Kambodscha: 01.04. - 03.04.2013, Teil 1
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Montag, 1.April 2013: Krabi – Surat Thani – Bangkok

Nein, dies ist kein Aprilscherz! Jetzt fahren wir nämlich nach Kambodscha und Vietnam. Um 7h30 werden wir vom bestellten Taxi in der Marina abgeholt und fahren in den Ort Krabi, zum Busbahnhof. Leider sind die Busse nach Bangkok alle schon voll besetzt. Choo, der Marinamanager hatte uns gesagt, dass es laufend Busse nach Bangkok gäbe. Für uns würde der nächste Bus aber erst um 16h fahren und so lange wollen wir nicht hier warten. Also nehmen wir einen Bus, der um 8h30 nach Surat Thani fährt, es ist ein uralter Mercedes. Unsere Reise fängt ja schon gut an! Mein Plan war, 12 Stunden im Bus direkt bis nach Bangkok zu fahren. Aber wir sind ja schliesslich flexibel und machen deshalb das Beste aus der Situation. Paul freut sich sehr, über Land zu fahren, und das ist ja auch einer der Gründe, weshalb wir so oft wie möglich per Bus und bei Tage reisen wollen. Wir wollen etwas vom Land sehen. Unterwegs hat es viele grosse Gummibaum – und Palmölplantagen, später Bananen und Ananas. Um 12h15 sind wir in Surat Thani und eine knappe ½ Stunde später sitzen wir schon in einem Minibus nach Bangkok. Die Ticketverkäuferin sagt uns, das sei ein VIP-Bus! Wir sind 8 Personen plus ein sehr braves Baby. Ich frage die junge Thai-Mutter, ob ihr Baby ein „boy“ oder ein „girl“ sei. Sie versteht mich nicht. Ein junger Thai-Mann fletzt sich gemütlich auf der hintersten Sitzbank auf unsere Rucksäcke und schläft stundenlang darauf. So können wir keine Landkarte, kein Wasser oder den Fotoapparat aus dem Rucksack nehmen. Und weil wir kein Mittagessen hatten (die Zeit in Surat Thani war zu knapp), gibt es aus der „Restenfressalientasche von der MABUHAY“ alte Kokoskekse aus Malaysia und genauso alte, aber furztrockene, dafür aber sehr gesunde Soyariegel, runtergespült mit einem Schluck lauwarmem Wasser.

Irgendwo lädt unser Chauffeur einen Freund auf und wir machen einen Riesenumweg, um diesen dann irgendwohin zu bringen. Eine Stunde später dann ein erneuter Stopp bei einer Tankstelle. Wir stehen in einer Kolonne und warten volle 45 Minuten bis wir endlich betankt werden. Dabei stellen wir zu unserem grossen Erstaunen fest, dass unser Toyota-Minibus mit Gas fährt. Endlich, um 17h15 gibt es bei einer anderen Tankstelle den ersten richtigen Stopp (seit 12h40), wo Paul und ich einen sehr guten, heissen Chickenburger zwischen die Zähne kriegen. Nur das Brot ist halt wie immer, ein Gummibrot! Den Burger müssen wir im Bus verdrücken, weil unser Chauffeur sofort weiter fahren will. Um 20h30 müssen wir in einen anderen Minibus umsteigen, der uns zum Busterminal in Bangkok bringt. Das dauert nochmals eine ganze Stunde und 45 Minuten. Um 22h15 sind wir endlich am heutigen Ziel: Bangkok! Jetzt wollen wir die Bustickets für morgen, für Kambodscha kaufen. Aber das geht nicht! Alle Leute die ich frage, wissen entweder nicht Bescheid, oder sagen, wir sollen morgen um 05h wieder kommen, dann seien die Schalter geöffnet. Sehr genervt und müde, dazu beide mit Rückenschmerzen, nehmen wir ein Tuk Tuk und lassen uns zu einem billigen Hotel bringen. (10 US$ für 2 Personen, kein Frühstück), sehr basal! Wir deponieren nur schnell das Gepäck im Zimmer und sind sofort wieder draussen. Bei einem Chinesen Restaurant trinken wir Singha Bier und essen Pommes Frites. Es ist 23h30. Um 24h sind wir, total k.o., im Bett unter dem drehenden Deckenventilator.

Dienstag, 2.April 2013: Bangkok (Thailand) – Siem Reap (Kambodscha)

Ich erwache mit schlimmen Rückenschmerzen. Um 7h sind wir draussen auf der Strasse und fragen einen Tuk Tuk Fahrer, ob er uns zum Busterminal bringt. Er versteht uns nicht. Erst mit Hilfe des Verkäufers in einem kleinen „Seven/Eleven-Supermarkt“, klappt es und er bringt uns zum Busbahnhof. Wir kaufen die Bustickets nach Siem Raep in Kambodscha und warten nochmals 1½ Stunden bis zur Abfahrt des Busses. Um Punkt 8h ertönt die thailändische, königliche Landeshymne und alle Leute erheben sich von den Sitzen und stehen reglos, bis die Musik endet. Der Busbahn-hof ist voller Leute und wirklich alle stehen auf, auch wir beide.

Endlich um 9h05 fährt unser Bus los. Es ist sehr mühsam, bis wir aus der Millionenstadt Bangkok raus sind. Es hat enormen Verkehr. Rund um die Stadt hat es viel Industrie, dann Reisfelder, Teiche mit Shrimps-oder Fischzuchten, riesige Plantagen mit diversen Bäumen, die wir nicht kennen, keine Ahnung wofür, vielleicht Bauholz?

Um 13h sind wir in Aranyaprathet, dem Grenzort, aber noch in Thailand. Hier müssen wir alle aussteigen um in einem Gebäude den Visaantrag für Kambodscha auszufüllen, dann den Pass, ein Foto, 1000 Baht, plus 100 Baht für den Helfer (total 33 SFr.) abgeben. Alle setzen sich wieder in den Bus, und bekommen ein Mittagessen bestehend aus gebratenem Reis und 4½ Gurkenscheiben, dazu ein Fläschchen Mineralwasser. Wir essen und warten auf die Pässe mit dem kambodschani-schen Visastempel. In Poipet, dem kambodschanischen Grenzort müssen wir durch den Zoll und dabei müssen alle ihre Fingerabdrücke abgeben. Bei Paul merkt keiner, dass er ja nur 8 Fingerabdrücke hat...! Um 15h30 sind alle aus unserem Bus abgefertigt und wir können endlich weiterfahren. Dabei erfahren wir, dass wir das Visa hier für 22 US$ bekommen hätten !!!

 

Jetzt sind wir in Kambodscha! Und hier ist es dreckig, dreckig, dreckig und es hat viele Kinder die betteln und es ist genau so heiss wie in Thailand. In der Grenzstadt Poipet hat es viele Casinos und Spielsalons. Ab sofort wird rechts gefahren. Unterwegs hat es unendlich viele Reisfelder, so weit das Auge „reist“. Die meisten sind abgeerntet und trocken. Um 17h30 sind wir in Siem Reap. Der Tuk Tuk Fahrer Jack spricht uns an und bringt uns mit seinem Motorrad-Tuk Tuk ins „Green Town Guesthouse“. Wir bekommen ein sehr schönes Eck-Zimmer mit TV, Dusche/WC, Deckenventilator (wir wollen keine Klimaanlage) und 2 Riesenbetten für 9 SFr. für 2 Personen, (ohne Frühstück). Ich kann gratis ins Internet um die Fotos für den letzten Bericht nach Hause zu senden. Wir trinken hier im Gästehaus etwas und essen gute Frühlingsrollen. Danach laufen wir in die Stadt um im Restaurant „old market“ Khmer Spezialitäten zu essen. Meine Nudeln sind prima aber Paul lässt seine Khmer-Suppe stehen, da ist irgendein Kraut drin, das er nicht ausstehen kann. Die Suppe schmeckt nach Seife, sagt er. Zu Fuss geht es zurück ins Gästehaus wo wir komplett hinüber ins Bett fallen. Meine Rückenschmerzen sind nicht mehr so schlimm.

Königreich Kambodscha

Amtssprache: Khmer

Hauptstadt: Phnom Penh

Staatsform: Monarchie

Regierungssystem: Parlamentarische Wahlmonarchie

Staatsoberhaupt: König Norodom Sihamoni

Regierungschef: Premierminister Hun Sen

Fläche: 181.040 km²

Einwohnerzahl: 14.138.255 (2010)

Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner pro km²

Währung: Riel (KHR), seit 1953/1980, bzw. US-Dollar

Unabhängigkeit: von Frankreich am 9. November 1953

Nationalfeiertag: 9. November

Zeitzone: UTC+7

 

Das Königreich Kambodscha ist ein Staat in Südostasien. Das Land liegt am Golf von Thailand zwischen Thailand, Laos und Vietnam. Die Hauptstadt Phnom Penh liegt im Süden des Landes. Das Landschaftsbild wird durch eine Zentralebene geprägt, die teilweise von Gebirgen umgeben ist. In ihr liegt im Westen Kambodschas der See Tonlé Sap, durch den Osten fließt der Mekong, einer der zehn längsten Flüsse der Welt.

Kambodscha ist etwa halb so gross wie Deutschland.

Kambodscha ist aus dem Reich Kambuja hervorgegangen, das seine Blüte vom 9. bis zum 15. Jahrhundert erlebte. Seine Ruinen in Angkor wurden ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahre 1953 folgten jahrzehntelange Bürgerkriege, die viele Opfer unter der Bevölkerung und schwere Schäden in der Wirtschaft hinterließen. Auch der Vietnamkrieg und die Diktatur der Roten Khmer von 1975 bis 1979 brachten dem Land wirtschaftlichen Verfall.

Mittwoch, 3.April 2013: Siem Raep, Kambodscha

Wir schlafen beide sehr gut, bis um 01h20, als plötzlich jemand heftig und hartnäckig an unsere Türe klopft, poltert und zuletzt noch dagegen springt, bis die Türe fast aus den Angeln fällt. Dabei ruft eine Frauenstimme immer wieder laut: “Jonny, Jonny!“.Paul steht auf und sagt hinter der Türe auf Berndeutsch: “hier ist kein Jonny!“, danach ist endlich wieder Ruhe und wir können weiterschlafen.

Tuk Tuk-Jack soll uns mit seinem Motorrad-Tuk Tuk um 9h abholen. Um 8h15 steht er schon da, wir sind noch beim Frühstück. Um 8h45 fahren wir mit ihm los zum etwa 20km entfernten „Ankor Wat“, einer riesigen Tempelanlage aus dem 12.Jahrhundert. Wir lösen die Eintrittsbillette für einen Tag (20 US$ /pro Person für einen Tag, gilt aber für die meisten Tempel). Bis um 15h besichtigen wir einen Tempel nach dem anderen. Alles ist sehr weitläufig. Jack lädt uns bei einem Tempel ab, wartet auf uns und führt uns dann nach der Besichtigung zum nächsten Tempel. Wir sind sehr froh um Jack, es ist höllisch heiss, gegen 40° und wir müssen viele Pausen machen und Wasser trinken, das Jack für uns mitgebracht hat. Die Tempelanlagen sind enorm gewaltig und eindrücklich, einfach einmalig!

Angkor Wat (ângkôr bedeutet „Stadt“, vôtt „Tempelanlage“) ist die größte und bekannteste Tempelanlage in der Region Angkor in Kambodscha. Der Tempel befindet sich zirka 240 km nordwestlich der Hauptstadt Phnom Penh in der Nähe von Siem Reap, ca. 20 km nördlich des Sees Tonlé Sap.

Im 10. Jahrhundert wurden unter Yasovarman I. (889 – ca. 910) zahlreiche Bewässerungsanlagen und Stauseen errichtet, was dazu beitrug, dass unter anderem mehrmals im Jahr Reis geerntet werden konnte. Diese erfolgreiche Landwirtschaft führte zu Nahrungsüberschüssen und brachte dem Khmer-Reich großen Reichtum. So kam es, dass das Land im Süden Chinas zu einem regionalen Machtzentrum Südostasiens wurde und die Khmer in der Lage waren, große Städte und gewaltige Tempelanlagen zu errichten.

Im Jahr 1113 bestieg König Suryavarman II. den Thron und regierte bis etwa 1150. Er baute die Macht Angkors, damals Kambuja genannt, in mehreren Kriegszügen gegen Nachbarn, weiter aus. Daneben ließ er Tempelanlagen in Angkor restaurieren und neue errichten.Um 1200 hatte Angkor etwa eine Million Einwohner und war damit wohl die damals größte Stadt der Welt.

 

Die gewaltigen Bauten weisen zahlreiche Schäden auf. Witterungseinflüsse, die tropische Vegetation und menschliche Zerstörungskraft, haben den Tempeln zugesetzt. Ein weiterer Grund für den Zerfall ist, dass sich die Khmer ab dem 13. Jahrhundert dem Buddhismus zuwandten, weshalb keine neuen Tempel mehr errichtet wurden. Hinzu kam die Abholzung sämtlicher Wälder durch die Khmer, sowie Missernten durch versiegendes Wasser und den damaligen Klimawandel. Die Anlage diente aber spätestens seit dem 16. Jahrhundert als buddhistisches Heiligtum.

 

Nachdem es, bedingt durch die politische Lage in Kambodscha, auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert kaum möglich war, Restaurierungsarbeiten vorzunehmen, sind inzwischen unter-schiedliche Organisationen damit beschäftigt, den weiteren Zerfall von Angkor Wat zu stoppen.

Die Gebäude wurden aus kunstvoll gestalteten Sandsteinen zusammengesetzt. Die zahlreichen Kanäle der Anlage dienten den Arbeitern auch dazu, die riesigen Steinbrocken mit Flößen zu transportieren. Für den Bau wurden die Blöcke mit besonderen Schleifanlagen so bearbeitet, dass sie ohne erkennbare Zwischenräume aufeinandergesetzt werden konnten.

 

Das komplette Areal misst inklusive des Wassergrabens in West-Ost-Richtung knapp 1,5 km und in Nord-Süd-Richtung knapp 1,3 km. Der Wassergraben ist zwischen 170 und 190 Meter breit und umschließt das innere Areal. Im Zentrum steht ein markanter Tempel mit fünf nach Lotusblüten geformten Türmen. Der größte Turm ist 65 m hoch.

Viele Tempelwände sind mit Figuren dekoriert, die Tänzerinnen - so genannte Apsaras - darstellen.

Angkor Wat fungiert als herausragendes nationales Symbol, das repräsentativ für die Khmerkultur und das heutige kambodschanische Volk steht. Es findet sich daher als Abbildung in vielfältigen staatlichen Zusammenhängen, auf der Nationalflagge, den Geldscheinen etc. Während des Regimes der Roten Khmer war eine goldene Silhouette des Tempels Teil der kambodschanischen Flagge.

Seit 1990 wird die Anlage von der privaten Firma SOKIMEX betreut, die das Gelände von der Regierung gepachtet hat und dafür die Eintrittsgelder kassiert.

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