Indonesien: Bau-Bau, 30. 08.- 02. 09.2012, Teil 1
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Donnerstag, 30.August 2012: Bau-Bau, Insel Buton, Sulawesi

Gegen 16h holen wir mit unserem Dinghy Angela und Ian ab und fahren mit ihnen an Land. Dort schleppen wir das Dinghy die Treppen hoch und ein junger Bursche ernennt sich sofort zum Wächter unseres Dinghys. Ian hat uns einen Plan von „sailindonesia“ übergeben, mit allen Aktivitäten die wir in den nächsten 5 Tagen absolvieren werden. Mann oh Mann, was für ein Programm! Das artet ja in richtigen Stress aus! Ian hat das Programm von Mukman von „sailindonesia“ erhalten, der ihn seit etwa 2 Wochen jeden Tag mindestens 2x anruft oder ihm SMS schickt.

Wir werden sofort von einem Abgesandten der „sailindonesia“ begrüsst. Er sagt uns, er sei unser „Guide“. Aber wir wollen heute noch gar keinen „Guide“. Wir erklären ihm, wir möchten nur ein wenig spazieren gehen um uns einen ersten Eindruck von der Stadt Bau-Bau (83'000 Einwohner) verschaffen. Unser Weg führt schnurstracks zum KFC (Kentucky Fried Chicken), dem HühnerMc Donalds. Hier essen wir jeder mal eine gute Glacé.

Unser Spaziergang ist sehr interessant und abwechslungsreich. An einer Kreuzung schäkern wir so lange mit ein paar Polizisten herum, bis es einen Verkehrstau gibt. Und alle Leute sind enorm nett, und immer wieder “hello Misteeeeer!“, von jeder Ecke. Wir kommen an wunderbaren Obstständen vorbei. Wow, so schöne Früchte haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Paul und ich kaufen Eier. Diesmal klappt es prima mit der Rechnerei. Ich habe den Taschenrechner dabei. Ein Ei kostet 1500 Rupiah (ca. 15 Rappen) und 24 mal 1500 = 36'000 Rupiah. So einfach ist das!

Gegen 18h sind wir wieder im KFC und essen prima Hühnerteile mit offiziell Reis, aber wir bestellen dazu Pommes Frites. Und natürlich brauchen Ian und Paul anschliessend noch eine Glacé.

Wir schlendern über den grossen Platz, wo ganz viele Verkäufer sehr viel unnützes Zeug (um nicht zu sagen Mist) verkaufen. Zum Beispiel jede Menge Maschinengewehre aus Plastik.

Unser Dinghy-Wächter Hassim liegt gemütlich im Dinghy und will jetzt von uns etwas zu Trinken haben. Aber wir haben nichts zu Trinken und geben ihm deshalb 10'000 Rupiah (1 SFr.). Er ist damit zufrieden.

 Freitag, 31.August 2012: Bau-Bau, Insel Buton, Sulawesi

Gegen 8h kommen die Deutschen „Y not?“ und die „Fee“ an. Ute und Günther von der „Y not?“ werden von Angela und Ian zum Tee eingeladen und wir laden Soni und Werner von der „Fee“ zu uns zum Kaffee ein. Wir quatschen 2 Stunden ausgiebig miteinander.

Am Nachmittag sind Angela und ich beim KFC im Internet. Mit meinem Läptöpli habe ich Verbindung zum Internet, nur bei „Bluewin.ch“ werde ich immer und immer wieder rausgeschmissen. Nach einer ganzen Stunde habe ich nichts, aber auch gar nichts erledigen können.

Um 14h kommen Ian, Paul, Soni, Werner und Günther (Ute bleibt auf der „Y not?“, sie fühlt sich nicht wohl) zu uns ins KFC, zwecks Glacémampfen. Aber die Enttäuschung ist gross, es hat keine Glacé mehr!

Jetzt machen wir einen langen Spaziergang durch die Stadt. Soni und ich lassen uns mit verschleierten Krankenschwestern-und Brüdern fotografieren. Es ist erstaunlich, wie die Leute verrückt danach sind, mit uns fotografiert zu werden. Aber warum eigentlich haben wir noch nicht herausgefunden. Am Markt kaufen wir herrliche Mangos und probieren eine Frucht, die aber nicht wirklich unser Geschmack ist. Paul kauft neue Kerzen für unseren Aussenborder (er hat sie heute morgen ausgewechselt). Ausserdem kauft er 12 Liter Benzin. 12 Literflaschen werden in unseren Benzinkanister umgefüllt. 1 Flasche kostet 6000 Rupiah (60 Rappen). Wir sind aber nicht sicher, ob es wirklich 1 Liter sind, normalerweise haben nämlich nur 11 Liter im Kanister Platz.

Um 16h40 sind wir, viel zu früh, zurück bei der Schiffsanlegestelle. Von hier aus sehen wir, dass auf der „Y not?“ mächtig etwas los ist. Der Motor läuft und das Schiff driftet auf die „Sea Eagle II“ zu. Es sind diverse Leute an Bord. Günther, Ian und Werner speeden per Dinghy zur „Y not?“ und helfen der armen Ute das Schiff zu bändigen und neu zu ankern. Ute hatte um Hilfe gerufen und ein paar Einheimische haben versucht ihr beizustehen. Am Heck hat die „Y not?“ ein paar Kratzer von der „Sea Eagle II“'s Ankerkette. Zum Glück waren wir so früh zurück von unserem Spaziergang.

Um 17h treffen wir uns mit der 18-jährigen Uli, die wir von Wakatobi her kennen. Sie hat noch eine Freundin mitgebracht, Muna, die mit uns Englisch sprechen will. Und genau jetzt treffen noch Ute und Hans mit ihrem Katamaran Taimada ein. Wir warten noch auf sie und wollen dann gemeinsam essen gehen. Uli will nun mit uns zum Restaurant das sie kennt. Inzwischen ist es fast 18h. Sie sagt, wir müssten dort das Essen bestellen und könnten dann in zwei (2) Stunden schon essen. Soni hat die gute Idee, ob wir nicht hier am Hafen essen könnten. Rund um uns herum hat es 50 oder mehr Fressbuden mit Tischen davor. Uli ist nicht sehr begeistert, aber wir einigen uns, hier zu bleiben. Ich nehme gebratenes Huhn und Reis, was sehr gut ist (wenn man kalten Reis mag). Paul bestellt eine Hühnersuppe und Sate Spiesschen. Die Sate sind o.k., aber von der Suppe isst er nur das Flüssige. Vom Rest sagt er, es sei „chewing gum (Kaugummi)“, lauter geschnetzelte Hühnerluftröhren und so ein Zeug. Das Essen von Uli teilen wir durch 4 Parteien, ohne dafür ein Dankeschön zu erhalten....

Gegen 19h30 sind wir auf der MABUHAY.

Samstag, 1.September 2012: Bau-Bau, Insel Buton, Sulawesi

Um 8h30 sind wir an Land und um 9h geht die Begrüssungszeremonie los. Wir sind 10 Segler (6 Deutsche, 2 Neu Seeländer und wir 2 Schweizer). Zuerst erzählt uns Neil die Geschichte von Buton (auf Englisch). Dann wird von einer Männertanzgruppe ein Säbeltanz vorgeführt, wir bekommen alle einen Blütenkranz um den Hals gehängt und der „Urälteste“ der am Boden auf einem Teppich sitzt spritzt mit einem Strauss aus Grünzeug Wasser über uns. So, nun sind wir willkommen geheissen.

Jetzt steigen immer 5 von uns in einen Bus ein und wir fahren zu einem der grössten Forts der Welt, zum Benteng Wolio. Von den Sultanen auf einem Hügel 3km vom Zentrum erbaut, erstreckt sich die 2740 m lange Mauer, durchbrochen von 12 Toren und eben so vielen Wehrtürmen. Man sagt, ein seltsamer Zement halte die unbehauenen Korallenblöcke zusammen; ein Gemisch aus Kalk, Sand, Wasser und Eiweiss.

Ab ca. 11h 15 sind wir wieder „frei“ und gehen alle 10 zusammen zu KFC Hühner essen. Mmm...! Und Glacé gibt es jetzt auch wieder!!! Ich nutze die Gelegenheit und sende den neusten Bericht und Fotos aus Saumlaki auf dem KFC Computer nach Hause (vom Stick). Heute spielt auch „bluewin.ch“ mit und ich kann es kaum glauben so schnell sind die 70 Fotos in die Schweiz gebeamt.

Um 16h30 werden wir alle in 2 Bussen zum Sonnenuntergang nach Wantiro gefahren.

Hier erklärt uns unser Guide Neil,  vieles über die Indonesier. Z. B haben sie die „Indonesische Rubber-Time“, die Gummizeit! Die ist flexibel! Wenn ein Indonesier sagt er komme um 8h, dann kommt er vielleicht um 9h. Nach dem Essen dürfe man ruhig rülpsen, das sei ein Zeichen, dass es einme geschmeckt habe. Aber auf der Strasse herumschreien dürfe man nicht, da verliere man sein Gesicht. Neil klärt uns auch über das „hello Misteeeer“ auf. Das gelte für Frauen und Männer und heisse einfach, „hallo Weisser“ für die Indonesier seien wir „Albinos“. Aha!

Vom 1. bis zum 4. September findet in Bau-Bau das 8. „Indonesian Royal Festival“ statt. Dazu kommen aus über 50 Sultanaten aus ganz Indonesien die Regenten und Sultane zusammen. Der Anlass findet immer in einer anderen Region statt.

 

Und um 19h sind wir zum „Royal Welcome Dinner„ geladen. Dazu müssen wir uns chic anziehen, was sehr schwer fällt, haben wir in unseren Schiffsgarderoben doch fast alle nur vergammelte Shorts.

Mit zwei Bussen werden wir zu den Feierlichkeiten oberhalb der Stadt gefahren. Es herrscht ein unglaubliches Verkehrschaos. Wir werden zum Ort des Anlasses geleitet und staunen! Da sind etwa 5000 Menschen oder noch viel mehr und alle sitzen auf Teppichen auf dem Boden. Nach ein paar Ansprachen auf indonesisch, die wir gebannt verfolgen und nach unzähligen Geschenkübergaben an die Sultane und den Gouverneur und den Bürgermeister usw. dürfen wir uns zu den wunderschön geschminkten und kostümierten Frauen auf die Teppiche setzen und von ihren überreichlich vorhandenen Speisen essen. Es ist umwerfend was da alles angeboten wird. Jede Gruppe bietet ihre regionalen Spezialitäten an. Es geht weiter mit Gesängen und Tänzen, aber wir verlassen das Gelände nach dem schönen Feuerwerk, gegen 22h30 und kehren mit den Bussen zum Hafen zurück. Dieser Abend macht uns gewaltigen Eindruck.

Sonntag, 2.September 2012: Bau-Bau, Insel Buton, Sulawesi

Um 9h sind wir beim „sailindonesia“-Team und warten fast eine ganze Stunde auf den zweiten Bus.

Neil, unser Guide erklärt uns, das sei in Indonesien normal und die sogenannte „Rubber-Time“ (Gummi-Zeit). Endlich sind wir alle in den zwei Bussen und fahren etwa 15 km zu der „Lakasa Cave“, einer einmaligen Höhle im Landesinneren. Wir sind 10 Seglerpaare und davon gehen 4 Männer (Paul kommt nicht mit) und ich als einzige Frau und älteste von allen mit in die Höhle. Aber Mann oh Mann, ist das eine Kletterpartie. Etwa 30 Minuten geht es unendlich steil in den Berg hinab, ohne Geländer oder Seile gesichert. Dreimal sind kurze, nasse, schlüpfrige Leitern angebracht und Gott sei Dank hat es hie und da eine Lampe. Ich lege den meisten „Weg“ auf dem Hosenboden meiner Shorts zurück. Es ist enorm heiss in diesem Loch und der Sauerstoff fehlt. Aber die Stalagtiten und Stalagmiten sind sehr schön, da gibt es nichts zu meckern. Ich gebe etwa bei ¾ der Strecke auf. Zusammen mit Werner warte ich auf die Rückkehr der anderen 3. Hans und Ian baden im kleinen See der sich zuunterst in der Höhle befindet. Dabei zerschneiden sie sich Hände und Füsse. Günther ist auch ganz unten, badet aber nicht. Der Aufstieg geht schneller, ist aber genau so gefährlich und schweisstreibend. In Europa würde man es niiiiieeeee !!! wagen, Touristen so einem Risiko auszusetzen....

Das Mittagessen nehmen Ian und Angela, Paul und ich wieder beim Hühner-MacDonalds ein. Dort treffen wir auf eine Gruppe von Männern in Kostümen (oder Uniformen?). Ian sagt, die sehen aus wie Ali Baba und die 40 Räuber.

Von 14h bis 17h15 warten wir beim Festgelände auf die Parade der Gruppen von über 50 Sultanaten Indonesiens. Über drei ganze Stunden warten wir stehend und bei brütender Hitze auf den Umzug. Dabei werden wir ungefähr eine Million mal von Jungen und Alten gefragt, ob sie sich mit uns fotografieren lassen dürfen. Wir können das nicht verstehen, was sehen die an uns so Besonderes? Endlich um 17h15 kommt die erste Gruppe. Alle Gruppen in wunderschönen Kostümen ihrer Region. Echt toll. Wir sehen „Ali Baba und seine 40 Räuber“ und halten sie einfach auf, um mit ihnen fotografiert zu werden. Sie kommen aus Java. Leider wird es kurz nach 18h schon dunkel und wir können überhaupt nichts mehr erkennen.

Schade, so wie es aussieht kommen jetzt die schönsten Gruppen, mit Rossen und Wagen und sogar mit einem echten Sultanenpaar in der Sänfte. Wir hätten am Anfang der Parade stehen sollen, und nicht am Ende der Umzugsroute.

Wir treffen auf Uli und ihren Cousin, die wir aus Wangi Wangi kennen. Sie will mit uns essen gehen, aber wir schütteln sie ab. Und dafür haben die „Fee“ und die „Y-not?“ nachher das Vergnügen, ihr Essen zu bezahlen. Uli hat sich leider als wahre „Klette“ entpuppt.

Wir laufen in die Stadt und finden einen Warung (ein ganz einfaches Restaurant) wo wir mit Angela und Ian ein sehr gutes Essen erhalten. Suppe, Reis, gegrilltes Huhn, mit Getränken 50'000 Rupiah (5 SFr. für 2 Personen). Wir laufen zurück zum Festplatz und wollen uns die Tanzvorführungen ansehen. Aber die Tänze sind so für uns Banausen so langweilig, im Zeitlupentempo, dass wir uns wieder langsam auf den Weg machen zu unseren Schiffen. Unterwegs hat es jede Menge von Kleinmotorrädern, die kantternd an uns vorbeibrausen. Oh Mann, was für ein anstrengender Tag!

Ute und Hans („Taimada“) verlassen gegen Abend Bau-Bau.

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