Samstag, 15.September 2012: Komodo, Insel Punja - Insel Lawa, 16,3 sm
Beim Frühstück zieht eine Gruppe Delfine fressend durch die Bucht. Um 9h45 fahren die „Persian Sands“ und wir los. Schade, hier war es wunderschön! Aber, die Reise geht weiter. Die „Island Prism“, Andrea und Jim, bleiben noch einen oder zwei Tage hier. Sie wollen nochmals die Urviecher sehen.
Das Wasser brodelt richtig zwischen den Inseln vor lauter Wind gegen Wellen und Strömung. Die Strömung ist so stark, zum Glück mit uns, dass wir zeitweise 7,5 Knoten schnell fahren. Und das mit nur etwa 8 Knoten Wind. Unglaublich!!! Herrliches Wetter und herrliches Segeln! Um 13h20 kommen wir bei der Insel Gili Lawa an. Die gehört immer noch zum Komodo-Nationalpark.
Es sind jetzt mit uns 10 Segelschiffe und drei Tauchboote hier. Unter anderen sind die Deutschen „FEE“, „Y not“, „TAIMADA“ und die Neuseeländer „Sea Eagle II“ hier. Heute braucht es zwei Ankerversuche, bis der Anker hält.
Nach dem späten Mittagessen mache ich ein Brot und einen Liter Salatsauce. Um 16h fahren wir mit Soni und Werner von der „FEE“, in zwei Dinghys, zu einer Passage zwischen zwei Inseln. Dort lassen wir uns durch die Passage treiben, das Dinghy im Schlepp. Die Strömung ist so stark, dass wir „wusch!“ schon durch sind! Das machen wir vier mal und sehen dabei 4 oder 5 Haie und ganz, ganz viele tolle Fische im schönen Riff. Irre schön!
Abends sitzen Paul und ich bis um 21h bei Candlelight im Cockpit und lassen es uns gut gehen. Dabei hören wir eine CD von ABBA, unter anderen mit dem Song “I have a dream“. Und das ist es genau, wovon wir träumten, von solchen traumhaften Buchten und Abenden wie diesen hier. Sonnenschein und abends Sternenhimmel, ein laues Lüftchen, wo man im Trägershirt (ohne Faserpelz!) gemütlich draussen sitzen kann....
Sonntag, 16.September 2012: Komodo, Insel Lawa
Wir sind bereits um 6h20 auf, weil die „Persian Sands“ und die „Sea Eagle II“ mit den Ankerketten rasseln um die Bucht zu verlassen. Es ist wieder ein traumhaft schöner Tag
Von 13h bis 14h haben wir Schnorchelstunde. Direkt hier in dieser schönen Bucht. Das Wasser ist blau, blau, blau. Blauer geht gar nicht. Es ist wunderschön! Danach relaxen und lesen wir. Ich bereite Fotos für den Wakatobi-Bericht vor. Neben der MABUHAY schwimmt eine schöne grosse Schildkröte herum. Und am Abend sieht Paul einen Mantarochen vorbeischwimmen. Ich sehe ihn leider nicht, da ich am kochen bin. Ein grosses Tauchboot driftet auf uns zu und rammt uns fast. Die Männer der Crew sagen dazu nur: no problem!
Wir laden das Dinghy schon auf, weil wir morgen sehr früh lossegeln wollen. Um 19h sind wir auf der „FEE“ mit „Y not“ und der TAIMADA zum gemütlichen Quatschen eingeladen. Die TAIMADA hat Besuch und so sind wir im ganzen 10 Personen. Wir sitzen alle gemütlich auf dem Vordeck, bei Neumond, unter dem schönen Sternenhimmel. Die TAIMADA zeigt uns auf dem Laptop die Bilder der Warane die sie gesehen haben. Die faulen Viecher bewegen sich also doch!
Montag, 17.September 2012: Komodo, Lawa – Insel Sumbawa, Wera, 39,5 sm
Die ganze Nacht war ziemlich schaukelig. Um 6h40 fahren wir bei herrlichstem Wetter los. Eine „Spanische Tänzerin“ (Nacktschnecke) sitzt auf dem Anker, als wir ihn hochziehen. Bis auf 45 Minuten müssen wir alles motoren. Es hat keinen oder zu wenig Wind. Wir kämpfen gegen die starke Gegenströmung an. Delfine!!
Um 14h30 ankern wir auf der Insel Sumbawa, am schwarzen Sandstrand des Dorfes Wera. In diesem Dorf werden die grossen, bis 30 m langen Holzschiffe hergestellt. Drei Kinder kommen in einem Einbaum angepaddelt. Paul spricht mit ihnen Berndeutsch und schenkt jedem einen Apfel. Zufrieden rudern die drei wieder davon.
Wir sind genau zwei Stunden hier vor Anker, als ein Mann in Uniform mit seinem kleinen Sohn im Einbaum mit Ausleger erscheint. Er schreibt einen Zettel mit der Zahl 50'000 Rupiah, und dem Namen MABUHAY drauf, knallt einen schönen Stempel drauf und will von uns die 50'000 Rupiah haben (5 SFr.). Wir lehnen dankend ab und schenken dem Kind einen Apfel. Wir sagen dem Mann, dass wir morgen in sein Dorf kommen werden und er empfiehlt uns den Markt und die Schiffswerften. Der Uniformierte paddelt nicht sehr erfreut davon. Wir wissen nicht mal, von welchem Amt der kommt, aber er hat viele imponierende Abzeichen auf seinem Hemd. Paul möchte auch so ein Hemd haben...
Sumbawa
Sumbawa ist eine der Kleinen Sunda-Inseln. Sie ist 15.448 km² gross und hat etwa 1.000.000 Einwohner. Sumbawa gehört zur Republik Indonesien. Der westliche Teil der Insel heisst Semawa mit dem Hauptort Sumbawa Besar. Der östliche Teil ist Bima mit dem Hauptort Bima-Raba.
Sumbawa ist etwa 280 km lang, 90 km breit und erstreckt sich in west-östlicher Richtung. Westlich von Sumbawa liegt die Insel Lombok und im Osten Flores.
Die Insel ist gebirgig und bedeckt mit Regenwald. Zahlreiche Buchten prägen den Küstenverlauf. Im Norden befindet sich der 2850 m hohe Tambora, ein Vulkan, der 1815 verheerend ausbrach.
Dienstag, 18.September 2012: Insel Sumbawa, Wera
Der Ankerplatz ist sehr, sehr rollig und die Nacht dementsprechend unruhig. Um 01h wecke ich Paul, weil ich klar und deutlich Zigarettenrauch rieche. Paul steht sofort auf und macht einen Kontrollgang. Er kann nichts Besonderes feststellen und gemäss ihm riecht es nach Eselmist!
Um 06h ist bereits Tagwache. Weit draussen vor dem Dorf ankert ein grosses Schiff. Vom Dorf her werden mit 3 kleinen Booten Leute und Fracht abgeholt, ins Dorf gebracht und der grosse Kahn fährt weiter. Wir sind um 7h45 schon am schwarzen Sandstrand des Dorfes Wera. Hier werden wir von einem Uniformierten, es ist ein anderer als der von gestern, per Handschlag freundlich begrüsst. Wir spazieren durch das Dorf und schauen uns die Werften an, wo die grossen Holzschiffe mit einfachsten Mitteln hergestellt werden. Das ist sehr interessant. Die Schiffe werden mit Holzzapfen, nur mit ganz wenigen Metallbeschlägen, zusammengebaut. Eindrücklich!
Im Dorf wollen mir Frauen Sarongs (Tuch für einen Rock), die sie zu Hause weben, verkaufen. Aber was soll ich mit einem karierten Sarong, den ich garantiert nie benützen werde? Das Dorf mit vielen Kindern, Ziegen, kleinen Kühen und Hühnern ist „relativ“ sauber. Als wir in unser Dinghy einsteigen wollen kommt Mister Uniform und hält uns einen handgeschriebenen Zettel vor die Nase. Er will von uns 50'000 Mäuse haben. Wir lehnen wieder dankend ab und steigen in unser Dinghy.
Um 9h20 verlassen wir die unruhige Ankerbucht und segeln weiter nach Westen. Dabei sehen wir auf der Wasseroberfläche eine grosse schwarz-weiss gebänderte Seeschlange.
Unterwegs sehen wir in der Ferne auf Sumbawa den Vulkan Tambora, der im Jahre 1815 bei einem Ausbruch von 4300m auf 2800m zusammengesackt sein soll. 50'000 Menschen kamen dabei ums Leben.









































