Malaysia: Johor Bahru, Danga Bay Marina, 07.11. - 11.11.2012, Teil 2
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Mittwoch, 7.November 2012: Danga Bay Marina, Johor Bahru

Der Morgen ist angenehm schön und am Nachmittag schüttet es zur Abwechslung wieder einmal, begleitet von Donner und Blitzen.

Abends kommt zufällig Jens von der „Moana“ vorbei und wir laden ihn spontan zu Gschwellti, Käse (leider nur noch sehr bescheidene Auswahl vorhanden) und Salaten ein.

Donnerstag, 8.November 2012: Danga Bay Marina, Johor Bahru

Ein schöner Sonnenmorgen. Den verbringen wir grösstenteils mit Fragen und Herumtelefonieren, wegen des neuen Segels, das wir erwarten..

Das Fräulein im Marinabüro ist sehr hilfsbereit und sucht für mich die Telefonnummern von UPS Malaysia. Unser neues Rollgrosssegel, das wir in Deutschland bestellt haben, sollte am letzten Montag, 5.11.12 per UPS hier ankommen. Bei der „Sendungsverfolgung“ im Internet sehen wir, dass es zwar prima in Malaysia angekommen ist, aber noch einen Abstecher nach China gemacht hat. Jetzt ist es wieder in Malaysia, in Sepang, am Flughafen oder da wo das Formel 1 Rennen ausgetragen wird. Scheinbar ist es dort beim Zoll. Internet geht heute in der Marina überhaupt nicht. Also telefoniere ich herum und erfahre endlich, dass unser Paket beim Zoll durch ist und morgen hier eintreffen soll. Hoffentlich, wir sind nämlich hier noch eines der letzten Schiffe der „sailindonesia“ und möchten auch langsam weiter.

Wir fahren zum „Aeon“, einem riesigen Einkaufscenter und kaufen dort im Supermarkt frisches Obst und Gemüse ein. An der Kasse warten wir ca. 1 Stunde in der Schlange, bis wir endlich dran sind. Von den 22 Kassen sind zwei „normale“ offen und eine „Expresskasse“ und es hat sehr viele Leute. Mit den Einkäufen geht es per Taxi zurück in die Marina. Und siehe da, heute trifft sogar der lange ersehnte Brief mit den neuen Kreditkarten ein. Endlich. Der hat von der Schweiz nach Malaysia vom 22. Oktober bis zum 8. November gebraucht. Aber Hauptsache, er ist angekommen!!

Wir sind kaum auf dem Schiff geht das Blitzen, Donnern und Schütten wieder los. Es ist ein fürchterliches Gewitter mit ohrenbetäubenden Donnerkrachern und grellblendenden Blitzen, das ungefähr 1½ Stunden dauert.

Im Marina Restaurant essen wir eine Pizza und sind dann ganz schnell wieder im Schiff, weil Paul sich nicht wohl fühlt.

Freitag, 9.November 2012: Danga Bay Marina, Johor Bahru

Ein schöner Morgen bricht an. Jetzt sind alle Schiffe von der „sailmalaysia“ weg, nur wir warten noch auf unser Segel. Nachdem ich nochmals mit UPS Malaysia telefoniert habe, gehen wir ins Marinabüro, um den Fräuleins dort zu sagen, dass sie uns sofort anrufen müssen, wenn das Paket kommt. Und tatsächlich, um die Mittagszeit, der Salat steht schon auf dem Tisch, teilt man uns mit, dass das Segel angekommen ist. Wir holen es sofort und essen dann zu Mittag. Leider können wir nicht sofort lossegeln, weil wir auf das Hochwasser warten müssen. Heute Abend um 19h wäre das der Fall, aber mein Skipper weigert sich, mit Recht, im Dunkeln rauszufahren. Also können wir erst morgen früh gegen 8h rausfahren.

Per Bus fahren wir, bei grösster unangenehmer Hitze nochmals in die Stadt Johor Bahru. Ich gehe ins Internet (in der Marina funktioniert überhaupt keins mehr!) und sende den Borneobericht plus die Fotos dazu weg. Danach sind wir wieder einmal in einer der riesigen Shopping Malls, die ich überhaupt nicht mag. Und wenn schon Shopping-Mall, dann nur ohne Mann! Aber wir brauchen neue Druckerpatronen und eine SIM-Karte für den Internetstick. Die möchten wir eigentlich bei „Celcom“ kaufen, aber nachdem wir festgestellt haben, dass hier die Angestellten zwar Englisch sprechen, aber so ein Englisch das ich überhaupt nicht verstehen kann, (ich glaube es ist Chinesisch!), kaufen wir die SIM-Karte bei der Konkurrenz, bei „DiGi“ gleich daneben, und erst noch viel billiger.

Weil Paul Haut und Haare weh tun (vermutlich hat er Fieber) und er sich nicht wohl fühlt, geht es schnell per Bus wieder zurück zur MABUHAY. Unterdessen hat es geregnet, aber wir haben es vor lauter Shopping Mall nicht einmal bemerkt.

Samstag, 10.November 2012: Danga Bay Marina, Johor Bahru

Gegen 6h40 fahren wir bei Hochwasser aus der Marina und den Fluss hinunter in die Malakka Strasse.

Wir hätten hier von Johor Bahru gut Gelegenheit gehabt, per Bus oder Taxi in die Stadt Singapur rüber zu fahren. Aber weil wir schon zweimal dort waren haben wir das nicht gemacht.

Das frühe Aufstehen wird durch einen wunderschönen Sonnenaufgang über der Stadt Johor Bahru entschädigt. Wir sind nicht sehr traurig, diesen Dreckfluss voller Müll zu verlassen. Obwohl es uns in Malaysia sonst ganz gut gefällt. Übrigens liegt Johor Bahru 377 km südlich von Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia.

Jetzt beim Runterfahren haben wir links Singapur und rechts Malaysia. Ein langer, hoher Zaun am Ufer und viele Patrouillenboote schützen Singapur vor ungebetenen Gästen.

Auf dem Fluss treiben Tausende toter Fische und es stinkt erbärmlich. Es hat viele kleine Fischerboote die hier mit Netzen fischen. Mmmm, das müssen ja delikate Fische sein, die sie aus dieser Brühe herausziehen...

Nach etwa 3 Stunden Flussfahrt biegen wir rechts ab, in die Strasse von Malakka. Jetzt ist es schon wieder total bewölkt und bald darauf regnet es kurz.

Übrigens hat man uns versichert, dass es hier keine Piraterie gibt. Den ganzen Nachmittag motoren wir die Strasse von Malakka hinauf, d.h. nordwärts. Mann, da ist ganz schön viel Verkehr und es ist echt spannend. 7000 Schiffe sollen diese Schifffahrtsstrasse jeden Monat befahren. Das sind pro Tag 233 Schiffe.

Wir versuchen immer wieder zu segeln. Manchmal klappt es für eine halbe Stunde, manchmal sogar für eine ganze Stunde.

Die Strasse von Malakka ist eine Meeresstrasse in Südostasien, die die Andamanensee mit dem Südchinesischen Meer und der Javasee verbindet. Sie verläuft zwischen der malaiischen Halbinsel und der Insel Sumatra, hat eine Länge von etwa 800 km und ist meist zwischen 50 und 300 km, an ihrer engsten Stelle jedoch nur 2,8 km breit. Die Durchfahrt hat an ihrer seichtesten Stelle eine Tiefe von ca. 25m.

 

Die wichtigsten Häfen sind Malakka (Melaka) in Malaysia und Singapur. Die Strasse von Malakka ist von grosser Bedeutung für den Welthandel, da sie eine der am stärksten befahrenen Wasserstrassen der Welt ist. Zwischen 20 und 25 % des Welthandels der Seeschifffahrt passieren diese Meerenge. Täglich wird sie von ungefähr 250 Schiffen befahren.

 

Durch den Bau immer grösserer Schiffe könnte sich die Malakkastraße in absehbarer Zeit zu einem Nadelöhr für die Dimensionierung von Schiffen entwickeln. Malakkamaxschiffe, die die Tiefe der Durchfahrt voll ausreizen, sind jedoch erst in Planung.

 

Auch entsprechend ihrer Bedeutung vor allem für den Ölhandel ist sie eine der auch heute noch am stärksten von Piraten heimgesuchten Wasserstrassen. Am 9. Januar 2004 wurde z. B. der Tanker Cherry 201 gekapert. Nach langen Lösegeldverhandlungen wurden vier Seeleute von den Piraten erschossen.

 

Immer wieder gab es Pläne einer direkten Wasser-Verbindung über die Landenge der malaiischen Halbinsel im Süden Thailands, um den Golf von Thailand mit der Andamanensee durch einen schiffbaren Kanal zu verbinden („Kra-Kanal“ beziehungsweise „Thai-Kanal“). Eine solche Verbindung würde den Nutzen der Strasse von Malakka (und den Hafen von Singapur) massiv abwerten und ihre Benutzung zu grossen Teilen entbehrlich machen. Experten schätzen die Baukosten eines solchen Kanals auf bis zu 28 Milliarden Dollar.

Eine gewisse Entlastung der Wasserstrasse wird durch den Bau der chinesischen Erdöl- und Gaspipeline entlang der Seidenstrasse mit dem Knotenpunkt Xinjiang erwartet.

 

Fischereiwirtschaft wird über Jermal-Plattformen betrieben. 

Jermals werden die etwa 1.000 m² großen Fischereiplattformen genannt, von denen ca. 1.700 in der Strasse von Malakka vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra liegen. Sie stehen als Pfahlbauten am Ende einer riesigen Reuse aus Pfählen, die zusammen mit der Meeresströmung Fische unter die Jermals leitet. Viele sind illegal errichtet.

Wie fast das ganze Fischereinwesen so gehört auch die überwiegende Anzahl der Jermals der chinesisch-stämmigen Bevölkerungsgruppe Indonesiens.

Obwohl auch in Indonesien Kinderarbeit verboten ist, besteht der grösste Anteil der Arbeiter auf den Plattformen aus Kindern und Jugendlichen, die dort unter sklavenartigen Bedingungen gehalten werden. Sie können die Plattform meist über Monate nicht verlassen und werden nach Ablauf ihres „Arbeitsvertrages“ erst an Land gebracht, wenn ihre Nachfolger eingearbeitet sind.

P.S. Wir haben diese Jemals gesehen, wissen aber nicht ob das mit der Kinderarbeit stimmt.

Sonntag,11.November 2012: unterwegs nach Port Dickson, Admiral Marina, 150,2 sm

In der Strasse von Malakka ist es sehr spannend, besonders in der Nacht. Wir lassen die dicken Pötte in Ruhe und sie uns auch. So kommen wir problemlos und gut voran. Eigentlich würden wir hier ja nicht nachts durchfahren. Aber wegen dem Paket, auf das wir in der Danga Bay Marina gewartet haben, sind wir spät dran. Und heute Nachmittag um 15h ist in Port Dickson der Empfang für die „sailmalaysia“-Teilnehmer.

Dem Skipper geht es wieder besser. Aber trotzdem stimmt da etwas nicht mit ihm. Inmitten dieser vielen Riesenschiffe bleibt er ganz ruhig und cool. Das ist nicht normal! Erst am Morgen, als um 9h ein Höllengewitter losbricht und wir wieder einmal mitten drin sind, regt er sich mächtig auf...

Wir haben noch 15 sm (ca. 30 km) bis zu unserem Ziel, der Admiral Marina in Port Dickson, an der Westküste von Malaysia, immer noch in der Strasse von Malakka. Es regnet so heftig, dass wir die anderen Schiffe nicht mehr sehen können, und das ist schlecht. Zum Glück fahren hier die Schiffe schön geordnet, auf einer Spur nordwärts, wie wir, auf der anderen Spur südwärts nach Singapur.

Punkt 13h machen wir die Leinen am Platz D3 in der sehr schönen Admiral Marina in Port Dickson fest. Die Marina ist schon sehr gut besetzt, da wir ja eines der letzten Schiffe sind die eintrudeln.

Wir haben 150,2 sm zurückgelegt, die meisten davon unter Motor.

Um 15 h findet der Empfang für uns statt. Draussen ist es heiss wie in der Hölle, drinnen im Saal ist es tiefkühlmässig. Es gibt ein Büffet mit sehr vielen guten Sachen, Hauptspeisen und Dessert. Dazu Wasser, Kaffee und Tee. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir auf dem Schiff kein Mittagessen gegessen.

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