 200 m an den Kraterrand fahren. Der Vulkan darf nur unter einheimischer Führung bestiegen werden, zudem ist am Anfang der Auffahrtpiste an einer Kontrollstation eine Gebühr zu entrichten, die u.a. der Pflege des Vulkangeländes dient. Am Kraterrand angekommen, bietet sich den Besuchern - besonders bei Nacht - ein eindrucksvolles Schauspiel, wenn der Vulkan alle paar Minuten unter Donnergrollen Aschewolken und Lavafontänen ausstößt. Da auch schon bei normaler Tätigkeit Lavabomben in und über den Besucherbereich fliegen können, ist höchste Aufmerksamkeit von Nöten.

Im Oktober 1992 wurde eine seismische Station eingerichtet, die zuletzt im Herbst 2002 verstärkte Aktivitäten des Vulkans meldete. Später sank die Anzahl der Eruptionen jedoch wieder auf die normalen ca. 500 pro Tag.

 

Freitag, 22. Juni 2012: Vanuatu, Insel Tanna, Port Resolution

Eigentlich wollten wir heute mit dem 4x4 Truck in den Ort Lenakel, zum Einklarieren fahren. Ein Weg 2 Stunden quer über die Insel. Aber nach der gestrigen Erfahrung in Sachen Pickup und Paul's Rücken auf hiesigen Strassen, lassen wir es lieber sein. Wir werden erst in Port Vila einklarieren.

Wir waschen Wäsche, Paul putzt und repariert die Decksabläufe und ich fülle wieder einmal ein paar Kilo Mehl in 500 gr Portionen ab, 50 gr Vollkorn und 450gr Weissmehl, damit es auf den Überfahrten griffbereit zum Brotbacken ist.

Irgendwann kommt Josef mit seinem 7-jährigen Sohn David im kleinen Bötchen vorbei. Ich löchere ihn mit -zig Fragen. Er hat 4 Kinder, die Älteste ist 11 Jahre alt und in der 6. Klasse. Und die Jüngste ist 13 Monate alt. Josef erzählt, dass man in Vanuatu für die Schule bezahlen müsse. Wir geben Josef unsere letzten 5 Müesliriegel mit. Er lädt uns ein, doch mal bei ihm zu Hause vorbei zu kommen. Kurz darauf kommt Dwars (oder so) zu uns ans Schiff. Auch er plaudert lange mit mir und kommt dann endlich zum Punkt. Er braucht 4 mittlere Batterien. Paul gibt ihm 3 mittlere und 3 ganz grosse Batterien (mehr haben wir nicht von der Grösse). Und jetzt möchte er noch Biscuits haben! Auch die bekommt er! Er verspricht, uns morgen Fisch oder Früchte zu bringen.

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