Montag, 2.Juli 2018: 32.Tag, 20 Km vor Ifjord – Gamvik Leuchtturm, 185,9 km
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Die ganze Nacht scheint die Sonne. Paul sitzt bis Mitternacht auf dem Fahrersitz und beobachtet die Sonne. Ich liege im Bett, kann aber vor lauter Sonne nicht einschlafen. Um 0h45 scheint sie immer noch voll in mein Bett. Am Morgen ist es leicht bewölkt, aber sonnig und herrliche 17° warm. Um 8h30 geht unsere Reise weiter. Leider kann ich die grandiosen Landschaften auf den Fotos nicht wirklich rüberbringen. Wir sehen sehr viele Rentiermütter mit ihren Kälbern. Auch heute fühlen wir uns wieder wie auf dem Mond. Nur weiss ich nicht, ob es auf dem Mond auch so viele wunderschöne blaue Seen hat. Hier wächst nicht einmal mehr Gras. Wir sind auf gefühlten 3000 m Höhe über Meer. In Wirklichkeit sind wir aber nur zwischen 200 und 350 m Höhe. Es ist unglaublich. Und dazu hören wir Karibik-Musik von Peter Reber. Um 12h10 sind wir beim Dorf Gamvik und beim nördlichsten Leuchtturm vom Europäischen Festland, dem „Slettnes“, der 1905 erbaut wurde. Er ist 39 Meter hoch und der einzige gusseiserne Leuchtturm in der Finnmark.

Im Zweiten Weltkrieg wurde er 1944 von deutschen Truppen vollständig zerstört; nach dem Krieg wurde er bis 1948 neu errichtet.

Und hier wird es noch unglaublicher! Wir stellen unseren BONSAICAMPER neben zwei Camper die schon da stehen. Beide haben Autonummern BL, also Baselland. Wir grüssen freundlich und lernen die beiden Ehepaare Werner und Edith und Trudy und Hanspeter kennen. Und, wir glauben es kaum, Edith und Werner kommen aus „meinem“ Reinach BL, wo ich geboren und aufgewachsen bin !!! Trudy und Hanspeter kommen aus Liesberg BL. Nach dem Mittagessen laufen Paul und ich zum Leuchtturm. Paul holt unser Auto und wir stellen ihn in die Nähe des Leuchtturms. Und nun kommen auch die vier Baselbieter mit Boby, dem riesigen französischen Hirtenhund. Wir trinken alle zusammen draussen an der Sonne Kaffee und haben es sehr lustig miteinander. Erst als kühler Wind aufkommt, so um 17h30, machen wir uns auf, zu unseren jeweiligen Campern. Es ist wahnsinnig schön hier, stahlblauer Himmel. Und jetzt ist die Entscheidung endgültig gefallen. Trudy und Hanspeter sind erfahrene Nordlandkenner. Sie sagen uns, dass wir vom Nordkap enttäuscht sein werden, nach dem wir hier diese wunderschöne Natur gesehen haben. Und sehr teuer sei es auch noch am Nordkap. Abendessen: Gschwellti, Käse, Salat. Heute Abend wollen wir es ganz genau wissen, was es mit dieser Mitternachtssonne auf sich hat. Wir sitzen im Camper und würfeln bis um 24h. Ich verliere jämmerlich 6 von 9 Spielrunden. Jetzt kommen vier dick vermummte, Gestalten wie Eskimos, anspaziert. Sie winken und nun erst erkennen wir sie. Es sind die vier Baselbieter. Wir schliessen uns ihnen an und laufen zum Leuchtturm, um die Mitternachtssonne zu geniessen.

Als Mitternachtssonne wird die Sonne bezeichnet, wenn sie in Gebieten nördlich des nördlichen und südlich des südlichen Polarkreises im Sommer auch zum Zeitpunkt des tiefsten Punkts ihrer Bahn am Himmel (Mitternacht) noch sichtbar ist.

Es ist wunderschön! Und genau jetzt kommt auch noch ein Schiff der Hurtigruten vorbei. Es ist hell wie am Tage, aber doch um einiges kühler. Um 00h45 bin ich total durchgefroren in meinem Bett. Paul kommt eine halbe Stunde später. Er will sehen, wo die Sonne untergeht. Aber sie will und will einfach nicht untergehen…!

beim Slettnes Leuchtturm
wir lernen Schweizer Camper kennen
um Mitternacht beim Leuchtturm
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