Indonesien: Belitung, Manggar und Bangka, Ketawai 15.10. - 20.10.2012, Teil 1
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Montag, 15.Oktober 2012: den Kumai River runter, 10,3 sm

Um 9h fahren wir mit der ablaufenden Flut und der „Persian Sands“ den Kumai River hinunter. Zwei Stunden später ankern wir kurz vor der Ausfahrt ins Meer. Nach dem Mittagessen, die frisch gewaschene Wäsche ist fein säuberlich aufgehängt, gibt es ein höllisches Gewitter. Jetzt ist die Wäsche gut gespült und nasser als vorher....Immer wieder gibt es kleinere Schütten und wir machen Fenster und Luken ständig auf und zu! Im Schiff sind 30,4°.

Plötzlich treibt eine „Insel“ mit etwa sechs Palmen darauf, auf uns zu. Sie driftet nur ca. 50 m an uns vorbei. Puhhh...!!!

Dienstag, 16.Oktober 2012: unterwegs nach Belitung, 32,5 sm

In der Nacht hat es ziemlich viel Wind und Schaukelei. Um 5h40 fahren die „Persian Sands“ und wir los. Es hat schon sehr viel Verkehr: Schlepper, Fähren, Tanker, Frachter. Die Sonne kommt hervor. Bis zur Insel Belitung sind es ca. 250 sm (465 km). Wir rechnen mit zwei Nächten Fahrt. Die ersten 5 Stunden können wir superherrlichwunderbar segeln. Dann verfolgt uns ein Gewitter und wir werfen den Motor an, um ihm zu entkommen. Wir bekommen nur kurzen und schwachen Regen ab, aber damit ist auch der gute Wind weg und wir müssen weiterhin motoren.

Am Nachmittag läuft es wieder ganz gut. Nach dem Eindunkeln wird links der Himmel von den Lichtern der vielen Fischerschiffe erhellt. Rechts über Borneo wettterleuchtet es stundenlang ununterbrochen. Das entwickelt sich langsam zu einem Gewitter und bis um 01h blitzt, donnert und regnet es ständig. Und wir sind wieder einmal mitten drin....

Mittwoch, 17.Oktober 2012: unterwegs nach Belitung, 110,5 sm

Gut ist diese mühsame Nacht endlich vorbei. Entweder hatte es mächtige Windböen vom Gewitter oder fast gar keinen Wind mehr. Wir segeln und motoren abwechselnd. Und das bisschen Wind aus NW haben wir jetz voll auf die Nase.

Der Morgen ist meist sonnig aber am Nachmittag nimmt die Bewölkung wieder sehr zu. Das Meer ist flach, keine Wellen, totale Flaute, wir motoren.

 

Donnerstag, 18.Oktober 2012: unterwegs nach Belitung, 94,3 sm

Nachts regnet es kurz und leicht. Viel Wetterleuchten, zum Glück keine Blitze und Donner! Bei Tagesanbruch nähern wir uns der Insel Belitung, es ist alles grau in grau und regnet zeitweise. Wir fahren ganz, ganz langsam auf den Ankerplatz zu, weil es sehr viele Untiefen hat. Genau in dieser Zeit schüttet es dermassen, dass wir die sieben hier geankerten Schiffe nicht mehr sehen können. Um 9h30 ankern wir auf 6,5m Wassertiefe, vor dem Ort Manggar. Es schüttet aus allen Rohren. Ich muss nach vorne zum Anker und bin in Sekunden bis auf die Haut durchnässt.

Wir können nicht in den Fluss hineinfahren. Wir haben zuviel Tiefgang (um die 2m) Nur Schiffe bis zu 1.90m Tiefgang können bei Hochwasser über die Sandbarre an der Flussmündung fahren. Seit Kumai haben wir 247,6 sm zurückgelegt.

Auf ganz speziellen Wunsch des Skippers gibt es um 10h Spiegeleier mit Speck zum Frühstück! Das machen wir sonst nie. Draussen geht die Welt im strömenden Regen unter und in unserer Kuchenbude ist es ganz gemütlich!

Am Nachmittag kommt die Sonne wieder hervor und brennt heisser denn je auf uns hernieder.

Ich rufe den „sailindonesia“ -Verantwortlichen in Manggar an um ihm mitzuteilen, dass wir angekommen sind. Er heisst Hans van Babel und wir sind sofort bei ihm im Büro am Strand zum Mittagessen eingeladen. Aber wir lehnen dankend ab. Wir haben letzte Nacht sehr wenig geschlafen (ich 3 Stunden) und möchten den Nachmittag ganz ruhig an Bord der MABUHAY verbringen. Morgen ist (hoffentlich) auch noch ein Tag!

Freitag, 19.Oktober 2012: Belitung, Manggar

Eigentlich wollten wir ja nur per Dinghy rüber in den Ort fahren, um uns bei der „sailindonesia“ registrieren zu lassen. Aber dann heisst es plötzlich, wir seien alle zum Mittagessen eingeladen. Wir rufen telefonisch Penny, Peter (Australier) und Jeremy (Engländer) von der „Rylah“ auf ihren Schiffen an, sie sollen auch in den Genuss kommen. Im Restaurant gibt es für uns alle, etwa 50 Personen, ein sehr gutes Mittagessen. Reis, zwei Sorten Fisch, feines Gemüse mit Erdnusssauce. Von hier geht es direkt zu einer Turnhalle wo die Löwentanzmeisterschaften zwischen 6 Ländern ausgetragen werden. Indonesien, Singapur, Malaysia, Macao, China, Hongkong (ich weiss, Hongkong gehört jetzt zu China, trotzdem werden sie als eigenes Land erwähnt).

Wir sitzen am Boden und sind total fasziniert, was uns hier geboten wird. Zwei junge Männer stecken zusammen in einem glitzernden Löwenkostüm. Einer bildet das Hinterteil, der andere das Vorderteil. Auf ca. 20 hohen Pfosten „tanzen“ sie eine unwahrscheinlich faszinierende Show. Der Hintere stemmt den Vorderen immer wieder gekonnt in die Höhe und blitzschnell laufen und springen sie auf den Pfosten herum. Nachdem ihr Auftritt beendet ist, sind beide total schweissgebadet.

Das Team hat 4 bis 6 Musiker dabei. Meist noch Kinder, die in unheimlichem Tempo den Rhythmus für den Löwen vorgeben. Eine Riesentrommel, ein Gong und drei oder 4 Chinellen. Toll!

Gegen 16h30 werden wir bei unseren Dinghys am Hafen abgeliefert. Um 19h sollen wir wieder dort sein, für ein weiteres Abendessen. Aber wir passen, wir sind müde, es ist schon bald dunkel und wir haben genug für heute. Auf der MABUHAY gibt es für uns nur noch ein Süppchen.

Samstag, 20.Oktober 2012: Belitung, Manggar

Wir verbringen eine ganz schreckliche schaukelige Nacht. Um 6h sind wir bereits beide auf. Wir haben schon das Frühstück hinter uns, als die „Island Prism“ mit Andrea und Jim ankommen. Penny sagt uns, dass es um 8h beim Hafen für die „sailindonesia“-Yachties ein Gratis-Frühstück gebe. Also fahren wir alle zusammen, Paul und ich in unserem Dinghy, Penny, Peter, Andrea und Jim in Peters Dinghy den Fluss hinauf zum Hafen. Dort gibt es tatsächlich ein „Frühstück“. In einer Kartonschachtel, die jeder ausgehändigt bekommt, hat es gebratenen Reis und ein Spiegelei. Dazu einen Becher voll Wasser. Paul und ich nehmen nur das Wasser.

Nun werden wir per Bus zum Strand chauffiert. Hier gibt es für jeden einen Gutschein für eine 15-minütige Fussmassage, einen Gutschein für 2 grosse Flaschen Bintang-Bier für heute Abend und pro Schiff einen Gutschein für 100 Liter Gratis-Diesel!!! Nicht schlecht, oder? Nach dem Welcomedrink, einem Fläschchen Fruchtsaft, gehen wir in die Fussmassage. Au! Das tut richtig weh! Und als die Masseurin bis zu meiner 38-jährigen Knienarbe (Meniskus) hinauf massiert, muss ich sie bremsen. Es tut zu sehr weh!!! Aber sonst hat sie das ganz prima gemacht. Paul will unbedingt keine Massage haben. Danach schauen wir ein wenig zu, wie riesige Schwert-, Sail-und Thunfische an den Strand gebracht werden. Die werden wunderbar mit ganz viel Gemüse präpariert und in Alufolie eingewickelt. Einer davon ist 25 Kilo schwer. Die werden in einem Sand-Loch auf glühenden Kohlen eingebuddelt, gegart und zum Abendessen vertilgt. Paul und ich halten mit dem Stadtpräsidenten ein Schwätzchen....Um 12h werden wir per Bus in das gleiche Restaurant gefahren, wo wir schon gestern gegessen haben. Es gibt ein wunderbares typisches Belitung-Essen. Reis (was denn sonst?), scharfes Gemüse, Fisch, Huhn. Köstlich! Wir treffen Peter und Gisela wieder, die Schweizer, von der „Te Apiti“, für die Paul vor über einem Jahr in Suwarrow getaucht ist, um ihren Anker von einem Korallenblock zu lösen.

Nach dem Essen geht es in die gleiche Halle wo wir schon gestern die Löwentänze bestaunen durften. Ungefähr 1½ Stunden dürfen wir zuschauen, wie der Meister des Löwentanzes erkoren wird. Ein Team hat Pech. Ihr Löwe fällt von den hohen Pfosten herunter, einer der jungen Männer verletzt sich am Knie und das Team scheidet aus. Um 16h15 sind wir alle wieder auf unseren Schiffen, um uns bis 19h zu erholen. Dann müssen (dürfen) wir wieder beim Hafen sein, werden zum Abendessen an den Strand gefahren und schauen uns die Schlusszeremonie des Löwentanzwettstreites an.

Bevor wir uns die Show anschauen, gibt es in einem Zelt für uns ein sehr gutes improvisiertes Abendessen. Reis, Mischgemüse mit geschnetzeltem Beeffleisch, fritierte Fischstückli, Hühnerspiessli, mmm...! Improvisiert, weil wir die guten Sachen fast im Stehen und schleunigst herunterschlingen müssen. Schade.

Aber die Löwentanzvorführung danach ist der absolute Hit. Ein tolles Programm.

Die Löwen wackeln mit dem Hintern und den Schwänzchen, strecken die Zunge raus, schlottern mit dem Unterkiefer und zwinkern mit den Augendeckeln. Super. Dazwischen gibt es viele Ansprachen. Am besten gefällt mir die Chinesische, sie ist die Kürzeste! Am Schluss werden die Pokale verteilt. Der Sieger ist Malaysia, gefolgt von Singapur und Indonesien.

Jetzt sind 16 Segelschiffe hier vor Anker. Etwa 7 Schiffe liegen oben im Fluss.

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