Indonesien: Lombok und Bali, 28.09. - 01.10.2012, Teil 3
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Bali ist eine seit 1949 zu Indonesien gehörende Insel. Seine Fläche beträgt 5.561 km²; auf Bali leben 3,3 Mio. Einwohner (2004). Die Hauptstadt ist Denpasar. Die Nord-Süd-Entfernung beträgt in Luftlinie 95 km, von seiner Westspitze bis zur Ostspitze sind es auf gerader Linie nur 145 km.Lage

Bali gilt als die westlichste der Kleinen Sunda-Inseln (zu denen noch die Inseln von Nusa Tenggara gehören) und ist vom westlich gelegenen Java durch die 2,5 km breite Bali-Strasse getrennt. Bali liegt im Indischen Ozean zwischen Java und Lombok. Zwischen Bali und Lombok verläuft die sog. Wallace-Linie, die biogeografische Trennlinie zwischen asiatischer und australischer Flora und Fauna.

Die meisten Berge Balis sind vulkanischen Ursprungs und bedecken etwa drei Viertel der gesamten Inselfläche. Der Vulkan Gunung Agung, von den Balinesen respektvoll «Grosser Berg» genannt, ist mit 3142 Meter der höchste Berg der Insel. Für die Balinesen ist er der Sitz der Götter und das Zentrum der Welt. Beim letzten Ausbruch von 1963 forderte er 2'000 Menschenleben und verwüstete zahlreiche Dörfer und Felder. Westlich vom Agung schliesst sich der riesige, zehn Kilometer breite Vulkankrater des Batur-Massivs an, mit dem Randkegel des Gunung Abang (2153 m) als höchste Erhebung. Das Innere des Kraters wird von dem jungen Kegel des im 20. Jahrhundert schon viermal tätigen Gunung Batur (1717 m) und vom Kratersee Batur ausgefüllt.

Der Grund dieser vulkanischen Aktivität sind zwei Kontinentalplatten, der Sundaplatte und der Sahul Platte (Australische Platte und Eurasische Platte), die durch Bali verlaufen. Sie bewegen sich aufeinander zu, und durch die Kollision der Platten entstehen Risse in der Erdkruste, aus denen die Magma nach oben dringt. So entstanden die Vulkanketten, die Bali und die angrenzenden indonesischen Inseln prägen.

89 % der Bevölkerung sind Balinesen, der Rest verteilt sich auf kleine javanesische und chinesische Gemeinden.

Religion: Hinduismus: 92,3 %, Islam: 5,7 %, Christen: 1,4 %, Buddhisten : 0,6 %

Bali ist insofern eine Besonderheit, als sie die einzige Weltgegend ausserhalb Indiens und Nepals mit bodenständiger hinduistischer Bevölkerung und gleichzeitig die einzige hinduistische Insel Indonesiens darstellt. Die meisten Balinesen bekennen sich zur Hindu-Dharma-Religion, der balinesischen Glaubensform des Hinduismus. Einzug hielt der Hinduismus in Bali im 8. bis 9. Jahrhundert. Religion ist Leben und Leben ist Religion auf Bali. Religiöse Riten und Feste begleiten die Menschen von der Geburt bis zum Tod und über den Tod hinaus. Sie sind Grundlage des Zusammenhalts von Familie und Dorfgemeinschaft. Religiöse Riten werden wirksam bei der Gründung eines Dorfes, sie ordnen das Familienleben und sind die ethnischen Leitlinien des ganzen Volkes. Feiertage, Volksvergnügungen und Versammlungen werden stets von einer Tempelzeremonie eingeleitet.

Bali wird auch die Insel der Tausend Tempel genannt. Jedes Dorf, das etwas auf sich hält, beheimatet drei Tempel: Den Pura Puseh (Ursprungstempel), den Pura Desa (Tempel der grossen Ratsversammlung) und den Pura Dalem (Todestempel). Viele Dörfer haben aber auch nur einen einzigen Tempel. Überwiegend sind solche Tempel einfache und kaum sehenswerte Steinanlagen im Gegensatz zu den bedeutenden Tempeln der Insel.

Auf Bali wird vor allem Balinesisch und Indonesisch (Bahasa Indonesia) gesprochen. Als nicht-indonesische Sprache ist Englisch wegen des Tourismus ebenfalls weit verbreitet und Russisch ist auf dem Vormarsch. So mancher spricht auch inzwischen sehr gut Deutsch.

Die meisten Balinesen sind nach wie vor in der Landwirtschaft beschäftigt. Das Inselinnere ist für die Landwirtschaft zu gebirgig und die schmalen Küstenstreifen im Norden und Osten eignen sich nur bedingt für die Landwirtschaft. Das Hauptanbaugebiet befindet sich im flachen und sehr fruchtbaren Süden der Insel. Reis ist das Hauptnahrungsmittel und wichtigstes Anbauprodukt der Insel und wird hauptsächlich für den Eigenbedarf produziert. Kokosnüsse, Kaffee und Schweinefleisch sind die wichtigsten Exportprodukte. Für den Eigenbedarf werden vor allem Erdnüsse, Chilis, Zwiebeln, Sojabohnen oder andere tropische Gemüsesorten und Früchte angepflanzt. Die einzige nennenswerte Industrie ist die Textilindustrie. Billige Strandkleidung, von Frauen zum Teil in Heimarbeit gefertigt, wird im In- und Ausland vermarktet. Ebenfalls exportiert Bali viel Kunsthandwerk.

Mittlerweile hat sich der Tourismus zum Devisenbringer Nummer 1 avanciert. Bali ist die am häufigsten besuchte Touristeninsel Indonesiens. Die Insel deckt wesentliche Teile ihres Haushalts mit Mitteln aus dem Fremdenverkehr. Heute kommen etwa 4 Mio Besucher jährlich, um die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen wahrzunehmen. Trotzdem hat Bali auch jenseits des Tourismus immer seine eigenständige kulturelle Identität bewahrt. Von den etwa 5.000 Tanz- und Gamelangruppen, die regelmässig ihre religiösen Zeremonien abhalten, sind nur wenige ausschliesslich für die Touristen aktiv. Einige Orte allerdings, wie Kuta, Legian und Seminyak haben sich im Laufe der letzten Jahre stark "verwestlicht". Die meisten Touristen kommen aus Indonesien, Japan, Deutschland und den Niederlanden.

Freitag, 28.September 2012: Bali

Zum Frühstück gibt es Samosa, heisse, getoastete Brottaschen gefüllt mit Bananen, Fruchtsalat, Kaffe oder Tee. Es ist bewölkt. Den Göttern in unseren Savira Bungalow wird sehr gut geopfert. Morgens und abends laufen die Frauen mit einem Tablett herum und verteilen überall Opfergaben für jeden Gott. Überall hat es kleine Körbchen, gefüllt mit wenig Reis, Crackern, Blümchen usw. Und das passiert überall in der Stadt, vor jedem Geschäft und Wohnhaus, auf dem Trottoir. Sogar auf die Autos und Motorräder werden Opfergaben gelegt.

Um 9h müssen wir an der Hauptstrasse Hanomanstreet sein. Wir machen heute eine ganztages Bustour, die Made uns verkauft hat. Wir sind sechs Personen im Minibus. Ein belgisches Paar, eine Kanadierin, eine Französin und wir beide. Zuerst geht es zum Elefant Cave Tempel. Hier müssen Paul und ich zuerst mal einen Sarong kaufen. In unserem Zimmer liegen zwei Stück davon, die wir aber leider nicht mitgenommen haben. Man darf nur mit Sarong in den Tempel rein. Paul bekommt einen vom Chauffeur ausgeliehen. Von hier geht es weiter zum Holy Water Tempel. Aus 23 Röhren fliesst heiliges Wasser, das auch heilende Kräfte haben soll und die Hindus halten unter jede dieser 23 Röhren den Kopf darunter und baden. Am Ende wird dann noch gebetet.

Unsere Fahrt geht weiter zu einer Kaffee Plantage. Hier werden uns Kaffeesträucher, Kakaobäume, Vanille, Curcuma, Zimt und Gewürznelken gezeigt. Die Kaffeebohnen werden von Hand auf einem Feuer geröstet. Hier trinke ich den teuersten Kaffee meines ganzen Lebens. Der heisst „Luwar-Kaffee“, kostet 50'00Rupiah (5 SFr.) und die Bohnen dafür sind durch den Magendarmtrakt eines Pelztieres gegangen, der Manguste, hinten wieder rausgekommen, wurden gereinigt und von mir getrunken. Aber gut ist er trotzdem!

Die Mangusten sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora). Sie umfassen rund 35 Arten, die in Afrika, dem südlichen Asien und Südeuropa verbreitet sind. Zu den bekanntesten Vertretern zählen die Mungos und die Erdmännchen.

Mangusten sind relativ kleine Raubtiere, die im allgemeinen durch einen schlanken Körper mit kurzen Gliedmassen charakterisiert sind. Das Fell ist meist grau oder braun gefärbt und eher einfärbig, obwohl bei manchen Gattungen Sprenkelungen oder Streifen vorhanden sind. Der Schwanz ist verhältnismäßig kurz und bei vielen Arten leicht buschig. Diese Tiere erreichen Kopfrumpflängen von 18 bis 71 Zentimeter, Schwanzlängen von 15 bis 53 Zentimetern und ein Gewicht von 0,2 bis 5 Kilogramm.

Mangusten sind in der Regel Bodenbewohner, viele Arten legen mit ihren Krallen eigene Baue an oder beziehen die verlassenen Baue anderer Tiere. Oft leben sie in Gruppen zusammen, einige Arten führen jedoch auch eine einzelgängerische Lebensweise. Neben zahlreichen tagaktiven finden sich auch einige Arten, die in der Nacht aktiv sind.

Diese Tiere sind Raubtiere, die sich von Insekten und deren Larven, anderen Wirbellosen (wie Würmern oder Krabben) sowie kleineren Wirbeltieren ernähren. Einige Arten sind für ihre Geschick bekannt, auch giftige Schlangen erlegen zu können. In unterschiedlichem Ausmass nehmen sie auch pflanzliches Material wie Früchte (Kaffeebohnen!) zu sich.

Von einer Passstrasse auf der Höhe von 900 m können wir einen Blick auf den 1717 m hohen, noch aktiven Vulkan Mount Batur werfen und den darunterliegenden See. Weiter geht es zur grössten Tempelanlage von ganz Bali, dem Pura Besakih, dem Muttertempel, am Fusse des Mount Agung (3142 m hoch). Hier hat es unendlich viele Tempel. In einige dürfen wir nicht hinein, auch nicht mit Sarong, weil die Hindus dort am Beten sind.

Zum Mittagessen sind wir in einem Restaurant mit wunderschönster Aussicht auf die Reisterrassen. Schön! Zum Schluss gibt es noch einen Stopp in der Stadt Klungkung, wo es noch einen alten Palast anzuschauen gäbe. 

Aber Paul und ich haben heute genug Tempel gesehen und schlendern lieber über den Markt. Bei jedem Tempel oder Palast mussten wir 15'000 Rupiah (1.50 Sfr.) PRO Person Eintritt bezahlen. Um 16h30 sind wir zurück in unserem Bungalow und geniessen eine Tasse Tee. Die Thermoskanne steht den ganzen Tag gefüllt mit heissem Wasser auf dem Tisch. In Ubud hat es geregnet, wir hatten unterwegs aber keinen Regen.

Samstag, 29.September 2012: Bali

Es ist leicht bewölkt. Unsere Schuhe sind wieder picobello geputzt. Das Frühstück besteht aus einem Omelett, zwei Scheiben Toast, Butter, Konfitüre, Fruchtsalat.

Wir machen eine kilometerlange Wanderung durch die schönen hellgrünen Reisfelder. Wir begegnen einer etwa 1.50m langen Schlange die nicht aus dem Weg geht und uns einfach anstarrt. Puhh, die macht uns echt Eindruck! Im Ort Petulu, wo im ganzen Dorf Holzschnitzereien hergestellt werden, vor allem aber Bilderrahmen, essen wir Reis mit Huhn, dazu 1 Eistee und 1 Cola, für alles zusammen 4 SFr. Dafür wurden wir heute morgen abgezockt, als wir für zwei Orangensäfte 6.40 SFr. bezahlen mussten. Schweizerpreise!!! Sonst kostet ein frischer Fruchtsaft immer 1SFr. bis 1.50 Sfr.

Um 16h30 sind wir müde aber zufrieden zurück im Bungalow. Wir essen im Restaurant „Ibu Rai“an der Affenstrasse (Monkey Forest Road) zu Abend. Paul bestellt für sich einen vegetarischen Gado-Gado (Gemüsesalat mit Erdnusssauce). Er lässt die Hälfte des Essens, d.h. allen Tofu auf dem Teller liegen und die Serviertochter und der Geschäftsführer kommen um zu fragen, ob das Essen nicht gut war....Es ist mir ziemlich peinlich!

Sonntag, 30.September 2012: Bali

Vollmond. Wir haben deswegen unseren Aufenthalt hier in Ubud um einen Tag verlängert. Heute Abend finden in den Tempeln Vollmond-Zeremonien statt.

Frückstück heute: zwei in Ei getunkte und gebratene Toastscheiben, Butter, Konfitüre, Fruchtsalat.

Wir laufen auch heute wieder kilometerweit, bis ins Dorf Peliatan. Dort suchen wir eine Brotbackform. Unsere aus Silikon hat einen grossen Riss. Mittagessen in einer Strassenküche, für beide gebratene Nudeln mit Gemüse und Ei, dazu ein Hühnerbein, und je ein Fläschli Eistee, für 4.50 SFr. alles zusammen.

Gegen 15h30 sind wir zurück im Bungalow. Wir haben beide wieder, wie jeden Abend, furchtbare schwarze Dreck(schweine)füsse und ich zusätzlich noch eine schöne offene Blase auf dem Rist. Tee trinken, duschen, ausruhen. Um 18h gute Pizza essen bei Artini. Made, unser Gastwirt, hat uns für die Vollmondzeremonie extra „verkleidet“. Dazu bekommt Paul über den Touristensarong einen „echten“ balinesischen Männersarong, eine Schärpe um den Bauch und ein weisses Tuch um den Kopf. Mir wird eine schöne gelbe Glitzerschärpe um den blauen Tourisarong gebunden. Aber trotz dieser „Verkleidung“ kommen keine Touristen und wir auch nicht, in den Tempel rein. Wir sitzen draussen auf der Treppe und beobachten das Kommen und Gehen. Frauen tragen grosse, kunstvoll hergerichtete Fruchtkörbe auf den Köpfen in den Tempel. Dort werden sie gesegnet, wieder nach Hause getragen und gegessen. Wir sehen auch einen Mann, der eine lebende Ente segnen lässt.

Um 21h sind wir ein wenig enttäuscht von der Vollmondzeremonie und müde in unseren Betten.

Montag, 1.Oktober 2012: Bali / Lombok

Um 5h30 ist Tagwache. Aber wir sind schon vorher wach, es hat so viele Hähne in Bali, dass immer irgendwo einer kräht. Um 6h gibt es zum Frühstück heisse Toastbrottaschen gefüllt mit Bananen und Fruchtsalat. Um 6h30 müssen wir an der Strasse stehen, um vom Shuttlebus nach Padang Bai aufgeladen zu werden. Das klappt prima, überpünktlich. Um 8h sind wir in Padang Bai. Es hat ungefähr eine Million Backpackers aus aller Welt, die alle rüber nach Lombok und die drei Gili Inseln wollen. Irgendwie klappt es, dass jeder an den richtigen Ort kommt und sogar sein Gepäck dabei hat. Diesmal nehmen wir das Speedboot mit 1200 PS. Um 9h starten wir und knappe 3 Stunden später, sind wir mit einem Stopp auf Gili Trawangan, Gili Meno und Gili Air, zurück auf der Insel Lombok in Teluk Kode. Mit einem Taxi fahren wir zur Medana Bay. In der Marina bekommen wir unsere Pässe mit dem um 1 Monat verlängerten Visa zurück und essen im Marinarestaurant eine Kleinigkeit. Um 14h hat uns die MABUHAY wieder. Es sind 36,6° im Schiff, aber sonst ist alles i.O. Als erstes kühlen wir uns im Meer ab. Es sind nur noch etwa 5 Schiffe hier.

Wir sind um 19h, k.o. und ohne Abendessen im Bett. Aber sehr schön war es in Bali!

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