Indonesien: Lombok und Bali 21.09. - 22.09. 2012, Teil 1
1 View

Donnerstag, 20.September 2012: Lombok, Medana Bay Marina, 180 sm

Trotzdem wir das ja nicht wollten, müssen wir die ganze Nacht motoren, kein Wind da! Hier an der Nord-Küste von Lombok entlang hat es nicht mehr so viele Fischerboote wie vor Sumbawa, trotzdem passen wir sehr gut auf und machen wieder nur 2-Stunden-Wachen.Wieder ein wunderbar sonniger Tag.

Endlich, gegen 11h15 ankern wir vor der Medana Bay Marina an der Nord-Küste von Lombok.

Vorher hatten wir aber die grösste Mühe, den Durchgang durch das Riff zu finden. Der Skipper ist auf der höchsten Nervositätsstufe, Stufe rot....

Die Strecke von Sumbawa, Wera bis Lombok (180 sm oder ca. 333 km) sind mir unendlich lange vorgekommen.

Dazu gab es aber eigentlich keinen Grund, da es sehr gemütlich war und keine Probleme gab.

Um 15h checken wir in der Marina ein und geben unsere Pässe ab. Wir müssen die Visa für Indonesien um einen Monat verlängern lassen. Das kostet für uns beide zusammen 1'150'000 Rupiah (115 SFr.).

Um 16h soll ein Empfang für die „sailindonesia“ stattfinden. Um 17h geht es dann auch wirklich los. Zuerst spielt eine Gruppe Trommler und Musikanten traditionelle Musik und dann wird ein paar Leuten ein Schal um den Hals gehängt. Nach einer kurzen Ansprache dürfen wir uns auf's Büffet stürzen und das feine Essen geniessen. Irgendwann, gegen 19h30 spielt dann noch eine Gruppe moderne Musik zum Tanz auf. Aber wir sind nach zwei durchwachten Nächten müde und ziehen uns auf die MABUHAY zurück.

Freitag, 21.September 2012: Lombok

Nun sind wir also zum zweiten Mal hier in Lombok. Wir waren im Januar 2005 schon einmal hier, eine Woche in Senggigi an der Nord-Küste und eine Woche an der Süd-Küste von Lombok, zum Tauchen, aber damals ohne MABUHAY.

Es sind über 50 Segelschiffe hier. Alle, oder die allermeisten von der „sailindonesia“. Heute fahren einige weiter, die nur auf den gestrigen Empfang mit Essen gewartet haben.

Wir waschen eine Maschine Wäsche. Paul stellt mitten während des Waschganges das Wasser ab (nicht zum 1.Mal!) und ich muss die Waschmaschine neu starten....

 

Lombok (Indonesisch für „Chili“) ist eine Insel in Indonesien. Sie ist Teil der Kleinen Sunda-Inseln und befindet sich östlich von Bali. Auf der 4.725 km² grossen Insel leben 2,4 Millionen Menschen. Die Hauptstadt Mataram hat ungefähr 360.000 Einwohner.

Die Lombokstrasse markiert im Westen, zwischen Bali und Lombok, mit der Wallace-Linie die biogeografische Grenze zwischen der Tier- und Pflanzenwelt von Australien und Asien. Im Osten verläuft die Alas-Strasse nach Palau Sumbawa.

Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Sie ist von mehreren kleineren Inseln umgeben. Die bekanntesten sind die Gili Islands, die sich im Nord-Westen befinden. Im Nord-Osten liegen Gili Lawang und Gili Sulat Lombok. Die Hauptinsel ist gekennzeichnet von dem 3.726 Meter hohen Vulkan Rinjani, dem zweitgrössten in Indonesien. Im südlichen Teil befindet sich eine fruchtbare Ebene, in der Reis und Kaffee angebaut werden.

Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 85% Sasaks, 10-15% Balinesen und Minderheiten von Chinesen, Arabern, Javanesen und Sumbawanesen. Auf Lombok werden Indonesisch und verschiedene Variationen der Sasak-Sprachen gesprochen. Diese variieren teilweise von Dorf zu Dorf, so dass es viele verschiedene Dialekte davon gibt.

Die Sasak sind ethnisch und kulturell eng mit den Balinesen verwandt. Vorherrschend ist seit dem 16. Jahrhundert die Mischreligion Wetu Telu, eine Mischung aus Islam, Hinduismus und Ahnenkult. Traditionell beten die Sasak auch deshalb nur drei Mal am Tag. Entsprechend kulturell eigenständig sind deswegen auch die Zeremonien und Rituale auf Lombok.

Die ersten Holländer landeten 1674 und siedelten später im Osten der Insel. Sie kämpften zusammen mit den Sasak in einer blutigen Revolte 1891 gegen die im Westen regierende Hindu-Dynastie aus Bali. Die Revolte endete 1894 mit dem Anschluss der gesamten Insel an den Holländischen Kolonialbesitz. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Insel 1942 von den Japanern besetzt. Seit der Unabhängigkeitserklärung vom 17. August 1945 ist Lombok Teil Indonesiens. Während politischer Unruhen in den 1960er-Jahren wurden Kommunisten und Mitglieder der chinesischen Minderheit getötet.

Die Erschliessung Lomboks durch den Tourismus als weniger überlaufene Alternative zu Bali begann um 1980. Das am weitesten entwickelte Touristenzentrum befindet sich um Senggigi und zieht sich 10 km an der Küstenstrasse entlang. Die muslimisch geprägte Insel galt bislang oft als aggressiver gegenüber Touristen im Vergleich zum Nachbarn Bali mit seiner Hindu-Tradition und war daher weniger beliebt. Inzwischen bemüht sich aber auch Lombok, den Tourismus zu fördern. Eine Reihe von komfortablen Hotels und guten Restaurants bieten freundlichen Service zu meist günstigeren Preisen als auf Bali. Bei Backpackern sind die Gili Islands beliebt, die man von Lombok in einer knappen Stunde auf Fähren oder Charterbooten erreicht.

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg um irgendwo 11 Liter Benzin zu kaufen. Nicht weit von der Marina treffen wir im Dorf, neben der Moschee, auf den Laden von Udin. Er verkauft uns 11 Liter Benzin aus 1-Liter-Flaschen, die er in Paul's mitgebrachten Kanister umfüllt. Ein Liter Benzin kostet bei ihm 5000 Rupiah (50 Rappen) da können wir nicht meckern, oder? Wir schlecken noch jeder eine Glacé aus dem Laden, bezahlen alles und lassen den Kanister dort stehen. Wir fahren mit zwei Kleinmotorrädern mit Chauffeuren (zwei junge Burschen) in die Stadt Tanjung. Etwa 3,5 km entfernt, für 25'000 für beide zusammen, hin und zurück (2.50 SFr.). Wir wollen zur Geldmaschine, ein paar Millionen Rupiah besorgen. Leider spucken die erste und auch die zweite Geldmaschine kein Geld für uns aus. Wir müssen in die Bank und US$ umtauschen. Aber das klappt wenigstens!

Wir zahlen unsere zwei Töffli-Chauffeure und laufen ein wenig im Ort Tanjung herum und kaufen Früchte und 5 Kilo Mehl ein. Für den Rückweg zur Marina halten wir ein Rösslifuhrwerk auf und fahren mit 1 PS (ein klappriges Gäulchen) für 10'000 Rupiah (1 SFr.) zurück. In der Marina trinken wir ein Bier und treffen auf Ute und Günther von der „Y not“. Wir organisieren zusammen für morgen einen Ausflug über die Insel Lombok mit Udin, dem Einheimischen, bei dem Paul und ich Benzin geholt haben,.

Paul und ich verziehen uns dann auf die MABUHAY zum Abendessen und zum gemütlichen Beisammensein bei Kerzenlicht. Heute ist das Schaukeln nicht mehr so heftig wie gestern und so können wir das ganz gut aushalten.

Samstag, 22.September 2012: Lombok

Punkt 8h kommt Udin mit seinem schönen schwarzen „Toyota Avanza“ und holt uns zu unserem heutigen Ausflug ab. Es ist schon wieder ganz schön heiss. Wir, d.h. Günter und Ute von der „Y not“ und Soni und Werner von der „FEE“ sowie Paul und ich sitzen bequem im gekühlten Auto. Wir fahren an hellgrünen Reis- und dunkelgrünen Erdnussfeldern vorbei. Überall wird fleissig gearbeitet. Irgendwo sehen wir wie Zwiebeln gesetzt werden. Die Männer machen mit einem langen Stock Löcher in die Erde und die Frauen stecken die Zwiebeln. In einem Dorf besuchen wir den Markt. Hier hat es keine Marktstände, alle Waren sind auf Tüchern auf dem Boden ausgebreitet und die Verkäufer hocken daneben. So einen Markt haben wir noch nie gesehen. Wir besuchen die älteste Moschee von Lombok, über 500 Jahre alt und ganz aus Bambus und Palmblättern gemacht. Direkt daneben sehen wir auf einem Feld wie Reis geerntet und von Hand gedrescht wird. Ausser dem grossen Plastiktuch das unter dem Reis liegt, muss das vor 100 oder 200 Jahren genau so gemacht worden sein.

Unterwegs besuchen wir noch ein „Sasak-Dorf“. Dazu müssen wir einen Sarong mieten, für 15'000 Rupiah (1.50 Sfr.), die Short ausziehen und dann darf man das Innere des Dorfes besuchen. Und weil dafür die Hose ausgezogen werden muss (der Sarong darf nicht einfach darüber angezogen werden) weigern Soni, Paul und ich uns, den Zauber mitzumachen. Scheinbar haben wir dort drinnen nicht sehr viel verpasst.

Weiter geht die Fahrt an vielen Reisterrassen und Bewässerungskanälen vorbei nach Senaru. Hier ist der Ausgangspunkt für die Trekkingtouren auf den Mount Rinjani (3726 m hoch). Aber das tun wir uns nicht an, wir wollen nur zum Wasserfall. Zwar haben Paul und ich einen der beiden Wasserfälle hier schon vor 7 Jahren gesehen, aber heute schauen wir uns den Zweiten auch noch an. Wir müssen einen Guide nehmen, der ist ein ganz junger Bursche, heisst Mus und rennt davon wie eine Gazelle. Den ersten Wasserfall lassen wir links liegen und marschieren weiter zum Zweiten. Die Wanderung ist gar nicht so einfach. Wir müssen über einen schmalen Wasserviadukt laufen, was bei Paul Schwindelgefühle auslöst, und ein ganzes Stück durch den Fluss, über glitschige Steine klettern. Aber wir schaffen es und der Wasserfall Tiu Kelep ist sehr imposant. Er wird von 

einem See auf dem Gipfel des Mount Rinjani gespiesen. Mus gibt uns Bananen, Wasser und Biscuits und wir laufen zurück zum ersten Wasserfall. Hier machen wir nur eine kurze Pause und dann geht es die vielen Treppenstufen wieder hinauf, die wir vorher hinunter geklettert sind. Puhhh..., Soni und ich schnaufen wie die Dampfrösser!

Endlich wieder oben gibt es fast um 14h45 etwas zu Mittag mit herrlicher Aussicht auf die Reisfelder. Im Garten des Restaurants wimmelt es von Affen, den Java-Langschwanz-Makaken.

 

Kommentare
()
Einen neuen Kommentar hinzufügenEine neue Antwort hinzufügen
Ich stimme zu, dass meine Angaben gespeichert und verarbeitet werden dürfen gemäß der Datenschutzerklärung.*
Abbrechen
Antwort abschicken
Kommentar abschicken
Weitere laden