Vanuatu, 22.6. - 24.6. 2012, Vanuatu, Insel Tanna, Port Resolution, Teil 2
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Freitag, 22. Juni 2012: Vanuatu, Insel Tanna, Port Resolution

Am Nachmittag spazieren wir zum Dörfchen von Josef. Er steht schon mit der Machete am Dorfeingang und erwartet uns. Er zeigt uns sein Haus, aber nur von aussen, und stellt uns seine Frau Lidia und seine 4 Kindern vor. Im Dorf wuselt es nur so vor lauter kleinen Kindern. Zum Teil sind sie halbnackt oder auch ganz nackt. Ausserdem hat es im Dorf ganz viele kleine Schweinchen, die frei herumlaufen. Josef stellt uns auch seine Mutter vor. Sie sitzt am Boden vor einem Feuerchen und brennt mit einem glühenden Stück Draht Löcher in eine Art Bohnen. Damit stellt sie Halsketten her, eine wahnsinnsmühsame Arbeit! Wir möchten ihr so eine Kette abkaufen. Aber Josef will sie uns schenken und dazu eine grosse Tarotwurzel, eine Papaya und 4 Chayote (eine Art Rübkohl). Wir sind beschämt und geben Lidia eine grosse Tafel Schokolade, was sofort einen Tumult bei den Kleinen auslöst. War das jetzt schlau von uns? Nein, nicht wirklich! Wir werden herzlich verabschiedet und machen uns auf den Rückweg. Wir schauen uns die Schule an, 1. bis 6. Klasse, bei der die Türen weit offen stehen, aber kein Mensch anwesend ist. Die grösseren Schüler müssen nach Lenakel ins Internat. Gegen 16h wird eine „Glocke“ neben der Kirche der Adventisten geschlagen. Paul sagt, die Glocke sei aus einer halben Bombe gemacht. Ich frage die junge Frau, was das Läuten zu bedeuten habe. Sie heisst Laurine und ist die Schwester des Pfarrers und die Gitarrenspielerin. Um 17h sei ein ca.30 minütiger Gottesdienst. Wir warten solange und gehen dann in die Kirche. Der Pfarrer heisst Max und hat 4 Kinder. Er trägt den Jüngsten, den 2 Monate alten Peter auf dem Arm. Er begrüsst uns herzlich, spricht ein paar Gebete und es werden ein paar Lieder gesungen, unter anderen: „Heaven is a wonderful place“, aber nicht so schön wie ich das kenne. Pfarrer Max läuft schnell mit dem Baby nach Hause und kommt kurze Zeit später ohne Baby zurück. In der Kirche sind anwesend: der Pfarrer, seine Frau, seine Schwester an der Gitarre, seine drei Kinder, die herumturnen, Paul und ich, eine andere Frau und Alice. Alice ist eine junge Frau, die im Rollstuhl gekommen ist. Sie lässt den Rollstuhl vor dem Eingang stehen, kriecht auf allen Vieren in die Kirche und zieht sich auf eine Bank. Wenn man knien muss, lässt sie sich auf den Boden sinken und kniet wie die anderen.

Die Kirche ist zwar neu gebaut, aber sehr „basal“ eingerichtet. Sie hat ein Blechdach, keinen Wandschmuck, keine einzige Kerze und überhaupt kein Licht. Wir können den Pfarrer fast nicht mehr sehen, so dunkel ist es inzwischen. Nach ca. 15 Minuten verlassen wir die Kirche und eilen zu unserem Dinghy. Unterwegs zur MABUHAY hat es viele Steine und es ist schon fast dunkel als wir sie erreichen.

Samstag, 23. Juni 2012: Vanuatu, Insel Tanna, Port Resolution

Wir verbringen eine sehr schaukelige, ungemütliche Nacht. Um 9h kommt Patrick in seinem Miniboot vorbei. Er braucht drei kleine Batterien für seine Lampe, sonst hat er abends kein Licht. Paul schraubt sofort die Lampe auseinander und montiert drei neue Batterien. Ich unterhalte mich unterdessen mit Patrick. Er hat drei Kinder. Für den Kindergarten muss er 1'000 und für die Schule 3'000 Vatu pro Semester und Kind bezahlen. (10 und 30 SFr.). Nachdem er die anderen vier Schiffe auch noch abgeklappert hat, kommt er ungefähr eine Stunde später wieder zu uns. Er bringt uns ein Büschelchen frische Pfefferminze, drei frisch ausgerupfte Frühlingszwiebeln und ein paar kleine, grüne Peperoni. Wir freuen uns sehr!

Um 10h sind wir an Land. Wir umrunden zu Fuss die ganze Bucht. Am Ende der Bucht hat es heisse Quellen im Meer. Da wollen wir hin. Als wir etwa 200m vor den Quellen sind, kommt ein junger Mann und sagt, er sei hier der Guide und es koste 600 Vatu (6 SFr.), wenn er uns zu der Quelle bringe. Ich hatte mich zwar sehr auf ein warmes Bad gefreut, aber wir lehnen dankend ab. Dafür machen wir dann eine etwa 3-stündige Regenwaldwanderung, was auch sehr schön ist.

Endlich, fast um 14h gibt es auf der MABUHAY was zu futtern. Danach wird im Meer kalt gebadet, gelesen und gedöst. Zum Abendessen gibt es Taro und Chayote (so etwas wie Rübkohl), dazu die zwei letzten Rindssteaks aus Fidschi. Also, an meinen Taro-Kochkünsten muss ich noch arbeiten! Ich wollte ihn kochen wie Salzkartoffeln, aber herausgekommen ist Kleister! Aber geschmeckt hat es uns beiden trotzdem sehr gut

P.S. Dwars (oder so) hat uns keinen Fisch oder Früchte gebracht. Schlitzohr!

 

Taro ist eine immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 1 und 2 Metern erreicht. Die Pflanzen bilden Rhizome aus, die sowohl vertikal wie auch horizontal im Boden wachsen. Die Rhizome sind fleischig und haben einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimeter. Bei Zuchtformen erreichen die Rhizome Durchmesser bis zu 15 Zentimeter.

Genutzt werden vorwiegend die stärkehaltigen Rhizome der Pflanze. Diese bestehen zu zwei Dritteln aus Wasser und etwa zu einem Drittel aus Kohlenhydraten, zumeist Stärke. Der Proteingehalt beträgt 7 Prozent. In den Anbauländern werden aber auch fast alle anderen Pflanzenteile gegessen, vor allem Blattstängel und Blätter sind proteinreich (23 Prozent). Vor allem die Rhizome enthalten Calciumoxalatkristalle, die beim Kochen oder Erhitzen aber zerfallen.

 

Taro ist eine immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 1 und 2 Metern erreicht. Die Pflanzen bilden Rhizome aus, die sowohl vertikal wie auch horizontal im Boden wachsen. Die Rhizome sind fleischig und haben einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimeter. Bei Zuchtformen erreichen die Rhizome Durchmesser bis zu 15 Zentimeter.

Genutzt werden vorwiegend die stärkehaltigen Rhizome der Pflanze. Diese bestehen zu zwei Dritteln aus Wasser und etwa zu einem Drittel aus Kohlenhydraten, zumeist Stärke. Der Proteingehalt beträgt 7 Prozent. In den Anbauländern werden aber auch fast alle anderen Pflanzenteile gegessen, vor allem Blattstängel und Blätter sind proteinreich (23 Prozent). Vor allem die Rhizome enthalten Calciumoxalatkristalle, die beim Kochen oder Erhitzen aber zerfallen.

Sonntag, 24. Juni 2012: unterwegs Insel Tanna – Insel Efate

Die Nacht war schrecklich schauklig, haben kaum geschlafen!

Aber trotzdem, hier in Port Resolution hätten wir gerne noch ein paar Tage länger verweilt. Die Leute sind nämlich hier wirklich alle sehr nett und freundlich. Aber eben, die Bucht ist im Moment zu unruhig und wir wollen weiter.

Um 6h25 fahren wir los, es ist bewölkt. Kaum aus der Bucht Port Resolution raus, können wir schon segeln. Auch heute haben wir anfangs „Pazifikwind“, das heisst, sehr unregelmässigen Wind zwischen 10 und 20 Knoten. Während wir der Insel Tanna entlang nordwärts segeln, können wir beobachten wie der Vulkan Yasur ununterbrochen fleissig vor sich hin raucht, spuckt und qualmt. Auch wenn man am Tag die rote Glut nicht sehen kann, ist es trotzdem sehr eindrücklich.

Gegen 10h löst sich die Bewölkung auf und die Sonne scheint. Es wird ein selten wunderbarer Segeltag. Wir segeln jetzt mit durchschnittlich 5sm (ca. 9,3 km pro Stunde), Wind aus SE, dahin und das ganz schön und gemütlich. So wäre segeln doch echt schön!!!

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