Freitag, 30. Dezember 2016: Richards Bay – Komatipoort, ca. 450 km
Um 7h00 scheucht uns Paul alle erbarmungslos aus den Betten. Er hat schon Kaffee gemacht und für jeden von uns eine Tasse mit Müesli vorbereitet. Um 8h30 hat jeder sein Gepäck beisammen und wir können losfahren. Wir haben heute eine lange Reise vor uns, ca. 450km im Mietauto.
Nach ca. 2½ Stunden sind wir an der Grenze zu Swaziland, bei Lavumisa /Golea. Nachdem wir den richtigen Schalter gefunden haben, sind die Grenzformalitäten schnell erledigt. Zuerst müssen wir aus Südafrika ausreisen, dann in Swaziland einreisen. Nach einer ½ Stunde Pause für das Pick-Nick, erreichen wir um 15h45 den Ort Komatipoort, wieder in Südafrika, und unsere reservierte Herberge für die nächsten 4 Nächte. Wir beziehen unsere beiden wunderschönen Bungalows in der "Acasia Lodge". Danach stürzen sich alle, ausser mir, in den Pool für eine ziemlich laute Wasserschlacht. Nachdem sich alle ausgetobt haben, fahren wir zum "Spar-Supermarkt" wo wir unser Abendessen und das Pick-Nick für morgen einkaufen. Am Abend grillieren wir in der wunderschönen Anlage der "Acasia Lodge". Die Südafrikaner sind Spezialisten für den "Braai" (Grill). Anna Maria, die überaus freundliche und hilfsbereite Besitzerin der Lodge, hat für uns einen Tisch sehr schön gedeckt, sogar mit einer Kerze darauf. Die Pouletspiesse und das mit Speck umwickelte Rindsfilet sind prima, dazu gibt es Tomaten/Gurkensalat und in Alufolie eingewickelte und in der Glut gegarte Kartoffeln. Alles ist sehr gut und wir geniessen den Abend richtig. Der Lodge-Hund heisst Thommy.
Mit Braai (Afrikaans für braten) bezeichnet man die Variante des Grillens, die in Namibia und Südafrika gepflegt wird.
Gewöhnlicherweise wird neben dem eigentlichen Bratvorgang auch das Grillen als gesellschaftliches Ereignis als Braai bezeichnet. Es geniesst einen hohen Stellenwert. Daher befinden sich in vielen öffentlichen Bereichen Braaiplätze.
Ein Braaistand wird typischerweise mit Holz des Kameldornbaumes befeuert. Die Einheimischen bevorzugen diese Art der Befeuerung, unter anderem weil sie länger andauert als Holzkohlenglut und so mehr Zeit in geselliger Runde verbracht werden kann. Die Benutzung von Holzkohle ist verpönt.
Eine burische Braaispezialität ist Boerewors, eine zur Schnecke geringelte Wurst mit Koriander. Das in Deutschland übliche Braten von Bratwürsten ist unüblich, meist wird der Grill mit Rind, Lamm und Geflügel belegt. Darüber hinaus sind Kudu-, Springbock- und Straussenfleisch gängiges Grillgut. An der Küste wird häufig auch Fisch zubereitet.
Auf den Begriff Barbecue für ein Braai reagieren die Einheimischen im Allgemeinen mit Ablehnung, da es sich dabei um die amerikanische Art der Zubereitung handelt.








