Indonesien: Banda (Gewürzinseln), 11.08. - 18.08 2012, Teil 2
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Samstag, 11. August 2012: Insel Banda

Es ist fast 11h als wir mit dem Guide Madha und 6 anderen Seglern auf Gewürztour gehen. Es sind dabei: Andrea (Engländerin) mit Ehemann Jim aus Vancouver Island, Canada, Pam und Ted aus Californien, Jim aus Florida mit Crew Jean David aus Lyon (F) und natürlich die beiden Seefahrer aus Pieterlen! Zuerst geht es mit einem klapprigen Holzboot, mit 2 knatternden Motoren auf die andere Insel rüber, nach Banda Besar. Paul hat die grosse Ehre, unsere Gruppe heil da hinüber zu chauffieren und am Steg anzulegen. Er macht das souverän! Wir laufen durch ein Dorf, wo fast vor jedem Haus Nelken und Muskatnuss zum Trocknen ausgebreitet und das riecht einfach herrlich. Madha erklärt uns sehr viel Interessantes über die Gewürze Zimt, Muskatnuss und Nelken. Wir erfahren, dass die Gewürze von den Banda Inseln meist nach China geliefert werden. Irgendwo trinken wir einen mit Muskatnuss und Nelken gewürzten Kaffee. Der ist sehr stark und nicht so wirklich nach unserem Geschmack. Gewöhnungsbedürftig! Aber mit ein wenig Zucker können wir ihn dann doch noch geniessen. Dazu essen wir feine Biscuits mit Muskatnusskonfitüre. Auf dieser Insel hat es keine Autos, nur Unmengen von lauten Knattermopeds. Die Leute wohnen meist in schönen bunten Häusern, aber leider muss gesagt werden, dass zwischen und hinter den Häusern, in den Plantagen und in den Flussbetten enorm viel Müll herumliegt. Schade!

Beim Fort Hollandia, das nur noch aus Ruinen besteht, essen wir unser mitgebrachtes Picknick aus dem Rucksack. Paul und danach die anderen Männer machen den 2 Knaben die hier sind, Papierflugzeuge.

Mit unserem Holzboot fahren wir am Nachmittag raus zum Riff zum Schnorcheln. Ich bin sehr überrascht, wie intakt die Unterwasserwelt hier noch ist! Per Boot geht es dann wieder weiter zu einem anderen Dorf, wo uns Madha in einer Plantage auch noch Mandelbäume zeigt. Die sehen aber total anders aus, als die, die wir von Südeuropa her kennen.

Zurück geht es wieder per Boot nach Bandaneira. Unterwegs gibt es eine kurze Regenschütte. Um 18h sind wir wieder auf der MABUHAY. Aber sonst hatten wir Glück heute, das Wetter war sehr

schön. Jetzt wissen wir endlich, woher Zimt, Muskat und Nelken herkommen und wie viel Arbeit sie verursachen.

Um 19h sind Paul und ich schon beim Gästehaus von Abba, wo wir uns zum Abendessen angemeldet haben. Wir sitzen ganz alleine an einem Zweiertisch vor dem Haus. Schade, wir wären eigentlich lieber bei den anderen Gästen im schönen Innenhof des Hauses gesessen. Aber das bandanesische Essen ist sehr gut und das Büffet reichhaltig. Paul isst nur Suppe, 4 Stückchen Poulet (extra für ihn, weil er keinen Fisch will!), Salat und Dessert. Ich probiere von allem finde das meiste prima. Und das ganze kostet 7.50 SFr.

Gewürznelken, auch Nelken oder Nägeli genannt, sind die stark duftenden und brennend scharf schmeckenden, getrockneten Blütenknospen des ursprünglich auf den Molukken (Gewürzinseln) beheimateten Gewürznelken-Baum, einem Myrtengewächs. Er ist immergrün und kann mehr als zehn Meter hoch werden. Die Bezeichnung kommt von der an Nägel erinnernden Form der Knospen. Die als Nelken bekannten Blumen wurden wegen ihres ähnlichen Duftes nach den Gewürznelken benannt.

 

In Europa sind Gewürznelken seit dem frühen Mittelalter bekannt. Auf den Handel hatten lange Zeit die Niederländer ein Monopol, die die Pflanze hauptsächlich aus Ambon verschifften, und auch heute noch werden Gewürznelken von den Molukken zum grossen Teil in Amsterdam und Rotterdam umgeschlagen.

 

Mittlerweile werden Gewürznelken weltweit angebaut. Als die der besten Qualität gelten die der Molukken, Sansibars (dessen Insel Pemba zugleich Hauptanbaugebiet ist) und Madagaskars.

 

Gute, frische Nelken erkennt man daran, dass sie sich fettig anfühlen und etwas Öl absondern, wenn man mit dem Fingernagel gegen ihren Stiel drückt. Auch der Schwimmtest gibt Aufschluss über die Qualität: Hochwertige Nelken sinken in Wasser oder stellen sich zumindest senkrecht mit dem Köpfchen nach oben. Schlechte, d.h. mehr oder weniger entölte Nelken schwimmen waagerecht auf der Wasseroberfläche.

 

Bestimmend für Geruch, Geschmack und Wirkung von Gewürznelken sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle, deren Anteil bis zu 15 % ausmacht. Sie bestehen im wesentlichen aus 70 bis 85 % Eugenol (das auch in Zimt vorkommt), etwa 15 % Eugenolacetat und 5 bis 12 % ß-Caryophyllen. Ein weiterer Bestandteil ist Oleanolsäure mit 2 %. Eugenol besitzt eine betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Gewürznelken als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist.Bei leichten Zahnbeschwerden hilft oftmals das Zerkauen mehrerer Gewürznelken. Die Wirkstoffe vermischen sich mit dem Speichel und lindern so häufig die Symptome. Es soll auch gegen Mundgeruch wirksam sein.

In der Küche werden Gewürznelken – vorsichtig dosiert – zum Würzen von Marinaden, Saucen, Wurst, Fleisch- und Fischgerichten, Lebkuchen und anderem verwendet. Sie sind auch Bestandteil von Currypulver.

Die indonesischen Kretek (Nelkenzigaretten, hierzulande vor allem bekannt unter dem Namen des Marktführers "Gudang Garam") enthalten neben Tabak einen erheblichen Anteil geschroteter Gewürznelken.

 

Sonntag, 12. August 2012: Insel Banda

In der Nacht kurzer Regenschauer. Der Tag ist aber sonnig. Unsere Nachbarn rechte Seite, die Deutschen Ute und Hans, haben um 8h Banda verlassen, Richtung Wakatobi. Wir haushalten am Morgen. Wäsche waschen, Wasser holen, Betten frisch beziehen, endlich Winterduvet wegräumen usw. Paul gibt neue Wegpunkte und Ankerplätze für unsere Weiterreise in die elektronische Seekarte ein. Danach streicht er das ganze Cockpitdach mit einem Imprägniermittel ein.

Am Nachmittag geht Paul zur Tankstelle, er will Benzin holen. Ich bin wieder einmal 1½ Stunden vergeblich im Internet bei Abba und versuche krampfhaft, Fotos nach Hause zu senden. Nix, es geht nicht!

Die Tankstelle war geschlossen.

Um 18h sind wir auf der „Solar Planet“ bei Kathrin und Sven zu einem Glas Wein eingeladen. Wir diskutieren angeregt über Gott (im wörtlichen Sinne) und die Welt. Wir sprechen über verschiedene Religionen und darüber, dass es hier in Banda und auf der Insel Ambon im Jahre 1999 ! heftige Unruhen zwischen Moslems und Christen gab. Dabei sind Hunderte von Menschen umgekommen.

Montag, 13. August 2012: Insel Banda

Der Monegasse „Odilon“ und die Deutsche „Solar Planet“ verlassen die Ankerbucht und segeln nach Wakatobi. Wir warten noch bis Mittwoch. Draussen soll es morgen 5 m hohe Wellen geben und das brauchen wir nicht unbedingt. Gegen 10h30 verlassen weitere 3 Schiffe die Bucht um nach Ambon zu segeln.

Am Nachmittag bin ich wieder 2½ Stunden bei Abba im Gästehaus am Computer, um Fotos nach Hause zu senden. Und, ich kann es selber nicht recht glauben, ich schaffe es doch tatsächlich die 27 Fotos von Papua Neu Guinea abzusenden. Tatarataaaa....! ich war eine ganze Woche lang der beste Computerkunde bei Abba. Zum Glück war das nicht allzu teuer, „nur“ 10'000 Rupiah (1 SFr.) pro Stunde. Während ich schön am Computer im trockenen Sitze, regnet es immer wieder heftig.

Als ich wieder zurück bei den Schiffen bin, will Mahda mir unbedingt Perlen (weisse) verkaufen. Er will für eine 100'000 Rupiah haben. Ich biete 50'000 und er gibt mir die Perle. Ausserdem will er mir altes Geschirr aus der Kolonialzeit verkaufen, aber ich winke ab, kein Interesse!

Abends sind Paul und ich in einem Gästehaus, um zu Abend zu essen. Paul bestellt Mie Goreng (gebratene Nudeln), ich möchte auch Mie Goreng, aber dazu noch Laplap (Gemüse) und Ayam (Huhn). Ich erwarte winzige Huhnstücklein in den Nudeln. Ich bekomme genau die gleichen gebratenen Nudeln mit einer Art Spinat dazwischen, wie Paul. Ausserdem liegt auf meinem Teller ein total schwarzes, trockenes Hühnerbein. Paul ruft die Chefin und ich sage ihr “no! other“. Nach etwa 10 Minuten, wir haben inzwischen die Nudeln, die sehr gut sind, aufgegessen, bekomme ich ein neues Stück Huhn. Dieses sieht aussen sehr knusprig und gut aus. Paul und ich teilen es uns. Es ist auch gut, nur innen ist es eisig kalt und blutig.... Also dieses Etablissement werden wir nicht weiter empfehlen. Zwar war der Spass nicht teuer, zweimal Essen und zwei Coladosen für 8 SFr. Wir sind aber auch die einzigen Gäste. Während des Essens schreit sich der Muezzin vom nahen Minarett die Seele aus dem Leib. Und wie jeden Abend, wird auch heute geknallt und Feuerwerke in den Himmel geschossen. Auf unsere Frage, warum? sagt man uns, wegen dem Ramadan.

Dienstag, 14. August 2012: Insel Banda

Am Morgen regnet es immer wieder einen Schauer. Fünf Segler verlassen die Bucht.

Wir geben dem Hafenmeister unseren 10 Liter Benzinkanister und er bringt uns das Benzin. 8000 Rupiah pro Liter (ca.80 Rappen). Danach schlendern wir durch den Markt. Mit den Eiern die wir kaufen wird es wieder schwierig. Ein Ei kostet 2000 Rupiah (ca. 20 Rappen), 24 Eier kosten 44'000 (4.40 SFr.). Keine Ahnung wie die das rechnen. Wir kaufen Rüebli, Salat, Bohnen, Bananen und Äpfel (die sind sehr teuer, 4 SFr. das Kilo).

Um 11h30 kommt das grosse Passagierschiff aus Ambon, das einmal pro Woche hier anlegt. Und sofort fliegt wieder jeglicher Müll direkt ins Wasser. Hopp, einfach raus aus dem Kahn!!! Nach ca. 1½ Stunden verschwindet das Schiff wieder.

Um 18h30 sind wir im Hotel „Maulana“ mit den Australiern Peter, Penny und Dorn zum Abendessen.

Ausserdem sind noch zwei Australier aus Tasmanien da und vier Neuseeländer. Das Essen ist prima und es ist sehr gemütlich.

Mittwoch, 15. August 2012: unterwegs nach Wakatobi, 19 sm

Der Muezzin weckt mich um 4h40 auf! Um 8h fahren wir los. Wir melden uns beim Hafenmeister nicht ab. Der verlangt von jedem Segler 50'000 Rupiah (ca. 5 SFr.), für nichts und wieder nichts. Einfach so für seinen eigenen Sack! Das ist zwar nicht viel, aber es geht uns ums Prinzip!

Peter, unser Nachbar von der „Persian Sands“ und ein paar Kinder am Land lösen unsere Leinen von der Palme los. Wir verlassen Banda nicht sehr gerne. Es war sehr schön hier und hat uns gut gefallen. Wir waren nah am Ort und die Leute alle sehr freundlich. Ausserdem lagen wir hier sehr ruhig und konnten herrlich schlafen. Aber Indonesien ist riesig (über 17'000 Inseln, genau 17'508!)) und wir haben erst 2 davon gesehen.

Es ist total bedeckt. Aber es läuft prima und wir kommen recht gut vorwärts. Wir haben die Hälfte des Grosssegels herausgezogen und es hat tatsächlich gut geklappt. Hoffentlich geht es auch wieder so gut beim Einrollen!

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