Indonesien: Inseln Flores, Rinca, Komodo und Sumbawa, 09.09. - 13.09.2012, Teil 1
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Sonntag, 9.September 2012: Labuan Bajo, Flores

Um 7h30, wir sind beim Frühstück, (das Bananenbrot ist prima geworden), werden wir von 5 (fünf) Einheimischen-Booten belagert. Sie ankern etwa 10m von uns entfernt und starren ständig zu uns hinüber. Sie wollen einen Auftrag von uns haben. Wir fühlen uns äusserst unwohl dabei und hoffen, dass sie bald verschwinden. Paul beobachtet einen Burschen, wie er sich in einen Sarong (Tuch) hüllt, die Hose darunter auszieht und gemütlich über Bord kackt.....

Um 10h fahren wir mit einem von den Booten (Ian hat das ausgemacht) mit Andrea und Jim (Island Prism) und Angela und Ian (Sea Eagle II) nach Labuan Bajo. Dies ist der nordwestlichste Ort der Insel Flores. Wir schlendern durch das sehr lange Strassendorf. Zuerst rechts zum Supermarkt und später links zum Früchte und Gemüsemarkt. Wir holen noch bei der Bank Geld aus dem Automaten.

Ich bekomme unterwegs einen grösseren Rucksack, für grössere Unternehmungen. Auf dem Markt kaufen wir lauter gesundes Zeug wie: Ananas, Papaya, Mangos und 2½ kg Rüebli. Im Restaurant Treetop essen wir auf der Terrasse mit Blick aufs Meer zu Mittag. Es ist sehr schön hier oben. Aber sonst ist der Ort eine einzige Müllhalde. Überall Dreck, Dreck, Dreck! Schade, dies ist der schmutzigste Ort seit wir in Indonesien sind! Um 16h15 sind wir alle wieder wohlbehalten auf den Schiffen zurück. Paul gibt den zwei Burschen auf dem Boot unsere vier Dieselkanister und zwei Benzinkanister mit. Sie wollen sie morgen gefüllt wieder bringen.

Nach dem Abendessen gibt es die gesunde Ananas, überträufelt mit „Abuelo“-Rum aus Panama...

Montag, 10.September 2012: Labuan Bajo, Flores

Um 8h wird unser Diesel und Benzin angeliefert. Paul hatte es auf 10h bestellt. Wir bekommen 100 Liter Diesel à 7'000 Rupiah (ca. 70 Rp.) und 15 Liter Benzin à 10'000 Rupiah (ca. 1 SFr.) und bezahlen für alles, ans Schiff geliefert, 105 US$.

Die zwei Burschen, die uns den Diesel bringen, wollen Kappen oder T-Shirts haben. Paul gibt jedem eine Kappe und zwar nicht die von „sailindonesia“, die sie unbedingt haben wollten.

Von der „sailindonesia“ waren hier in Labuan Bajo diverse Anlässe für die Segler versprochen worden, aber alles wurde abgesagt. Gar nix findet statt!

Ich nutze die hier endlich sehr gute Internetverbindung, über den Flashnet-Stick von der indonesischen Telkomsel. Direkt vom Schiff aus, kann ich ganz, ganz viele Mailschulden abtragen.

Um 17h fahren wir mit „FEE“, „Y not?“ und „Sea Eagle II“ in den Ort Labuan Bajo.

Das „Taxiboot“ ist ein alter Klepper, etwa 7m lang, aus Holz, keine Sitzbänke. Damit wird hier alles transportiert; Diesel, Bananen und Touristen. Wenn der Motor angekurbelt wird, hustet er zuerst und spuckt eine schwarze stinkende Qualmwolke aus. Es ist ein Ein-Zylinder-Diesel-Motor, sagt mein Mechaniker. Dann macht er tuck-tuck-tuck, einen Höllenlärm, so dass eine Unterhaltung unmöglich ist.

In Labuan Bajo schlendern die anderen sechs durch das Dorf. Paul und ich gehen auf den Markt. Wir brauchen noch Gemüse. Paul feilscht in zähen Verhandlungen um jede Kartoffel (1 kg = 20'000 Rupiah = 2 SFr.), Gurke (1 kg = 10'000 Rupiah = 1 SFr.) oder Tomate (1 kg = 10'000 Rupiah = 1 SFr.). Die Marktfrauen- und Männer haben ihren Spass mit ihm.

Über einem Marktstand baumelt in einem weissen Sack ein Baby.

Wir kaufen noch 30 Eier. Diesmal einen ganzen Karton voll. Das ist für die Verkäuferin viiiiel einfacher und da gibt es nichts zu rechnen oder zu verhandeln. 30 Eier kosten einfach 34'000 Rupiah = 3.40 SFr..

Um 18h30 treffen wir uns mit den anderen wieder im Restaurant „mediterraneo“, alle zusammen zum gemütlichen Abendessen. Um 21h15 sind wir wieder zu Hause.

Dienstag, 11.September 2012: Flores, Labuan Bajo zur Insel Rinca, 16,8 sm

Gegen 8h fahren wir bei herrlichstem Sonnenschein, zusammen mit der „Sea Eagle II“ aus der schönen grossen Bucht bei Labuan Bajo.

Von der Insel Flores haben wir leider nicht sehr viel gesehen. Schade, das soll nämlich eine sehr schöne Insel sein. Aber, man kann nicht alles haben! Und die Zeit drängt. Wir dürfen ja nur 3 Monate in Indonesien bleiben, und die Hälfte ist schon um.

Wir fahren zwischen -zig kleinen und grösseren Inseln hindurch. Kein Wunder kommen die Indonesier auf ihre 17'000 oder mehr Inseln. Um 11h30 ankern wir auf der Insel Rinca (gesprochen Rintscha), wo die berühmten Komodo-Warane leben, in einer wunderschönen Bucht.

Die „Persian Sands“ und die „Island Prism“ sind schon seit gestern hier. Wir ankern in der Nähe der beiden. Die „Sea Eagle II“ ankert um die Ecke, ausser Sichtweite von uns.

Hier ist es unwirklich schön, aber es bläst ein sehr strammer Wind.

Um 14h merken wir, dass wir vermutlich am Sonntag in Labuan Bajo unsere Maestro-Karte verloren haben. Und aussergerechnet hier haben wir eine sehr basale Telefonverbindung mit der Welt. Nur sehr mühsam können wir Sohn Marcus eine SMS senden, damit er die Karte sperren lässt.

 

 

Gegen 15h holen wir Angela und Ian per Dinghy ab und gehen zusammen mit ihnen, „Fee“ und „Y not“ in den Komodo-Nationalpark. Wir wollen uns doch mal diese Urviecher von Waranen ansehen. Der Eintritt kostet für Paul und mich, inklusive einer Kamera 316'000 Rupiah (ca. 31.60 SFr.). Beim Eingang turnen schon die Affen herum. Mit dem Guide Ramlin laufen wir ungefähr 1½ Stunden durch sehr trockenen Wald. Schon beim Rangerhaus, unter dem Küchengebäude, liegen die ersten 7 Warane faul herum. (Männchen)!!! Ich bin sehr enttäuscht. Ich hatte mir etwas Imposanteres, so etwas wie kleine Dinosaurier vorgestellt......

Wir laufen weiter und kommen an die Nester, wo die Weibchen ihre Eier in tiefen Höhlen abgelegt haben. Die Weibchen liegen daneben und bewachen ihre Eier. Auch hier macht sich bei mir Enttäuschung breit. Ich möchte doch gerne so ein Tier herumlaufen sehen!

Im Park soll es auch Wasserbüffel geben. Aber jetzt ist Trockenzeit und es ist sehr schwierig sie zu sehen. „Persian Sands“ haben gestern 2 Stück gesehen.

Als wir wieder zum Küchenhaus zurückkommen haben die Viecher sich zwar ein wenig bewegt, eine andere Position eingenommen, aber sie liegen immer noch herum wie schlappe Tüten.

Der Komodo-Nationalpark befindet sich in Indonesien, im Bereich der Kleinen Sunda-Inseln.

Er umfasst die drei grösseren Inseln Komodo, Rinca und Padar, sowie zahlreiche kleinere, mit einer Landfläche von insgesamt 603 km², bei einer Gesamtfläche des Nationalparks von 1817 km².

Der Park wurde 1980 gegründet, ursprünglich nur als Schutzgebiet für den Komodowaran. Später wurde er der Erhaltung der gesamten Flora und Fauna, auch im maritimen Bereich gewidmet.

Die Inseln des Nationalparks sind vulkanischen Ursprungs. Im seinem Gebiet leben etwa 4000 Einwohner in vier Ansiedlungen. 1991 wurde der Nationalpark von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt.

Der Komodowaran oder Komododrache ist eine Echse in der Familie der Warane.

Der Komodowaran ist die grösste lebende Art der Echsen. Er kommt nur auf einigen zu Indonesien gehörenden Inseln vor: Komodo (zirka 1700 Tiere), Rinca (1300), Gili Motang (100) und Flores (etwa 2000). Zum Schutz der Art wurde 1980 der Komodo-Nationalpark gegründet.

 

Der Komodowaran lässt die meisten anderen heute lebenden Echsen wie Zwerge erscheinen. Er wird bis zu drei Meter lang. Mit leerem Magen wird er zwar selten schwerer als 50 kg; da er aber in kurzer Zeit bis zu 80 % seines Körpergewichts an Nahrung aufnehmen kann, sind in vollgefressenem Zustand Gewichte um 100 kg möglich. In Ausnahmefällen können sehr gut genährte oder überfütterte Zootiere deutlich schwerer werden. Einige Quellen geben als maximales Körpergewicht sogar 250 kg an, was aber als Übertreibung gelten muss. Er hat einen schweren graubraunen bis olivgrünen Körper, einen langen, dicken Schwanz und gut entwickelte Gliedmassen mit klauenartigen Nägeln. Die Zähne sind gross und spitz, die Zunge ist gegabelt und kann schnell aus dem Maul herausgestreckt und wieder eingezogen werden. Trotz seiner Grösse ist er ein guter Kletterer, der sich sowohl auf dem Land als auch im Wasser, in dessen Nähe er oft lebt, schnell fortbewegen kann. Er kann eine Geschwindigkeit von bis zu rund 30 km/h erreichen. Das erreichbare Alter wird auf 30 bis 50 Jahre geschätzt. Komodowarane haben einen äusserst unangenehmen Eigengeruch, der auf faulende Aasreste in ihrem Maul zurückgeführt wird.

    Lebensweise und Gefährlichkeit : Diese grösste lebende Echse ist agil, besitzt ausgezeichnete Sinnesorgane und gilt als eines der intelligentesten Reptilien. Als Geruchsorgan benutzt der Komodowaran seine Zunge. Er lebt in den Wäldern und Buschländern der Inseln und ernährt sich dort unter anderem von Aas (wobei allerdings ein grosser Teil dieser toten Tiere an Waranbissen verendet sein wird), schlägt aber durchaus auch häufig lebende Beute, angefangen von kleinen Reptilien, Vögeln und Säugern, bis hin zu grossen Säugern wie Hirschen, Wildschweinen oder Pferden, die das Gewicht der Warane um ein Vielfaches übersteigen. Selbst vor einem Büffel schreckt er zuweilen nicht zurück. Die kleineren Beutetiere verspeist der Komodowaran im Ganzen. Früher bestand seine Hauptbeute aus heute ausgestorbenen Zwergelefanten, die damals als einzige grosse Säugetiere auf Komodo und den umliegenden Inseln vorkamen.

   Die Taktik auf der Jagd ist folgende: Der Waran versteckt sich im Gras und versucht ein grosses Opfer so nah herankommen zu lassen, dass er ihm eine Bisswunde zufügen kann. Da der zähflüssige Speichel des Komodowarans verschiedene Wundbrand und Blutvergiftung auslösende Bakterien enthält, oder der neuesten Hypothese zufolge ein Gift ähnlich dem der Gila-Krustenechse, wird diese Wunde gleichzeitig infiziert, so dass der Waran nun nur noch das Opfer solange verfolgen muss, bis es an der Vergiftung zugrunde geht, was in aller Regel nach wenigen Tagen der Fall ist.

Kleinere Beutetiere dagegen werden einfach in typischer Waran-Manier gepackt und gegebenenfalls totgeschüttelt. Auch Jungtiere der eigenen Art werden häufig von den Alttieren gefressen, weshalb sie sich während der ersten Lebensjahre grösstenteils auf Bäumen aufhalten, um so den Nachstellungen ihrer Verwandten zu entgehen. Angriffe mit Todesfolge auf den Menschen sind selten; allerdings sind Bisswunden durch Komodowarane auch durch die moderne Medizin nur selten heilbar, so dass infizierte Gliedmassen oft amputiert werden müssen. Es ist allerdings auch schon vorgekommen, dass Menschen von Komodowaranen getötet wurden. Bekannt wurde ein Fall Anfang Juni 2007, als ein Komodowaran auf der Insel Komodo einen neunjährigen Jungen angriff und tötete.

   Fortpflanzung:   Komodowarane paaren sich zwischen Mai und August; die Eiablage erfolgt im September. Das Weibchen legt jeweils etwa 15 Eier, die es im Boden vergräbt. Nach der Fürsorge für das Nest werden die Jungtiere (100 g schwer, 40 cm lang) sich selber überlassen, und oft sogar als Beute gefressen. Überlebende Jungtiere wachsen innerhalb fünf bis sieben Jahren auf eine Länge von etwa 1,50 Meter und sind auch dann erst geschlechtsreif. Bis zu diesem Zeitpunkt leben die Jungtiere ausschliesslich auf Bäumen, die ihre älteren Artgenossen auf Grund ihres grösseren Gewichtes nicht erklettern können. Damit sind sie gut gegen kannibalische Überfälle gewappnet.

Um 17h30 sind wir zurück auf der MABUHAY. Spontan pfeifen wir zur „Island Prism“ hinüber, Andrea und Jim sollen auf ein Bier zu uns kommen. Und das machen sie auch. Andrea heisst England und kommt aus England, war aber Lehrerin in Neuseeland. Jim kommt aus Vancouver Island, Kanada. Kurze Zeit später kommen noch die Australier von der „Persian Sands“ dazu und jetzt wird es lustig. Penny und Dorne haben beide knallblonde Perücken an und ganz spezielle T-Shirts. Sie sehen umwerfend aus! Wir trinken ein paar mehr als ein Bier und werden dann spontan auf die „Island Prism“ zum Abendessen eingeladen. Also verlegt sich die ganze Bande 30 m weiter auf das kanadische 36-Fuss-Schiff. Es gibt Nudeln, Reis, gemischtes Gemüse mit Tofu und es wird ein sehr gemütlicher Abend. Paul fängt an, mit Peter und Jim auf Englisch zu fachsimpeln......Gegen 23 h sind wir zu Hause. Es weht die ganze Nacht ein heftiger Wind mit etwa 20-25 Knoten.

Mittwoch, 12.September 2012: Rinca

Die ganze Nacht hat der Wind geblasen. Die Sonne scheint. Wir bleiben noch einen Tag hier um ein wenig etwas zu erledigen und auszuruhen. Ich schreibe Bericht und Paul fettet die Ankerwinsch.

Am Nachmittag gehen wir mit Jim und Peter an Land und machen eine 1½-stündige Wanderung über die staubtrockene Insel. Peter verletzt sich an einem Dorn am Arm und blutet. Hoffentlich zieht er damit keine blutgierigen, menschenfressende Warane an. Es ist heissss.... Wir sehen zwar keine Warane, Wasserbüffel oder Affen, aber dafür ein Reh und zwei Seeadler. Und ausserdem geniessen wir einen wunderbaren Blick von einem erkletterten Hügel auf unsere Schiffe. Toll. Danach ist das Bad im Meer umso herrlicher. Paul entdeckt einen einzelnen Delfin der ganz gemütlich durch die Bucht schwimmt.

Donnerstag, 13.September 2012: Rinca-Komodo, Insel Punja, 12,3 sm

Wir haben herrlich geschlafen, weit und breit kein Muezzin, der uns schon um 4h15 wachschreit.

Um 9h fahren wir mit „Island Prism“ und „Persian Sands“ los nach Komodo, zur kleinen Insel Punja. In der ersten Stunde haben wir guten Wind zum Segeln, in der zweiten Stunde haben wir den Wind voll auf die Nase und müssen motoren. Um 12h ankern wir in Komodo, hinter der kleinen Insel Punja. Wir ankern um, weil wir zu nahe an der „Island Prism“ sind.

Es ist wunderschön hier. Am weissen Sandstrand der Insel Punja stehen zwei Rehe und starren fasziniert zu uns herüber. Am Nachmittag schnorcheln wir alle zusammen am „Pink Beach“ auf Komodo. Das Riff ist sehr, sehr schön!

Paul und ich machen danach einen kurzen Erkundungsgang auf der Insel Punja. Wir sehen zwei Rehe und viele wilde Ziegen. Später stossen noch Andrea und Jim zu uns.

Ab 16h30 sind wir alle auf der „Persian Sands“ zu einer Suppe eingeladen. Herbert und Martin, die beiden Holländer, die zufällig in der Nähe ankern, werden auch noch gleich dazu eingeladen. Zum Glück ist die „Persian Sands“ ein Katamaran und hat genügend Platz für alle 9 Personen. Es wird ein sehr gemütlicher Abend. Um 20h30 sind wir zurück auf der MABUHAY.

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