Das Mittagessen nehmen Ian und Angela, Paul und ich wieder beim Hühner-MacDonalds ein. Dort treffen wir auf eine Gruppe von Männern in Kostümen (oder Uniformen?). Ian sagt, die sehen aus wie Ali Baba und die 40 Räuber.
Von 14h bis 17h15 warten wir beim Festgelände auf die Parade der Gruppen von über 50 Sultanaten Indonesiens. Über drei ganze Stunden warten wir stehend und bei brütender Hitze auf den Umzug. Dabei werden wir ungefähr eine Million mal von Jungen und Alten gefragt, ob sie sich mit uns fotografieren lassen dürfen. Wir können das nicht verstehen, was sehen die an uns so Besonderes? Endlich um 17h15 kommt die erste Gruppe. Alle Gruppen in wunderschönen Kostümen ihrer Region. Echt toll. Wir sehen „Ali Baba und seine 40 Räuber“ und halten sie einfach auf, um mit ihnen fotografiert zu werden. Sie kommen aus Java. Leider wird es kurz nach 18h schon dunkel und wir können überhaupt nichts mehr erkennen.
Schade, so wie es aussieht kommen jetzt die schönsten Gruppen, mit Rossen und Wagen und sogar mit einem echten Sultanenpaar in der Sänfte. Wir hätten am Anfang der Parade stehen sollen, und nicht am Ende der Umzugsroute.
Wir treffen auf Uli und ihren Cousin, die wir aus Wangi Wangi kennen. Sie will mit uns essen gehen, aber wir schütteln sie ab. Und dafür haben die „Fee“ und die „Y-not?“ nachher das Vergnügen, ihr Essen zu bezahlen. Uli hat sich leider als wahre „Klette“ entpuppt.
Wir laufen in die Stadt und finden einen Warung (ein ganz einfaches Restaurant) wo wir mit Angela und Ian ein sehr gutes Essen erhalten. Suppe, Reis, gegrilltes Huhn, mit Getränken 50'000 Rupiah (5 SFr. für 2 Personen). Wir laufen zurück zum Festplatz und wollen uns die Tanzvorführungen ansehen. Aber die Tänze sind so für uns Banausen so langweilig, im Zeitlupentempo, dass wir uns wieder langsam auf den Weg machen zu unseren Schiffen. Unterwegs hat es jede Menge von Kleinmotorrädern, die kantternd an uns vorbeibrausen. Oh Mann, was für ein anstrengender Tag!
Ute und Hans („Taimada“) verlassen gegen Abend Bau-Bau.
Montag, 3.September 2012: Bau-Bau, Insel Buton, Sulawesi
Ich habe einen Riesenmuskelkater in den Beinen und Armen, von der Höhlenkletterei.
Um 8h40 holen uns Angela und Ian per Dinghy ab und führen uns an Land. Wir nehmen lieber ihr Dinghy, weil wir es an Land etwa 7 Treppentritte hinaufschleppen müssen und unser Dinghy ist viel schwerer als ihres.
Um 9h müssen wir beim „sailindonesia“-Team sein, bei einem kleinen weissen Zeltdach, am Hafen. Hier warten wir wieder mal 30 Minuten und steigt dann jeder in eine Rikscha ein. Unsere Guides Neil und Kim kommen auch mit. Soni bleibt auf dem Sciff zurück. Sie kann nicht mehr sprechen, Halsweh und Erkältung. So sind wir 7 Segler und ein paar Begleiter. Um 9h35 setzt sich ein richtiger Konvoi von Rikschas in Bewegung. Wir machen eine interessante Stadtrundfahrt. Wenn es leicht einen Hügel hinaufgeht, steigen die Rikscha-Fahrter ab und stossen ihre Gefährte. Die Fahrt ist manchmal fast lebensgefährlich. Lastwagen schrammen haarscharf an uns vorbei und einige rammen sogar unsere Karossen. Angela und Paul, d.h., ihre Fahrer haben eine Havarie. Paul steigt aus und richtet die Räder und die verbogenen Velospeichen. Ausserdem bleibt Paul's Fahrzeug an einer Stossstange eines Autos hängen und sie demolieren die Stossstange leicht, indem sie daran ein Stück Plastik herausreissen. Aber das scheint hier keinen zu stören. Paul's Fahrer schimpft ununterbrochen vor sich hin und meiner lacht ständig undefiniert. Für mich ist die Fahrt interessant. Nach 50 Minuten ist die abenteuerliche Fahrt vorbei und wir laufen zum Festplatz, wo gestern die Parade endete. Dort ist eine kulinarische Ausstellung von Essen der verschiedenen Regionen Indonesiens. Wir dürften von den Speisen probieren, aber es ist erst 11h und irgendwie hat keiner so recht Lust dazu. Die Speisen sind wunderbar - und kunstvoll präsentiert. Echt schön. Wir laufen zurück zum Hafen und sind gegen 12h auf der MABUHAY. Heute gibt es wieder einmal hier zu Mittag...
Gegen 14h30 starten wir, 4 Segler, Angela, Ian und wir, plus etwa 10 Begleiter zum Nirwana Beach. Der Strand wäre wunderschön, aber saudreckig! Wir Ian, Paul und ich schnorcheln auf Anraten von Tourismuschef Mukman weit hinaus zum Riff. Aber da ist gar kein Riff. Wir kehren um und finden doch noch ein paar Fischlein die wir bewundern können. Aber das Wasser ist herrlich angenehm und warm. Die Indonesierinnen baden mit Kopftuch, Jeans und Langärmeln. Die Männer mit Shorts bis zu den Knien und T-Shirts.
Gegen 17h sind wir zurück in der Stadt. Ian und Paul kaufen an einem Stand einen gebratenen Maiskolben. Ian ist so sehr auf den Maiskolben in seiner Hand konzentriert, dass er nicht aufpasst und durch ein morsches Brett bricht, das über einem Loch mit Abwasser liegt. Er hat Glück und es ist ihm nichts weiter passiert. Überall in der Stadt hat es solche gefährliche „Fallen“. Angela, Ian, Paul und ich suchen uns ein Restaurant fürs Abendessen. Nach langem, langem Latschen durch die Stadt, fragen wir zwei Polizisten, wo es etwas passendes für uns gibt. Ian und Angela wollen heute nicht bei einen Strassenküche essen. Die Polizisten nennen uns das Restaurant „Silvana“ und zeichnen uns sogar einen Plan. Es sei 100m nach der Ampel. Wir latschen und latschen und nach gefühlten 2 km finden wir endlich das „Silvana“. Und wir werden nicht enttäuscht. Das Essen ist wirklich super und erst noch billiger als im KFC. Zurück zum Festplatz erscheint uns der Weg nicht mehr soo lang. Hier werden jetzt auf der Bühne indonesische Tänze dargeboten und auf einer grossen Leinwand übertragen. Wir stellen uns in die Menge und schauen zu. Ich mag diese Gong-und Xylophon-Musik nicht so besonders und ausserdem bin ich todmüde. Gegen 21h verlassen wir das Spektakel und schleppen uns den ganzen Weg wieder zurück zum Hafen.
Dienstag, 4.September 2012: Bau-Bau, Insel Buton, Sulawesi
Auch heute wieder ist um 9h Treffen mit dem „sailindonesia“-Team. Heute müssen wir ein Picknick vom Schiff mitnehmen. Ian, Angela, Paul und ich sind immer zu früh oder pünktlich da. Zuerst warten wir immer auf die 4 Deutschen und dann immer ungefähr 45 bis 50 Minuten auf irgendetwas Unbestimmtes, meistens auf den Bus. Indonesische Rubber Time! Und auch heute ist es nicht anders. So gegen 10h können wir endlich losfahren, unterwegs laden wir noch ein paar schön kostümierte Leute auf und dann geht es weiter nach „Kampung Bali“ (Little Bali). Dies ist ein balinesisches Dorf in einem schönen grünen Tal mit lauter Reisfeldern. In den 1970-er Jahren hat die Indonesische Regierung ein Umsiedlungsprojekt gemacht. Weil die Insel Bali überbevölkert ist, hat man freiwillige Familien auf die Insel Buton umgesiedelt, wo es noch unbewohntes Land gab und die Bauern Reis anpflanzten. Die Leute sind meist Hindus und fast in jedem Garten sieht man den hauseigenen kleinen Tempel.
Wir werden hier herzlich von den Dorfältesten begrüsst und in eine schöne offene Halle zum Sitzen geleitet. Jetzt werden uns von einigen Mädchen ein paar sehr schöne Tänze vorgeführt. Auch wenn mir die Gamelan-Musik nicht besonders gefällt, ist es doch beieindruckend, diesen etwa 20 Männern beim Musikmachen zuzuschauen.
Nach der Vorführung „müssen“ wir für tausend Fotos zusammenstehen. Ich habe sooooo genug davon, dass ich auf kein einziges Fotos mehr möchte. Aber es heisst: smile...!!
Auf dem Programm steht noch der Besuch einer Perlfarm. Aber die wird einfach gestrichen, keine Ahnung warum. Um 12h30 sind wir wieder in Bau-Bau. Die 4 Deutschen gehen zu ihren Schiffen zurück, Angela, Ian und wir haben unser Picknick dabei und hocken uns in der Nähe des grossen Drachens auf den Boden und essen es. Ich bin ziemlich sauer, dafür hätten wir kein Picknick mitnehmen müssen. Danach wollen wir bei KFC eine Glacé essen. So ein Mist, wie schon öfters, hat es auch heute keine Glacé mehr für uns. Wir laufen durch die Strassen und kaufen unterwegs Früchte ein. Wir gehen bei der Bäckerei „Golden“ vorbei, wo wir uns jeder ein 250 ml Töpfchen voll Glacé gönnen. Um 15h20 ist wieder Treffpunkt für den nächsten Programmpunkt. Und wegen der „Indonesische Rubber Time!“, siehe oben... Es wird 16h bis wir mit zwei Bussen losfahren. Diesmal soll es in den „Samparona Forest“ gehen . Ein sehr schöner Wald, mit lauter Kiefern die angezapft werden um aus dem Harz Parfüm herzustellen (sagt man uns). Hier sollen wir uns mit dem „flying fox“ vergnügen. Zwischen den Bäumen ist ein Stahlseil festgemacht wo man an einer Rolle von etwa 10m Höhe hinuntersausen soll. Nur ist das Ding noch nicht ganz fertig aufgestellt und wir stehen etwa 1½ Stunden lang herum, bis endlich einer der Erbauer die Probefahrt macht und wir zurück nach Bau-Bau fahren, ohne dass einer von uns auf dem „flying fox“ war.
Wir werden auf unseren speziellen Wunsch per Bus direkt zum Restaurant „Silvana“ gefahren, wo wir 8 Segler zusammen zu Abend essen. Das Essen ist zwar nicht mehr so gut wie gestern, aber das Zusammensein ist sehr gemütlich. Wir laufen sehr weit zurück in die Stadt und brauchen nun unbedingt noch eine Glacé zum Abschluss des Abends. Das ist gar nicht so einfach. Es ist 21h. Entweder sind die Geschäfte geschlossen, oder die Glacen aufgetaut, oder die Tiefkühler gähnend leer. Endlich werden wir wieder bei der Bäckerei „Golden“ fündig und jeder verputzt 250 ml Glacé, bevor wir zu unseren Schiffen gehen.
Paul und ich sind im Bett, als es um 23h plötzlich ein sehr schönes Feuerwerk zum Ende des 8. „Indonesian Royal Festival“ gibt. Das müssen wir uns natürlich ansehen!
Gamelan ist sowohl der Name für eine indonesische Musikrichtung als auch für das verwendete Instrument.
Es gibt verschiedene Stile in Java und Bali mit jeweils eigenen Instrumenten und Stimmungen.
Das Instrument besteht hauptsächlich aus Metallophonen mit Klangplatten aus Bronze, Gongs, und Trommel. Dazu kommen je nach Stil auch Angklung, Flöte, Rebab, Xylophon und Sänger und/oder Tänzer. Nur die solistisch eingesetzten Instrumente improvisieren über die Kernmelodie, die von den Metallophonen vorgetragen wird. Die Kernmelodie besteht aus Patterns, die umspielt werden. Das Zusammenklingen von Kernmelodie und Auszierung wird als "innere Melodie" aufgefasst.
Die Stimmung ist je nach Musikrichtung unterschiedlich und variiert auch von Ensemble zu Ensemble. Es gibt Gamelans mit 4, 5 und 7 Tönen pro Oktave.
Gamelanmusik erklingt zu verschiedenen Anlässen - etwa zu religiösen Feiern, zu sozialen Anlässen wie Hochzeiten, als Begleitung zu Tanz, Puppentheater und Schattenspiel, oder auch im Konzert.
Mittwoch, 5.September 2012: Bau-Bau, Insel Buton, Sulawesi
Um 7h30 läuft schon unsere Waschmaschine. Um 9h sind Ian und Paul bei Werner auf der „Fee“. Sie bekommen Instruktionen für das Total Tiden Programm. Ich bin auf der MABUHAY und versuche, alles Erlebte der letzten 4 Tage aufzuschreiben. Phhh... ich glaube ich habe die Hälfte schon wieder vergessen! Sooo viel war das!
Die „Fee“ und die „Y not?“ verlassen uns am Nachmittag und fahren Richtung Flores.


































































