Malaysia: Malakka und Kuala Lumpur 12.11. - 13.11.2012, Teil 1
1 View
 

Montag, 12.November 2012: Port Dickson, Admiral Marina

In der Nacht geht ein Gewitter nieder und wir müssen aufstehen um alle Löcher dicht zu machen.

Um 9h fahren wir mit drei Bussen auf der Autobahn nach Malakka. Die Autobahn ist blitzsauber, kein Papierschnipselchen oder sonstiger Müll am Strassenrand zu entdecken. Unterwegs sehen wir kilometerweit nur Palmölplantagen. Links und rechts der Strasse alles nur Ölpalmen. Und überall frisch gerodetes Land für neue Plantagen.

 

 

Palmöl (auch: Palmfett) wird aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte gewonnen. Die Früchte werden sterilisiert und gepresst, dabei entsteht das rohe Palmöl. Früchte und Öl haben wegen ihres hohen Carotingehaltes eine orangerote Färbung, die bei der Raffination entfernt wird. Reines und frisches Palmöl hat einen spezifischen Veilchengeruch, einen süsslichen, angenehmen Geschmack und ist von klarer und heller Farbe. Kommerzielles Öl ist aber aufgrund weniger sorgfältig ausgeführter Präparationsmethoden zumeist trüb und gefärbt. Auch bekommt das Öl durch Alterung eine zunehmende Trübung und einen intensiveren Geruch. . Der Schmelzbereich von Palmöl liegt, zwischen 27 und 45 °C.

 

Palmkernöl wird aus den Kernen der Ölfrüchte gewonnen. Die Kerne werden getrocknet, gemahlen und dann gepresst. Das Palmkernöl gehört wie das Kokosöl zu den Laurinölen, d. h. es enthält einen grossen Anteil (bis zu 80 %) der gesättigten Fettsäure Laurinsäure in gebundener Form. Es gehört zu den festen Pflanzenfetten.

Das rohe Öl ist gelblich-bräunlich, nach der Raffination erhält man ein fast weisses bis leicht gelbliches Fett. Palmkernöl ist bei Raumtemperatur fest, der Schmelzbereich liegt zwischen 23 und 30 °C. Bei Körpertemperatur schmilzt es dann jedoch rasch ab und hinterlässt dabei einen angenehmen Kühleffekt. Es wird daher gern in Kakaoglasuren, Eiskonfekt und Eiscremeüberzügen und kühlschmelzenden Schokoladenfüllungen eingesetzt. Durch verschiedene Modifikationsverfahren lassen sich aus dem Palmkernöl hochwertige Spezialfette für die Süsswarenindustrie herstellen.

Palmkernöl findet ausserdem Verwendung als feste Komponente bei der Margarineherstellung. Im grossen Umfang dient es auch zur Herstellung von oleochemischen Zwischenprodukten, die in der Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie eingesetzt werden. Auch in der Aluminiumindustrie findet es Verwendung.

 

Mit 30 Prozent Marktanteil ist Palmöl vor Sojaöl das wichtigste Pflanzenöl der Welt. Die Weltproduktion von Palmöl stieg in den letzten Jahren zum Teil über 15 % im Jahr. 2009 wurden weltweit 46 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Zum Vergleich: 2001 waren es noch 25,6 Millionen Tonnen.

Die wichtigsten Anbauländer für Ölpalmen sind Malaysia und Indonesien mit zusammen über 85 % der Weltproduktion. Allein Indonesien steigerte seine Produktion seit 2002/03 um 66 % und überholte im Wirtschaftsjahr 2005/06 den Marktführer Malaysia.

Damit liegt Indonesiens Weltmarktanteil bei 44 % und Malaysia bei 43 %. Andere Produktionsländer wie Kolumbien, Nigeria und Thailand liegen mit jeweils etwa 800.000 Tonnen pro Jahr bei jeweils 2 %.

 

Die weltweit grösste Handelsgesellschaft für Palmöl ist Wilmar International. Die Hauptabnehmer für Palmöl befinden sich vor allem in Europa und Asien. Dabei stellt Indien vor der Europäischen Union, China und Pakistan den wichtigsten Importeur dar. Vor allem in China und Indien nahm die Nutzung als Lebensmittel sehr stark zu, allein im Jahr 2006/07 steigerte sie sich um 4,5 % bzw. 1,2 Millionen Tonnen. Dagegen stieg die industrielle Nutzung vor allem durch die Herstellung von Biodiesel um 8,9 % bzw. 710.000 Tonnen.

 

2009 werden weltweit etwa 90 % der Palmölproduktion für Nahrungsmittel verwendet und die verbleibenden 10 % für Nicht-Nahrungszwecke wie Reinigungsmittel, Kosmetika und in der oleochemischen Industrie. Nur etwa 5 % werden für Biokraftstoffe verwendet.

 

Palmöl und Palmkernöl wird zum grössten Teil im Bereich der Ernährung eingesetzt. Dabei wird Palmöl aufgrund seiner ausgezeichneten Hitze- und Oxidationsstabilität vor allem in Asien und Afrika als Speisefett zum Kochen, Braten und Frittieren eingesetzt. Ausserdem wird es international für die Herstellung von Backwaren, Margarine und Süsswaren verwendet. Es eignet sich entsprechend gut zum Erhitzen (Braten), da darin kaum mehrfach ungesättigte Fettsäurereste gebunden enthalten sind, die sich beim Erhitzen in die physiologisch bedenklichen trans-Fettsäurereste umlagern können. Rotes (unraffiniertes) Palmöl enthält eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Carotinen und Vitamin E. Bereits ein Esslöffel rotes Palmöl enthält mehr als die empfohlene Tagesaufnahme von Vitamin A, beta-Carotin und Vitamin E.

Palmkernöl findet ebenfalls zu einem grossen Anteil Verwendung bei der Herstellung von Margarine, der es einen butterähnlichen Geschmack verleiht.

130 km oder 1½ Stunden später erreichen wir die Stadt Malakka. Ein Guide steigt in den Bus und erklärt uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. In Chinatown steigen wir aus dem Bus und machen zu Fuss eine Rundwanderung. Hier in Chinatown befinden sich mehrere chinesische Tempel, die besucht werden können, unter anderem der 1645 gegründete Cheng Hoon Teng-Tempel, der angeblich der älteste chinesische Tempel in Malaysia ist. Bei einem chinesischen Schuhmacher sehen wir wie früher die Füsse der Chinesinnen gewaltsam klein sein mussten und in winzige Schühchen gezwängt wurden. Der Schuhmacher stellt in Handarbeit solche Schuhe her und verkauft sie als Souvenirs.

Nach diversen Tempeln und Moscheen die wir besuchen, bekommen wir eine Stunde frei. Mit Jaqueline und Peter (AHU aus Österreich) und Gisela und Peter (Te Apiti aus der Schweiz) essen wir in einem China Lokal Chicken und Riceballs (Reiskugeln). Das ist eine Spezialität hier in Malakka. Die Portion ist zwar nicht auf hungrige Europäer zugeschnitten, aber alles ist sehr gut. Vor dem Eingang des Restaurants hat sich eine lange Kolonne gebildet, die alle hier essen wollen.

Am Nachmittag geht die Besichtigungstour zu Fuss weiter. Anschliessend haben wir zwei Stunden frei. Paul geht mit Jens auf die Suche nach einem Ersatzteil für das Schiff von Jens und anschliessend, weil sie nicht fündig werden, im Hotel ALDY ein Bier trinken.

Ich will endlich mal in Ruhe shoppen, kaufe aber ausser einem paar Sandalen mit 70 % Rabatt (anstatt 109 Ringgit, nur noch 32.50 Ringgit) und einem Kaffee gar nichts. Aber schauen konnte ich nach Herzenslust!!! Um 16h ist wieder Treffen und jetzt fahren wir per Bus zu einer künstlichen Insel, die hier aufgeschüttet wurde. Das ist ein totaler Wahnsinn. Die ganze Insel wird mit Wohn- oder Bürohäusern vollgestellt, die totale Bauwut! Und das Allerbeste, am Ende der Insel hat es eine wunderbare Moschee, die ins Wasser gebaut ist. Nachdem wir ewig im Stau festgesteckt sind, sind wir endlich gegen 19h30 wieder zurück in der Marina . Unterwegs regnet es.

Malakka (dt.), Melaka (malaiisch) oder Malacca (engl.) ist eine Küstenstadt auf der malaiischen Halbinsel im Westteil Malaysias.

Heute hat die Stadt ungefähr 370.000 Einwohner. Der Hafen spielt nur noch für die Küstenschifffahrt eine Rolle, da er für Überseeschiffe nicht genügend Tiefgang aufweist.

 

Malakka liegt an der Westküste Malaysias, etwa 200 km nordwestlich vom heutigen Singapur, an der so genannten Strasse von Malakka zwischen der malaiischen Halbinsel und der Insel Sumatra. Diese Meerenge war von jeher zwingende Durchfahrt für die Handelsschifffahrt von Indien nach China. Nach Schätzungen aus dem Jahr 2006 passieren heute täglich ca. 200 Containerschiffe diese Schlagader des Welthandels.

 

Malakka bietet einen natürlichen Hafen, der von einem Ring kleiner Insel vor Stürmen geschützt ist. Ein Süsswasserfluss teilt die Stadt in zwei Hälften. Die Umgebung von Malakka war einst von tropischem Regenwald bedeckt, der heute jedoch Plantagenwirtschaft gewichen ist. Im Hinterland von Malakka finden sich des Weiteren reiche Vorkommen an Zinn.

 

Ursprünglich wurde Malakka von den Chinesen als Sammel- und Umschlagplatz für Gewürze (insbesondere Pfeffer) von den Molukken gegründet. Aufgrund seiner günstigen Lage entwickelte es sich jedoch schnell zu einem florierenden Handelshafen, in dem Araber, Inder und Chinesen ihre Waren tauschten. Bis ins 15. Jahrhundert blieb die Stadt quasi eine chinesische Kolonie und somit eine Art Brückenkopf der Chinesen zum Indischen Ozean.

 

Im 15. und 16. Jahrhundert war Malakka Sitz eines malaiischen Sultans. Der Gründer des Sultanats Malakka war Paramesvara (reg. 1402/1414-24), ein von den Chinesen geförderter Hindufürst, der nach Malakka geflüchtet war. Er heiratete die Tochter des "Sultan"s von Pasai, trat 1414 zum Islam über und markiert - allgemein gesehen - den Beginn der islamischen Geschichtsschreibung Südostasiens.

Von 1511 bis 1641 stand Malakka unter portugiesischer, dann mit einigen Unterbrechungen bis 1824 unter holländischer Herrschaft. Bis zur Unabhängigkeit im Jahre 1957 gehörte die Stadt wie die gesamte malaiische Halbinsel zum britischen Kolonialreich.

 

Die Stadt Malakka ist bei Touristen sehr beliebt, da sie im Vergleich zu anderen malaysischen Städten recht sauber und sicher ist und zudem einige touristische Attraktionen zu bieten hat.

Sehenswert ist die Altstadt aus holländischer Kolonialzeit. Dort befindet sich auf dem sogenannen Roten Platz die rotweiße Kirche (Christ Church), die heute der Anglikanischen Kirche zugehört. Sie wurde um das Jahr 1750 erbaut. In nächster Nähe zur Christ Church befindet sich das ehemalige Rathaus (Stadthuys) Malakkas. In dem um 1650 erbauten Gebäude befindet sich heute das Historische Museum, das - neben der Darstellung historisch-malaiischer Lebensweise - eine beeindruckende (und westlichen Sichtweisen entgegengesetzte) Version der Kolonisierung erzählt.

Malakka verfügt über ein sehr gut erhaltenes Chinatown, in dem noch viele alte chinesische Gebäude zu sehen sind.

Dienstag, 13.November 2012: Port Dickson, Admiral Marina

In der Nacht gab es wieder mal Blitz, Donner und Regen. Heute ist ein Feiertag, Deepawali, das indische Lichterfest. Aber leider merken wir nicht viel davon.

Die Admiral Marina ist sehr schön. Wenn man von den Stegen ins Gebäude rein will, muss man durch eine Art Gartentür hindurch. Dort steht ein junger Mann in einer hübschen Uniform, mit rotem Pompon auf der Mütze und macht jedem das Tor auf. Meistens trägt er dazu weisse Handschuhe. Wenn man sich bei ihm bedankt, hält er seine rechte Hand über das Herz und verbeugt sich. Mir ist das jedesmal enorm peinlich, ihn zu bemühen, nur weil ich schnell mal zur Toilette will. Ich komme mir vor wie zur Kolonialzeit.

Am Nachmittag, nach einer heftigen Regenschütte, kommen Swen und Jens und helfen Paul beim Herunternehmen des alten und beim Montieren des neuen Segels. Peter von der AHU kommt auch noch dazu und hilft. Das dauert ca. 2 Stunden und am Schluss ist Paul total frustriert. Das Segel scheint nicht zu passen, es ist zu lang.

Und weil es schon so spät ist, essen wir in der Marinabar etwas zu Abend. Das Essen ist gut und auch genug. Die Zweifrau-und Einmann-Band macht sehr schöne Musik, aber man kann kein Wort wechseln, sie ist viel zu laut. Also verlassen wir die Bar nach dem Essen, um 21h, fluchtartig und ziehen uns auf die MABUHAY zurück. Allerdings ist hier die Musik auch noch zu hören und bis um 01h schlafen wir beide nicht.

Kommentare
()
Einen neuen Kommentar hinzufügenEine neue Antwort hinzufügen
Ich stimme zu, dass meine Angaben gespeichert und verarbeitet werden dürfen gemäß der Datenschutzerklärung.*
Abbrechen
Antwort abschicken
Kommentar abschicken
Weitere laden