Thailand: Unterwegs nach Nord-Thailand, 01.11. - 07.11 2013, Teil 1
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Freitag, 1.November 2013: Krabi

Um 17h kommen wir, nach einer sehr langen Reise von Basel über Paris und Singapur, auf der MABUHAY in der Krabi Boat Lagoon Marina, in Thailand, an. In Singapur haben wir ein Mal in Chinatown übernachtet. Bei der Immigration am Flughafen in Krabi ist es enorm mühsam. Es dauert über eine Stunde, bis wir den Stempel für einen Monat Aufenthalt in Thailand in den Pässen haben.

Auf der MABUHAY scheint auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Nur im Cockpit finden wir die Böhnchen einer Maus. Ein T-Shirt und eine kurze Hose von Paul, die wir, weil sie bei der Abreise im April noch feucht war, über dem Lenkrad hatten liegen lassen, sind angefressen, haben ganz zünftige Löcher.

Das Bimini, das blaue Verdeck über dem Cockpit, ist ausserdem total verschimmelt, zum Wegschmeissen!

Im Inneren des Schiffes ist nur ganz wenig Schimmel und wir sind echt froh, war die Kakerlake, die wir bei unserer Abreise im Schiff eingesperrt hatten, nicht schwanger!!!

Samstag, 2.November 2013: Krabi, sonnig

Wir haben den Jetlag! Mitten in der Nacht sind wir hellwach und können nicht mehr einschlafen. Wir haben jetzt zur Schweiz eine Zeitverschiebung von plus 6 Stunden.

Wir treffen überraschend auf die „Persian Sands“, dem australischen Katamaran von Penny und Peter. Juhuuu, Freude herrscht! Wir waren doch zusammen in Borneo bei den Orang Utans. Wir werden sofort zum Kaffee auf den Katamaran eingeladen. Ahhh, hier ist es herrlich gekühlt mit der Air Condition! Dorne und zwei weitere Gäste sind aus Australien zu Besuch.

Zurück auf der MABUHAY putzen wir den gröbsten Dreck von Bord und ich schreibe die ersten Lebenszeichen-Meldungs-Mails nach Hause. Im Schiff herrscht ein gewaltiges Chaos von den mitgebrachten und ausgepackten Sachen. Aber die räumen wir später weg. Jetzt ist es viel zu heiss dazu.

Am Abend sitzen wir alle bei Gai, der Frau eines Marineros, die hier in der Marina ein kleines Lädchen und ein winziges Restauräntchen (sie hat eine (1!) Kochplatte für den Wok), betreibt. Es geht lustig zu und her. Nach ein paar Bieren wechseln wir den Ort und gehen ins Marina-Restaurant vom Schotten Marc zum Abendessen.

Sonntag, 3.November 2013: Krabi, bewölkt

Wir räumen und putzen herum. Das Chaos ist immer noch gross, aber langsam, ganz langsam wird eins nach dem anderen versorgt.

 

Montag, 4.November 2013: Krabi, sonnig, gegen Abend kurze Schütte

Mit einem ausgeliehenen Motorrad fahren wir mit Helmen, die nicht passen und kurzen Hosen, nach Nua Khlong, Bustickets nach Bangkok besorgen. Das Motorradfahren gelingt, nach kurzen Anfangsschwierigkeiten wegen des Linksfahrens, ganz gut. In Nua Khlong kaufen wir mit Händen und Füssen gestikulierend die Tickets für den morgigen 8-Uhr-Bus. Ob das wohl klappen wird mit dem von der Marina für uns bestellten Taxi?

Wir handeln mit Ricardo, dem Italiener, der schon 18 Jahre in Thailand wohnt, einen Pauschalpreis aus. Wir geben ihm den Auftrag, in unserer Abwesenheit, mit seinen Männern die MABUHAY zu polieren und den dunkelblauen, etwa 10cm breiten Strich unten am Schiff neu zu spritzen, und zwar wieder dunkelblau.

Dienstag, 5.November 2013: Krabi-Bangkok

Wir haben wieder kaum geschlafen (Jetlag). Punkt 7h werden wir vom Taxi abgeholt und zum Busterminal von Krabi gebracht. Genau so pünktlich, um 8h, fährt der Bus nach Bangkok ab. Wir haben die Plätze 1 und 2 im oberen Stock des Busses. Aber zu unserer grossen Enttäuschung ist an der Vorderscheibe ein Vorhang zugezogen, so dass wir nur seitlich rausschauen können. Direkt vor unseren Augen befindet sich ein Bildschirm und ununterbrochen laufen Soaps und ein unendlich blöder Brutalofilm auf Höllenlautstärke. Am Anfang ist der Bus tiefgekühlt, was aber später besser wird. Nach 12½ Stunden, mit nur 2 Stopps, kommen wir in Bangkok beim Busterminal an. Per Taxi suchen wir ein Hotel. Der Fahrer kurvt über eine Stunde lang mit uns herum, bis wir endlich im „Hotel Sapphirtel Inn“, an der Si Lom Road, ein Zimmer finden. (1000 Bath, ohne Frühstück, ca. 30 Sfr.). Um 22h30 gibt es endlich die von Paul so heiss ersehnte Nudelsuppe bei einer Strassenküche. Ich nehme Nudeln mit Gemüse und Schweinestückchen.

Im Hotel funktioniert die Dusche in unserem Zimmer Nr. 404 nicht.

Bangkok (wörtlich übersetzt „Dorf im Pflaumenhain“, thailändisch offiziell Krung Thep Mahanakhon, (kurz Krung Thep– meist übersetzt mit „Stadt der Engel“) ist seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand. Es hat den Status einer Provinz und wird von einem Gouverneur regiert. Die Hauptstadt hat 8,249 Millionen Einwohner (2010). Sie ist die mit Abstand grösste Stadt des Landes. In der Bangkok Metropolitan Region, leben insgesamt 14,566 Millionen Menschen (2010).

Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Thailands mit Universitäten, Hochschulen, Palästen und über 400 Wats (buddhistische Tempelanlagen und Klöster) sowie wichtigster Verkehrsknotenpunkt des Landes.

Der Zeitunterschied zu Mitteleuropa beträgt +6 Stunden im Winter und +5 Stunden im Sommer, da es in Thailand keine Sommerzeit gibt. In Thailand wird links gefahren.

 

Der Wahlspruch von Bangkok lautet:

Hilf den Unterprivilegierten,

Beende die Luftverschmutzung,

Löse die grossen Verkehrsprobleme,

Jeder in der Stadt ist freundlich.“

Mittwoch, 6.November 2013: Bangkok

Mit einem TukTuk wollen wir zur Myanmar Botschaft fahren. Der TukTuk-Fahrer sagt uns, da müssten wir viel zu lange warten und bringt uns zu einem Reisebüro. Die sagen, für ein Myanmar-Visum müssten wir zur Botschaft. Wir fahren zu einem anderen Reisebüro. Hier sagt der Angestellte uns, dass die Botschaft für das Visum ein Flugticket hin- und zurück, sehen wolle, sonst gäbe es kein Visum für Myanmar. Man könne nur per Flug nach Myanmar ein-und ausreisen. Ich hatte mich wahnsinnig auf Myanmar gefreut. Aber wenn die so kompliziert tun und uns nicht wollen, reisen wir halt nicht nach Myanmar und dieser Plan ist also hiermit (vorläufig) gestorben! Der nette Mann der uns berät, stellt sich als Schweizer Willy Lattmann aus Moutier heraus. Er hat 10 Jahre in Biel gelebt und wohnt schon seit 32 Jahren in Bangkok. Er berät uns für unsere Weiterreise, also buchen wir bei ihm einen 2-Tagesausflug zur Brücke am River Kwai in Kanchanaburi und von dort direkt nach Ayutthaya. Dort werden wir dann selber weiter sehen. Ausserdem buchen wir bei Willy noch den Rückflug von Laos nach Bangkok.

Unser TukTuk-Fahrer hat so lange auf uns gewartet. Nun bringt er uns zurück zu unserem Hotel. Vorher aber macht er noch Stopps bei einer Schneiderei für Seidenhemden und bei einem Schmuckladen mit lauter Diamanten. Wow! Da hätte es schon ein paar tolle Sachen!!! Nun bringt uns der Fahrer noch an den Fluss Chao Phraya, wo wir eine Stunde lang mit einem Langboot den Fluss hinauf und hinunter fahren. Der TukTuk-Fahrer kostet uns lächerliche 20 Bath (ca. 60 Rappen). Er bekommt aber von jedem Shop, wo er uns hinbringt irgendwelche Gutscheine. Zurück in unserem Hotel bekommen wir das Zimmer Nr. 409, wo die Dusche funktioniert.

Zum Mittagessen gibt es einen Apfel und ein paar Pampelmousenschnitze.

Später am Nachmittag lässt sich Paul die Haare für 150 Bath (ca. 4.50 Sfr.) schneiden. Die Coiffeuse massiert ihm auch noch unverlangt den Rücken und danach hat er eine ganze Woche lang Muskelschmerzen.

Wir laufen überall herum und suchen einen Computerladen. Mein ACER-Läptöpli braucht dringendst einen neuen Akku, aber wir werden nicht fündig. Hier an der Si Lom Road hat es nur lauter Diamantenläden. Vor der Myanmar Botschaft sehen wir eine sehr lange Kolonne von Visa-Wartenden. Ich bin immer noch enttäuscht wegen Myanmar!

Zum Abendessen, am gleichen Ort wie gestern, weil es so gut war, Nudelsuppe, Reis mit Gemüse und Huhnstücklein. Wir hören über eine Stunde lang immer den gleichen Song von einer CD: „oh-oho-oh many, many, watch my home!“ Ist es ein Lied oder ein Gebet? Wir wissen es nicht.

Donnerstag, 7.November 2013: Bangkok – Kanchanaburi, ganzer Tag bewölkt

Es ist 6h30 als wir mit einem Minibus beim Hotel abgeholt werden. Wir sind 10 Personen, die in 2½ Stunden nach Kanchanaburi chauffiert werden. Während der Fahrt läuft ein Film.

 

Kanchanaburi ist die Hauptstadt der Provinz Kanchanaburi im Westen der Zentralregion von Thailand.

Kanchanaburi liegt am Zusammenfluss des Maenam Khwae Noi (Kleiner Nebenfluss) mit dem Maenam Khwae Yai (Grosser Nebenfluss), der ab da wieder Maenam Mae Klong heisst. Die Stadt ist etwa 130 km von der Hauptstadt Bangkok entfernt.

Die Stadt und das nahe Umland leben auch gut vom touristischen Angebot. Einerseits trägt die wunderbare Landschaft, andererseits der weltberühmte Roman bzw. der Film „Die Brücke am Kwai“ dazu bei. Ausserdem kommen viele Hauptstädter für einen Kurzurlaub hierher, um auszuspannen oder sich auf den Discobooten des Maenam Kwai zu amüsieren.

 

Zuerst besuchen wir den Kriegsfriedhof. 6900 tote Soldaten, von den Alliierten aus dem 2.Weltkrieg, liegen hier. Alles nur junge Männer, kaum einer über 30. 

 

Der Kwae Yai „Grosser Nebenfluss“, weltbekannt unter River Kwai, ist ein Fluss im westlichen Teil Zentralthailands nahe der Grenze zu Myanmar (früher Birma).

Hier wurden australische, niederländische und britische Kriegsgefangene von den Japanern gezwungen, zwei parallele Brücken über den Fluss zu bauen, um die sogenannte „Burma Railway“ – auch „Death Railway“ (Todeseisenbahn) genannt, eine durchgehende Linie von Bangkok in Thailand nach Rangun in Birma zur logistischen Unterstützung der japanischen Besetzung Birmas zu vervollständigen. Die eine Brücke war behelfsmässig aus Holz, die andere aus Beton und Stahl konstruiert. Die letztere existiert noch heute.

Die "Brücke am Kwai" ist ein Spielfilm von David Lean aus dem Jahre 1957, der auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle basiert. Gedreht wurde in Sri Lanka und Grossbritannien.

Zum Teil weichen Roman und Film jedoch voneinander ab.

Dieser Film porträtiert eine Gruppe britischer Kriegsgefangener in einem japanischen Kriegsgefangenenlager in Burma, die gezwungen werden, eine hölzerne Eisenbahnbrücke über den River Kwai zu errichten. Der Kommandeur des gefangen genommenen Bataillons, der britische Offizier Nicholson, (gespielt von Alec Guiness) widersetzt sich anfangs dem Befehl, dass auch die Offiziere mitarbeiten müssen. Er beruft sich auf die zweite Genfer Konvention von 1929, die Japan allerdings nicht unterschrieben hatte.

Der japanische Lagerkommandant Saito droht mit Repressionen, da er die Verantwortung für die pünktliche Fertigstellung der Brücke trägt. Nicholson bemüht sich darum, dass seine Soldaten bei diesen unmenschlichen Bedingungen ihren Stolz und ihre Würde behalten und sich nicht wie einfache Sklavenarbeiter von den japanischen Bewachern erniedrigen lassen. Er will Saito die Überlegenheit der britischen Soldaten beweisen, indem er eine technisch aufwendigere Brücke in kürzerer Zeit errichtet, obwohl er sich bewusst sein muss, damit dem Feind zu helfen. Nicholson setzt sich schliesslich durch und die Offiziere werden von der schweren körperlichen Arbeit befreit. Die Aufgabe treibt die Soldaten zu Höchstleistungen und die Brücke wird doch noch rechtzeitig fertig. Saito muss nach der Fertigstellung indirekt die Überlegenheit der Gefangenen eingestehen.

Parallel dazu ist Commander Shears aus dem Gefängnislager geflohen. Nachdem er von den Einwohnern gepflegt wurde und sich erholt hat, wird er aber sofort wieder rekrutiert, um bei der Sprengung der Brücke mitzuhelfen, da er besondere Kenntnisse über das dortige Gebiet hat.

Die Handlung des Films endet (im Unterschied zum Buch) mit der Zerstörung der erbauten Holzbrücke durch die Alliierten, welche Nicholson zu verhindern sucht, weil die Brücke für ihn mehr geworden ist als eine Brücke für den Feind: Für ihn ist sie ein Symbol des Widerstandes und des Überlebenswillens seiner Soldaten.

 

Historischer Bezug

Tatsächlich wurden in Kanchanaburi, 111 km WNW von Bangkok, Kriegsgefangene zum Bau von zwei Brücken gezwungen. Zuerst wurde eine Holzbrücke errichtet und fünf Monate später zusätzlich eine stählerne Brücke. Beide wurden durch die Alliierten zerstört, die Holzbrücke zuerst. Die Stahlbrücke wurde 1946 von einer japanischen Firma wiederaufgebaut. 1971 wurde sie instand gesetzt; sie ist heute noch in Betrieb (♁14° 2′ 27″ N, 99° 30′ 13″ O).

 

Wir fahren mit dem Zug über die River Kwai Brücke und etwa 1½ Stunden über Land. Wir sitzen auf Holzbänken.

Der fruchtbare, flache Boden der Gegend wird intensiv genutzt: Hauptprodukte sind neben dem obligatorischen Reis, Zuckerrohr, Maniok, Mais, Tabak und Baumwolle.

In der bergigen Landschaft westlich und nördlich nahe der Grenze zu Myanmar, gibt es zahlreiche ergiebige Edelsteinminen. Hier findet man Saphire und Spinell.

Bei einer Bahnstation steigen wir wieder in den Minibus um. Dieser bringt uns an den Fluss, den „kleinen River Kwai“ wo wir auf einem schwimmenden Restaurant zu Mittag essen. Sehr basal, aber das Essen ist gut. Reis mit Gemüse und Hühnerstücklein.

Am Nachmittag geht die Fahrt im Minibus zum „Tigertempel“. Viele sehr schläfrige Tiger sind an Ketten in einer Art Arena festgemacht. Man kann sich mit ihnen fotografieren lassen. Paul will nicht, er findet das absolut nicht tiergerecht. Und eigentlich ist es wirklich eher traurig. Es hat auch Wasserbüffel, Wildschweine, Bären, Ziegen, Rehe und einen Vogelkäfig. Alles sehr basal! Wir würden diesen „Tigertempel“ nie mehr besuchen!

Jetzt geht es weiter zum Sokojnoy Wasserfall. Auf dem Parkplatz stehen 5 riesige Busse voller Russen. Am und unter dem Wasserfall tummeln sich “Tausende“ von Russen, die sich mit allerlei Faxen gegenseitig fotografieren. Das Abendessen gibt es wieder (ohne Russen) auf dem Fluss, im schwimmenden Restaurant. Reis ....gut!

Dann fahren wir mit einem Langboot etwa 10 Minuten den Fluss hinauf zu unserem Nachtquartier auf Stelzen im Fluss. Wir duschen und quatschen dann noch bei einem Bier auf dem Floss mit einem Deutschen Paar, bis uns die Mücken auffressen wollen.

Um 20h sind wir im Bett. Die Wände sind sehr dünn, man hört alles vom Zimmer nebenan...

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