Indonesien: Lombok und Bali, 22.09. - 27.09.2012, Teil 2
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Samstag, 22.September 2012: Lombok

Auf der Rückfahrt zeigt uns Udin in Tanjung nochmals ein „Sasak-Dorf“, wo die „Sasak“ noch traditionell in Bambus- und Palmblätterhäusern wohnen. Mika, eine junge Frau erklärt uns alles was wir wissen wollen und sagt uns, dass sie am Abend eine Übung der traditionellen Tänze haben. Udin führt uns zur Marina zurück, wo wir um 18h15 eintreffen. Soni und Werner gehen auf die „FEE“, Ute, Günter, Paul und ich wollen im Marina- Restaurant eine Kleinigkeit essen um dann um 20h ins „Sasak-Dorf“ zu den Tänzen zu gehen. Wir bestellen und warten dann über eine Stunde auf das Essen. Endlich bekommt Günter seinen Gado-Gado (Reis und Gemüsesalat mit Erdnusssauce). Nachdem er fertig gegessen hat bekomme ich mein gemischtes Gemüse. Paul und Ute warten immer noch vergeblich auf ihre Suppen. Es ist 20h und sie haben immer noch nichts. Wir bezahlen Günter's und mein Essen und fahren mit Udin wieder ins „Sasak-Dorf“.

Hier dürfen wir zuschauen wie die Tänze geübt werden. Die Tänzer sind nicht in ihren schönen Kostümen und geschminkt, weil das ja heute nur eine Übung ist. Zuerst tanzen sechs Mädchen einen Reistanz, dann vier Männer mit Schilden und Stecken einen Kampftanz und dann drei Frauen mit Fächern einen ?-Tanz. Jetzt werden wir 4 Gäste aufgefordert, zu den Gamelan-Klängen mitzutanzen. Die Einheimischen amüsieren sich königlich über unsere ungelenken Tanzverrenkungen. Oh Mann, ist das peinlich, aber doch auch ganz lustig! Wir bekommen noch einen sehr guten „originalen Lombok-Kopi“ (Kaffee) und danach chauffiert uns Udin um 22h zur Marina zurück. Mann oh Mann, was für ein Tag!

Sonntag, 23.September 2012: Lombok

Jeden Tag sind hier weniger Schiffe. Viele ziehen weiter nach Bali oder Borneo.

Wir „müssen“ noch ungefähr eine Woche bleiben, bis wir unsere Pässe mit dem verlängerten Visa zurück erhalten. Ich schreibe Bericht, Paul wäscht die Seitenwände der MABUHAY. Es ist sehr heiss.... Am Nachmittag bläst ein heftiger Wind (ca. 20 Knoten) Blätter vom Land durch die Luft.

Abends trinken wir kurz auf der „Y not“ ein Bier.

Montag, 24.September 2012: Lombok

Um 9h müssen wir beim Marina Restaurant sein um in die Hauptstadt Mataram zum Immigrationbüro zu fahren. Mit zwei Minibussen geht es gegen 9h30 los. Im ersten Bus sitzen die Deutschen Soni, Werner, Ute, Günter, Ute und Hans. Im zweiten sitzen die Australier Penny und Peter von der Persian Sands und wir beide. Das war nicht so eingeteilt, wurde aber kurzfristig umgeorgelt. Unterwegs sehen wir viele Langschwanzaffen. Kurz vor 11h sind wir in Mataram und werden von unserem Chauffeuren zum Wasserpalast gebracht, der sehr weit ausserhalb der Stadt liegt. Der Wasserpalast wurde 1727 gebaut und enthält diverse Wasserbecken mit scheinbar „heiligem Wasser“. Die Anlage ist sehr schön. Von hier geht es zurück in die Stadt zur „Mataram-Shopping - Mall“. Und weil es gerade Mittag ist, geniessen Penny, Peter, Paul und ich ein paar gute Hühnerbeine beim KFC. Natürlich darf die obligatorische Glacé danach nicht fehlen. In einem super Supermarkt kaufen wir Lebensmittel ein und um 14h30 werden wir zur Immigration gefahren. Hier heisst es etwa eine Stunde warten. Die Angestellten sehen sehr überlastet aus, indem sie müde an den Schreibtischen hängen oder mit ihren Handys beschäftigt sind. Andere laufen sehr geschäftig hin und her um einen Zettel von da nach dort zu bringen. Endlich kommen auch wir dran und einzeln müssen wir in ein tristes Büro. Hier werden wir fotografiert und alle unsere 10 Fingerabdrücke werden genommen und im Computer registriert. Bei Paul gibt es ein kleineres Problem, weil er ja zwei verkürzte Finger ohne Fingerabdrücke hat (wegen einem früheren Unfall). Die junge Frau mit Kopftuch kommt total aus dem Konzept und ruft: „Oh my God!!!“.

Mit unserem Chauffeur geht es zurück nach Medana Bay, aber diesmal fährt er eine andere Strecke 

über den Badeort Senggigi und den kleinen Hafen Bangsal. Hier buchen Paul und ich kurzentschlossen bei Paul, dem jungen Einheimischen, für Mittwoch eine Fähre nach Bali.

Kurz nach 17h sind wir zurück in der Madana Bay Marina. Unsere Pässe mit dem verlängerten Visa sollen gegen Ende der Woche hierher geliefert werden.

Dienstag, 25.September 2012: Lombok

Wir laufen ins nahe Dorf Medana, zu Udin. Er hat Paul versprochen, für ihn eine hölzerne, geschnitzte Kuhglocke zu besorgen, wie sie die Kühe hier tragen. Und tatsächlich er hat eine gefunden und händigt sie Paul aus. Die kostet 6 SFr. und Paul freut sich enorm!

Wir müssen die Rucksäcke packen und das Schiff ordentlich zurücklassen, wenn wir morgen für ein paar Tage verreisen.

Am Abend sind Andrea und Jim von der „Island Prism“ auf ein paar Biere bei uns. Mit dem Kanadier Jim ist es immer sehr lustig, so ein Kamel!

 

Mittwoch, 26.September 2012: Lombok / Bali

Um 8h nehmen wir ein Bemo (Minibustaxi) und fahren ins etwa 8 km entfernte Bangsal. Dort treffen wir im Hafen auf Paul, den Ticketverkäufer. Wir schauen zu, wie ein Rössli von den Kutschen „beschlagen“ wird. Man nagelt ihm einfach ein Stück von einem Pneu an die Hufe. Später findet Paul ein Hufeisen eines solchen Pferdchens. Ein Minibus fährt uns um 9h30 in ungefähr 1½ Stunden nach Lembar, zum grossen Fährhafen.

Die grosse Fähre, wo Autos, Lastwagen und Busse drauf sind fährt gegen 12h35 endlich los. Auf der Fähre lernen wir den Schweizer René aus Zug kennen. Er hat uns am Schweizer Militärrucksack als Schweizer erkannt! Er ist seit einem halben Jahr als Rucksacktourist unterwegs und zusammen mit ihm träumt Paul von Fondue und Cervelatsalat....

4 Stunden später sind wir in Bali, in Padang Bai. Hier wimmelt es nur so von Rucksacktouristen. Wir werden auf die verschiedenen Minibusse verteilt, nach Denpasar (Flughafen), Kuta, Sanur usw. Wir fahren nach UBUD, im Landesinneren. Hier kommen wir um 18h20 an und werden von einem Mann, er heisst Made, angesprochen, der uns eine Unterkunft anbietet. Wir folgen ihm zum „Savira Bungalow“ und sind sofort begeistert vom Zimmer für 180'000 Rupiah (18 SFr.) für 2 Personen mit Frühstück. Wir bekommen sofort Tee oder Kaffee serviert. Unser Zimmer ist wunderschön, mit Badewanne und heissem Wasser sowie einem Deckenventilator. Alles sieht ganz neu und blitzsauber aus. Es hat einen wunderbaren Garten mit lauter schönen Blumen und einem kleinen Weiher mit Mini-Wasserfall und Fischen. Einfach nur schön und ruhig! Im Garten vor dem Haus hat es-zig Tempel und Schreine. Ich glaube, für jeden Gott einen, oder so.

Wir gehen zum Abendessen ins Restaurant LabaLaba und essen sehr gut Balinesisch. Kaum sind wir um 21h zurück im Bungalow, regnet es. Das darf doch nicht wahr sein, seit Banda hatten wir keinen Regen mehr und jetzt, wo wir einmal in Bali sind, muss es regnen.

 

Ubud ist eine Kleinstadt auf der Insel Bali in Indonesien mit ca. 8000 Einwohnern, die zum grössten Teil Hindus sind. Ubud liegt knapp 30 km nordöstlich von Denpasar und gilt als das kulturelle Zentrum Balis, umgeben von Reisfeldern.

Hauptstrassen in Ubud sind die in Ost-West-Richtung verlaufende Jalan Raya Ubud, die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Jalan Wana Wana (auch als Monkey Forest Road bekannt) und die Jalan Hanoman.

Als Sehenswürdigkeiten sind vor allem der Palast Puri Saren und der heilige Affenwald, in dem mehr als 200 Affen (hauptsächlich Makaken) leben, bekannt.

War Ubud früher mit seinen kleinen Hostels und Pensionen, vor allem bei Rucksacktouristen beliebt, werden mittlerweile immer mehr Hotelanlagen gebaut, die auch den Ansprüchen von Pauschalurlaubern gerecht werden. Ubud bietet eine Reihe kleiner Restaurants mit balinesischen und internationalen Köstlichkeiten.

Minibusse, sogenannte Bemos fahren in alle Richtungen, auch nach Denpasar und zum Flughafen.

Ubud gilt als künstlerischer Hauptort Balis. Vor allem Malerei und Textilkunst wird in Ubud gepflegt.

Donnerstag, 27.September 2012: Bali

Es regnet nicht, aber es ist sehr bewölkt. Das Frühstück wird uns um 8h auf dem kleinen Balkönchen vor dem Bungalow liebevoll serviert. Es gibt eine Lauchquiche mit Speckwürfeli und frischen Fruchtsalat, Tee oder Kaffee.

Unsere Schuhe, die Gummi-Croqs, sind fein säuberlich geputzt worden! Überhaupt ist unsere Gastfamilie sehr nett.

Wir gehen zum Affenwald (Monkey Forest). Hier kaufen wir einen Bund Bananen, etwa 9 Stück. Sekunden später hat Paul keine Bananen mehr! Ein grosser, frecher Macho-Affe springt Paul auf die Schulter und will ihm die Kappe und die Brille entreissen. Paul muss mit aller Kraft seine Brille festhalten und ein anderer Affe springt ihn an und reisst ihm das Bündel Bananen aus der Hand. Freche Kerle!!! Und das alles blitzschnell! Puhh, die haben enorm grosse, spitzige Eckzähne!

Der Javaneraffe, Langschwanzmakak oder Krabbenesser ist eine Primatenart aus der Gattung der Makaken innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten.

Javaneraffen leben in Südostasien, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Myanmar und Thailand über Malaysia bis nach Indonesien und auf die Philippinen. Auf Mauritius wurden sie eingeführt.

Wie ihr zweiter Name schon andeutet, besitzen Javaneraffen den längsten Schwanz aller Makaken. Dieser kann 50 bis 60 cm lang werden und ist somit länger als die Kopfrumpflänge, die 40 bis 45 cm beträgt. Das Fell ist graubraun oder rötlichbraun und an der Unterseite heller, das nackte Gesicht ist bräunlich gefärbt. Sie erreichen ein Gewicht von 3 bis 7 kg, die Männchen sind um rund ein Drittel schwerer als die Weibchen.

Javaneraffen sind tagaktive Baumbewohner, die in Wäldern leben, jedoch nicht wählerisch in Bezug auf ihren Lebensraum. So findet man sie in Regenwäldern, Sumpfgebieten, Bambuswäldern, sie bevölkern aber auch Plantagen und scheuen die Anwesenheit der Menschen nicht. Einzige Voraussetzung ist die Nähe von Wasser, da sie gerne schwimmen und dort auch Krabben, einen wichtigen Bestandteil ihrer Nahrung finden.

Sie leben in Gruppen von 20 bis 60 Tieren zusammen. Beide Geschlechter ermitteln anhand der Grösse, des Alters und durch Kämpfe eine Hierarchie, insbesondere bei den Männchen werden diese Kämpfe mit grosser Aggressivität geführt und es kommt öfters zu Verletzungen. Sie sind territoriale Tiere, die ihr Revier gegenüber anderen Gruppen verteidigen, dazu gehören lautes Geschrei, das Hüpfen auf den Ästen oder das Präsentieren der langen Eckzähne. Notfalls wird der andere Trupp auch mit Gewalt vertrieben.

Javaneraffen sind Allesfresser. Sie ernähren sich von Früchten, Blüten und Blättern, zu ihrer bevorzugten Fleischnahrung zählen Krabben und Insekten.

Die höhergestellten Männchen geniessen Vorrechte bei der Paarung und pflanzen sich mit sovielen Weibchen wie möglich fort. Nach rund 180-tägiger Tragzeit bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt, wobei die meisten Geburten in die Regenzeit von Mai bis Juli fallen. Nur die Weibchen kümmern sich um den Nachwuchs, der im zweiten Lebenshalbjahr entwöhnt wird und mit 3 bis 4 Jahren (Weibchen) beziehungsweise 6 Jahren (Männchen) geschlechtsreif wird. Die Lebenserwartung dieser Tiere kann in menschlicher Obhut bis zu 40 Jahre betragen.

Javaneraffen werden weitverbreitet als Forschungs- und Labortiere eingesetzt. Diese Versuche beinhalten unter anderem Medikamententests, neurologische Untersuchungen, aber auch Untersuchungen über das Lernverhalten. Tierversuchsgegner haben ihn zum "Versuchstier des Jahres 2004" gekürt. In der freien Natur zählen Javaneraffen aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und ihres grossen Verbreitungsgebietes zu den weniger bedrohten Makakenarten, wenngleich ihr Lebensraum durch Rodungen immer weiter eingeschränkt wird. Sie werden als gering gefährdet eingestuft.

 

Wir wandern durch den ganzen Monkey Forest und schauen, wie sich überall die Affen tummeln, auf den Bäumen, auf den Wegen und auf den Tempeln. Wir geniessen es, trotz dem Bananenfiasko.

Wir laufen die ganze lange Monkey Forest Strasse zurück. Die ist links und rechts gesäumt von Läden und Restaurants für die Touristen. Wir essen etwas ausserhalb des Tourirummels im Warung Geko zu Mittag. Danach gehen wir beide für je 3 SFr. zum Coiffeur. In diesem Preis ist für jeden noch eine Tasse Tee inbegriffen. Aber ich habe ein paar Treppenstufen in die Haare geschnitten bekommen. Also, mein Bordcoiffeur macht das besser!!!

Die Siesta verbringen wir in unserem Zimmer. 4 Frauen laufen ständig mit je einer grossen, schweren Blechschüssel voll Sand auf dem Kopf durch unseren Garten auf das benachbarte Grundstück von Made, wo weitere Bungalows gebaut werden.

Am Nachmittag beziehen zwei junge Schweizer aus Schaffhausen, Sara und Holger, den Bungalow neben uns. Paul und ich essen im Restaurant Artini zu Abend. Um 19h sind wir im nahen Tempel Taman Sari bei einer Tanzveranstaltung. Sara und Holger sind auch hier. Unser Gastwirt Made und sein Cousin, der heisst auch Made, tanzen da mit. Zum Glück (für mich) gibt es keine Gamelanmusik! Ein Chor von 80 bis 100 Männern, alle im schwarz/weisskarierten Sarong und nacktem Oberkörper ersetzen mit ihren Stimmen das Orchester. Das heisst Kecak. Es ist unvorstellbar eindrücklich, was die nur mit ihren Stimmen zuwege bringen!! Toll! Ein paar Frauen und Männer tanzen die Geschichte von Rama und Sita. Zwei kleine Mädchen, vielleicht 8 bis 10 Jahre alt, tanzen den Trance-Tanz. Zum Schluss kommt ein Tänzer mit seinem Holz-Ross und tanzt mit nackten Füssen über Feuer aus Kokosnussschalen. Dies war wirklich eine gewaltige Schau, die genau eine Stunde gedauert hat. Anschliessend gehen wir mit Sara und Holger zum LabaLaba zu einem verlängerten Schlummertrunk. Um 23h werden wir hinauskomplimentiert.

Heute kein Regen, aber vorsichtshalber hat uns Made zwei Regenmäntel mitgegeben.

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