Sonntag, 21.Oktober 2012: Belitung, Manggar
Es schüttet in Strömen, das Ufer ist nicht mehr auszumachen. Ein Schiff driftet und legt sich schliesslich an die Boje neben uns. Diese reisst aus und das Schiff driftet weiter, mitsamt der Boje.
Wir sollten um 8h beim Hafen im Fluss oben sein, das sind ca. 25 Minuten mit dem Dinghy.
Als es endlich aufhört zu giessen, bringen wir unsere 5 Stück 20 Liter Kanister zum Hafen, um unsere 100 Liter Gratis-Diesel abzuholen. Das ist uns noch nie passiert, dass wir Gratisdiesel bekommen haben!!
Mit etwa 1½ Stunden Verspätung, bis alle Yachties da sind, fahren wir mit 2 Bussen und 5 Privatautos auf eine Rundfahrt. Zuerst sehen wir uns einen hundert Jahre alten Damm an, den die Holländer hier angelegt haben für den Zinnabbau. Später halten wir irgendwo an, um Kaffee zu trinken. Nachdem alle aus den Autos ausgestiegen sind, heisst es: „Sorry, wrong place!“ Wir steigen alle wieder ein und fahren weiter, an den „richtigen“ Ort. Es ist ein kleines Museum von einem indonesischen Schriftsteller. Hier bekommen wir Kaffee von einem Holzfeuer, eine Band spielt extra für uns ein paar Lieder und Andrea getraut sich, öffentlich dazu zu singen. Weiter soll es zu einer Pfefferplantage gehen. Wir fahren etwa 20 km weit, dann heisst es plötzlich: „Alle Autos umkehren, die Strasse ist zu schlecht“! Schade, das hätte mich schon noch interessiert. Übrigens sieht es hier fast aus wie auf dem Mond. Hier wird heute noch Zinn abgebaut. Um 13h30 gibt es an einem sehr schönen Strand endlich was zu futtern. Jeder bekommt einen Karton mit Reis, einem Hühnerbein von einem Minihuhn, Gemüse für einen Zwerg und eine Fingerbanane.
Um 15h sind wir wieder in der Stadt Manggar und schauen uns den „PELANGI WARNA WARNI 2012“ Festival an, einen Umzug mit sehr farbenfrohen Kostümen. Wir haben sehr gute Sitzplätze im Schatten, in einem Zelt direkt neben dem der VIP's. Nur leider drängeln und stehen die Leute, auch Segler, direkt vor unseren Nasen, so dass wir nicht sehr viel sehen können.
Um 17h45 sind wir alle wieder auf unseren Schiffen, wir brauchen eine Pause. Um 19h ist wieder Besammlung und Fahrt per Bus an den Strand. In einem Strandrestaurant gibt es Essen. Reis, gebratenen Fisch, Krebse (Paul überwindet sich und isst einen!), fritierte Kalamares, Gemüse wie Spinat, alles sehr gut! Danach eilen wir zur Batik-Modenschau
am Strand. Der Stadtpräsident eröffnet sie.Dazu lässt er einen kleinen Heissluftballon, aus rotem Papier und einer Kerze darin, in die wunderschöne Nacht steigen. Dann werden vom Strand aus etwa 50 oder mehr solcher Ballone in den Nachthimmel gesandt. Dies ist ein traumhaft schöner Anblick! Am Strand brennen etwa 100 Fackeln (ich habe sie nicht gezählt). Nach dem ersten Teil der Modeschau mit männlichen und weiblichen Models, gibt es eine Gesangsunterhaltung. Mitten drin gibt es einen Stromausfall von 15 Minuten. Danach geht es mit dem zweiten Teil der Modeschau weiter. Ich verlasse die Schau und geselle mich zu den Männern. Unsere Männer sind nämlich nicht mitgekommen an die Modeschau. Sie verbringen einen sehr feuchtfröhlichen Abend bei sehr vielen BINTANG's (Bier) in einem Strandrestaurant beim Karaokesingen. Oh Mann, Jim, der Kanadier, ist der Entertainer und schon ziemlich angeschlagen.... Als wir um 23h im Bus zurück zum Hafen fahren, nerven die Angeheiterten die anderen ziemlich. Aber es ist trotzdem lustig. Paul singt im Bus ganz alleine ein Schweizer Militärlied und alle hören ganz aufmerksam zu und klatschen den Rhythmus dazu.
Am Hafen wartet ein Pickup mit den 100 geschenkten Litern Diesel für die MABUHAY. Die nicht mehr ganz nüchternen Segler helfen Paul beim Einladen der 5 Kanister ins etwa 2 m tiefer gelegene Dinghy (es ist Ebbe). Ph... alles geht gut und wir erreichen gegen 24 h wohlbehalten die MABUHAY. Puhhh... geschafft!
Nur Jim hatte ein wenig Probleme mit dem Einsteigen ins Dinghy und wäre fast über Bord gefallen.
Kurz nach Mitternacht ertönt extra für mich das Lied: „Maria, Maria, Maria ...“( aus „Westside Story“) über den Ankerplatz! Jim und Jeremy können es nicht lassen....
Montag, 22.Oktober 2012: Belitung, Manggar
Wunderschönes, herrliches Wetter. Wir sind um 9h im Hafen, weil jetzt eine Aktion stattfinden soll, wo kleine Schildkröten in die Freiheit entlassen werden sollen. Ich freue mich seit Tagen darauf. Hans sagt uns zuerst, das habe bereits um 8h stattgefunden. Dann stellt sich heraus, dass es überhaupt nicht stattfindet. Stattdessen werden wir mit ein paar anderen per Minibus in den Supermarkt und den Markt chauffiert. Um 11h bringen wir alle unsere Einkäufe auf die Schiffe und sind um 12h schon wieder beim Hafen. Fahrt per Bus ins Restaurant „Fega“, das wir inzwischen schon ganz gut kennen. Gutes Essen: Reis, gebratener Fisch, Kalamares, Gemüse mit Erdnusssauce. Nun sitzen wir fast bis um 16h hier und keiner sagt uns, was weiter geht. Endlich fragt man uns, ob wir auf einen Hügel möchten, von wo aus man einen schönen Ausblick auf die ganze Beach habe. Karen und Frank (Australien) und Paul und ich wollen. Die Aussicht ist sehr enttäuschend!
Von 17h bis 19h haben wir „frei“, und sind auf den Schiffen. Abendessen ist wieder im Restaurant „Fega“. Reis, Fisch (gleicher wie am Mittag), Kalamares Gemüse wie Spinat. Von hier geht es zum Strand, wo die Abschiedszeremonie für uns Segler auch ohne uns bereits in vollem Gange ist.
Ich darf neben dem Stadtpräsidenten sitzen. Rundherum riesiges Polizeiaufgebot. Auf der Bühne spielt eine lustlose Band höllenlaute Pop-Musik. Dazu stehen 5 junge Mädchen auf der Bühne, die abwechselnd singen und lasziv mit den Hintern wackeln. Als der Präsident mich zum Tanzen auffordert, muss ich mich mit Händen und Füssen weigern! Aber die zwei australischen Partygirls Sue und Penny (beide knapp 60) tanzen liebend gerne mit ihm. Penny hat für den Abend eine coole, weissblonde Perücke aufgesetzt. Endlich (für die meisten), werden wir um 22h vom Bus abgeholt und „dürfen“ das überlaute Spektakel verlassen. So wie es aussieht ist damit auch der Präsi „erlöst“, denn er verlässt gleichzeitig mit uns fluchtartig das Gelände. Übrigens wusste er schon, dass einige unserer Männer gestern einen sehr lustigen Abend verbracht haben! Er spricht mich darauf an!
Er erzählt mir auch, dass die 5 Girls der Band normalerAweise in ganz knappen Hotpants auftreten. Aber er habe das verboten, das gebe nur Konflikte mit den Moslems. Er selber ist Christ. Und so tragen die Mädchen heute hautenge Jeans.































