Dienstag, 1.Januar 2013: Malaysia, Langkawi, Telaga Marina
Das neue Jahr fängt gut an. Es regnet nicht mehr, ist nur leicht bewölkt. Beim Frühstück sehen wir, dass die Gondeln dort oben auf dem Berg steckengeblieben sind. Aber zum Glück nur kurz, etwa 10 Minuten.
Paul hat heute seinen grossen Putzanfall. Das Cockpit wird mit Süsswasser von der Marina gründlichst geschrubbt.
Nachmittags lernen wir Maggie und Urs kennen. Sie ist Autralierin und er Schweizer aus Riehen, BL. Sie sind etwa 2 Stunden bei uns an Bord und wir quatschen ausgiebig. Sie haben einen Katamaran der „Better than $hares“ (Besser als Aktien) heisst.
Die Gondeln der Bergbahn stehen am Nachmittag wieder etwa 2 Stunden still. Sie hängen einfach so in der Luft und später nochmals etwa eine halbe Stunde lang. Das Jahr scheint für die Bergbahn-Betreiber ja schlecht zu beginnen.
Mittwoch, 2.Januar 2013: Malaysia, Telaga Marina – Thailand, Ko Tarutao, 23 sm
Es ist total bewölkt. Die Gondeln der Bergbahn hängen den ganzen Morgen unbeweglich am Drahtseil. Erst gegen 12h funktioniert die Bahn wieder.
Wir fordern zwei Marinero-Boys an, sie sollen uns helfen, mit der MABUHAY aus der engen Ecke zu kommen, wo wir liegen. Um 11h15, mit 15 Minuten Verspätung kommen sie endlich. Jetzt machen sie nicht das, was der allmächtige Skipper von ihnen will und es wird wieder einmal (allerdings seit langem!) zünftig geflucht. Aber alles geht gut und wir verlassen die Telaga Marina und nach insgesamt zwei Monaten und drei Tagen auch Malaysia. Unser Visum wäre noch einen ganzen Monat gültig.
Irgendwo unterwegs passieren wir die unsichtbare Wassergrenze zu Thailand. Und sofort hat es -zig bunte, thailändische Fischerschiffe mit Schleppnetzen. Die Sonne kommt heraus, leider nicht für sehr lange. Es hat guten Wind und wir könnten seit langem wieder einmal segeln, wenn wir doch nur ein funktionierendes Grosssegel hätten! So müssen wir fast ständig den Motor zur Unterstützung laufen lassen. Um 14h30 haben wir eine ganz kurze Delfinbegegnung. Um 16h ankern wir bei der Insel Ko Tarutao (Ko heisst Insel). Die FREYJA ist schon da und kurz nach uns kommt die „Better than $hares“ mit Maggie und Urs. Es regnet. Wir müssen unsere Uhren um 1 Stunde zurückstellen (UTC + 7). Urs holt die FREYJA's und uns mit seinem grossen Dinghy ab und wir verbringen die nächsten 2½, sehr schnell vergehenden Stunden bei Kaffee und Kuchen auf dem wunderschönen Katamaran „Better than $hares“.
Thailand
Amtssprache: Thai
Hauptstadt: Bangkok (auf Thai: Krung Thep, Stadt der Engel)
Staatsform: Königreich
Staatsoberhaupt: König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.)
Regierungschef :Premierministerin Yingluck Shinawatra
Fläche: 513.115 km²
Einwohnerzahl :(2010) 69.522.234
Bevölkerungsdichte: (2010) 135 Einwohner pro km²
Währung :Baht (1 Baht = ca. 3 Rappen
Nationalfeiertag :5. Dezember Geburtstag des Königs
Zeitzone: UTC+7, keine Sommerzeit
Donnerstag, 3.Januar 2013: Ko Tarutao – Ko Rok Nok, 48,7 sm
Um 7h30 fahren wir bei Regen los. Unterwegs hat es Hunderte von Fähnchen, Markierungen von Fischernetzen. Wir fahren Slalom, um keines zu erwischen. Gibt es hier überhaupt noch einen einzigen überlebenden Fisch ??? Wir können uns das fast nicht vorstellen. Es ist ein vollkommen grauer Tag und immer wieder regnet es. Um die Mittagszeit schüttet es in Strömen. Als ich in die Küche runter gehe, um das Mittagessen vorzubereiten, freue ich mich enorm! Das Regenwasser ergiesst sich volle Pulle über meine Küchenmöbel. Da hat wieder einmal jemand zwei kleine Fenster in der Küche aufgemacht und vergessen sie wieder zu schliessen. Ich trockne wieder einmal die Küche auf. Ist ja zum Glück nur Regenwasser. Heute stelle ich zudem fest, dass unsere verschollene Maus das sehr teure Buch (135 NZ$) „Segelführer für den Indischen Ozean“, angefressen hat. Gopfridstutz, das ist doch der Gipfel!
Um 16h20 kommen wir bei Ko Rok Nok an und ankern. Trotz Regen baden Urs, Paul und die FREYJA's. Sie sind alle ganz begeistert, dass man hier wieder einmal bis auf den Meeresgrund sieht. Heute findet der Sundowner bei uns auf der MABUHAY statt. Es ist gemütlich und wir besprechen die morgige Strecke. Heute haben wir fast den ganzen Tag nur motort und es hat geregnet, Mistwetter, elendiges!
Freitag, 4.Januar 2013: Ko Rok Nok – Ko Racha Yai, 49 sm
Ab 02h war es sehr schaukelig und wir haben nicht mehr geschlafen. Um 7h fahren wir als erste los (das wurde gestern so besprochen) und wir kommen sehr gut weg. Aber der Anker der FREYJA steckt an einem Korallenblock fest und Urs taucht mit Taucherbrille und Schnorchel ab, um ihn zu befreien.
Heute wäre wieder den ganzen Tag sehr guter Segelwind aus NE und schönes Wetter. Aber da wir ja kein Grosssegel haben, müssen wir trotzdem motoren. Die Wellen sind sehr kurz und unangenehm und ohne Grosssegel torkeln wir so richtig dahin. Aber, es regnet wenigstens nicht.
Zum Dessert gebe ich Paul grosszügig ein Stück meiner kostbaren dunklen FREY-Schokolade mit Zitrone und Pfeffer. Er findet, sie schmeckt wie Abwaschwasser....
Nach einer endlos langen Schüttelfahrt ankern wir endlich um 15h bei Ko Racha Yai. Es hat sehr viele Touriboote und ein paar grosse Motoryachten. Es riecht penetrant nach Diesel. Ja, jetzt sind wir wirklich in Thailand!
Wir stürzen uns alle ins Meer und geniessen trotz nicht so einsamer Bucht, das Bad. Wassertemperatur hier 28° !
Das heutige Besprechungsapéro findet auf der FREYJA statt. Um 21h regnet es kurz.
Samstag, 5.Januar 2013: Ko Racha Yai – Phuket, Nai Harn Bay, 11sm
Das war echt eine sehr unruhige Nacht. Um 0h30 fängt es an zu blasen und danach schaukelt die MABUHAY wild hin und her. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, höchstens an Dösen. Um nicht nochmals eine solche Nacht zu erleben, verlegen Paul und ich die MABUHAY nach Phuket, in die Nai Harn Bay.
Sonntag, 6.Januar 2013: Nai Harn Bay
Wir kopieren Pässe, Schiffspapiere und so weiter weil wir ja morgen einklarieren wollen. Paul holt den Drucker hervor und jetzt wissen wir auch endlich, wo unser/e Untermieter/in, Frau oder Herr Maus, sein/ihr gemütliches, kuscheliges Nestchen gebaut hatte. Nämlich hinter dem Drucker, oben auf dem Schrank in der Bugkabine.
Die „Better than $hares“ und die FREYJA kommen auch in die Nai Harn Bay.
Gegen 14h holen wir Maggie und Urs bei der „Better than $hares“ ab und fahren an Land. Antje und Holger kommen mit ihrem eigenen Dinghy, weil sie Kollegen aus Deutschland treffen wollen. Wir laufen ins Dorf Nai Harn und schauen uns ein wenig um. Dabei bestellen wir auch gleich noch ein Taxi für morgen, wir müssen ja nach Chalong zum Einchecken. Danach wollen wir bei der TMB Geldmaschine Thailändische Baht holen. Bei Holger und bei Urs funktioniert das prima. Meine Maestro-Karte wird von der Maschine „gefressen“ und nicht mehr ausgespuckt. Sche...e!!! Zum Glück haben wir US$ Noten dabei, die wir direkt beim Moneychanger (auch von TMB) neben der Geldmaschine wechseln können. Wir fragen, ob der Geldwechsler für mich bei der angegebenen Nummer 1558 anrufen kann, damit ich meine Karte wiederkriege. Nix zu machen, er sei nicht der Kunde sagt er uns. Und wir haben kein funktionierendes Thai-Telefon!
Also verschieben wir das Problem auf morgen und spazieren über den Markt und den Strand. Wir fühlen uns nicht besonders wohl dabei! Soviele Touristen auf einem Haufen sind wir nicht mehr gewöhnt. Und sie liegen Liegestuhl an Liegestuhl unter Sonnenschirm an Sonnenschirm, drei Reihen hintereinander. Man hört sehr viel Russisch. Der Strand an sich wäre wunderschön, ein sehr schöner, weisser Sandstrand.
Wir laufen wieder zurück zu unserem Dinghy und inzwischen sind auch Antje und Holger zu uns gestossen und wir essen alle zusammen im Seafoodrestaurant am Strand zu Abend. Holger hat so etwas „Scharfes“ erwischt, dass er kaum noch sprechen kann.
Montag, 7.Januar 2013: Nai Harn Bay
Punkt 8h15 holen Maggie und Urs uns und die FREYJA's mit ihrem Dinghy ab. Um 9h haben wir beim Royal Yacht Club ein Taxi bestellt und es kommt mit leichter Verspätung an. Nach ca. 25 Minuten in dem offenen Taxi, d.h. die Sitzbänke sind längs, sind wir in Chalong, wo wir einklarieren müssen. Bei der Immigration hat es etwa 20 Leute die warten und einen Beamten der uns abfertigt. Sogar ein Foto wird von uns gemacht. Nachdem wir auch beim Zoll und beim Hafenmeister nochmals x Formulare ausgefüllt haben, sind wir nach etwa 1½ Stunden alle drei Schiffe durch. Aber die Beamten sind nett und es gibt keine Probleme.
Jetz kaufen wir noch in einem „7 to 11“-Laden eine Telefon- und Internet-SIM-Karte. Ich versuche sofort bei der TMB-Bank Nummer 1558 anzurufen, um meine Maestro-Karte wieder zu bekommen. Vergeblich, ich schaffe es nicht. Ich werde -zig mal verbunden und keiner will helfen. Wir würden auch gerne noch einige Kleinigkeiten in einem Supermarkt einkaufen, aber dafür fehlt uns die Zeit. Um 12h wartet schon wieder unser Taxifahrer auf uns. Er ist freundlich und hält bei einem grossen TESCO-Supermarkt an, damit wir schnell Brot und Salat kaufen können.
Zurück in der Nai Harn Bay versuchen Holger und ich nochmals bei dem TMB Moneychanger meine Karte zurück zu erhalten. Nix zu machen. Also gehen wir ins Hotel „all Seasons“ direkt daneben und fragen ob jemand hilft, auf Thailändisch zu telefonieren. Tatsächlich hilft man uns, aber nach etwa 30 Minuten an unserem Telefon lautet die einzige Auskunft, die man uns gibt, dass meine Karte nicht zurück gegeben werden kann, aus Sicherheitsgründen!!! Kann man wirklich nicht oder will man einfach nicht??? Ich bin ziemlich frustriert. Die Karte ist ganz neu, wir haben im November ganz verzweifelt in Malaysia darauf gewartet. Also da gibt es nur wieder eines: sperren lassen! Mist, Mist, Mist!
Endlich um fast 14h sind wir zurück beim Dinghy von Urs, der schon ganz nervös ist. Wir fahren zurück zu den Schiffen und nach einem kurzen Mittagessen geht für mich die Telefoniererei weiter. Wir brauchen ja immer noch einen Segelmacher für unser unbrauchbares Segel. Endlich, beim 4. Anruf erreiche ich einen Segelmacher von „Thai Sails“, der bereit ist, zu uns an Bord zu kommen und sich die Sache mit unserem Roll-Gross-Segel anzusehen. Aber, dafür müssen wir mit dem Schiff in die Ao Chalong (Ao heisst Bucht).
Paul badet im Meer (ich möchte auch, habe aber keine Zeit) und kratzt dabei ein wenig am Unterwasserschiff Muscheln ab. Für 17h30 hat er, mein Skipper, Urs und Maggie, Holger und Antje zum Sundowner eingeladen. Dabei möchte ich heute niemanden mehr sehen! Aber es wird trotzdem gemütlich mit sehr angeregten Diskussionen.
Dienstag, 8.Januar 2013: Nai Harn – Ao Chalong, 8 sm
Zwischen 11h20 und 13h20 fahren wir unter Motor in die Chalong Bucht. Die „Better than $hares“ kommen kurzentschlossen auch mit. Es ist eher bewölkt, regnet aber nicht. Wir machen an einer Boje fest und Urs taucht ab um die Betonblöcke und Leinen der Bojen zu überprüfen. Bei uns macht er noch eine zusätzliche Sicherheitsleine am Betonblock fest. Nach dem Mittagessen will ich mit dem Callcenter unserer Maestro-Karte in der Schweiz skypen, da kommt überraschend ein Anruf aus Australien rein. Werner von der „Sail away“. Wow, das ist wirklich eine Überraschung! Danach telefoniere ich mit dem Handy 12 Minuten lang in die Schweiz, bis unser Guthaben total weg ist. Skypen geht nicht auf eine 0800-er Nummer. Aber nun konnte ich wenigstens das mit der „gefressenen“ Maestro-Karte regeln und bekomme eine neue nach Hause geschickt. Phhh..., wieder etwas erledigt. Und das war echt easy, auf Schweizerdeutsch zu sprechen und nicht auf Thailändisch. Vor allem weil ich doch nur weiss was muh (Schwein) und gai (Huhn) heisst.
Gegen 17h geht hier in dieser Ao Chalong Bucht echt die Post ab. Es liegen schon etwa 300 Schiffe aller Art hier an den Bojen. Aber jetzt kommen noch alle Tauchboote (sehr viele), Touristen-Fischer-Boote, Besichtigungs-und Sonnenuntergangs-Katamarane usw. herein. Mann, da ist Action! Und kurz nach 18h meldet mein Skipper oben im Ausguck runter in die Küche (es gibt Kartoffelgratin mit australischer Bratwurst): „da brennt ein Schiff!“ Da ich längst nicht mehr alles glaube, muss ich mich selber davon überzeugen. Und tatsächlich brennt ein Schiff, aber ziemlich weit von uns entfernt. Nachdem der Wind gedreht hat, riechen wir verbrannten Kunststoff. Und um 22h findet irgendwo am Strand, extra zu unserer Begrüssung, ein sehr schönes Feuerwerk statt. Wir sind schon lange im Bett. Danke vielmals, aber das wäre echt nicht nötig gewesen....
Mittwoch, 9.Januar 2013: Ao Chalong
Es ist ein leicht bewölkter Morgen. Um 9h rufe ich bei „Thai Sails“ an und der Segelmacher verspricht, morgen Donnerstag beim Immigrationgebäude zu sein, wo wir ihn abholen werden.
Heute trifft auch die FREYJA hier ein. Am Nachmittag gegen 15h gehen wir zusammen an Land. Wir wollen uns mal einen Supermarkt anschauen. Es ist sehr heiss und wir schleichen so dahin. Beim Supermarkt Villa Market bummeln wir ein wenig im Bau-, Möbel- Haushaltladen herum. Wow, was es da für schöne Sachen gibt, sogar eine tolle Küche von FRANKE (Schweiz) ist da zu bewundern. Aber vor allem ist es hier drin schön kühl. Danach statten wir noch dem Lebensmittel-Supermarkt einen Beusch ab und staunen auch hier, was es alles so gibt. Zum Beispiel Thomy-Senf und Citterio-Salami. Aber ziemlich teuer. Wir kaufen nix von alledem, sondern nur „vernünftige Sachen“, zum Beispiel Deutsche Rollmöpse für Paul. Er isst ja schliesslich KEINEN Fisch!
Wir hören sehr viel Russisch. Muss ich jetzt auch noch Russisch lernen?
Kurz vor 18h sind wir zurück auf den Schiffen und stellen fest, dass Urs seine „Better than $hares“ weiter weg verlegt hat. War ihm hier wohl zu unruhig mit den vielen Tauchbooten die vorbeibrettern.
Donnerstag, 10.Januar 2013: Ao Chalong
Heute kommt der Segelmacher.
09h00 Paul bereitet alles vor um das Segel möglichst schnell herunter zu holen.
09h35 wir fahren per Dinghy an Land um den Segelmacher Ket von Thai Sails abzuholen.
10h00 sind an Bord und versuchen sofort zu Dritt, das Segel heraus zu kurbeln. Es klemmt, das Aufroll-Seil reisst.
Müssen Ket auf den Mast winschen (bei 32°), um das Segel oben frei zu machen, wo es total verklemmt ist.
10h45 das Segel ist endlich frei, Ket schaut sich die Sache an und das Segel kann herunter geholt werden. Segel zusammenfalten und im Segelsack verstauen.
11h05 Paul bringt Ket per Dinghy wieder an Land, zum Auto von Ket.
11h45 - 12h30 Paul kommt zurück an Bord, muss ein neues Aufroll-Seil montieren(zum Glück haben wir eine Reserve an Bord)
und räumt alles wieder auf.
Ket will das Segel elektronisch vermessen und computermässig berechnen und demnach die Aenderungen vornehmen. Er will uns Montag oder Dienstag telefonisch Bescheid geben, wann das Segel fertig ist.
Um 16h30 holen wir Antje und Holger bei der FREYJA ab und zusammen gehen wir zu einem kurzen Einkauf zum Supermarkt TESCO. Unterwegs finden wir für Paul eine Zahnklinik wo Deutsch gesprochen wird. Leider ist sie schon geschlossen, sonst hätten wir gleich einen Termin vereinbart. Später essen wir beim „Anchor Inn“ zu Abend. Hier gäbe es sogar mit Käse überbackene Röschti. Aber wir nehmen Zigeunerschnitzel. Die sind sehr gut, nachdem wir sie endlich erhalten haben. Antje und Holger haben schon fast fertig gegessen als die Zigeuner für uns kommen.
Den Schlummertrunk gibt es auf der FREYJA.
Freitag, 11.Januar 2013: Ao Chalong – Ko Yao Yai, 20 sm
Es ist wieder ein sehr heisser Tag. Paul rumort schon vor 7h auf dem Schiff herum. Wir wollen heute zusammen mit der FREYJA zur Insel Yao Yai fahren. Dort wollen wir das Wochenende verbringen, bis unser Segel bereit ist.
Als wir die MABUHAY von der Boje lösen wollen, kann Paul das 2.Seil, das Urs am Dienstag zur Sicherung an den Betonklotz auf dem Meeresgrund montiert hat, nicht loslösen. Er ruft per Funk Urs herbei und dieser taucht ab und befreit das verklemmteSeil.
Um 9h können wir losfahren, mit Wind und Wellen voll auf der Nase. Um 13h25 ankern wir bei Ko Yao Yai. Es ist gewaltig heiss und unser erster Gang führt ins nicht wirklich besonders kühle Wasser. Am Abend bläst ein scharfer, kühler (!) Wind. In der Ferne, vermutlich am Festland sehen wir Blitze und hören Donner. Aber wir bleiben hier davon verschont.
Samstag, 12.Januar 2013: Ko Yao Yai
Ah, ist das ruhig in dieser Bucht! Kein einziges Schiff mit Touristen brettert wie verrückt an uns vorbei. Heute morgen verlassen zwei Segler die Bucht und nun sind die FREYJA und wir ganz alleine hier. Um 10h45 holen wir die FREYJA's im Dinghy ab und machen eine schöne Mangrovenfahrt. Wir fahren durch Mangrovenkanäle, wobei sich Antje ziemlich fürchtet. Wovor wissen wir eigentlich nicht. Aber Paul erzählt fleissig weiter von Krokodilen und Schlangen und Antje hält sich krampfhaft an Holger fest.
Nun fahren wir an den schönen weissen Sandstrand und parkieren das Dinghy. Hier treffen wir auf einen Berliner, Wolfgang, der seit 32 Jahren unterwegs ist und die Welt schon ein paar Mal umrundet hat. Er gibt uns viele Tips für die Weiterfahrt. Aber Paul möchte das genauer wissen und lädt ihn und seine Heidi kurzerhand für heute Abend zu uns zum Sundowner ein. Natürlich sind auch Antje und Holger dabei.
Wir laufen an der Hauptstrasse entlang und schauen uns ein wenig in den Gummibaumplantagen um und sehen auch das Endprodukt des Gummis, Latex, das in weissen Matten an Holzstangen zum Trocknen aufgehängt ist. Bei einem Moslem kauft Paul für 52 Baht (ca.1.60 Sfr. für alle ) 4 kühle Fläschchen Fanta und wir trinken sie direkt dort beim Laden. Der Ladeninhaber lässt uns vor seinem offenen Laden sitzen, schwingt sich auf sein Motorrad und fährt davon.
Gegen 13h 30 sind wir zurück auf den Schiffen und während ich Salat vorbereite schmeisst sich Paul zur Abkühlung ins Wasser.
Um 17h kommen unsere 4 Gäste an Bord und wir erläutern die Möglichkeiten, von Thailand aus weiter westlich (sprich nach Hause ) zu segeln. Heidi gibt uns zweitausend gute Tips für die Umrundung Südafrikas. Sie hat uns dafür sogar Zeichnungen angefertigt. Es ist zwar sehr interessant und bestimmt hilfreich, aber viel zu viel auf ein Mal.
Um 20h30 verlassen uns die Gäste und bei uns gibt es heute kein Abendessen. Salzstängeli, Pommes Chips und Oliven sind genug, die Küche ist geschlossen!
Sonntag, 13.Januar 2013: Ko Yao Yai
Kurz nach 9h kommt ein kleines Fischerboot mit Mixer (Longtail-Boot) angetuckert. Darin sind eine Frau und ein Mann. Die beiden waren gestern morgen schon da und wollten uns Calamares (Tintenfisch für Gummiringli) verkaufen. Heute wollen sie uns Lobster und Crevetten verkaufen. Nein, wir wollen Fisch! Wir erstehen zwei fangfrische, kleine, 25 cm lange Fische für zusammen 50 Baht. Der Fischer wollte 100 (3 Sfr.) dafür, ist aber sofort bereit sie uns für die Hälfte zu geben. Jetzt wollen sie Coca Cola haben, aber wir haben keine mehr. Es hätte auch noch einen ganz grossen Fisch gehabt, aber ich bin schon froh, wenn Paul überhaupt wieder mal versucht einen Fisch zu essen...Er schuppt und putzt sie sofort und ich bekomme sie pfannenfertig in die Küche geliefert, während ich Brot vorbereite. Die Fische gibt es als Abendessen.
Heute ist wieder ein sehr heisser Tag. 32° oder sind es 35°, ich weiss es nicht. Aber es ist für uns schon komisch und sehr schwer vorstellbar, wenn unser Junior im e-mail schreibt, dass er mit seiner Tochter Ski fahren geht.
Den Sundowner gibt es auf der FREYJA, Antje hat heute ihren sozialen Kontakt noch nicht gehabt!
Montag, 14.Januar 2013: Ko Yao Yai – Ao Chalong, 20 sm
8h05 fahren wir los von unserem schönen, ruhigen Ankerplatz. Es ist wieder ein sehr heisser Tag, ohne Wind. Wir und die FREYJA fahren zurück nach Ao Chalong, weil eventuell heute unser Segel fertig abgeändert ist. Ket hat versprochen uns heute oder morgen anzurufen. Wir sind mitten auf dem Meer, als er tatsächlich um 9h40 schon anruft., das Segel sei bereit.
Um 12h30 kommen wir in Ao Chalong an und ich soll vorne am Bug die gleiche Boje fassen, die wir am Freitag verlassen haben. Weil ich zu wenig Kraft habe, mir fast den Daumen ausrenke und die MABUHAY immer noch vorwärts fährt, lasse in in meiner Not den Bootshaken ins Wasser fallen. Der Skipper flucht wie ein Berserker oder Bärserker (lat. Mann der denkt er wäre ein Bär) sind rein männliche Menschen, manchmal auch Menschen, die gerne ausrasten, um rum zu berserkern (aus www.stupidedia.org). Er muss nämlich ins (schmutzige) Wasser springen um den blöden
Bootshaken zu retten. Ob ich bei der Aktion verletzt wurde oder nicht, interessiert keinen!
Mann, bin ich wütend!!!
Beim zweiten Anlauf klappt es dann, aber nur, weil der Berserker kommt, und wir mit vereinten Kräften den Bootshaken mit der Boje halten und dann hochziehen können.
Am Nachmittag kommt der Segelmacher Ket mit dem abgeänderten Segel zu uns an Bord.
Siehe Protokoll Rollgrosssegel am Dienstag,15.1.2013.
Um 17h kommen Antje und Holger zu uns zur Besprechung für morgen. Paul will eine Testfahrt machen mit dem neuen Segel und lädt die beiden dazu ein.
Protokoll Rollgrosssegel von Leesails Flensburg
Neues Segel erhalten am 9.November 2012 in Johor Bahru, Danga Bay Marina, Malaysia
Mussten seit Johor Bahru, Danga Bay, Malaysia, bis Phuket, Thailand, ca 1500 sm motoren. Neues Rollgrosssegel ist zu gross und funktioniert nicht.
Da in Langkawi, Malaysia, die Segelmacherin nicht bereit war, zu uns an Bord zu kommen, konnten wir erst in Phuket, Thailand, einen Segelmacher finden, der bereit war, sich die Sache mit dem Rollgrosssegel direkt am Schiff anzuschauen.
Donnerstag, 10.Januar 2013: in Ao Chalong, Phuket, Thailand.
09h00 Paul bereitet alles vor um das Segel möglichst schnell herunter zu holen.
09h35 wir fahren per Dinghy an Land um den Segelmacher Ket von Thai Sails abzuholen.
10h00 sind an Bord und versuchen sofort zu Dritt, das Segel heraus zu kurbeln. Es klemmt, das Aufroll-Seil reisst.
müssen Ket auf den Mast winschen (bei 32°), um das Segel oben frei zu machen, wo es total verklemmt ist.
10h45 das Segel ist endlich frei, Ket schaut sich die Sache an und das Segel kann herunter geholt werden. Segel zusammenfalten und im Segelsack verstauen.
11h05 Paul bringt Ket per Dinghy wieder an Land, zum Auto von Ket.
11h45 - Paul kommt zurück an Bord, muss ein neues Aufroll-Seil montieren 12h30 und räumt alles wieder auf.
Montag, 14.Januar 2013:
13h15 das Segel wurde abgeändert und ist bereit, wir fahren per Dinghy an Land und holen Ket ab.
13h45 sind an Bord der MABUHAY. Zu Dritt montieren wir das Grosssegel, bei 35° Hitze.
14h30 Das Segel ist oben und zwei Mal raus und rein gerollt. Funktioniert im Moment gut.
14h35 Paul bringt Ket zurück an Land und ist um
15h00 wieder an Bord der MABUHAY, er montiert die Verschraubungen am Mast wieder.
Dienstag, 15.Januar 2013:
Mit Antje und Holger von der FREYJA fahren wir 4 Stunden raus zum „Segeltesten“.
Wir Rollen das Grossegel 5 Mal aus-und ein. Funktioniert jetzt tadellos.
Am Segel wurden folgende Arbeiten erledigt: Unterliek verkürzt und Schothorn höher gesetzt und somit der Winkel verändert. Profilstreifen und fehlende (von Lee Sails Flensburg vergessene) Windfäden angenäht.
Wir hoffen schwer, dass nun diese unendliche Geschichte unseres Rollgrosssegels ein Ende gefunden hat.









































