Montag, 25. Juni 2012: Insel Tanna – Insel Efate, Port Vila, 136,4sm
Die ganze Nacht läuft es sehr gut und wir können segeln. Zwar ein wenig rumplig (grosse Wellen), aber doch immerhin gut. Nur gegen 01h schwächelt der Wind ein bisschen (unter 10 Knoten). Die Segel schlagen etwa eine Stunde lang ganz enorm nervig und dazu nervt der Skipper noch viel mehr mit sämtlichen Flüchen die er kennt! Gott sei Dank dauert dieser Zustand nicht allzulange und der Wind nimmt wieder zu. Wir fahren die ganze Strecke seit Fidschi nur mit dem Vorsegel, das Roll-Grosssegel klemmt ja!
Um 10h10 ankern wir vor der Hauptstadt von Vanuatu, Port Vila, auf der Insel Efate. Die Sonne scheint, es ist leicht bewölkt und windig. Nach ca. 20 Minuten kommt Billy von der Gesundheitsbehörde. Ich muss ein Formular ausfüllen. Wir müssen angeben, was wir für Gemüse und Früchte an Bord haben. Er nimmt uns die halbe Tarowurzel weg, (dabei müsste ich doch damit noch kochen üben!) die ist scheinbar gefährlich. Von den 10 Eiern die wir noch von Fidschi haben, sagen wir nichts. Es ist absolutestens verboten, Eier nach Vanuatu mitzubringen. Viel zu gefährlich!!! Die Gebühr für den Gesundheitsmann beträgt 3'000 Vatu (30 SFr.) und jetzt dürfen wir die gelbe Flagge herunternehmen und an Land zum Immigration- und Zollbüro gehen.
Wir suchen zuerst einen Geldautomaten, wo wir Vatu's beziehen können. Danach sind wir im Immigrationbüro, um zu erfahren, dass wir um 13h30 wiederkommen sollen, jetzt sei geschlossen (es ist kurz vor 12h). Wir laufen ein wenig herum und schauen uns das Treiben hier an. Es gibt wohl kaum einen grösseren Gegensatz als der, zwischen dem Dörfchen Port Resolution auf der Insel Tanna mit den freundlichen Menschen in ihren Strohhütten, und dieser Hauptstadt, Port Vila. Es wimmelt von Autos, vor allem Minibussen und es hat unendlich viele Dutyfree-Shops und Restaurants.
Genau 2 Stunden nach dem wir geankert haben, sitzen wir schon in der Markthalle und essen in Mitten der vielen Einheimischen zu Mittag. Es gibt Reis, Steaks mit Sauce und Salat, sehr gut, für 400 Vatu (4 SFr.). Jetzt spazieren wir zu „Yachting World“ und erkundigen uns nach einem Segelmacher. Ja, den gibt es bei der Universität. Die Frau zeichnet es uns in den Stadtplan ein und gibt uns den Plan mit. Mit einem Minibus fahren wir dort hin. Der Segelmacher schüttelt nur den Kopf, als ich ihm von Roll-Grosssegel erzähle. In seiner überfüllten Bude hat es etwa 6 Nähmaschinen und vor allem Rucksäcke, Taschen und Schuhe zum flicken.
Also, wieder per Minibus zurück in die Stadt, zum Immigrationbüro. Hier muss ich nur zwei kleine Zettel und einen grossen ausfüllen. Ich bin fürchterlich genervt! Paul kaut neben mir genüsslich eine Rolle Mentos!!! Stempel in die Pässe geknallt und 4'800 Vatu (48 SFr.) bezahlen, fertig! Das Zollbüro liegt weit ausserhalb der Stadt und wir fahren mit dem Minibus dahin. Und jetzt krieg ich die grosse Krise! Ich muss 6 (sechs) A4 Formulare ausfüllen! Augenfarbe, Haarfarbe, Gewicht und Grösse des Skippers??? Das hatten wir noch nie! Endlich ist es überstanden, der nette Mann (er heisst Simon) sagt uns, dass wir zum Ausklarieren wieder zu ihm müssten und dann kostet es 7'875 Vatu (78,75 SFr.)! Er gibt uns die 6 (sechs) genau gleichen A4 Formulare mit, die ich soeben ausgefüllt habe, aber die kann ich immerhin in Ruhe auf der MABUHAY ausfüllen.
Mit dem Minibus zurück in die Stadt. Im Supermarkt „Au Bon Marché“ kaufen wir Brot und 2 Magnums (Glacen!!!) und verziehen uns, nachdem wir mühsam zum Dinghy hinuntergeklettert sind (jetzt ist Niedrigwasser), auf die MABUHAY. VORSICHT!!! Ich bin explosiv wie eine Karre voll Dynamit!!!! Immerhin haben wir zwei Nächte lang fast nichts geschlafen. Nachdem ich das Internet eingerichtet habe, erfahre ich, dass in der Schweiz der Gotthardbahntunnel geschlossen ist und dass der „Lonesome George“, die Riesenschildkröte von Galapagos, gestorben sei.
Nach dem sehr kurzen Abendessen sind wir um 18h30 im Bett!
Mittwoch, 27. Juni 2012: Vanuatu, Port Vila
Der Kreuzfahrer kommt um 7h in den Hafen und legt sich an die Kaimauer beim Zollgebäude. Da wird heute ganz schön was los sein in der Stadt! Das Schiff aus Australien, die „Pacific Dawn“ fasst 2050 Gäste! Schon geht der Betrieb auf der Helikopterplattform neben uns los. Die machen für 75 $ etwa 5-minütige Rundflüge mit den Touris.
Wir waschen Wäsche, es regnet eine kurze Schütte und gegen Mittag sind wir wieder in der Markthalle. Da gibt es immer sehr viel Interessantes zu sehen. Auch jetzt schüttet es wieder und wir mussten in die Halle flüchten. Das Mittagessen besteht heute aus Reis (auch für Paul), Beef Steak für Paul, für mich Chicken und für beide viel verschiedenes gedämpftes Gemüse. Sehr gut für 400 Vatu. Es regnet in Strömen und wir spurten über die Strasse zur französischen Patisserie. Ich bekomme Kaffee und Tarte Framboise (Himbeerkuchen) und Paul 2 Kugeln Glacé in einem Glas.
Wir gehen zur Tankstelle und kaufen 5 l Benzin fürs Dinghy. 1 Liter = 175 Vatu = 1.75 SFr. Und weil es immer noch mehr giesst, müssen wir nochmals in ein Restaurant flüchten. Paul kriegt 2 Kugeln Glacé und ich einen guten Kaffee. Pflotschnass sind wir um 15h wieder auf der MABUHAY.


















