Donnerstag, 28. Juni 2012: Vanuatu, Port Vila, Efate-Inselrundfahrt
In der Nacht hat es wieder geregnet. Um 8h45 werden wir beim Souvenirladen, wo wir unsere Inselrundfahrt gebucht haben, bereits erwartet. Unser Minibus-Chauffeur, mit schöner gezöpfelter Frisur, heisst Micky und die Reiseleiterin Corinne. Bei einem Resort holen wir noch Colleen und Gino ab, ein Australisches Ehepaar aus Melbourne. Nun geht die Reise im Gegenuhrzeigersinn rund um die ganze Insel Efate los. In Vanuatu herrscht Rechtsverkehr. Paul und ich dürfen vorne neben Micky sitzen, deshalb sitzt Corinne hinter uns und knatscht ununterbrochen auf ihrem Kaugummi herum. Dabei lässt sie ständig Blasen platzen. Oh, wie ich das liebe! Aber sonst macht sie ihre Arbeit sehr gut! Sie erklärt uns sehr viel Wissenswertes über Pflanzen, die die Einheimischen als Medizin benutzen, über Bäume, besonders den grossen Banyanbaum, Früchte usw. Sie teilt uns auch mit, wohin jede der Seitenstrassen führt. Wir fahren über Brücken, die von den Japanern finanziert wurden. Eine halbe Stunde nach dem Start, gibt es schon die erste Pause. Wir sind bei der Blauen Lagune und dürfen hier im wirklich blauen Süsswasser schwimmen. Mich macht es zuerst gar nicht sehr an, um diese Zeit schon ins kalte Wasser zu hüpfen, aber es ist gar nicht so schlimm, im Gegenteil, herrlich. Nach dem Schwimmen gibt es Bananen, Grapefruits und für jeden eine Trinkkokosnuss. Weiter geht die Fahrt, durch grünen Busch und an einer verlassenen Magnesium-Mine vorbei, wo noch die alten Maschinen vor sich hinrosten. Wir steigen irgendwo aus und laufen durch ein Dörfchen. Corinne zeigt uns die von Australien erbauten Schulen. Sie erklärt uns auch, dass man in Vanuatu die "Flying Fox" (Fledermäuse) isst. Um 11h sind wir in einem kleinen Dorf, wo wir von bemalten Kriegern mit Geschrei empfangen werden. Die führen für uns ein paar kleine Kriegs- und Friedenstänze auf und danach dürfen wir das Essen, das im Erdofen, auf glühenden Lavasteinen, in Bananenblättern eingewickelt, gekocht wurde. Das heisst Laplap. Es sind verschiedene Gemüse mit Kokosmilch darüber. Mmm.., einfach nur köstlich!!!
Weiter geht es über den Amerikanischen Flugplatz aus dem 2.Weltkrieg, zum Restaurant (es ist zwar eher eine Hütte) am Strand, wo wir zu Mittag essen. Für unsere Unterhaltung sorgt eine kleine "Band", die Vanuatu-Musik spielt. Das Essen ist nicht so üppig, gut hatten wir vorher noch das feine Erdofengemüse!!! Jetzt gibt es Reis, Poulet, Rindfleisch (ich kann es kaum abeinandersäbeln!) und ein wenig geraffelten Salat (Rüebli oder Kürbis? Wir können es nicht definieren). Zum Dessert Grapefruitstücke. Aber schlecht ist es nicht wirklich. Unterwegs sehen wir dann noch das Wasserreservoir, wo die Amis im Krieg ihr Trinkwasser holten.
Später dürfen wir in der Havannah Bucht schnorcheln und es gibt Kaffee und Biscuits. Hier lagen die Ami-Kriegsschiffe während des 2 Weltkrieges vor Anker. Beim Schnorcheln entdeckt Paul (wer denn sonst?) eine Muräne und es hat riesige Mördermuscheln. Das Riff ist leider nicht mehr so ganz intakt, aber wir sehen trotzdem viele Sorten bunte Fische.
Bevor wir uns auf den Rückweg nach Port Vila machen, zeigen uns Micky und Corinne noch, was man alles aus Kokosnuss macht, wie man sie öffnet und wie man sie raspelt. Wir dürfen das Geraspelte aufessen.
Auf der Rückfahrt verteilt Corinne nochmals Bananen und um 15h45 sind wir zurück in der Stadt. Schön war's und interessant. Die Fahrt um die Insel sind 140km. Wir hatten mächtiges Wetterglück, zwar war kein Sonnenschein, aber auch kein Tropfen Regen!
Der Banyan wächst auf einem beliebigen Wirtsbaum, der zunächst keinen Schaden nimmt, da der Banyan kein Schmarotzer ist. Er sendet Luftwurzeln aus, die sich mit der Zeit zu einem dichten Netz entwickeln. Haben die Wurzeln den Boden erreicht, kommt es zu einem Wachstumsschub, da die Pflanze nun nicht mehr ausschließlich auf das Substrat, das sich auf dem Wirtsbaum angesammelt hat, angewiesen ist. Mit zunehmendem Wachstum wird der Wirtsbaum erdrückt und stirbt schließlich ab.
Banyanbäume können gewaltige Dimensionen erreichen. Sie werden über 30 Meter hoch. Die zunehmende Zahl der Luftwurzeln entwickelt sich zu mehreren Stämmen mit zum Teil beträchtlichem Umfang. Auf diese Weise kann der Banyanbaum mit der Zeit eine Bodenfläche von mehreren Hundert Quadratmetern bedecken.
Freitag, 29. Juni 2012: Vanuatu, Port Vila
In der Nacht kurzer Regen. Um 12h gehen wir in die Markthalle (übrigens von den Franzosen gesponsert), zum Mittagessen. Zufällig treffen wir beim Anlanden mit dem Dinghy auf Doris und Andy von der „Andori“. Wir essen zusammen Reis, Kalbsragout (ich Fisch) und Salat für 400 Vatu (4 SFr.). Danach sitzen wir fast bis 15h zusammen im Restaurant Anchor und tauschen Erfahrungen und Erlebnisse aus. Vor allem aber wird über das Südseewetter geschimpft.... Der Nachmittag ist sehr trüb und regnerisch. Südsee!!! Übrigens finden auch „Andoris“ der Pazifik sei ein mühsames Segelrevier.
Samstag, 30. Juni 2012: Vanuatu, Port Vila
Bis morgens 02h höre ich das Bumm, Bumm, Bumm der „Musik“ der nahen Restaurants.
Ein grosses Kreuzfahrtenschiff, die „Pacific Jewel“, ist in der Bucht. Heute ist es nur leicht bewölkt und sehr warm.
Um 9h fährt mein Paul mit dem Kanadier Paul aus Toronto, im Dinghy an Land. Der Kanadier hat bei den Osterinseln in einem Sturm sein Dinghy vom Schiff weg verloren und hat jetzt kein Dinghy mehr. Er hat uns gefragt, er brauche Wasser, ob wir ihn mit an Land nehmen würden. Paul fährt mit ihm zur „Yachting World Marina“ um Wasser zu holen, bringt einen Sack voll Bücher und Seekarten für die Torres-Strasse von uns zu „Andori“ und dann kommen die beiden Pauls wieder zurück zu unseren Schiffen.
Um 12h treffen wir uns mit „Andoris“ zum Essen in der Markthalle. Es gibt Reis (!!!), geschmorte Curry-Hühnerbeine und Salat, zum Standardpreis von 400 Vatu (4 SFr.). Um 14h wird der Markt und die Küchen am Samstag geschlossen.
Die nächsten ca. 3 Stunden verbringen wir mit Doris und Andy im Anchor beim Quatschen.
Als wir auf die MABUHAY zurückkommen hat eben der Schweizer Walter mit Crew Andrea (aus Berlin) hinter uns geankert. Sie kommen jetzt direkt aus Neuseeland. Das Schiff heisst „Cinderella“ und wir haben Walter bis jetzt immer nur an der Funke gehört. Wir unterhalten uns angeregt etwa eine halbe Stunde lang mit Andrea und Walter. Andrea schenkt uns ein paar Kartoffeln und vier Kiwis (Früchte) aus Neuseeland.
Sonntag, 1. Juli 2012: Vanuatu, Port Vila
Sehr schön und sonnig, nichts zu meckern am Wetter heute.
Nach diversen Schreibarbeiten meinerseits, sind wir kurz nach 10h an Land. Wir marschieren ca. eine Stunde lang zackig auf der Hauptstrasse. Aber es ist so heiss, dass uns der Schweiss nur so runterläuft. Wir halten einen Minibus auf und lassen uns zum Wasserfall bei Mele chauffieren. Der Eintrittspreis zum Wasserfall erscheint uns sehr happig, 15'000 Vatu (15 SFr.) pro Person. Und weil gerade Mittag ist bestellen wir uns was zu essen. Nach ungefähr 35 Minuten erhalten wir Chicken und Chips. Die Pommes Frites sind kalt und nur matschig, vermutlich die schlechtesten, die wir je gegessen haben. Das Stückchen Huhn ist zwar heiss und gut, aber das Stück ist sehr klein! Und das Ganze kostet 1000 Vatu (10 SFr.)! Das hat man davon, wenn man keinen Reis essen will!!!
Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zum Wasserfall. Der Weg dauert etwa 20 Minuten und ist sehr schön angelegt. Zuoberst stürzt sich das Wasser in verschiedenen Fällen 20m in die Tiefe und wer will, kann sich darunter setzen. Das Wasser fliesst von Pool zu Pool und überall, wo man will, kann man sich hineinsetzen und baden. Einfach wunderschön und wir geniessen das Bad im kühlen Wasser. Nachdem wir wieder unten sind, baden wir nochmals in einem schönen Pool und lassen uns dann an der Sonne trocknen. Jetzt finden wir die 15'000 Vatu (15 SFr.) pro Person Eintritt nicht mehr zu viel. Alles ist sehr sauber und gut gemacht. Herrlich war's!
Mit einem Minibus geht es zurück nach Port Vila und per Dinghy zur MABUHAY.
Montag, 2. Juli 2012: Vanuatu, Port Vila
Wir gehen zum Ausklarieren zur Immigration. Es ist heiss und schon geht es wieder los mit dem „Papiere ausfüllen“! Ein Papier pro Person und eines fürs Schiff. Genau das gleiche Zeug wie vor einer Woche beim Einklarieren. Mir läuft der Schweiss nur so herunter. Wir geben dem Immigration-Menschen unsere Schweizerpässe und er schaut sie sich „gründlich“ an und sagt:“Seid ihr Deutsche?“ Aber er sucht überall, auch wenn wir keine Deutschen sind, in seinem Büro nach dem Stempel und stempelt endlich die Ausreise in unsere Pässe. Mit dem Minibus fahren wir jetzt zum Zollbüro. Simon, den wir vom Einklarieren kennen, ist sehr freundlich. Nachdem ich ihm die 6 (sechs) von mir ausgefüllten Formulare abgegeben habe, schreibt er einen Zettel für uns. Mit diesem müssen wir ins nächste Gebäude, 1.Stock, 7850 Vatu (ca. 78.50 SFr.) bezahlen, warten, bis wir endlich die Quittung und das Rückgeld erhalten, das dauert ewig! Jetzt mit der Quittung wieder zu Simon und der händigt uns die Ausreisepapiere aus. Fertig! Nun geht es mit dem Bus zum Leader Price Supermarkt. Ha!!! Wir kaufen ein ganzes Kilo Emmentalerkäse (nein, „nur“ französischen!). Weiter per Minibus zum Markt, wo uns Doris und Andy schon erwarten. Wir essen zusammen Reis, geschmortes Rindsgeschnetzeltes und Salat (400 Vatu, oder 4 Fr.).
Nach einem Bier im „Anchor“ gehen wir alle vier zusammen in einen „Duty Free Shop“ (davon hat es hier ja viele!). Doris und Andy brauchen dringend Zigaretten-Nachschub. Mit unseren Ausklarierungspapieren können wir Duty Free (zollfrei) einkaufen. Die Ersparnis ist enorm. Eine Stange CAMEL-Zigaretten kostet 22 SFr. anstatt 64 SFr., verrückt, oder? Wir kaufen vier Stangen.
Nachdem wir uns von Andori's verabschiedet haben, gehen Paul und ich zum Markt und wandeln unsere letzten Vatu's in Früchte und Gemüse um. Das ist eine logistische Herausforderung!
1 Bündel grosse Bananen (16 Stück), 250 Vatu
1 dicke Papaya, 50 Vatu
ca. 500gr grüne Bohnen, 200 Vatu
4 grosse Grapefruit à 50 Vatu, 200 Vatu
eine Handvoll Erdnüsse aus Tanna für den Skipper, 100 Vatu
Die allerletzten 30 Vatu schenken wir einem kleinen Knaben, etwa 4 Jahre alt, bei seiner Mutter, der uns anstrahlt wie eine Sonne.
So, jetzt sind wir „frei“ und fahren zurück zur MABUHAY, verstauen alle Einkäufe und machen das Schiff klar für die morgige Abfahrt nach Papua Neuguinea.
Schön war es hier im sehr sauberen Vanuatu, nur ist eine Woche leider viel zu kurz!




































