Freitag, 27.Juli 2018: 57.Tag, Nusnäs – Falun, 89,5 km
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Gestern Abend lernen wir noch die Berner Annemarie und Hans kennen. Wir unterhalten uns lange mit ihnen, vor allem über die Camperei. Paul und ich machen noch einen Minispaziergang zum „Festplats“ wo heute Abend ein Konzert der „CASANOVAS“ stattfindet. Heute morgen ist wieder ein wunderbar sonniger Tag, 24° um 10h. Wir verabschieden uns von den beiden Bernern und fahren um 10h30 los nach Falun. Im COOP in Rättvik machen wir einen Einkauf. Irgendwo muss dieses Wochenende ein Treffen der alten Amiautos sein. Wir sehen massenhaft solche riesigen Karren, die uns entgegenkommen. Die meisten sind wunderschön auf Hochglanz poliert. Paul bekommt jedesmal glänzende Augen, wenn ein Mustang vorbeidonnert. Um 13h sind wir in der Kupfergrube in Falun. Um 14h15 findet eine Führung in die Mine statt, An der wir teilnehmen. Kosten: 200 Schwedische Kronen für Grufties, für die anderen 230 SEK. Parkplatz 20 SEK. Mit diesem Ticket darf man aber auch das Minenmuseum besuchen und auch eine Führung auf dem Gelände mitmachen. Wir bekommen einen orangen Helm und einen orangen Umhang und dann laufen wir mit dem Englischsprechenden Guide -zig Treppenstufen hinunter bis in 67 m Tiefe durch die Minengänge. Das ist schon ganz eindrücklich, wenn man sieht, wie hier tief in den Felsen nach Kupfer gegraben wurde.

Falun ist berühmt für seine Bergwerke, die zusammen mit den Arbeitervierteln und der Industrielandschaft zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Das Bergwerk von Falun (schwedisch Falu gruva) war ein schwedisches Bergwerk von historischer Bedeutung nahe dem Ort Falun, das 1992 geschlossen wurde.

Der Abbau von Kupfer begann wahrscheinlich im 9. Jahrhundert und ist seit dem 13. Jahrhundert urkundlich belegt. Die Blütezeit des Bergwerkes war im 17. Jahrhundert, als das Bergwerk von Falun für zwei Drittel der weltweiten Kupferproduktion stand. Aber nicht nur Kupfer wurde gewonnen, das Bergwerk war zu dieser Zeit auch der grösste Gold- und der zweitgrösste Silberproduzent Schwedens.

Da der Abbau ziemlich planlos betrieben wurde, kam es immer wieder zu Einstürzen, und 1687 stürzte ein grosser Teil der Grube ein. Glücklicherweise geschah das genau zu Mittsommer, einem der grössten schwedischen Feste, so dass niemand ums Leben kam. Die Pinge Stora Stöten (der Krater der eingestürzten Grube) ist heute100 m tief und 350 m breit.

Im 18. Jahrhundert verlor das Bergwerk an Bedeutung, blieb aber bis weit in das 19. Jahrhundert ein wichtiger Kupferproduzent. Im 20. Jahrhundert wurde zwar weiter Bergbau betrieben, aber das geförderte Erz bestand nun aus Schwefel (30 %), Zink (5,5 %), Blei (2 %) und nur 0,4 % Kupfer sowie einem kleinen Anteil Gold und Silber.

Heute ist das Bergwerk Museum und seit 2001 ein Teil des Weltkulturerbes Falun-Kopparbergslagen.

Nebenprodukte des Bergbaus sind das rote Farbpigment Falunrot, das zu Schwedens Nationalfarbe wurde und noch immer produziert wird, sowie die Wurst Falukorv.

Nach dem Besuch der Grube fahren wir in die Stadt Falun und suchen eine Wäscherei. Dank den netten Frauen beim Ticketschalter der Kupfermine finden wir auch tatsächlich eine. Wir dürfen eine Maschine Wäsche waschen, können sie aber nicht trocknen lassen. Es ist zu spät, der Laden schliesst um 18h. Wir verbringen die Stunde, in der die Wäsche gewaschen wird in der Stadt. Zuerst muss für mich eine neue Sonnenbrille her, meine aus Kapstadt ist leider zerbrochen. Danach sitzen wir gemütlich in einem Gartenrestaurant und trinken etwas Kühles. Es ist nämlich jetzt 30° heiss. Wir holen um 17h30 die nasse Wäsche ab und fahren damit ca. 7 km aus der Stadt an einen kleinen See, wo wir direkt am Wasser einen wunderbaren Platz finden. Paul spannt sofort eine Wäscheleine auf und nach knapp einer Stunde, die wir nutzen um im See zu baden, sind die ersten Wäschestücke schon trocken. Super!

grosse Wäsche
am See
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