Kambodscha: 03.04. - 05.04.2013, Teil 2
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Mittwoch, 3.April 2013: Siem Raep, Kambodscha

 

Angkor Wat (ângkôr bedeutet „Stadt“, vôtt „Tempelanlage“) ist die grösste und bekannteste Tempelanlage in der Region Angkor in Kambodscha. Der Tempel befindet sich zirka 240 km nordwestlich der Hauptstadt Phnom Penh in der Nähe von Siem Reap, ca. 20 km nördlich des Sees Tonlé Sap.

Wir kaufen eine CD mit traditioneller Musik, gespielt von einer Gruppe von Musikern die von Landminen verletzt wurden und einige keine Beine mehr haben. Die Musiker sitzen am Boden und spielen uns ein Stück aus der CD vor.

Nach 15h bringt uns Jack wieder zurück in die Stadt Siem Raep, zum Markt. Paul braucht eine neue Batterie für seine Reserveuhr. Die Batterie kostet inklusive Arbeit, 1.20 US$. In Neuseeland wollten sie für die gleiche Arbeit an der gleichen Uhr 60 NZ$ !!! Danach bringt uns Jack zum Busbüro, wo wir die Tickets für die Busfahrt nach Phnom Penh kaufen. 7 US$/Person für 7 Stunden Busfahrt. Endlich sind wir wieder in unserem Gästehaus. Jack bedankt sich überschwänglich bei uns, weil wir ihm Arbeit gegeben haben. Er sagt uns -zig Mal „o kun!“ (Danke). Er spricht gut Englisch, ist 36 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder 13/10/3 Jahre alt. Die beiden grossen Kinder gehen täglich 4 Stunden in die staatliche Schule. Aber die Schule sei nicht gut, deshalb schickt er sie noch jeden Tag 2 Stunden in eine Privatschule. Dies kostet pro Kind und Monat 15 US$. Er sagt uns auch, es gebe in Kambodscha viel zu viel Korruption und der neue König, Sohn des vor etwa 5 Monaten verstorbenen Königs, habe keine „POWER“.

Nach einer sehr nötigen Dusche und kurzen Ruhepause, gibt es das Abendessen gleich um die Ecke. Dies ist ein Restaurant wo es nur kambodschanisches Barbeque gibt. Es hat ein riesiges Buffet mit 100 verschiedenen Sachen, die wir aber die meisten nicht kennen. Deshalb lassen wir lieber die Finger davon und halten uns vor allem nur an Gemüse und Fleisch. Wir bekommen ein Kohlebecken auf den Tisch, darauf ein Gefäss, etwa wie eine Gugelhopfform. In der Form hat es etwas wie eine Bouillon. Alles Gemüse und die Pilze schmeissen wir da hinein und lassen sie köcheln. Das Fleisch hängen wir an den oberen Teil der Form, wo es vor sich hin brutzelt. Das Rind-und Schweinefleisch sind zäh, aber Huhn und Leber sind prima und wir können davon nicht genug kriegen. Wir essen wieder einmal viel zu viel...

Donnerstag, 4.April 2013: Siem Raep – Phnom Penh

Von der Busfirma werden wir im Gästehaus abgeholt und um 8h fahren wir los, ca. 300km bis nach Phnom Penh. Die Gegend ist total flach. Wir fahren durch viele, viele sauschmutzige Orte. Wir halten unterwegs immer wieder an, um noch mehr Fahrgäste aufzunehmen, bis der Bus total überfüllt ist. Die Leute sitzen sogar auf Plastikstühlchen im Gang und auf 2-er Sitzen hocken bis zu 4 Personen. Das Fahrgeld dieser Leute geht vermutlich direkt in den Sack des Buschauffeurs. Eigentlich wollten wir ja mit dem Boot auf dem Tonlé Sap See nach Phnom Penh fahren, aber jetzt, am Ende der Trockenzeit, hat es zu wenig Wasser im See und die Boote fahren nicht.

In einem grösseren Ort machen wir einen 25-Minuten-Stopp. Wir kaufen Mangos und Mandarinen, vermutlich viel zu überteuert, für 3 US$.

Wir sehen einen Busunfall. Der Reisebus liegt ziemlich zertrümmert im Strassengraben!

Auf dem Land hat es einfache Häuser aus Bambus und Holz auf Holz- oder Betonpfeilern gegen Überflutungen. Unter den Häusern befindet sich offener Stauraum, der auch als Haustierstall und Arbeitsraum genutzt wird. Den Zugang ins Wohngebäude gewährleistet eine Außentreppe. Im Inneren befinden sich üblicherweise ein grosser Gemeinschaftsraum, sowie das Elternschlafzimmer und die Küche. Die Aussenwände werden durch geflochtene Gras- oder Palmmatten gebildet. Dächer bestehen aus Schilf oder Gras, selten auch aus Ziegeln.

Es hat sehr lange Strassendörfer. Unterwegs lauter trockene, abgeerntete Reisfelder und wo es ein

wenig Wasser hat, Wasserbüffel, die sich darin suhlen.

Um 15h30 erreichen wir Phnom Penh. Ein Tuk Tuk Fahrer bringt uns zum „White River Guesthouse“. Wir bekommen ein Zimmer im 3.Stock. Das Zimmer ist sehr klein und vor allem heiss, aber auch sehr ruhig und für 10 US$ für 2 Personen (ohne Frühstück), kann man nicht motzen. Kaum sind wir da, gibt es ein Riesengewitter. Es schüttet etwa eine Stunde lang, die Bauern wird es freuen. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant des Gästehauses ein. Danach machen wir einen Spaziergang durch die quirligen Strassen. Was für ein Getümmel mit den vielen Motorrädern!

Freitag, 5.April 2013: Phnom Penh

Nach dem Frühstück geben wir im Gästehaus die Pässe ab, für das Vietnamesische Visum und organisieren die Flussfahrt für die Weiterfahrt ins Mekongdelta am Sonntag.

Unser Tuk Tuk Fahrer Mr. Borey sollte um 10h kommen. Er ist schon um 9h da. Um 9h20 fahren wir los zu den „Killing Fields“. Unser Ziel liegt etwa 20 km ausserhalb der Stadt und Mr. Borey kämpft sich durch ungemein dichten, wahnsinnigen Tuk Tuk und Motorräder-Salat aus der Stadt hinaus.

Die „Killing Fields“ sind eine Gedenkstätte im Choeung Ek Genocial Center. Die Gedenkstätte erinnert an die über 3 Millionen Toten (von 8 Millionen Einwohnern Kambodschas), die während der Schreckensherrschaft der „Roten Khmer“ unter dem Diktator Pol Pot von 1975 bis 1979 ermordet wurden. Die Stätte und ihre Geschichte sind erschütternd. Nach dem Besuch des dazugehörenden Museums, essen wir in einem Restaurant das von Veteranen des Krieges und Landminenopfern betrieben wird, sehr gutes Chicken Curry.

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