Samstag, 23.Januar 2016: Uligamu (oder Uligan)
Wir haben geschlafen wie die Mumien. Schön, so eine Nacht ohne Nachtwachen! Am Morgen machen wir Wäsche, aufräumen, Positionen nachtragen, mails checken, von 65 Stück 60 löschen, dazu noch 18 Spams. Zuerst ist es noch ziemlich trüb, wie Hochnebel. Aber dann löst sich das auf und die Sonne kommt hervor.
Wir sind auf einer der nördlichsten Inseln der Malediven. Die Insel heisst „ULIGAMU“ und hat ca. 500 Einwohner. Rund um die Insel hat es schneeweissen Sandstrand. Wunderschön! Und scheinbar soll es auf dem Riff viele schöne Fischli haben. Aber wir hatten bis jetzt noch keine Zeit unter Wasser zu schauen.
Hier hat es drei Segelschiffe. Ein Deutsches, das heisst „Triton“, aus Hamburg, mit einem Mann, Gunnar an Bord. Ein Österreichisches mit dem Österreicher Chris und der Schweizerin, Stefanie aus Winterthur, das Schiff heisst „Tombatu“. Und natürlich die MABUHAY!
Am Nachmittag fahren wir mit dem Dinghy an Land. Wir treffen auf den Deutschen Gunnar. Zusammen mit ihm schauen wir uns noch den «Supermarkt» an. Das ist ein lustiger Laden. Hier kann man noch einen einzelnen Nagel kaufen! Gunnar kauft 30 Eier. Paul's Nase merkt aber sofort, dass da ein faules Ei dazwischen sein muss. Die Verkäuferin prüft jedes einzelne Ei mit der Lampe und findet tatsächlich das schlechte.
Nun müssen wir zu unserem Agenten, er heisst Assadulla, (25 Jahre alt) aber man nennt ihn nur Assad, der alle Papiere für die Einreise zu den Malediven für uns erledigt hat. Er will uns das „Cruising Permit“ für die Malediven geben und wir wollen ihn für seine Dienste bezahlen. Wir gehen zu ihm nach Hause. Beim Eingang hat es etwa 20 Paar kleine Schühchen in allen Variationen und Farben. Ich frage Assad, ob er so viele Töchter habe. Nein, meint er, er hat nur EINE (etwa 2 Jahre alt) und die Schuhe gehören alle ihr…. Nachdem die Formalitäten erledigt sind und wir die spendierte Cola getrunken haben, kehren wir zurück zur MABUHAY.
Um 17h holen wir Gunnar ab und tuckern mit unserem Dinghy an den Strand. Stefanie und Chris sind auch da. Assad hat für uns ein tolles Grillabendessen am Strand organisiert. Ein paar Kollegen von Assad haben ein schönes Feuer gemacht und haben für uns feine Hühnerbeine und Würstli gebraten. Dazu gibt es Fladenbrot und Salat. Wir spendieren schweren Herzens von unserem kostbaren Schweizer Gruyère-Käse. Very good! Es ist Vollmond, irre schön! Die Jungs haben sich enorm bemüht, uns einen schönen Abend zu bieten, toll!
Sonntag, 24.Januar 2016: Uligamu
Assad organisiert für uns 110 Liter Diesel in Kanistern. Paul holt sie am Pier ab und füllt sie bei uns in den Tank. Ansonsten putzen und räumen wir ein wenig auf der MABUHAY herum. Ich mache Brot und trage Logbuch und Tagebuch nach. Die Sonne scheint.
Am Abend geht die Sonne als orangerote Scheibe unter. Etwa eine halbe Stunde später erscheint der volle Mond als orangerote Kugel am Himmel. Schön!
Paul schenkt Assad ein Schweizer Taschenmesser. Assad nimmt es zur Kenntnis, sagt: oh ja, die kenne ich und steckt es in den Hosensack. Wir hätten ein kleines bisschen mehr Freude erwartet. Und das Wort “Danke“ scheint hier unbekannt zu sein. Aber nett ist Assad trotzdem und hilft wo er kann.
Montag, 25.Januar 2016: Uligamu
Sonnenschein. Als wir morgens aufwachen ist ein weiteres Segelschiff da. Ein Kanadisches Ehepaar mit erwachsener Tochter aus Quebec. Am Nachmittag gehen wir an Land. Zufällig kommt gerade das wöchentliche „Versorgungsschiff“. Wir hatten uns darunter ein Riesenschiff vorgestellt, aber es ist einfach ein etwa 12m langes Boot. Die bringen gerade frisches Gemüse, Früchte und anderes Zeug. Wir rufen Assad an, um ihm den Diesel zu bezahlen. 1 Liter kostet 0,83 US$. Er begleitet uns zum „Supermarkt“ und spendiert uns dort einen Fruchtsaft. Wir kaufen frische Rüebli, 3 riesige Papayas und ein Kilo tiefgekühlte Hühnerbrust. Die einheimischen Frauen stürzen sich auf die roten Äpfel aus Neuseeland. Sie kaufen einen oder zwei Stück davon. Und, was uns am allermeisten erstaunt, hier in diesem Lädchen gibt es TOBLERONE zu kaufen. Keine andere Schokolade, nur TOBLERONE. Paul kann nicht widerstehen und kauft gleich 3oo g. Wir bezahlen unseren Einkauf, lassen ihn aber im Laden. Weil wir kein Malediven Geld haben, können wir hier mit US$ bezahlen. Das Rückgeld bekommen wir in MVR Malediven Rufiyaa.
Wir machen einen langen Spaziergang über die Insel. Es hat eine Hauptstrasse aus Sand, die blitzblank ist. Kein bisschen Müll liegt herum. Auch die Innenhöfe, in die wir sehen können sind piccobello sauber. Die meisten Häuser haben eine Mauer aus Korallensteinen um sich und die Höfe sind nicht einsehbar. Wir laufen bis zum Windgeneratoren-Pilot-Projekt, das seit 2008 fertig gestellt ist, aber nie in Betrieb war. Zu wenig Wind, hat uns Assad erklärt. Wir schauen uns den Strand an, der von weitem wie aus dem Ferienprospekt aussieht und müssen sagen, dass er aus der Nähe betrachtet ein wenig anders erscheint. Es hat Plastiktüten, PET-Flaschen, jede Menge FlipFlops und anderen Müll. Schade!
Abends entdeckt Paul ein paar Delfine in der Nähe unseres Schiffes.
Dienstag, 26.Januar 2016: Uligamu
Die Sonne scheint. Wir machen eine Maschine Wäsche und ich habe zuviel Waschpulver hinein getan. Die Maschine schäumt und schäumt und will gar nicht mehr aufhören mit Schaum produzieren. Sie läuft über und es dauert 2½ Stunden, bis sie endlich aufhört zu waschen. Normal wäre 1 Stunde. Also wenn diese Wäsche nicht porentief sauber ist…. Und etwas Gutes hat das Malheur doch auch noch: so wurde das Badezimmer wieder einmal gründlich geputzt.
Abends ist der Deutsche Gunnar vom Katamaran Triton bei uns für ein Sundowner-Bier. Auch heute sehen wir wieder eine Gruppe Delfine in der Nähe.
Mittwoch, 27.Januar 2016: Uligamu
Wir sind an Land und machen einen grossen Land-und Strandspaziergang. Heute wollen wir uns die andere Hälfte der Insel Uligamu anschauen. Der Ort hat 3 „Supermärktchen“, eine sehr schöne Schule und zwei Moscheen. Das heisst, mit den zwei Moscheen hat uns der Muezzin wieder. Aber diese Muezzine hier tönen, wenn wir auf der MABUHAY sind, ganz angenehm. Einer hat eine richtig schöne tiefe Bassstimme. Manchmal tönt es wie ein Alphorn. Uligamu hat keine Bank, keine ATM-Geldmaschine, kein Restaurant und auch keine Polizei, weil keine Kriminalität. Dafür hat es ein „Medical Center“, aber ohne Arzt.
Am Nachmittag montiert Paul seine Tauchklamotten und taucht unter die MABUHAY. Er muss beim Propeller eine neue Opferanode montieren. Die alte Anode ist komplett verschwunden.
Donnerstag, 28.Januar 2016: Uligamu
Heute morgen trudelt ein neuer Segler hier ein. Ein Franzose. Nachmittags sind wir wieder ein wenig im Örtchen Uligamu, schlendern herum und kaufen in einem der drei „Supermärkte“ Kartoffeln, Eier und Zwiebeln ein. Am Abend regnet es zwei Minuten lang. Schade! Wir hatten uns auf einen richtige heftigen Platzregen gefreut, der die MABUHAY so richtig entsalzen hätte.
Samstag, 30.Januar 2016: Uligamu – Govvaafushi, 4,7 sm
Ziemlich schaukelige Nacht. Um 9h sind wir schon per Dinghy im Ort. Wir wollen uns von Assad (25 Jahre alt) verabschieden und bedanken. Er hilft uns noch, im Laden Internetguthaben aufzutoppen. Von da fahren wir beim Deutschen Gunnar vorbei und verabschieden uns auch von ihm. Wir hoffen, dass er bald alle seine Ersatzteile erhält, um die nötigen Reparaturen an seinem Katamaran zu machen.
Es ist 10h30 als wir den Anker heben und ganz, ganz langsam zu unserem nächsten Ziel segeln. Es hat praktisch keinen Wind. Für die 4,7 sm brauchen wir fast 2 Stunden, aber wir haben ja Zeit! Die kleine, unbewohnte Insel die wir ansteuern heisst Govvaafushi und ist so wunderschön, dass es fast schon kitschig ist. Grüne Palmen, schneeweisser Sandstrand drumherum und hellblaues Meer davor. Govvaafushi liegt, wie Uligamu, im Ihavandhippolhu Atoll. Genau an dem Ort, wo wir ankern wollen, tummeln sich 3 oder 4 Delfine. Kaum haben wir geankert, kommt ein Fischerboot mit 6 Fischern vorbei. Sie möchten gerne die MABUHAY besichtigen, Aber wir lehnen dankend ab. Diese maledivischen Fischer haben eine ganz lustige Art zu fischen. Zwei Männer mit Schnorchel und Taucherbrille werden hinten am Schiff an Seilen durchs Wasser gezogen. Wenn sie Fische entdecken, wird das Netz ins Wasser gelassen. Heute Morgen, als es ums Segeln ging, hatten wir fast keinen Wind. Jetzt, am Nachmittag, wo wir zur Insel und am Riff schnorcheln möchten, bläst der Wind und es hat zu grosse Wellen, die aufs Riff donnern.
Sonntag, 31.Januar 2016: Govvaafushi – Nellaidhoo, im Thiladhunmatee Atoll, 18,3 sm
Mann, war das eine rollige und sehr unruhige Nacht. Um 7h30 verlassen wir diesen Platz und segeln südwärts. Die Windvorhersage (GRIB Files) meldete für heute keinen oder nur sehr wenig Wind. Toll, wir können die 18,7 sm mit 12-15 Knoten Wind aus Ost wunderbar segeln. Das ist eine richtig schöne Fahrt. Um 13h kommen wir bei der Insel Nellaidhoo, im südlich gelegenen Thiladhunmatee Atoll an. Diese Insel ist bewohnt und auch sie ist kitschig schön, siehe gestern. Nur die beiden rot/weissen Antennen stören das Bild ein wenig. Aber ohne die hätten wir hier keine Internetverbindung.












































