Freitag, 24.August 2012: von Wangiwangi nach Hoga, 28,8 sm (ca. 53 km)
Wir haben beide sehr schlecht geschlafen. Um 5h stehen wir auf und um 5h50 fahren wir los nach Hoga. Mit uns fährt die „Sea Eagle II“ mit den Neuseeländern Angela und Ian. Wir nutzen das Hochwasser, um aus der Lagune raus zu kommen. Wir fahren mit dem Wind voll auf die Nase, aber zum Glück hat es keine grossen Wellen, gegen die wir kämpfen müssen. Um 12h ankern wir bei der kleinen Insel Hoga. Es sind schon 8 Segelschiffe und 2 Motorboote da. Hier soll es sehr schön zum Schnorcheln und Tauchen sein.
Es heisst, hier habe es ein wunderschönes Riff mit 750 Korallenarten (auf der Welt gibt es 850 Korallenarten). Und es habe über 900 Fischsorten! Wir sind gespannt! In der Nähe soll es ein Korallenriff geben, das 48 km lang ist !!
Ein Mann und eine Frau mit einem Kind, kommen in ihrem Holzbötchen vorbei und wollen uns Fische, Bananen und Papayas verkaufen. Wir nehmen ein Bündel Bananen, die meisten schon aufgeplatzt, und eine Papaya. Der Mann will 150'000 Rupiah dafür (ca. 15 SFr.) Wir handeln und kaufen für 50'000 Rupiah (ca. 5 SFr.).
Die Sonne scheint. Um 15h, bei Hochwasser, sind wir mit Ian (Angela kommt mit, bleibt aber im Dinghy), Anne und Graham (aus Nelson, Neuseeland, aber beide Engländer), am Schnorcheln. Und das Riff ist wirklich einmalig schön, echt toll! Wir schweben über der Riffkante und geniessen die wunderschöne Unterwasserwelt. Paul würde gerne tauchen, aber man sagt uns, dass man beim Tauchen nicht mehr sieht als beim Schnorcheln. Nur muss man beim Schnorcheln nicht so schweres und unbequemes Tauchzeug anziehen und herumschleppen...
Nach einer Stunde schlottere ich und wir setzen uns in den Garten eines Resorts und trinken alle zusammen etwas.
Anne und Graham laden uns auf ihr Schiff „Kakadu“ zu einem Apéro ein. Paul und ich fahren schnell bei der MABUHAY vorbei, ziehen trockene Kleider an und schnappen Paul's Geburtstagskuchen, den ich noch schnell vor dem Mittagessen gebacken habe. Mit Anne, Graham, Angela und Ian feiern wir Paul's Geburtstag auf der „Kakadu“. Und wir singen ihm sogar das „Happy Birthday!“. Um 20h sind wir wieder auf der MABUHAY und müssen nun noch das Brot backen, das seit dem Mittag wunderbar aufgegangen ist.
Samstag, 25.August 2012: Wakatobi, Insel Hoga
Der Morgen ist grau in grau und am Nachmittag regnet es immer wieder. Seit Banda, etwa seit dem 13. August, haben wir KEINEN Regen mehr gehabt!!!! Wir sind den ganzen Tag an Bord. Ich bin erkältet, Halsweh, Husten und Schnupfen. Das hatte ich ungefähr 3 Jahre lang nicht mehr.....
Sonntag, 26.August 2012: Wakatobi, Insel Hoga
Am Morgen verlassen sechs Schiffe die Insel Hoga.
Unser Kühlschrank ist bedenklich leer. Und weil er so leer ist, ist es genau der richtige Zeitpunkt, ihn gründlich zu putzen.
Es regnet und nachdem es endlich aufgehört hat, funken wir zu Angela und Ian rüber, ob sie mit uns im Dinghy zum Schnorcheln und ein wenig Laufen rausfahren wollen. Um 14h15 holen wir sie ab und fahren zu einer Boje beim Riff. Ian und Paul schnorcheln zusammen über eine Stunde lang und kommen ganz begeistert wieder ins Dinghy zurück. Soooo viele Fische und so schöööön!!!! Angela und ich haben so lange im Dinghy gewartet. Nachdem die beiden Schnorchler trockene Sachen angezogen haben, machen wir einen langen Spaziergang über die Insel. Es hat eine Unterwasserforschungsstation und wir sprechen mit der Leiterin. Im Moment sind nur 6 englische Biologie-Studenten, hier, aber vor zwei Wochen waren 250 Leute da und es gab Vorträge über die hiesige Unterwasserwelt.
Wir laufen bis zum Resort und treffen dort auf die Crew der „Persian Sands“ und der „Island Prisme“. Die sind seit dem Mittag hier und alle 5 ziemlich angesäuselt und lustig. Sie haben den ganzen Getränkevorrat des Resorts ausgetrunken (19 Flaschen Bintang-Bier) und wir müssen uns mit einer halben Flasche Cola begnügen....
Es ist ein wunderschöner Sonnenabend. Für Paul und mich gibt es auf der MABUHAY gebratene Kartoffelreste mit Ei darüber. Heute mussten wir 4 (vier) Eier entsorgen. Beim Frühstück drei und eines beim Abendessen. Alle faul! Aber das ist ja nicht verwunderlich, wenn man sieht wie die Eier an der Sonne gelagert werden und wie lange sie schon herumstehen.
Montag, 27.August 2012: Wakatobi, Insel Hoga
Heute morgen verlassen wieder zwei Schiffe den Ankerplatz bei Hoga und so bleiben nur die „Sea Eagle II“ und wir zurück. Wir putzen die Stauräume und ordnen die gelagerten, zum Teil rostigen Dosen neu. Nachdem es aufgehört hat zu regnen, hänge ich Wäsche auf. Jetzt scheint die Sonne wieder. Um 10h30 sind wir bei Angela und Ian auf der „Sea Eagle II“ „for a cup of tea„ (zum Tee) eingeladen. Wir besprechen die Weiterreise nach Bau-Bau. Wir wollen am Mittwochmorgen los.
Der Nachmittag ist sonnig, aber es weht ein ziemlich starker Wind und hat Wellen. Paul und Ian haben keine Lust, schnorcheln zu gehen. Ich schon gar nicht, ich bin nämlich immer noch zünftig am Schniefen, Niesen und Husten. Ich bin heute richtig triefäugig...
Dienstag, 28.August 2012: Wakatobi, Insel Hoga
Um 10h kommt Angela zu uns auf die MABUHAY um von uns zu lernen wie man Brot backt.
Sie sagt uns, wir seien die einzigen die sie kennt, die Brot backen und es von Hand kneten. Alle anderen Segler hätten Brotbackmaschinen.
Ich zeige ihr alle unsere Tricks und sie filmt mit dem Fotoappart und macht sich Notizen. Ich erkläre ihr, dass unsere Brote auch nicht immer so gut gelingen und wir auch schon Backsteine produziert hätten.
Es ist ein schöner, sonniger Tag. Am Nachmittag machen wir die MABUHAY für unserer morgige Abreise nach Bau-Bau bereit.
Mir geht es heute sehr viel besser. Kein ständiges Schniefen, Keuchen und Husten und Tränen mehr.
Paul stellt kurz vor dem Eindunkeln zufällig fest, dass von unseren vier Solarpaneelen, an dreien die Kabel total abkorrodiert sind. Die sind erst zwei Jahre alt, seit Curaçao. Kein Wunder, hatten wir immer mehr Mühe, die Batterien voll zu kriegen! Im wunderschönen, glühenden Abendrot steht er am Heck und er MABUHAY flickt die Kabel.
Mittwoch, 29.August 2012: Wakatobi, Insel Hoga unterwegs nach Bau-Bau
Um 8h50 fahren wir zusammen mit der „Sea Eagle II“ los nach Bau-Bau. Um 9h haben wir schon übervolle Batterien, nur mit Sonnen- und Windenergie. Was so ein paar defekte Kabel ausmachen können....
Die letzten Tage waren immer 15Knoten Wind am Ankerplatz. Kaum sind wir aus der Ankerbucht raus, haben wir das Gefühl, es sei überhaupt kein Wind mehr da. Aber nach dem wir aus der Inselabdeckung sind, läuft es doch ganz gut. Am Nachmittag begleitet uns eine etwa 20-köpfige Gruppe ganz grosser Delfine. Die sehen anders aus, als die Delfine die wir kennen. Diese hier haben nicht so spitze „Schnäbel“.
Den ganzen Tag können wie ruhig und gemütlich dahinsegeln. Kaffeesegeln halt.
Donnerstag, 30.August 2012: unterwegs nach Bau-Bau, 114,5 sm
Bis um 04h haben wir hellsten Mondenschein. Leider schläft der Wind noch ganz ein und wir müssen ab 01h motoren. Das Meer ist ganz flach.
Um 5h30 ist es schon wieder hell. Es wird ein sonniger Tag. Je näher wir an Land kommen, desto mehr müssen wir auf die sogenannten „Fischfallen“ aufpassen. Die sehen von weitem aus wie ein kleines Boot mit einem Fischer drin. Sie entpuppen sich aber dann als kleines Bambusfloss mit einem aufrecht stehenden Palmwedel oder einem Häuschen darauf. Darunter hängen Netze.
Genau 25 Stunden nach unserem Aufbruch von Hoga, und 114,5 sm (212 km) später, sind wir in Bau-Bau. Diese grosse Stadt befindet sich auf der Insel Buton und gehört zu Südost-Sulawesi. Wir ankern zwischen dem KFC (Kentucky Fried Chicken) und der riesigen Moschee. Hier ist es sehr heiss, im Moment hat es absolut keinen Wind.
Angela und Ian mit ihrer „Sea Eagle II“ kommen etwa eine ½ Stunde nach uns an. Wir sind sehr gespannt auf dieses Bau-Bau!
Wir sind kaum eine Stunde hier, kommen der Hafenmeister und einer von der Coast Guard. Paul lässt sie nicht an Bord kommen. Sie wollen unsere Papiere sehen und fragen dann nach Bier. Paul sagt, wir hätten kein Bier, wir seien Moslems!!! Das wird respektiert und die beiden begnügen sich mit je einem Becher kaltem Wasser.













