Indonesien: Borneo, Kumai 13.10. - 14.10. 2012, Teil 2
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Der Borneo-Orang-Utan ist eine Menschenaffenart. Zusammen mit dem Sumatra-Orang-Utan bildet er die Gattung der Orang-Utans. Er ist auf Borneo endemisch.

Borneo-Orang-Utans teilen mit ihren sumatranischen Verwandten den an eine baumbewohnende Lebensweise angepassten Körperbau: die Arme sind sehr lang, die Hände hakenförmig, der Daumen kurz und nahe an der Handwurzel lokalisiert, die kurzen, beweglichen Beine und die handähnlichen Füsse. Sie sind allerdings etwas stämmiger gebaut und schwerer als die Sumatra-Orang-Utans. Weitere Unterschiede liegen im längeren Fell, das dunkler und bräunlicher gefärbt ist, und in den Backenwülsten insbesondere der älteren Männchen: diese wachsen nach aussen und sind nahezu unbehaart. Darüberhinaus ist der Bart meist kürzer und der Kehlsack der älteren Männchen grösser. Mit bis zu 90 Kilogramm sind die Männchen deutlich grösser als die Weibchen, die bis zu 50 Kilogramm erreiche

Lebensweise: Borneo-Orang-Utans sind tagaktive Waldbewohner, zur Nachtruhe errichten sie ein Blätternest, das in der Regel nur einmal verwendet wird. Sie klettern langsam mit allen vier Gliedmassen oder schwingen auf den Ästen. Insbesondere Männchen unternehmen auch Streifzüge am Boden - deutlich mehr als ihre sumatranischen Verwandten, was am Fehlen der Tiger auf Borneo liegen könnte.

Sie sind meist allein anzutreffen und einzelgängerischer als Sumatra-Orang-Utans. Männchen und Weibchen versuchen, feste Territorien zu etablieren, insbesondere jüngere Tiere verbringen ihr Leben aber als „Wanderer“, die ohne Revier ständig umherstreifen. Werkzeuggebrauch ist bei ihnen deutlich seltener als bei ihren sumatranischen Verwandten.

Borneo-Orang-Utans sind Pflanzenfresser, die sich vorwiegend von Früchten, aber auch von Blättern, jungen Trieben und Baumrinde ernähren.

Bedrohung und Schutz: Der Borneo-Orang-Utan zählt zu den bedrohten Arten, ja sie ist sogar sehr stark gefährdet. Hauptgrund dafür ist der Verlust seines Lebensraumes: die Wälder werden zur Holzgewinnung oder zur Errichtung landwirtschaftlicher Flächen (etwa für Palmöl) in grossem Ausmass gerodet. Hinzu kommen die Bejagung und der illegale Handel mit Jungtieren, die als Haustiere gehalten werden. Verschärft werden diese Faktoren durch die langsame Reproduktionsrate der Tiere: so bringt ein Weibchen nur alle vier bis acht Jahre ein Jungtier zur Welt.

Ihr Verbreitungsgebiet ist daher stark verkleinert und zerstückelt, insgesamt ist die Art aber noch häufiger als der Sumatra-Orang-Utan. Schätzungen über den Gesamtbestand sind schwierig und reichen von 15.000 bis 44.000 Tiere.

Wurden früher die beiden Orang-Utan-Populationen aus Sumatra und Borneo als Unterarten einer Art zusammengefasst, so werden sie heute aufgrund von Unterschieden im Körperbau und Lebensweise als zwei getrennte Arten zusammengefasst.

Samstag, 13.Oktober 2012: Ausflug zu den Orang Utans

Wir haben alle vier herrlich geschlafen, ich viel besser als erwartet. Heute ist es nicht der Muezzin, der uns weckt, sondern die Crew, die um 4h anfängt herumzuhantieren. Das Morgenkonzert der Vögel ist wunderschön. Die Crew fischt und hat schon zwei schöne Fische erwischt. Um 6h gibt es schon Frühstück und unsere Betten werden weggeräumt. Um 7h15 fahren wir den Fluss wieder hinauf ins Camp Leakey (besteht seit 1971). Unterwegs bleiben wir stecken, weil eine schwimmende Pflanzeninsel den Weg versperrt. Unsere Crew manövriert so lange mit dem Schiff hin und her, bis sie das Hindernis aus dem Weg geräumt und am Ufer gesichert haben. Im Camp sind wir heute das erste Schiff. Charlene ist wieder da und staunt. Mit einem Ranger machen wir eine 2-stündige Wanderung (etwa 10 km) durch den Nationalpark, wo uns sehr viel Interessantes erklärt wird. Anschliessend besuchen wir noch das Informations-Center. Zurück auf dem Klotok 

gibt es Mittagessen. Am Nachmittag sind wir wieder bei der Fütterung anwesend. Heute kommt TOM nicht! Dafür einige Mütter mit ihren Jungen. Eine Mutter nimmt einem Touristen die Wasserflasche weg, öffent den Schraubverschluss und trinkt aus der Flasche. Es ist genau wie bei den Menschen, die Kleinen sind zum Knuddeln. Die Alten hingegen.....

Nun geht es flussabwärts, etwa 1½ Stunden, wo wir an einem Steg für die Nacht festmachen. Ganz viele Nasenaffen hocken auf den Bäumen und beobachten uns. Vor dem Abendessen fischt Paul bis es ganz dunkel ist. Er erwischt ein kleines Schwänzchen, etwa 7 cm lang.

Zum Abendessen gibt es den Fisch, der heute morgen von der Crew gefangen wurde. Wir bekommen zwei Köpfe und zwei Schwänze!!!!!!!!!

Der Nasenaffe kommt ausschlielich auf der Insel Borneo vor, er bewohnt die Küstenregionen und die tiefergelegenen Gebiete.

Auffälligstes Merkmal der Nasenaffen ist die grosse, gurkenförmige Nase, die allerdings nur die Männchen besitzen. Ihr Fell ist an der Oberseite gelblich-braun und an der Unterseite weiss gefärbt, Arme, Beine und Schwanz sind grau. Das haarlose Gesicht ist rot, der Schwanz wird ebenso lang wie der Körper. Mit einem Gewicht von 16 bis 22 kg sind Männchen doppelt so schwer wie Weibchen (7 bis 11 kg).

Nasenaffen sind tagaktive Waldbewohner. Die Nacht und den Vormittag verbringen sie ruhend, den Höhepunkt ihrer Aktivität erreichen sie am Nachmittag und am Abend.

Sie leben in tiefergelegenen Regen- und Mangrovenwäldern, niemals weit vom Wasser entfernt. Sie können ausgezeichnet schwimmen und 20 m tauchend zurücklegen, oft springen sie direkt von den Bäumen ins Wasser. Nasenaffen gelten als die besten Schwimmer unter allen Primaten.

Sie leben in Gruppen von 5 bis 30 Tieren, die entweder Haremsgruppen (ein Männchen und viele Weibchen) oder reine Männchengruppen sein können. Während Weibchen eher bei ihrer Geburtsgruppe verbleiben, verlassen junge Männchen die Gemeinschaft bei Eintritt der Geschlechtsreife. Allerdings kommt es manchmal vor, dass erwachsene Weibchen sich von ihrem Partner trennen und sich einem anderen anschliessen. Zur Nahrungssuche und zur Nachtruhe schliessen sich oft mehrere Gruppen zu Verbänden zusammen.

Der genaue Nutzen der grossen Nasen bei den Männchen ist unsicher, möglicherweise dienen sie der sexuellen Attraktivität: je grösser die Nase, desto besser die Chancen bei den Weibchen.

Die Nahrung der Nasenaffen besteht zum überwiegenden Teil aus Blättern und Früchten, in geringerem Ausmass werden auch Blüten verzehrt.

 

Die Initiative zur Begattung geht vom Weibchen aus, indem sie ihre Lippen spitzt, den Kopf hin und her schwingt oder dem Männchen ihren Genitalbereich präsentiert. Rund 170 Tage nach der Paarung kommt meist ein einzelnes Jungtier zur Welt, im Gegensatz zu den Erwachsenen haben Neugeborene ein blaues Gesicht. Die Mutter säugt ihr Kind rund sieben Monate, danach bleibt es noch einige Zeit in engem Kontakt mit ihr. Die Geschlechtsreife tritt mit 5 bis 7 Jahren ein, bei Männchen später als bei Weibchen.

 

Nasenaffen und Menschen: Die Abholzung und Brandrodung der Wälder zugunsten von Palmölplantagen stellt den Hauptgrund der Bedrohung der Nasenaffen dar, in einem geringeren Ausmass kommt die Jagd dazu, obwohl die Art eigentlich geschützt ist. Sie sind als unmittelbar bedrohte Art eingestuft, deren Handel verboten ist.

Gebietsweise nennen die Malaien den Nasenaffen Orang Belanda („Niederländer“).

Sonntag, 14.Oktober 2012: Ausflug zu den Orang Utans

Heute fängt die Crew erst um 5h an, herumzuhantieren. Wir bleiben bis um 6h liegen und geniessen das herrliche Vogelkonzert. In der Nacht hat es ganz kurz ein paar Tropfen geregnet. Während des Frühstücks sehen wir einen wilden (freien) Orang Utan. Er hockt gemütlich auf einem sehr hohen Baum, frisst genüsslich junge Blätter, gibt uns eine turnerische Glanzvorstellung und verschwindet, als wir ihm zu langweilig werden. Toll! Um 7h15 wird der chinesische Einzylinder-Motor angekurbelt und wir tuckern ein Stück weit den Fluss hinunter. Der Fluss liegt wunderschön und spiegelglatt vor uns in der Morgensonne. Wir sind heute die ersten, die ihn hinunterfahren. Wir kommen uns vor wie Katharine Hepburn und Humphrey Bogart auf der „African Queen“ (Film aus dem Jahre 1951). Nur ein Krokodil habe ich noch nicht gesehen. Die anderen schon, immer dann, wenn ich in eine andere Richtung geschaut habe! Aber dafür sehen wir ein paar wunderschöne, bunte Eisvögel und eine dicke Eule. Unterwegs wird noch ein Holzsteg, der sich irgendwo losgerissen hat und den Weg versperrt, eingefangen und am Ufer festgebunden. 1½ Stunden flussabwärts besuchen wir wieder eine Orang Utan-Fütterung. Auch hier sind meist Mütter mit ihren Jungen. Es ist erstaunlich wie schon die Kleinsten spielend auf die höchsten Bäume klettern. Paul wird nur schon beim Zuschauen schlecht. Überhaupt sind diese „Waldmenschen“ wahre Klettermeister. Sie schwingen sich von einem Baum zum anderen quer durch den Urwald. Manchmal in Zeitlupe, aber manchmal auch blitzschnell um der erste bei den Bananen zu sein. Oft hängen sie auch einfach nur an einem Arm oder Bein an den höchsten Ästen herum und bestaunen uns....

Nach einer kleinen Wanderung geht es zum Mittagessen zurück auf's Schiff. Es gibt viele kleine fritierte Fischlein, die unsere Crew gestern Abend und heute Morgen im Fluss gefangen haben. Wir essen sie mit Köpfen und Schwänzen und allem Drum und Dran. Mmm..., gut! Während des Essens fahren wir wieder 1½ Stunden den Fluss hinab und machen bei einem Dorf halt. Wir besuchen das Dorf und sehen hier zum ersten mal in Indonesien so etwas wie Gärtchen mit Tomaten, Bohnen usw. vor den Häusern. Das Dorf ist sehr basal, aber sauber! Um 15h sehen wir noch die letzte Fütterung der Orang Utans. Aber vorher schüttet es noch etwa eine ½ Stunde lang aus allen Rohren. Bei dieser Fütterung treffen wir auf Andrea und Jim von der „Island Prism“. Sie fahren flussaufwärts, wir flussabwärts. Um 16h15 legen wir ab. Unterwegs sehen wir wieder sehr viele Nasenaffen. Plötzlich gibt es einen mächtigen Gewitterregen der auf's Schiffdach trommelt. Um 18h15 sind wir zurück auf der MABUHAY und freuen uns jetzt auf einen Teller Nudeln. In den letzten 3 Tagen hatten wir bei 5 Hauptmahlzeiten 5 mal Reis. Paul hat, ohne zu motzen, immer sehr brav Reis gegessen, aber den Fisch hat er immer verweigert (aber selber fischen wollte er).

Aber es war ein ganz tolles Erlebnis, diese Orang Utans herumturnen zu sehen. Ein richtiges Highlight! Vor allem TOM, der Affen-Big-Boss war sehr eindrücklich, auch wenn er (für mich) ziemlich hässlich ist.

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