Malaysia: Mit Krücken wieder auf der MABUHAY, 20.12. 2014- 31.12.2014, Teil 1
1 View

Samstag, 20.Dezember 2014: Rebak Marina, Langkawi

Wir haben sehr schlecht geschlafen! Heiss und Mücken!!! Ich lasse den Tag gemütlich angehen. Paul hat es hingegen eher streng. Er geht in der Marina-Waschmaschine Wäsche waschen. Das hat er in meiner Abwesenheit schon einmal geübt. Das ist hier gar nicht so einfach, sind die 3 Waschmaschinen doch ständig besetzt und man muss Wache halten, um auch endlich mal dranzukommen. Getrocknet wird im Trockner, weil heute das Wetter nicht so optimal ist, Regen ist angesagt. Am Nachmittag schaffen wir beide es, mit vereinten Kräften, das neue AIS (Automatic Identification System) zu programmieren. Weil das Alfred, den Schweizer aus Guggisberg auch interessiert, kommt er und will wissen, wie wir das angestellt haben und wo wir das AIS gekauft haben. Gegen Abend regnet es.

Sonntag, 21.Dezember 2014: Rebak Marina, Langkawi

Es ist bewölkt, aber schwülheiss. Heute ist Dinghyschrubben angesagt. Ich bin schon wieder voll drin und muss über die Winsch das Dinghy vom Schiff auf den Steg kurbeln, (wenn das mein Dr. Feng Shui, der mich operiert hat, sehen würde!!!) damit es Paul auf dem Steg schrubben kann. Und weil er schon am Schrubben ist, kommen auch die Solarpaneele und die rote Reisetasche mit dem Dreck aus Nepal dran. Alles wird blitzblank. Den ganzen Nachmittag und Abend regnet es immer wieder, zum Teil sehr heftig.

Montag, 22.Dezember 2014: Rebak Marina, Langkawi

Auch heute regnet es am Morgen immer wieder. Paul macht nochmals eine Maschine Wäsche. Nachmittags, es regnet nicht mehr, geht er mit Alfred (70) mit dem neu gekauften Occasions-Katamaran Privilège 38, auf Probefahrt. Alfred ist noch nie mit soooo einem breiten Schiff gefahren und fühlt sich viel sicherer, wenn Paul dabei ist (obwohl Paul ja von Katamaranen auch keine Ahnung hat). Von 12h40 bis 16h sind die beiden unterwegs, ohne Regen. Als sie zurückkommen strahlt Alfred übers ganze Gesicht. Alles hat prima geklappt und nun hat er Zutrauen zu sich und dem Katamaran. Vor lauter Freude lädt er Paul und mich zum Abendessen im Harddock Café ein. Damit ich mit meinen Krücken nicht so weit laufen muss, bestellt Paul einen Golfwagen vom Hotelresort, der uns bequem zum Café fährt.

Dienstag, 23.Dezember 2014: Rebak Marina - Telaga, Langkawi, 5.5sm

Paul geht zum Marinabüro um unsere Schlussrechnung zu bezahlen. Alfred kommt, um unsere Leinen zu lösen und wir verlassen endgültig, nach fast 8 Monaten die Rebak Marina. Paul freut sich ungemein, endlich wieder mal „unterwegs“ zu sein. Alles funktioniert tadellos, sogar das neue AIS. Und wir haben Glück, in den 100 Minuten die wir benötigen um die 5.5 sm zu motoren, regnet es nicht. Am Ankerplatz bei Telaga erwarten uns Anne und Werner von der „sail away“. Kaum haben wir geankert kommen sie mit ihrem Dinghy zu uns. Anne bringt feine, selbstgebackene Muffins mit und wir verbringen zusammen einen gemütlichen Nachmittag. Wir haben allerhand Neuigkeiten auszutauschen....Und es regnet in Strömen!

Paul kann sich kaum mehr fassen vor lauter Freude, aus der einengenden und heissen Marina raus zu sein. Aus diesem Anlass spendiert er zum Abendessen, das er gekocht hat, die einzige Flasche Wein die wir an Bord haben.

Mittwoch, 24.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Ah, keine einzige Mücke hat uns in der Nacht gepiesackt und viel luftiger ist es hier auch. Allerdings musste Paul ein paar mal aufstehen, weil es immer wieder geregnet hat. Fenster auf, Fenster zu, usw. Den ganzen Morgen regnet es ununterbrochen. Es ist total grau und trüb. Erst gegen 15h wird der Regen weniger. Paul nutzt das Regenwetter um die oberste Treppenstufe runter in den Salon rauszureissen. Die knarrt seit ewigen Zeiten und das nervt ihn. Er montiert sie an und leimt die Stufe neu und sie knarzt nicht mehr! Seit ich vom Spital zurück bin, hat mein Skipper immer gekocht und das Geschirr gewaschen. Vorbildlich!!! Ich habe nur einmal einen Liter Salatsauce gemacht. Heute mache ich Brot obwohl ich eigentlich gar nicht mehr so richtig weiss, wie das geht. Mal schauen, was dabei raus kommt.

Um 17h holen uns Anne und Werner mit ihrem Dinghy ab und wir fahren zum „Tapaz“ zum Apéro. Wir haben Glück, es regnet nicht mehr. Mercedes und Carsten von der „forty two“ (aus Deutschland) sind auch da. Anschliessend verlegen wir uns zum Inder, ins „Restaurant Lebanon“. Hier essen wir Indisch und Libanesisch.

Anschliessend kommen alle noch auf einen Schlummerbecher zu uns an Bord.

Donnerstag, 25.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Es regnet nicht, dafür bläst ein strammer Wind. Paul macht unser Dinghy bereit. Ich muss assistieren, es von Bord kurbeln und den Motor auf's Dinghy hinunter lassen. Super, der Motor, der 8 Monate geruht hatte, läuft auf den ersten Zupf freudig an. Paul geht auf Probefahrt und erledigt dabei bei der Petronas Tankstelle verschiedene Einkäufe. Um 15h kommen Anne, Werner, Mercedes und Carsten zu uns an Bord zu Kaffee und Kuchen. Anne hat extra eine Quarktorte gebacken und bringt alles mit, sogar den Kaffee. Das Ganze findet bei uns statt, weil es für mich schwieriger wäre, auf die „sail away“ zu klettern. Der Kuchen ist prima und die Runde gemütlich. Sie wird erst aufgehoben, als es um 18h ein heftiges Gewitter gibt.

Freitag, 26.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Paul fährt zweimal zur Petronas Tankstelle und holt 137 Liter Diesel in 6 Kanistern. Jetzt sind wir wieder voll gebunkert mit Treibstoff. 1 Liter Diesel kostet heute hier auf der zollfreien Insel Langkawi 2.57 Malayische Ringgit (sind ca. 75 Rappen).

Heute vor 10 Jahren hat der Tsunami in dieser Gegend grossen Schaden angerichtet. Auch hier, wo wir im Moment ankern.

Ab 15h kommen wir wieder in den Genuss eines mächtigen Regenschauers, der gar nicht mehr aufhören will. Die Himmelsschleusen sind geöffnet und es schüttet ununterbrochen, bis irgendwann in der Nacht. Ich übernehme wieder die Kocherei, obwohl ich total den Überblick über meine Küche und die Vorräte verloren habe.

Samstag, 27.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Der Tag ist freundlich mit Sonne und leichter Bewölkung. Für 10h haben wir zusammen mit Anne und Werner ein Mietauto bestellt. Als es um 10h30 immer noch nicht da ist, gehen Werner und Paul ins Marinabüro und mieten dort ein Auto, ein privates, von den Angestellten. Werner chauffiert uns nach Kuah. Hier werde ich bei der Ärztin Aisha abgeladen und die anderen fahren weiter um diverse Einkäufe zu tätigen. Aisha ist die Ärztin, die mein Knie vor unserer Nepalreise untersucht und einen Bänderriss diagnostiziert hatte. Sie erinnert sich an mich und fragt, wie es in Nepal war. Danach will sie alles ganz genau wissen. Wie lange die Knie-OP gedauert hat, wie lange ich im Spital war, wie viel hat die OP gekostet und ob ich Physiotherapie hatte? Ich muss mich auf ein Bett, ein normales Bett, legen und endlich zieht sie mir die Fäden und ich bin heilfroh, diese nach genau 3 Wochen los zu sein. Zum Desinfizieren der Wunde kniet sich die Ärztin, mit Kopftuch und bodenlangem Rock, vor mir auf den Boden. Das ist vielleicht ein Bild!  Aisha verschreibt mir noch Vitamin C und Calzium und ich bin entlassen. Kurz darauf werde ich von Paul und den anderen in der Praxis abgeholt und wir gehen neben dem „Billion“-Einkaufszentrum, beim Inder essen. Der anschliessende Lebensmittel-Einkauf im „Billion“ ist für mich sehr frustrierend! Einkaufen mit Krücken ist das Letzte! Nachdem mein „Herr und Gebieter“ das „Wichtigste“ für ihn in den Einkaufswagen geladen hat, meint er cool: “Fertig! Mehr können wir nicht einkaufen, der Kofferraum des kleinen Autos ist voll!“ Was alles auf meiner Einkaufsliste steht, interessiert niemanden!

Gegen 16h sind wir zurück auf den Schiffen und nachdem alles „Wichtige“ verstaut ist, kommen Anne und Werner zu uns auf ein Bier. Wir beobachten einen Beinahe-Zusammenstoss zwischen dem Touristen-Amphibien-Fahrzeug und einem Fischerboot. Der Fischer trinkt sein Bier leer und schmeisst die Flasche in hohem Bogen ins Meer! Heute regnet es nicht.

Sonntag, 28.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Das Wetter ist so einigermassen, leicht bewölkt, wenig Sonne. Paul nimmt unseren Wassermacher wieder in Betrieb und dieser liefert, als ob er nie pausiert hätte, 30 Liter einwandfreies Trinkwasser pro Stunde. Der Skipper ist höchst zufrieden.

Am Abend sind wir zusammen mit Anne und Werner im „mare blu“, bei Pizza und Bier. Die Pizzen sind prima, nur mir teilt man mit, es hätte leider keine Pilze für meine Pizza. An Stelle von Pilzen werden Peperoni drauf getan, sagt man mir. Und tatsächlich, ich finde Spuren davon.

Danach noch ein wenig „dummes Quatschen“ auf der MABUHAY.

 

Montag, 29.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Den ganzen Tag machen wir nicht sehr viel, nur lesen. Am morgen ist es ziemlich grau. Den Nachmittag vergessen wir lieber gleich wieder. Es regnet ununterbrochen und es ist total trostlos.

 

Dienstag, 30.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Juhuuu, die Sonne ist wieder da! Paul geht 2 mal rüber zur Marina und kauft Getränke, Eier

und Benzin. Abends treffen wir uns mit „sail away's“ zum sundowner im „mare blu“. Als wir zum Ankerplatz zurück kommen, machen wir, Paul und ich, grosse Augen. Neben uns liegt die „MOANA“ von Jens, dem Ex-Lufthansapiloten aus Berlin. Wir sind spontan bei ihm auf ein Bier eingeladen und Jens hat viel zu erzählen. Dies ist sein letztes Ankermanöver. Er hat sein Schiff nach 11 Jahren Segeln an einen Kanadier verkauft und hier in Telaga findet die Übergabe statt. Jens freut sich darauf, Zeit mit seiner Enkelin in Deutschland zu verbringen und sein Chalet im Wallis (im Val d' Hérence) öfter nutzen zu können.

 

Mittwoch, 31.Dezember 2014: am Anker bei Telaga, Langkawi

Jens kommt, um zu fragen, ob Paul ihm hilft, sein Schiff in die Marina zu verlegen. Er will auch zur „sail away“ die er nicht kennt, um Werner auch um Hilfe zu bitten. Am Nachmittag bringen die drei bei sehr viel Wind die „MOANA“ in die Marina. Um 18h45 holen wir Anne und Werner ab und fahren zur „MOANA“ am Steg in der Marina. Jens hat uns zum Apéro auf seinem (noch) Schiff eingeladen. Danach gehen wir rüber zu den Restaurants und essen zu fünft im Restaurant „Café de Paris“. Der Wirt hier ist ein 60-Jähriger, Vater Algerier, Mutter aus St.Gallen, der in Bern und Genf gelebt hat. Der Mann ist sehr freundlich. Paul's und mein Beef Filet sind sehr gut, aber die Pommes Frites, na ja! Wir geniessen den Abend und kehren wieder zurück zur „MOANA“, wo Jens uns die letzte Flasche Rotwein aus seinen Vorräten spendiert. Paul verkürzt uns die lange Wartezeit bis zum Jahreswechsel mit heftigen Diskussionen über seine verschiedenen „Theorien“.

Um Mitternacht findet bei den Hotels ein wunderschönes Feuerwerk statt, echt toll!

Kommentare
()
Einen neuen Kommentar hinzufügenEine neue Antwort hinzufügen
Ich stimme zu, dass meine Angaben gespeichert und verarbeitet werden dürfen gemäß der Datenschutzerklärung.*
Abbrechen
Antwort abschicken
Kommentar abschicken
Weitere laden